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Tagesanbruch

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Eine Mutter hält ihren erwachsenen Sohn in den Armen. Er ist tot, wie sich bald herausstellt; sie hat ihn während der letzten Monate seiner Erkrankung gepflegt. Bevor die alte Frau den Arzt ruft, beginnt sie mit dem Sohn ein letztes Gespräch, einen Monolog, der zur Bilanz und zur Erinnerung wird: an ein Leben an der Seite eines kriegsversehrten Mannes, an das gemeinsam geführte Textilgeschäft im Nachkriegsdeutschland, an das Glück, ein Klavier anzuschaffen, »etwas von Dauer«, schwarzglänzend und für den einzigen Sohn, den sie liebte und der doch immer ein Fremder für sie geblieben ist. Denn seine Existenz verdankt sich womöglich einer traumatischen Gewalterfahrung, die sie zeitlebens bedrängt hat.

»Tagesanbruch« führt ins Zentrum von Hans-Ulrich Treichels Schreiben, ganz nah heran an die Schmerzpunkte von Verlust und Verlorenheit. Es ist die eindringliche, tieftraurige Erzählung einer Frau, die am Totenbett ihres Kindes endlich all das auszusprechen versucht, was sie niemals ausgesprochen hat; und am Ende doch bekennen muss, dass ihr die Worte versagen. Denn »es gibt Dinge, die verschweigt man sogar den Toten«.

85 pages, Hardcover

First published January 1, 2016

13 people want to read

About the author

Hans-Ulrich Treichel

46 books13 followers
Hans-Ulrich Treichel has quickly developed a literary reputation in Germany for writing which is readable, humorous and yet challenging. He enjoyed huge popular and critical success with the publication of his first major prose work, Der Verlorene (translated into English as Lost), in 1998. This work is a poignant re-working of an experience through which Treichel’s own family went towards the end of the Second World War. Since Der Verlorene his career has developed through a series of prose works and novels which combine an acute sense of time and place with appealing comic irony (Tristanakkord, Der irdische Amor, Heimatkunde, among others). It was as a poet that he first began to write, however, and his anthologies of poetry have enjoyed renewed success as a result of his rise to fame as one of Germany’s leading prose writers. Hans-Ulrich Treichel is also an academic and has published widely on German literature of the modern period. He is currently director of the Deutsche Literaturinstitut in Leipzig.

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Profile Image for Eretrece.
153 reviews1 follower
May 4, 2022
Hat mich stilistisch unglaublich genervt. Auch wenn die ungewöhnliche Zeichensetzung vielleicht die Einfachheit der Ich-Erzählerin widerspiegeln sollte. Beziehungsweise die unübliche Aufteilung des Textes in Sätze. Es gab auch einige Aneinanderreihungen von Hauptsätzen mit Kommas (das, was wir im Englischen "comma splices" nennen), ich persönlich bin ja ein Fan des Semikolons. Welches Hans-Ulrich Treichel ja auch mal benutzen könnte.

Sonst war die Geschichte schon berührend, aber sie hat sich ein bisschen wie eine Übung im kreativen Schreiben gelesen. Der Verlorene hat mir deutlich besser gefallen.
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