Ich hatte wegen dem doofen Titel lange gar keine Lust auf das Buch. Wie aber so oft war der allerdings eh irreführend und hat wenig mit dem eigentlichen Inhalt zu tun.
Ganz ehrlich hat mir dieses Buch Spaß gemacht. Ich fand es ziemlich spannend und habe es in einem Rutsch gelesen und hätte auch noch gerne weiter gelesen.
Allerdings:
a) ist die Geschichte unlogisch und an den Haaren herbei gezogen
- es macht überhaupt keinen Sinn, dass Skinny und sein Komplize so etwas veranstalten würde, nur um die drei als Drogenboten zu benutzen. Gute Detektive sind wohl kaum die erstbeste Wahl für so ein Unterfangen.
- es gibt so unglaublich viele Dinge die hätten falsch laufen können. Peter geht nicht ins Fitnessstudio, Peter übersieht den Walkman, Peter hört die Kassette sich nicht an, sie fahren nicht nach Mexiko sondern gehen zur Polizei, etc etc. Eigentlich ist das ganze eine Aneinanderreihung an Zufällen - aber die soll Skinny (das Mastermind???) alle vorausgesehen haben?
- wie viel Heroin passt denn bitte in drei kleine Batterien? Sicher nicht so viel, dass es sich lohnt dafür so ein großes Ding zu drehen.
- Wieso will Skinny Justus' Namen nicht verraten? Ja offensichtlich nicht aus Mitleid für ihn. Wenn er so Angst vor Justus hat, würde er ihn ja kaum als Drogenkurier missbrauchen wollen!
b) die Charakterisierung ist seltsam
- Bob wird unglaublich wütend auf Justus. An sich hat er eigentlich Grund dafür aber in diesem Moment kommt es aus dem Nichts und wirkt viel zu aggressiv, gerade für den eher besonnen, schlichtenden Bob.
- Peter in dem Fitnessstudio wirkt ziemlich komisch (ja auch so, dass es Bob schon unangenehm ist), wie einen auf dicke Hose macht.
- Skinny als Drogenschmuggler finde ich... zumindest gewagt. Klar macht er immer mal wieder krumme Dinge aber ich erinnere mich, dass er in einem anderen Buch sogar explizit sagt, er würde nichts mit Drogenschmuggel zu tun haben wollen
- Dass Justus einfach ohne Probleme die Polizei anlügt, um Skinny zu schützen, wird nicht erklärt. Das ist nichts, dass überhaupt nicht zu Justus' Charakter passt, aber etwas das zumindest erklärungswürdig ist. Und auch etwas, dass zumindest Peter aufregen müsste.
c) Die Gespräche wirken oft total künstlich & unecht. Mein Editoren-Herz wollte da dauernd den Satzbau ändern, Wörter austauschen, etc. Einfach komisch das Ganze.
Dass sich die drei so über eine riesige Spinne erschrecken, fand ich nicht OOC.
Tja, also insgesamt würde ich sagen, dass es ein Buch ist, dass trotz all seiner Fehler Spaß macht. Ich glaube, vielleicht wollte Minniger bewusst eher etwas Humorvolles schreiben. Das hoffe ich zumindest, denn teilweise war die Geschichte so überdreht/übertrieben, dass ich es irgendwie lustig fand.
Ach, nett fand ich auch noch, dass Justus' die beiden an ihren extrem übertriebenen mexikanischen Akzenten erkennt. Denn andere ???-Autoren lassen ja alle nicht aus den USA stammenden Figuren schrecklich klischeehaft sprechen. Das fand ich einen lustigen Rückgriff darauf.