Die Diskussion uber Herleitung und Bestimmung der eigenen Identitat durchzieht die Geschichte Europas und seiner Nationalstaaten. In dem interdisziplinar ausgerichteten Band werden Identitatsentwurfe in verschiedenen Raumen vom Mittelalter bis zum ausgehenden 18. Jahrhundert untersucht. Orientierungspunkte sind die Begriffe Nation, Europa und Welt, die in der Moderne allgegenwartig Sie pragen die politische Debatte (christliches Europa, orbis terranum, Kulturnation, Sprachnation), klassifizieren die Literatur (Nationalliteratur vs. Weltliteratur) und kategorisieren die Sprache (Nationalsprache vs. Lingua franca). Mit ihnen werden Gemeinschaften benannt, Abgrenzungen gegen Fremdes vorgenommen und politische, ethnische, sprachliche, literarische und religiose Identitaten entworfen. Die Analyse dieser Zusammenhange in diesem Band richtet sich auf ausgewahlte, grundlegende Fragen der methodischen Annaherung an das Thema, der Formen von Identitat im Mittelalter, der Konstruktionen von Identitat in der Fruhen Neuzeit sowie auf die Diskussion wichtiger Leitbegriffe und deren Wahrnehmung. Aus dem Olaf Konstruktionen einer politischen Identitat Europas - Fritz Identitat und Mentalitatsgeschichte - Jurgen Die naturliche Liebe zur eigenen Sprache. Transformationen des identitaren Sprachdiskurses - Volker Nation, Europa, Welt. Zum Spektrum fruh- und hochmittelalterlicher Identitatsmuster in der Historiographie - Folker Marco Polos Identitaten - Jurgen Identitatskonstruktionen um 1800. Deutsche Diskurse zwischen Revolution und Restauration - Renate Wechselseitiger Kulturtransfer. Jesuiten und Guarani in den Reduktionen von Paraguay (1609-1768) - Klaus Linker Nationalismus in Deutschland und das nationalliterarische Projekt im fruhneuzeitlichen Europa - Peter Die Entdeckung und Gestaltung europaischer Identitat in der deutschen Literatur der Fruhen Neuzeit - Andreas Nation und Volk. Zur Begriffs- und Diskursgeschichte im 17. und 18. Jahrhundert