Putnam Philosophieren ist als ein Versuch zu sehen, zur umfassenden Position des logischen Empirismus eine ebenso umfassende Gegenposition zu entwickeln. Der Unfahigkeit der Empiristen, einen theorieunabhangigen Wahrheitsbegriff zu entwickeln, setzt Putnam einen realistischen Standpunkt entgegen: Wissenschaftliche Aussagen sind meiner Meinung nach entweder wahr oder falsch [.], und ihre Wahrheit und Falschheit ruhrt nicht etwa daher, dass sie ausserst sublimierte Darstellungen von Regelmassigkeiten in der menschlichen Erfahrung waren. Die Wirklichkeit ist nicht Teil des menschlichen Geistes; vielmehr ist der menschliche Geist Teil der Wirklichkeit, in der Tat ein winziger Teil. In dem hier ubersetzten Aufsatz The Meaning of Meaning, erstmals im Jahre 1975 veroffentlicht, hat Hilary Putnam die Grundlagen seines sprachphilosophischen Nachdenkens am ausfuhrlichsten und in leicht fasslicher, nicht technischer Form dargestellt. Daher ist dieser Aufsatz auch denen ans Herz zu legen, die noch dabei sind, sich in die Sprachphilosophie hineinzufinden.
Hilary Whitehall Putnam was an American philosopher, mathematician, and computer scientist who was a central figure in analytic philosophy from the 1960s until his death, especially in philosophy of mind, philosophy of language, philosophy of mathematics, and philosophy of science. He was known for his willingness to apply an equal degree of scrutiny to his own philosophical positions as to those of others, subjecting each position to rigorous analysis until he exposed its flaws. As a result, he acquired a reputation for frequently changing his own position. Putnam was Cogan University Professor Emeritus at Harvard University.
Seine Argumentation schein mit vorauszusetzten, dass man die im vorhinein alzeptieren möchte. Dennoch eine weitgehend Schlüssige Theorie darüber, woher Sprache seine Bedeutung erhält.
The Meaning of „Meaning“ – Oder: Warum Ihr Kopf leerer ist, als Sie denken Wenn ein Philosoph einen Titel wählt, der klingt wie ein Tippfehler (Die Bedeutung von „Bedeutung“), ist klar: Jetzt wird es haarspaltend. Hilary Putnams berühmter Text – mal als langer Essay, mal als schmales Buch veröffentlicht – entpuppt sich jedoch schnell als Abrissbirne für unser intuitives Verständnis davon, wie Sprache überhaupt funktioniert. Der Schock: Das Gehirn ist nicht zuständig Über Jahrhunderte galt die beruhigende Annahme: Wenn jemand das Wort „Wasser“ benutzt, dann hat diese Person ein bestimmtes Bild oder Konzept im Kopf – und genau das bestimmt die Bedeutung. Putnam tritt auf, räuspert sich höflich und wirft einen Satz in den Raum, der bis heute nachhallt: “Meanings just ain’t in the head!” Bedeutungen sind also nicht im Kopf. Das ist zunächst irritierend, fast beleidigend. Wenn nicht dort – wo dann? In der Umwelt? In der Gesellschaft? In der Chemie? Willkommen auf der Zwillingserde Zur Beweisführung schickt Putnam seine Leser auf die legendäre „Twin Earth“. Dort ist alles exakt wie hier: gleiche Städte, gleiche Menschen, gleiche Gedanken. Es gibt sogar perfekte Doppelgänger. Der einzige Unterschied: Das Zeug, das dort „Wasser“ heißt, ist nicht H₂O, sondern eine chemische Verbindung namens XYZ. Wenn der irdische Mensch „Wasser“ sagt, meint er H₂O. Wenn sein Zwilling dasselbe Wort benutzt, meint er XYZ – obwohl beide mental exakt denselben Zustand haben. Das Ergebnis ist verheerend für jede rein innerliche Bedeutungstheorie: Was ein Wort bedeutet, hängt nicht allein vom mentalen Zustand ab, sondern von der Welt, in der es verwendet wird. Realität schlägt Introspektion. Buchen, Ulmen und die Arbeitsteilung des Wissens Putnam ergänzt das Argument mit einer entwaffnenden Ehrlichkeit: Er selbst könne Buchen (beech) und Ulmen (elm) nicht unterscheiden. Für ihn seien das einfach Bäume. Trotzdem bedeuten die Wörter in seinem Mund Unterschiedliches. Warum? Weil Sprache arbeitsteilig organisiert ist. Nicht jeder muss alles wissen. Es reicht, dass irgendwer (Botaniker, Chemiker, Fachleute) den Unterschied kennt. Sprache funktioniert damit wie eine Währung: Man benutzt sie täglich, ohne ihre Deckung selbst prüfen zu können. Vertrauen ersetzt Wissen. Bedeutung ist Teamsport The Meaning of „Meaning“ ist ein befreiendes Buch. Es zeigt, dass Sprache kein privates Kopfkino ist, sondern ein kollektives, weltverankertes Unternehmen. Niemand muss alles verstehen, um sinnvoll sprechen zu können. Bedeutung entsteht nicht im Inneren, sondern im Zusammenspiel von Welt, Gemeinschaft und Praxis. Ein Text, der schmerzhaft deutlich macht, wie wenig im eigenen Kopf passieren muss, damit Worte trotzdem erstaunlich gut funktionieren.