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Der Edelsteingarten

Der Weihnachtsabend 1955 beginnt für Laura wie so viele andere mit Streit im Elternhaus. Doch dann erscheint ein unerwarteter Besuch: Younis, ein junger Mann aus Bagdad. Und alles wird mit einem Schlag anders. Noch ehe das Jahr zu Ende ist, sind Laura und Younis ein Paar.

Laura verlässt Wien, ihre Eltern, ihre Freunde und folgt Younis nach Bagdad. Im Edelsteingarten aus dem Gilgamesh-Epos sind die Bäume, die Blätter und Früchte aus kostbarem Gestein, es gibt keine Dornen, nur Kristalle, keine Finsternis, nur Sonnenschein. Märchenhaft wie dieses Bild erscheint Laura der Weg in ihr neues Leben. Die Welt des Orients mit seinen Farben, Düften und Klängen zieht sie sofort in ihren Bann. Doch jenseits der prunkvollen Bagdad-Villen, in denen die Wohlhabenden abgeschieden leben, endet die Idylle.

Das tödliche Attentat auf die Königsfamilie stürzt die irakische Monarchie. Allein zu Hause mit ihrer kleinen Tochter erlebt Laura den Ausbruch des Bürgerkrieges im Land. Nichts bleibt, wie es war. Auch Younis wird ein anderer. Er führt ein zweites Leben, von dem Laura nichts erfahren darf. Sie erkennt, dass sie einen Fremden geheiratet hat.

400 pages, Hardcover

Published February 4, 2016

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Susanne Ayoub

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Profile Image for yexxo.
927 reviews28 followers
March 6, 2016
Als Frau nach kurzer Zeit einen Orientalen heiraten und in seine Heimat ziehen? Was heutzutage vermutlich vorsichtiges Kopfschütteln und gute Ratschläge zuhauf auslösen würde, muss in den fünfziger Jahren wie eine Reise zum Mond gewirkt haben. Doch Laura, die Hauptfigur dieses Buches, lässt sich nicht abschrecken. Sie folgt der Liebe ihres Lebens, dem jungen, gutaussehenden und vermögenden Younis nach Bagdad, nicht zuletzt um die belastende und deprimierende Atmosphäre ihres Elternhauses in Wien hinter sich zu lassen. Und ihr neues Leben entwickelt sich erst einmal gut, auch zu meiner Überraschung, da ich nach Lauras Übertritt zum Islam bereits das 'Schlimmste' befürchtete ;-) Auch wenn Younis orientalische Erziehung und Sozialisation immer wieder aufblitzen, gestaltet sich ihr gemeinsames Leben doch als überwiegend harmonisch, erst recht als Laura die kleine Jenny zur Welt bringt...
Es könnte eine Liebesgeschichte sein wie ein Märchen aus Tausendundeiner Nacht, wenn da nicht immer wieder die böse Politik dazwischen funken würde. Doch es ist die Zeit der Revolutionen im Irak, und so kämpfen nicht nur die Iraker auf der Straße, sondern auch die beiden jungen Menschen um ihre Liebe - aber auch irgendwie nicht. Denn erzählt wird ausschließlich aus Lauras Sicht, und sobald es um unangenehme Dinge geht (Younis könnte in die Revolution verwickelt oder ein Verräter sein oder ...) verschließt sie die Augen und will nichts weiter wissen. Und Younis selbst berichtet nur Nebensächliches. So erfährt man über das Tun von Lauras Ehemann ebenso wie über die historischen Hintergründe nur wenig bis nichts, was ich sehr bedauerlich finde. Auch die Figuren selbst bleiben eher blass, da aus Lauras Perspektive keinerlei intensivere Betrachtungen zu was auch immer angestrengt werden, sondern sich meist auf reine Beschreibungen beschränken.
Auch wenn das Ganze einen biographischen Hintergrund haben mag (die Mutter der Autorin soll als 'Vorlage' für diesen Roman gedient haben), wäre es sicherlich möglich gewesen, das damalige politische Geschehen zu recherchieren und in die Geschichte hineinzuarbeiten. So aber ist es sicherlich kein schlechter, aber doch recht oberflächlicher Liebesroman zweier Menschen aus sehr unterschiedlichen Kulturen geworden, der zudem mit ungewöhnlich vielen Rechtschreibe- und Druckfehlern versehen ist. Schade, daraus hätte man mehr machen können.
Profile Image for Anyah Maria.
467 reviews11 followers
March 7, 2016
Im Wien der 50er Jahre lebt die 25jährige Laura auf Wunsch der Mutter Ewa noch zusammen mit ihren Eltern in einer Wohnung samt Foxterrier Tommy. An Weihnachten verliebt sich Laura Hals über Kopf in den Iraker Younis. Younis ist mit seinen Brüdern zu Besuch in Wien und lebt im Hotel Kaiserhof, wo Lauras Vater Stephan als Geschäftsführer tätig ist. Aufgrund der Festtage sind alle Restaurants geschlossen, spontan lädt Stephan die Drei zu sich nach Hause zum Festessen ein. Laura genießt diesen Abend, der so anders verläuft als ihr normales Familienleben. Schnell sehen sich die beiden erneut wieder und ebenso schnell ist klar, dass sie zusammenbleiben wollen. Drohende Gewitterwolken wie die Abreise der offensichtlich brüskierten Brüder von Younis; Younis selbst, der "ihr Wien" nicht mit denselben Augen sehen kann wie sie; Younis, der Hunde für unrein hält, will oder kann Laura nicht sehen, zu stark ist ihr Wunsch der alles und jeden dominierenden Mutter zu entfliehen. So geht Laura allen Warnungen zum Trotz mit Younis in dessen Heimat Bagdad im Irak.

Die Autorin Susanne Ayoub erzählt in ihrem neuesten Buch „Der Edelsteingarten“ die Lebens- und Liebesgeschichte ihrer eigenen Eltern. Sie verwendet dafür eine wunderschöne Sprache, ich fühle mich sogleich wie auf einer Zeitreise und kann die Schauplätze vor meinem geistigen Auge sehen und fast fühlen. Susanne Ayoub schreibt sehr authentisch und persönlich und wie ich finde äußerst ehrlich. Als Leserin lerne ich auch viel von Kultur und Geschichte des Landes. Schön heraus gearbeitet ist der Zwiespalt in dem sich Laura befindet, so muss sie bald erkennen, dass Younis zwei Gesichter hat; er kann so charmant sein, doch auf der anderen Seite dominiert er mehr und mehr. Zudem missverstehen beide die Reaktionen und das Verhalten des anderen. Ebenso ergeht es Laura mit dem Land, der Irak mit all seinen Farben, Düften, kulinarischen Köstlichkeiten, Klängen, fremder Sprache fasziniert sie sicher, aber die fremde Kultur, die Religion, die Mentalität und die politischen Ereignisse des Landes entwickeln sich für sie zu einer immer größer werdenden Hürde.

Von Herzen gerne vergebe ich diesem Buch fünf von fünf möglichen Sternen und empfehle es weiter an Leser, die einer Reise in eine andere Kultur offen gegenüber stehen.
Profile Image for Estrelas.
1,082 reviews
March 7, 2016
Laura lernt 1955 in Wien den Iraker Younis kennen und folgt ihm in seine Heimat. Bagdad ist nicht nur eine fremde Welt, sondern bald Schauplatz von Krawallen. Der Roman kreist um die Protagonistin Laura. Wir erleben ihre Ankunft im fremden Land, lernen mit ihr andere Ausländer kennen und erfahren immer wieder, wie die Rolle der Frau in diesem Land und dieser Zeit sein musste. Die Autorin hat die Lebensgeschichte ihrer Eltern verarbeitet, und vielleicht hat sie sich dabei zu sehr an die Vorlage gehalten, d.h. Landesgeschichte vorausgesetzt oder die Geschichte nicht mit Spannungsbögen versehen. Sowohl die politischen Verhältnisse als auch Lauras Gefühle sind mir weitestgehend verborgen geblieben, und darum ging es doch in diesem Buch. Es werden Episoden angefangen und nicht fortgeführt; Stellen, die eigentlich hätten dramatisch sein müssen, werden ganz nüchtern betrachtet. Und so wurde meine Hoffnung an ein Frauenschicksal vor exotischer Kulisse etwas enttäuscht.
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