Auf der Suche nach einer lustig-leichten Lektüre, die mir ein Happy End garantiert, bin ich direkt bei diesem pinken Cover mit den Pinguinen gelandet. Irgendwie schreit die ganze Optik schon nach Wohlfühlbuch für einen sonnigen Nachmittag in meiner Hängematte. Julia Bähr kenne ich nämlich bereits von „Wer ins kalte Wasser springt, muss sich warm anziehen“, das mir als gute Sommerlektüre in Erinnerung geblieben ist.
In „Liebe mich, wer kann“ lernen wir Greta kennen, die gerade so gar kein Glück im Leben hat. Nur anderthalb Jahren nach ihrer Hochzeit ist sie wieder Single, ihr Ex-Mann Erik ist ein Idiot und sonst läuft auch wirklich gar nichts nach Plan. Greta trauert Erik nach, aber eigentlich möchte sie sich nicht unterkriegen lassen. Wo ist nur ihr Traummann?
Greta, 33 Jahre, ist eine sympathische, realitätsnahe Person, in die ich mich gut hinein versetzen konnte. Manchmal hatte ich allerdings den Eindruck, dass ein bisschen weniger Naivität und weniger Übertreibung ihr gut getan hätte. Sie versucht sich selbst zu helfen, indem sie zu einem Psychologen geht (der natürlich auch reichlich schräg ist). Und sie versucht es mit Lachtraining. Durch ihren Psychologen schafft das Buch dann auch die Verbindung zu den Pinguinen, denn jeder Patient in dieser Praxis darf sich zu erst ein "Powertier" aussuchen. Faultiere gab es leider nicht. Also wählt Greta den Pinguin. Sie hofft, dass es ihr durch all diese Maßnahmen bald besser geht, sie nicht mehr so viel trinkt (Filmrisse sind doof) und sie dann aufhört diese Emails mitten in der Nacht an ihren Ex zu senden. Bei all dem hat sie ihre beste Freundin seit Schulzeiten Katka an ihrer Seite. Katka ist ein richtiger Sonnenschein, der die Welt nicht so bitterernst nimmt und eine herzensgute Person ist.
Die Geschichte glänzt natürlich nicht durch Originalität und vieles ist auch vorhersehbar, doch wenn ich zu solch einem pinken Exemplar greife, dann erwarte ich einfach kurzweiligen Spaß. Leider ist das Buch nicht ganz so kurzweilig wie erwartet, denn stellenweise wirkt „Liebe mich, wer kann“ eher langatmig und unausgereift. Mir dauerte es schon allein zu lange bis sich der Traummann endlich blicken ließ - und ganz ehrlich, darauf wartet man och bei einem solchen Buch, oder? Der humorvolle Erzählton mit Schmuzelgarantie in der Ich-Perspektive kann die fehlende Spannung leider auch nicht mehr ausbügeln. Insgesamt ist es so ein „Okayyy“-Buch für Zwischendurch, das man lesen kann, aber definitiv nicht muss. Vielleicht klappt es das nächste Mal wieder besser mit uns, Frau Bähr?
Fazit
„Liebe mich, wer kann“ bringt uns einen humorvollen Schreibstil und sympathische Figuren mit authentischen Problemen. Leider fehlt es dem Buch an Spannung und so bleibt der erwartete kurzweilige Lesespaß eher auf der Strecke. Schade!
- Blog: Tintentick