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Adolph Menzel. Auf der Suche nach der Wirklichkeit

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Adolph Menzel gilt als Inbegriff eines realistischen Künstlers. Schon sein Frühwerk erfasst die Wirklichkeit mit schonungsloser Präzision: Schönes und Schreckliches, Hohes und Niedriges. Zugleich ist er ein Meister des Atmosphärischen. Der große Menzel-Kenner Werner Busch erschließt in diesem prächtig illustrierten Band das Gesamtwerk des Künstlers mit seinen epochemachenden Pionierleistungen.
In seiner Kunst zielte Menzel (1815 –1905) ins Herz der Wirklichkeit, als Kleinwüchsiger war er jedoch von vielen Seiten des Lebens ausgeschlossen. Sein Ringen mit der Wirklichkeit war deshalb auch ein Ringen um Selbstbehauptung. Werner Buschs neue Gesamtdeutung legt die biographischen und zeithistorischen Impulse frei, die Menzels Werk, seine Wendungen und Brüche prägten. Menzels Gemälde zum Leben Friedrichs des Großen bestimmen bis heute unser Bild dieses Herrschers. Ihre moderne Perspektive verweigert die Verherrlichung und stieß auf den Widerstand des preußischen Königshauses. Doch nachdem Menzel den Grauen des Krieges auf dem Schlachtfeld ins Auge geblickt hatte, kehrte er sich von der Historienmalerei ab. In Paris entdeckte er die heldenlose Großstadt und widmete sich für den Rest seines Lebens der Gegenwart. Sein eigenständiger künstlerischer Weg und sein seismographisches Gespür für die Tendenzen der Zeit bestechen bis heute und werden in diesem neuen Standardwerk auf beeindruckende Weise vorgeführt.

304 pages, Hardcover

First published September 11, 2016

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Werner Busch

41 books
Werner Busch is a German art historian.

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Profile Image for Thomas.
Author 1 book13 followers
February 9, 2017
Werner Busch beschreibt den künstlerischen Werdegang Menzels anhand seiner Druckgrafik und Malerei, und stellt dabei Zusammenhänge zu möglichen, wahrscheinlichen und vermuteten äußeren zeitgenössischen Einflüssen her. Psychologisierend beschäftigt er sich dabei mit Menzels Kleinwüchsigkeit, die den Maler zu einem Außenseiter und seine Kunst zu einer besonderen Form der Selbstbehauptung und der Bewältigung schwerer Herausforderungen des Lebens an ihn gemacht habe. Aus dieser persönlichen Perspektive auf die Wirklichkeit speist sich für Busch der Realismus Menzels, der trotz protoimpressionistischer Anklänge und mitunter erstaunlich innovativer Verarbeitung der eigenen Wahrnehmungsprozesse letztlich die bestmögliche Wiedergabe des Realen angestrebt habe, gerade auch dort, wo er es aus einer gewissen Distanz zu kommentieren scheint.

Nach einer sehr interessanten und aufschlussreichen Darstellung der gebrauchsgraphischen Anfänge Menzels und seiner umfangreichen Arbeit als Illustrator einer volkstümlichen Biographie Friederichs des Großen wird klar, wie stark diese Anfänge auf Menzels Kunstauffassung gewirkt haben, und dieser Ansatz liegt der Betrachtung von Menzel als Maler zugrunde. Ausgewählte malerische Werke - überwiegend die bekanntesten - werden eingehend und ausführlich analysiert und in die zeitlichen Umstände ihrer Entstehung eingebunden. Diese Analysen sind sehr anschaulich, und die besten von ihnen bringen die Werke förmlich zum Sprechen. Mitunter allerdings geraten die Beschreibungen manieriert und redundant, als wäre es dem Autor nicht ganz gelungen, seine eigenen Schlussfolgerungen zu pointieren und zu fassen. Die wesentlichen Aussagen und Thesen vertritt das Buch aber sehr überzeugend und illustriert sie anschaulich mit gut ausgewählten Illustrationen, die auch Quellen erschließen und Vergleiche mit anderen Künstlern zulassen. Das zeichnerische Werk wird nur zu geringen Teilen erwähnt - was just im letzten Kapitel des Buches thematisiert wird, so dass man am Liebsten gleich nach einer Fortsetzung zu diesem Thema rufen möchte, denn bereits die kurzen Anmerkungen und wenigen Beispiele heben die außergewöhnliche zeichnerische Begabung Menzels gebührend hervor.
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