Cette édition comporte deux volumes : le premier comprend les livres I à XXVII ; le second, les livres XXVIII à XXXIX, les Annexes et l'Index analytique, repris de l'édition de 1853.
Pierre Antoine Noël Bruno, comte Daru (12 January 1767 – 5 September 1829) was a French soldier, statesman, historian, and poet. The French generally refer to him as Pierre Daru.
Born in Montpellier, he was educated at the Oratorian-maintained military school of Tournon, and entered artillery service at an early age. He also took an interest in literature, and he published several minor pieces, until the outbreak of the French Revolution made him concentrate on his military assignments.
n 1793 he became commissary to the army, protecting the coasts of Brittany from projected descents of the British, or of French Royalists. Thrown into prison during the Reign of Terror, on an unsubstantiated charge of friendliness to the Royalists and the British, he was released after the fall of Maximilien Robespierre in the summer of 1794 (during the Thermidorian Reaction), and rose through the ranks until, in 1799, he became chief commissary to the French Revolutionary Army serving under André Masséna in the north of Switzerland.
In that position he won repute for his organizing capacity, capacity of work and probity (the last of which qualities was contrasted with the wave of corruption). He did not however limit himself to his tasks, and found time, even during the campaign, to translate part of Horace and to compose two poems, the Poème des Alpes and the Chant de guerre - the latter was a condemnation of the murder of the French envoys to the Second Congress of Rastatt.
Diese "Geschichte Venedigs" erschien zuerst in französisch in 6 Bänden sowie einem Registerband in Paris 1819, erneut in 6 Bänden sowie zwei Registerbänden 1821. Eine 4. französische Auflage erschien 1853 in 9 Bänden. Sie vermittelt ein sehr entstellendes Bild des historischen Venedig, wurde in viele Sprachen übersetzt und hat aber hat wesentlich die Sicht auf Venedig im 19. Jahrhundetr beeinflußt. Letzteres mag vielleicht ein hinreichender grund sein, diese umfangreiche Publikation nachzudrucken. Die erste deutsche Übersetzung erschien 1821 und erneut in 4 Bänden Leipzig 1824. Weitere Auflagen folgten u.a. deutsch in 28 Teilen in 7 Büchern (Stuttgart 1828) usw., usw. Es gibt sogar eine italienische Ausgabe, die allerdings in der Schweiz (1837-38, 11 Bände) erschien. 2004 ist das Falsum tatsächlich in zwei Bänden bei Robert Laffont in Paris neu aufgelegt worden. Ich halte es nicht für der Mühe wert, nachzuschauen, ob in dieser Ausgabe wenigstens die unverschämtesten Lügen mit Anmerkungen korrigiert worden sind.
Schon im 19. Jahrhundert wußte, wer sich halbwegs in der Geschichte Venedigs auskannte, was von ihrer Verfälschung durch Daru zu halten ist: Weniger als nichts! John Ruskin (Steine von Venedig hg. v. Wolfgang Kemp. Faksimile-Ausgabe der deutschen Übersetzung von 1903. Dortmund 1994, München 1999 (zuerst London 1851) Bd. III S. 240f) zitierte einen Brief des Grafen Carlo Morosini, in dem es heißt: "Ich muss Ihnen sagen, dass Daru's Geschichte von gut unterrichteten Leuten durchaus nicht hoch gestellt wird, und dass es von ihm heißt, er habe keinen anderen Zweck vor Augen, als den Ruhm aller Taten zu verdunkeln." Der Verlag Nabu Press liest offenbar die Bücher nicht, die er selbst nachdrucken läßt (Das führt auch dazu, daß bei den Nachdrucken manchmal eine Seite fehlt oder unleserlich ist.): "Viel wird bei uns die Uebersetzung des Werkes von Daru gebraucht. Ueber die Gebrechen dieses wie anderer französischer Werke hat sich der geniale Bretone R i o (Epilogue à l'Art chrétien par A. F. Rio. Tome I. p. 349. Fribourg, Herder 1870) vor kurzem schneidig und richtig ausgesprochen." (Dr. I. B. Weiß: Vorwort. In: August Friedrich Gförer: Geschichte Venedigs von seiner Gründung bis zum Jahre 1084. Aus seinem Nachlasse hg., ergänzt und fortgesetzt von Dr. I. B. Weiß. Graz 1872, photomechanischer Nachdruck o.O o.J. (2010) S. VIIf) Und: "Der Franzose Daru, eine gewissenlose Kreatur Napoleons I., der in acht Bänden die Geschichte Venedigs entstellt und gefälscht hat, (knüpfte) seine Fabeln über die Inquisition..., die ein halbes Jahrhundert hindurch mit den Ritter- und Räuberromanen an Erfolg konkurrieren konnten. Durch die Forschungen Capellettis, Romanins, des trefflichen... Fulin und des... Paduaner Musatti ist nun mit aller Bestimmtheit nachgewiesen worden, daß die Dokumente, auf welche Daru seine Enthüllungen über die Inquisition gestützt haben wollte... nicht existieren, sondern offenbar von Daru erfunden worden sind, um das rechts- und vertragswidrige Vorgehen seines Gebieters gegen die Republik zu rechtfertigen und seinen gewissenlosen Gewalttaten den Schein einer sittlich begründeten Handlung... zu verleihen." (Hans von Zwiedineck-Südenhorst: Venedig als Weltmacht und Weltstadt. Bielefeld/Leipzig 1897, 1899, 2. Auflage 1906, 3. Auflage 1925; hier zit nach dem photomechanischen Nachdruck der Ausgabe von 1899 o.O. o.J. (2010) S. 145f) Heinrich Kretschmayr war Daru 1905 nur noch ein kurzer Satz in den Anmerkungen wert: "Daru (1821) hat längst aufgehört, für eine ernsthafte historische Arbeit genommen zu werden." (Heinrich Kretschmayr: Geschichte von Venedig. Bd 1 Gotha 1905. Darmstadt 1964, 2. Neudruck der Ausgabe Gotha 1920 Aalen 1986, photomechanischer Nachdruck o.O o.J. (2010) S. 399) 1920 hielt er es aber für nötig, erneut zu vermerken, seine Darstellung "kann nicht als ernste historische Arbeit gelten" (Heinrich Kretschmayr: Geschichte von Venedig. Bd 2 Gotha 1920. Darmstadt 1964, 2. Neudruck der Ausgabe Gotha 1920 Aalen 1986 S. 554). Zur Ehre Frankreichs muß man hinzufügen, daß Guy Dumas (La fin de la République de Venise - Aspects et reflects littéraires. Paris 1964) die Darstellungen des Venedig des 18. Jahrhunderts als einer in Dekadenz verfallenen Gesellschaft entschieden zurückgewiesen hat.
Der hier nachgedruckte 4. Band der Daruschen Geschichte Venedigs zerfällt faktisch in drei Teile. Die ersten beiden Textabschnitte in diesem Band (37. und 38 Buch S. 1-135) stellt die Kriegsführung Napoleons von April 1796 bis zur Übergabe Venedigs am Österreich im Januar 1798 dar. Napoleon wird dabei stets nur "der Obergeneral" genannt, denn 1819 und insbesondere im Deutschland des 19. Jahrhunderts war es nicht opportun, mit dem Namen Napoleon hausieren zu gehen. Der Informationswert der Darstellung ist gering. Man merkt immer wieder, der Autor ist es als General gewohnt, Truppen als Pappfiguren im Sandkasten hin und her zu schieben. Handelnde sind fast ausschließlich allein Generale, die geplagten Soldaten kommen nur indirekt vor als Aufzählung von Toten, Verwundeten und Gefangenen. Über die wirklichen Ursachen von Sieg oder Niederlage erfährt man - wie in Kriegsdarstellungen meistens - wenig. Überlegenheit/Unterlegenheit der Waffen, angemessene oder Fehleinschätzung des Gegners, des Geländes und anderer Bedingungen, stimmige oder verfehlte Strategien, Kommunikations- und Versorgungsprobleme der Truppen, Wetterbedingungen - etwa Regen, der den Einsatz von Kavallerie behinderte oder das Pulver naß werden ließ, oder schier unerträgliche Trockenheit, die alles in riesigen Staubwolken verschwinden ließ, übermüdete, hungrige, entkräftete, von wundgelaufenen Füßen, Krätze, Ungeziefer und ihren Kommandeuren geplagte Krieger - all diese wirklich kriegsentscheidenden Umstände kommen nicht vor. Den Widerstand der einheimischen Bevölkerung allerdings kann Daru nicht ganz verschweigen. Daß Daru zum Raub venezianischer Kulturgüter durch Napoleon und Österreich nichts Kritisches zu sagen weiß, dürfte kaum überraschen. Weil es etwas Kurioses hat, sei zitiert, was Daru zum Raub der Pferde von San Marco im 1. Band (7. Buch) sagt: Nachdem er etliche Seiten mit Schilderungen der Plünderung und Ausraubung Konstantinopels durch die Kreuzritter 1204 füllt (diese Darstellung ist im Prinzip korrekt), schließt er dies mit der Feststellung ab, daß der Doge Enrico Dandolo die Pferde aus dem Hippodrom nach Venedig geschickt hat. Und dann folgt dazu lediglich der Satz: "Die neuere Zeit sah diese Trophäe nach Frankreich ziehen und von dort wieder nach Venedig zurückkehren." (Ausgabe von 1854 Bd. 1 S. 157) Also sind wohl die Bronzepferde aus lauter Begeisterung für Napoléon 1797 ganz von selbst nach Paris gelaufen und wohl aus Gram über seine endgültige Niederlage schließlich nach Venedig zurückgekehrt. So hat es Daru natürlich nicht geschrieben. Der Übersetzer Theodor Ruprecht hat sich wohl wegen der literarischen Glanzleistung des zitierten Satzes ewigen Nachruhm verdient. Im 39. Buch (S. 136-211) gibt Daru eine Darstellung des politischen Systems der Markusrepublik und im letzten, 40. Buch (S. 212-263) ihrer wissenschaftlichen und kulturellen Leistungen. Inzwischen findet man solche Darstellung selbst in jedem dürftigsten Venedig-Reiseführer besser. Darus Darstellung wäre ja hier noch akzeptabel, wenn er auch dies nicht sofort wieder nutzen würde, die Markusrepublik schlechtzureden: "Gewohnheiten, Geschäfte, Vergnügen, Alles war myteriös, und diese beständige Sorgfalt, mit der man sein Leben zu verbergen strebte, verrieth nur zu deutlich, daß das wesentliche Hilfsmittel der Regierung die Frucht war." (S. 195) "...deshalb bleibt es jedoch nicht minder wahr, daß die Regierung Venedigs unablässig beschäftigt sein mußte, die Unzufriedenheit zu unterdrücken, weil sie dieselbe hervorrief, während das System ihrer inneren Verwaltung schuld war, daß sie ganz und gar nicht darauf dachte, sich gegen die Gefahren sicher zu stellen, die früher oder später von außen kommen mußten." (S. 211) "Viele der Männer, die man während ihres Lebens - eben der Berühmtheit wegen - verfolgte, ruhen unter prachtvollen Mausoleen, welche bestätigen, wie eine argwöhnische Republik nach ihrem Tode diejenigen zu vergöttern pflegt, die man während ihres Lebens gefürchtet hat." (S. 262) Das letzte Drittel des vorliegenden Bandes ist ein "Dokumentenanhang", der quasi den krönenden Abschluß und die allgemeine Rechtfertigungsgrundlage für Darus böswillige Darstellung gibt. Er war der erste, der das angebliche "Statut der venezianischen Staatsinquisition" drucken ließ (S. 264-341). Es handelt sich dabei um eine der grandiosesten antivenezianischen Fälschungen, die allerdings nicht von Daru selbst stammt. Das angebliche historische Dokument, das nach Darus Darstellung (Daru Bd. II S. 143-145, ebenso Bd. IV. S. 264-266) so geheim gewesen sei, daß es nur die drei Staatsinquisitoren - nicht einmal ihr Sekretär - kannten und es nur in einem einzigen, stets eingeschlossenen Exemplar existierte, will er selbst zu Beginn des 19. Jahrhunderts in gleich drei vollständigen Exemplaren und einem weiteren nicht ganz vollständigen Text "entdeckt" haben. Ein anderer Text (Opinione del padre Paolo Servita Consultor di stato, come debba governarsi internamente ed esternamente la repubblica Venetia per havere il perpetuo domino), von dem behauptet wurde, ihn hätte 1681 Fra Paolo Sarpi verfaßt, ist zu etwa gleicher Zeit ausgerechnet in Wien "entdeckt" worden. Darin äußerten sich vermeintlich venezianische Offizielle angeblich zynisch zur "untertänig-widerstrebenden Menge des Volkes" und forderten die unerbittliche Tötung eines jeden, der sich gegen die Staatsraison wende. Das ist auch der breit ausgewalzte Inhalt des sogenannten "Statuts der venezianischen Staatsinquisition". Der Historiker Samuel Romanin (Storia documentata di Venezia. Venezia 1853-60) hat nachgewiesen, daß es sich bei beiden "Dokumenten" eindeutig um Fälschungen handelt. Man vermutet, die Fälschungen seien vom Gesandten Kaiser Leopold I. in Venedig, de la Torre, oder vom französischen Gesandten d'Avaur in Auftrag gegeben worden (s. Lars Cassio Karbe: Venedig oder die Macht der Phantasie. Die Serenissima - ein Modell für Europa. München 1995 S. 192f und Heinrich Kretschmayr: Geschichte von Venedig Bd. 3 Stuttgart 1934. Darmstadt 1964, 2. Neudruck Aalen 1986 S. 304f, 363, 585, 618). Sie wurden König Ludwig XIV. von Frankreich zugespielt. Der sogenannten spanische Verschwörung 1618 widmet Daru im Band III über 60 Seiten (192-259) und im vorliegenden, nachgedruckten Band IV gibt es dazu im Anhang "Dokumente" (S. 350-470), um sie "in fast zynischer Weise zur Ehrenrettung seines Herrn Napoleon Bonaparte, des gottgesandten Zerstörers der unmoralischen Anstalt Venedig... (als) eine arglistige Finte der in allen diplomatischen Höllenkünsten wohlgeübten Räte von Venedig" darzustellen (Kretschmayr Bd. 3 S. 288). Als seriöse Literatur ist dazu immer noch zu empfehlen Leopold von Ranke: Die Verschwörung gegen Venedig 1618 (Berlin 1831, 2. Auflage 1837) und César Vichard de Saint-Réal: Die Verschwörung der Spanier gegen Venedig 1618 hg. und übersetzt von Peter Weiß. Wien/Leipzig 1990). Ranke sei hier auch zu Daru zitiert: "So lange sein Herr und Meister die Zügel der Welt führte, hatte sein so vertrauter Diener wenig Zeit, Geschichte zu verfassen. Nachdem man die Herrschaft verloren, konnte man... (sich) wie in scholastische Träume verlieren... Genug: der Verfasser hat die unvereinbarsten Dinge gewaltsam zusammengestellt. Durch die hartnäckige Verfolgung eines flüchtig gefaßten Gedankens gerieth er in diese (von Ranke aufgezeigten) Widersprüche. Er wandte sein ganzes Talent an, alle entgegenstehende Umstände demselben dienstbar zu machen und sogar förderlich erscheinen zu lassen." (Ranke S. 29, 30, 45). Man kann es sich also in jeglicher Hinsicht ersparen, Daru zu lesen.
Es gibt nur einen einzigen Leser, dem ich das Darusche Machwerk empfehlen kann: Wer es unternimmt, eine Geschichte der Verleumdungen Venedigs, des gedruckten Schmutzes, der über diese Stadt in die Welt geblasen wurde, zu schreiben. Da muß man allerdings weit in die Geschichte zurückgehen, denn Daru ist dabei nur ein häßlicher Höhepunkt und leider auch kein Endpunkt. Halt, noch jemandem muß ich dieses Elaborat als unerläßliche Lektüre nahelegen: Einem/einer hoffnungsvollen Kandidaten/Kandidatin der Wissenschaft, der/die sich daran macht, mit einer Dissertation die verhängnisvolle Wirkung des Daru-Schinkens in Geschichtsschreibung und Literatur bis in die Gegenwart nachzuweisen. Namen wie Lord Byron, James Fenimore Cooper, Richard Wagner, Victor Hugo, Maurice Barrès, Hugo von Hofmannsthal sind nur die bekanntesten, die da zu nennen wären. Für zwei potentielle Leser hätte man aber Daru doch nicht nachdrucken müssen, denn es gibt genügend Exemplare in den Antiquariaten.