Das Medienhaus ist ein Marktplatz, hier werden Geschichten verkauft über alles, was läuft draußen in der Welt. Was drinnen läuft, in den Menschen, die hier arbeiten, bleibt jedoch täglich ungesagt, alle verwahren sie ihre Heimlichkeiten voreinander. Leidenschaften und Machenschaften, Lust und Last halten sie geheim bis zum großen Jubiläumsfest.
Angelika Waldis deckt behutsam auf und bewirkt, dass man zum Schluss auch das boshafte Ekel und die dumme Schnepfe irgendwie ins Herz schließt.
Das Sterben und Leben in einem Zeitungsverlag als Mikrokosmos und Spiegelbild der Zeit (um 2012) eindrucksvoll verpackt in 28 Geschichten, in denen jeweils, mit zwei Ausnahmen, ein Einzelschicksal im Mittelpunkt steht. Erzählt werden die Geschichten derer, die Geschichten für Zeitungsleser erzählen und dafür sorgen, dass wir jeden Tag unsere Zeitung erhalten. Das ist auch in digitalen Zeiten interessant. Die meisten der Geschichten gehen zu Herzen, und ganz nebenbei erfährt man, wie ein Verlag funktioniert. Ein Jahrmarkt der Eitelkeiten und der Heimlichkeiten.