Dieses Buch stellt die elementaren mathematischen Aspekte in der Quanteninformatik im strikten Formalismus der Mathematik dar. Dem Leser wird zunächst das erforderliche mathematische Grundwissen bereit gestellt. Mit diesem Instrumentarium werden dann die Grundsätzen der Quantenmechanik formuliert und die für die Quanteninformatik relevanten Aspekte erläutert. Eine Vielzahl von Aufgaben, deren Lösungen im Anhang dargeboten werden, gibt dem Leser Gelegenheit sein Verständnis zu überprüfen und zu vertiefen.
Mathematik der Quanteninformatik: Die blaue Pille für Matrix-Fans Wolfgang Scherers Lehrbuch ist der endgültige Realitätscheck für alle, die glaubten, Quantencomputer seien einfach nur besonders aufgepumpte PCs. Statt Science-Fiction-Magie liefert Scherer die harte Währung der Hilbert-Räume und unitären Operatoren. Wer verstehen will, warum man Qubits nicht kopieren darf (No-Cloning!) und weshalb ein „Quanten-NOT-Gatter“ mathematisch erheblich anspruchsvoller ist als ein wackelnder Kontakt im PC-Gehäuse, findet hier die gnadenlos präzise Antwort. Das Buch zeigt eindrucksvoll: Die Zukunft der Informatik besteht nicht aus glitzernden Maschinen, sondern aus linearer Algebra auf Steroiden – und sie ist definitiv nichts für Zartbesaitete. Ein schönes Beispiel ist das von Scherer eingeführte Qbyte, das quantenmechanische Analogon zum klassischen Byte. Während klassische Information als Folge fester Bits dargestellt wird (0 oder 1), ersetzt das Qbyte jedes dieser Bits durch ein Qubit – ein Zweizustandssystem, das sich in Superposition befinden kann. Scherer nutzt den Begriff, um klarzumachen, dass zusammengesetzte Quantensysteme eine dramatisch reichere Struktur besitzen: So wenig wie ein einzelnes Bit ein Byte beschreiben kann, so wenig reicht ein einzelner Qubit-Raum aus, um ein System aus mehreren Qubits zu erfassen. Mathematisch ist ein Qbyte daher nichts anderes als das Tensorprodukt der Hilbert-Räume der einzelnen Qubits (H ⊗ H ⊗ …). Und während ein klassisches Byte immer nur eine einzige Kombination von Nullen und Einsen repräsentiert (etwa 01011010), kann ein Qbyte sich in einer Superposition all dieser möglichen Zustände gleichzeitig befinden. Genau hier beginnt die eigentliche Magie der Quanteninformatik – allerdings die Sorte Magie, die man nur mit sehr viel Mathematik bändigen kann. Praxis-Tipp: Wer diese Theorie nicht nur lesen, sondern selbst Quantenschaltkreise basteln und Qbytes simulieren (oder real ausführen!) möchte, kann das auf der IBM Quantum Platform tun: https://quantum.ibm.com. Dort stehen echte Quantencomputer in der Cloud bereit – ideal, um die im Buch beschriebenen Gatter und Algorithmen praktisch auszuprobieren.