There has always been a link between psychopathology and philosophy. Yet in recent years, critical appraisal of common points has been lacking. The continuing developments in individual sciences, however, have now created fertile ground for interdisciplinary dialogue. This dialogue, more necessary than ever, receives new impulse from this volume. Written by specialists from such different fields as psychiatry, psychology and philosophy, it contains papers on disturbed perception, disturbed cognition and disturbed self-perception.
Manfred Spitzer (* 27. Mai 1958 in Lengfeld in der Nähe von Darmstadt) ist ein deutscher Psychiater, Psychologe und Hochschullehrer.
Seit 1998 ist er ärztlicher Direktor der Psychiatrischen Universitätsklinik in Ulm, als der er auch die Gesamtleitung des 2004 dort eröffneten Transferzentrums für Neurowissenschaften und Lernen (ZNL) innehat, das sich vor allem mit Neurodidaktik beschäftigt.
Am 6. November 1991 erwarb ich „Psychopathology and Philosophy“– selbstverständlich zum halben Preis (24 DM statt 48 DM), wie es sich für einen intellektuellen Schnäppchenjäger gehört. Wirklich gelesen habe ich das Buch aber erst ab 1994, und zwar unter Umständen, die Karl Marx Tränen in die Augen getrieben hätten: Ich las es in den Pausen bei der Rhodia in Freiburg, wo ich im Schichtdienst arbeitete. „Basis“ (Fabrikarbeit) und „Überbau“ (Philosophie der Verrücktheit) in einem einzigen Akt – direkter geht’s kaum. An ruhigen Tagen hatte ich bis zu drei Stunden Pause pro Schicht. Drei Stunden! Genug Zeit, um die „entfremdete Arbeit“ nicht nur zu bedenken, sondern sie live zu erleben – und sie zugleich mit hochabstrakter Lektüre über seelische Entfremdung zu kontern. Bis heute weiß ich nicht, ob Psychopathologie-Lektüre am Fließband eine subtile Form der Subversion oder schlicht das Endstadium der Selbstausbeutung war. Marx hätte jedenfalls seine helle Freude daran gehabt, dieses Verhältnis von Produktionsmitteln (Rhodia) und geistigem Überbau (Spitzer) zu sezieren. Die Pointe aber ist der Herausgeber. Einer der Namen auf dem Cover war ein gewisser Manfred Spitzer. Den kannte ich 1991 natürlich nicht. „Kennengelernt“ habe ich ihn erst 2007 oder 2008, als er mit Vorsicht Bildschirm! zum medialen Ober-Warner avancierte. Hätte er mich damals bei Rhodia gesehen – drei Stunden lang vertieft in sein Buch, ganz ohne elektronische Medien –, wäre er wahrscheinlich stolz auf mich gewesen.