Der deutsche Arzt Hans Mamlock ist die Hauptfigur in Friedrich Wolfs vier Akte umfassenden Drama. Das Stück spielt hauptsächlich kurz vor und nach dem Reichstagsbrand im Frühjahr des Jahres 1933.
Mamlock ist ein verdienter Frontkämpfer des ersten Weltkrieges, angesehener Chirurg, allseits geachtet und beliebt. Familienvater in einem bürgerlichen und scheinbar demokratischen Umfeld. Mit dem Reichstagsbrand und den einhergehenden Verordnungen des Reichspräsidenten "Zum Schutz von Volk und Staat", verändert sich jedoch alles von Grund auf. Die Grundrechte werden außer Kraft gesetzt und die Verfolgung aller politischen Feinde der NSDAP beginnt. Mamlocks Welt verschwimmt, denn Mamlock ist Jude. Vorbei die, trotz der politischen Wirren um das Ende der Weimarer Republik, gemäßigte Zeit. Vorbei die eigene Sicherheit, die von nun an nur durch die richtige politische Einstellung und der Zugehörigkeit zum korrektem politischem Lager abhängt.
Wolf lässt den Leser sozusagen am eigenen Leib erfahren, wie sich eine Familie fühlen muss, die von einen auf den anderen Tag ein ganzes Volk und eine absolut feindliche Umwelt gegen sich wähnt und spürt – ein Kampf beginnt, ein Aufbegehren, ein Versuch sich gegen Willkür, übertriebenen Nationaldünkel und Rassenwahn zu behaupten.