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106 pages, Hardcover
First published January 1, 1957
Wie kann einer singen von dem was nicht singt
vom Stummen?
Im Rollschrank wächst ein widriger Senf,
ein schwarzer Zucker rinnt aus den Lohntüten:
ratlos wickelt sich jedermann in eine Zeitung
und horcht auf das Knurren der grossen Stiefel.
Im Tresor verhungern die Prokuristen, die Bettler
schmausen im Frigidaire. Pünktlich
leeren die Boten den Briefkasten voller Tränen.
Ein dunkles Riff wird in unseren Lungen gezüchtet.
Die Zukunft verdorrt in den Küchen. Am Fenster
lauert der Pförtner. Auf den Boulevards rosten
die Kehrmaschinen.
Jeder Mann hält angesichts
der vielen verfaulenden Katzen, der Helden,
die aus den Kaminen ragen, den Atem an,
ob nicht endlich das Lied das Lied wie eine Sintflut
schön und unaufhaltsam über die Dächer schäumend
käme und die Hörrohre und die Kuxe die Stiefel
forttrüge und die Gebetbücher forttrüge aber umsonst:
es kann keiner singen von dem was nicht singt
von uns.