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Die Prinzessin von Arborio

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Die Mörderin und der Profiler – eine etwas andere Liebesgeschichte

Verliebt, enttäuscht, tot

Elisabetta Zorzi ist attraktiv, beruflich erfolgreich und begehrt - und sie ist eine schwarze Witwe, wie sie im Buche steht. Die beliebte Restaurantchefin ist es gewohnt, dass sie bekommt, was sie will. Und sie ist sich ihrer anziehenden Wirkung bewusst. Ihre Mitarbeiter schwärmen genauso von ihr wie ihre Kunden und ihre Verehrer. Und keiner von ihnen ahnt, wie gefährlich es ist, sich in ihre Nähe zu begeben. Denn einmal in Missgunst gefallen, müssen die Männer in Elisabeta Zorzis Leben sterben. Einer nach dem anderen.

Eine Liebesgeschichte mit Nervenkitzel

Die charmante Mörderin trauert gerade um ihren jüngst verstorbenen Ehemann, als sie von dem Kriminalpsychologen Arnold Körber überführt wird. Körber ist fasziniert von Zorzis Verbrechen - noch mehr aber von ihr selbst. Nach vielen Verhören muss er sich schließlich eingestehen: Er ist dem Reiz dieser Frau erlegen. Die Serienmörderin und der Profiler - ob diese Liaison ein gutes Ende nehmen kann?

Unterhaltungsliteratur vom Feinsten

Bissig, spannend, klug und von bezwingender Leichtigkeit: zu Recht gilt Bettina Balàka als Meisterin intelligenter Unterhaltung. In ihrem neuen Buch verbindet sie mühelos Krimi und Liebesgeschichte zu einem außergewöhnlichen Roman - scharf beobachtet, brillant erzählt und wunderbar amüsant.

240 pages, Hardcover

First published January 1, 2016

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About the author

Bettina Balàka

27 books6 followers

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Community Reviews

5 stars
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2 (5%)
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Displaying 1 - 7 of 7 reviews
Profile Image for Lyra.
370 reviews46 followers
March 23, 2016
~Der Schreibstil besticht durch Leichtigkeit und subtilen intelligenten Humor und die liebevoll ausgearbeiten Personen überzeugen mit vielen Eigenheiten. Die Liebesgeschichte konnte mich hingegen leider gar nicht überzeugen, und auch etwas spannender hätte es zuweilen sein dürfen. ~

Inhalt

Elisabetta Zorzi ist eine faszinierende und schöne Frau, der es mit Leichtigkeit gelingt, Männer um den Finger zu wickeln. Die Männer, die sich von ihr verzaubern lassen, ahnen aber eines nicht: Wenn sie sich einen groben Fehler erlauben, wird Zorzi sie nicht einfach verlassen. Sie wird sie umbringen...

Warum habe ich dieses Buch gelesen?

Nach einer sehr überzeugenden Leseprobe und einem interessant klingenden Klappentext war die Entscheidung für dieses Buch einer (noch dazu) österreichischen Autorin gefallen.

Meine Meinung

Zuerst einmal zum Schreibstil. Dieser trägt das ganze Buch, und ich glaube, dass er die wichtigste Komponente in diesem Roman ist. Wäre er also schlecht, wäre vermutlich das ganze Buch schlecht, egal wie interessant die Handlung auch wäre. Zum Glück ist er sehr überzeugend. Der Schreibstil ist wunderbar leicht und einnehmend. Sofort fühlt man sich beim Lesen wohl. Egal wie ernst die beschriebenen Themen auch sind, die Autorin scheut sich weder vor bissigen Bemerkungen, noch vor subtilen amüsanten Anmerkungen. Dieser Humor und diese Leichtigkeit sind es, die einen das Buch so schnell lesen lassen. Das ist besonders bemerkenswert, weil es vor allem zu Beginn recht wenig indirekte Rede gibt.


"Sie ging davon mit der Freude eines Pyromanen, der wusste, dass in seinem Rücken ein Dorf niederbrannte." Seite 42

Zorzi, wenige Tage vor dem Tod ihres Freundes:
"Und zu wissen, dass auch Jürgen in seinen letzten Tagen noch Spaß hatte, war schön. So wie es schöner war, glückliche Hühner zu essen als unglückliche." Seite 25


Die Personen des Romans sind sehr liebevoll ausgearbeitet. Keiner von ihnen ist perfekt, ihre kleinen Macken und Schwächen werden milde, fast voll Zuneigung, geschildert und machen es dem Leser leicht, sogar die Nebenpersonen stets auseinander zu halten. Besonders gefallen hat mir da, dass viele unkonventionelle Figuren entworfen wurden, die so gar keinem Klischee entsprechen. Da wären zum Beispiel Körber (daran, dass die meisten Personen stets mit ihren Nachnamen erwähnt werden, gewöhnt man sich fast augenblicklich), der tätowierte Psychologe, oder die Polizistin Pretzl-Abfalter, die zwar stark geschminkt ist, aber dennoch eine starke Frau, bei der sich auch ihr Mann nicht traut "frech zu werden".

Die Hauptpersonen der Geschichte sind Körber und Elisabetta Zorzi (schade, dass man sie trotz des schönen Vornamens immer beim Nachnamen nennt). Beide sind sehr unkonventionelle Protagonisten, die mich großteils überzeugen konnten. Körbers Erzählstimme mochte ich sehr, weil sie sehr angenehm und ruhig war. Der Psychologe beobachtet immer aufmerksam die Menschen um sich herum und versucht ständig ihr Verhalten zu analysieren. Immer wieder fließen da spannende (manchmal auch erschreckende) (kriminal)psychologische Fakten mit ein. Es gab nur eine Sache, die ich nicht verstehen konnte - und das war seine Beziehung zu Zorzi, doch dazu später mehr.

Auch Zorzi ist natürlich etwas Besonderes. Auch wenn ich in letzter Zeit häufiger Bücher mit Verbrechern als Hauptpersonen zu lesen scheine, so ist dennoch auch Zorzi einmalig. Sie ist eine sehr höfliche und gnadenlos ehrliche Frau, die mir beim Lesen bis zu einem gewissen Grad sogar sympathisch wurde. Dennoch stimme ich nicht mit vielen anderen Rezensionen überein: Meiner Meinung nach kann man, auch wenn man einen Teil der Geschichte aus Zorzis Sicht erlebt, zwar ihre Gefühle verstehen, nicht aber ihr Verhalten. Mitleid hatte ich nicht wirklich mit ihr. Es bleibt ständig eine gewisse Distanz, was irgendwie schade ist. Zorzis Verhalten entzieht sich wohl einfach der Logik "normal denkender" Menschen. Warum jemanden ermorden, von dem man sich doch einfach auch trennen könnte? Für mich einfach unverständlich.

Die Liebesgeschichte, mit der so geworben wurde (vielleicht ein Fehler?), konnte mich leider gar nicht überzeugen. Alles entwickelte sich ca. auf den letzten hundert Seiten (zu schnell) und so seltsam nebenbei. Es gelang mir nicht, da Gefühle zu spüren. Die wichtigen Stufen der Beziehung (erster Kuss etc.) wurden nur unzureichend erzählt und meist nur in einem Nebensatz erwähnt. Da fehlten mir eindeutig Emotionen. Was mich auch verwirrt hat, war die Reaktion auf Körbers Beziehung. Keinen scheint es zu stören, zu schockieren oder wenigstens ernsthaft zu beschäftigen, dass Körber auf einmal mit einer Dreifachmörderin liiert ist. Es fiel mir wirklich schwer, das zu glauben. Keiner seiner Freunde findet das seltsam, krank oder gefährlich? Niemand kritisiert es? Flimminger, ein Polizist, sagt nur (sinngemäß): Du bist nicht mehr ihr Psychologe, also: Was ist schon dabei? Und auch Körbers Reaktion hat mich nicht wirklich überzeugt. Er zweifelt kaum und hadert niemals ernsthaft mit sich selbst. Also ich würde mir zumindest Gedanken machen, mich fragen, ob mein Verhalten richtig ist, wie das alles überhaupt passieren konnte, wenn ich mich in einen Mörder verlieben würde. Da hätte uns die Autorin mit so unglaublich guten, nervenaufreibenden inneren Konflikten verwöhnen können! Aber dieses Potential hat sie aus mir unverständlichen Gründen leider verschenkt.

Spannung wird man in diesem Buch vergeblich suchen, auch wenn es durchaus eine unerwartete Wendung gibt. Es gibt keine intensiven inneren Konflikte, weil sich der Psychologe in eine Gefangene verliebt, keine thrillerartig geschilderten Tathergänge, kein "Wer war es?"-Rätseln. Alles wird ruhig und mit der erwähnten Leichtigkeit erzählt. Doch auch wenn dieses Buch keine Spannung aufweist, so ist es dennoch (fast immer) außerordentlich interessant. Man erfährt viel über Polizeiarbeit, Psychologie, Gefängnisse und Menschen (und deren Verhalten) im Allgemeinen. (Alleine die Begegnungen zwischen Körber und der Gerichtspsychaterin Anneliese Strasse sind einfach unglaublich amüsant zu lesen.) Ich kann die Leser verstehen, die die fehlende Spannung kritisieren, denn diese Erzählweise muss man sicher mögen. Mir hat die atemlose Spannung hier nicht gefehlt, auch wenn es im zweiten Teil manchmal gerne etwas mehr sein hätte dürfen.

Eine Sache, die mich etwas gestört hat, war das sehr traditionelle Frauenbild, das teilweise im Roman vermittelt wurde. Auch wenn es durchaus starke Frauen gibt, wird es so dargestellt, als wäre man als Frau immer für die Wegzehrung bei einer Wanderung zuständig und ebenso automatisch für das Waschen der Wäsche. Diese konservative Sicht auf die Geschlechterrollen finde ich schade, weil ich denke, zu sagen jemand sei selbstredend für etwas zuständig, nur weil er ja eine Frau oder ein Mann ist, ist meiner Meinung nach nicht mehr zeitgemäß.


Mein Fazit

Ein interessanter Roman einer österreichischen Autorin über eine Mörderin und einen Psychologen, in dem man viel über Polizeiarbeit, Psychologie, Gefängnisse und menschliches Verhalten im Allgemeinen erfährt. Der Schreibstil besticht durch Leichtigkeit und subtilen intelligenten Humor und die liebevoll ausgearbeiten Personen überzeugen mit vielen Eigenheiten. Die Liebesgeschichte konnte mich hingegen leider gar nicht überzeugen, und auch etwas spannender hätte es zuweilen sein dürfen.

Empfehlung:
Ich empfehle dieses Buch allen, die einen intelligenten, amüsanten Schreibstil und ruhige Romane schätzen. Wer sich nach atemloser Spannung oder einer leidenschaftlichen "verbotenen" Liebe sehnt, der wird mit diesem Buch nicht glücklich werden.


Übersicht

Stärken:

* Schreibstil
* Personen
* Protagonisten
* manche unerwartete Wendung
* subtiler, intelligenter Humor
* enthält interessantes Wissen

Schwächen:

* manchmal hätte es ein bisschen mehr Spannung sein dürfen
* Liebesgeschichte
* manche Reaktionen der Personen nicht nachvollziehbar (Potential wurde verschenkt)

Erzählstil: Personaler Erzähler, der an auktorialen Erzähler grenzt; Präteritum;
Perspektive: aus weiblicher und männlicher Perspektive

Bewertung:

Idee: 5 Sterne
Ausführung: 4 Sterne
Schreibstil: 5 Sterne
Personen: 5 Sterne
Protagonist: 4,5 Sterne

Zusatzkriterien bei diesem Buch:

Spannung: 3 Sterne
Humor: 4 Sterne
Liebesgeschichte: 1 Stern (vergebe ich echt selten)

Insgesamt:

❀❀❀❀

Trotz meiner Kritikpunkte gab es viel, das mir an diesem Buch gefallen hat, deshalb vergebe ich vier Sterne!

Ist dieses Buch Teil einer Reihe? - Nein.
Profile Image for Nina ~ Meleth Bookaddicted ~.
1,567 reviews48 followers
October 27, 2017
DIE PRINZESSIN VON ARBORIO ist ein Roman so weit entfernt von dem. was ich normalerweise lese, und während ich eine emotionalere Erzählung und mehr Romantik wirklich vermisst habe, hat mich die Story von der ersten Seite an gepackt.

Auch der Schreibstil setzt sich sehr von den Massen ab: Es wird weniger aus der Sicht einer der Protagonisten erzählt, als dass sich der Leser in der Position eines stillen Beobachters wiederfindet, vielleicht am ehesten vergleichbar mit einem Film, bei dem man auch nur von außen zusieht, meist ohne in die direkte Gefühlswelt seiner Charaktere einzutauchen. Dieser Erzählstil allein macht diesen Roman zu einem besonderen Erlebnis. Dazu kommen ein herrlich leichter Humor und viele kleine Details, die das Buch zu einem Pageturner machen.

Die Story hat ein bisschen von der Serie The Fall: Sie handelt von Zorzi, einer Serienmörderin, und Körber, einem Psychologen. Ein Psycho-Krimi, in dem neben Polizeiarbeit Psychologie eine sehr große Rolle einnimmt. Wer genau ist Zorzi? Was ist überhaupt passiert? Es war spannend, den Fall um die Mörderin zu verfolgen. Und dann ist da noch diese eigenartige Anziehungskraft zwischen ihr und Körber …

Mitreißend und genial erzählt, doch das Ende kam dennoch etwas abrupt. Als würde etwas fehlen, ohne, dass ich exakt sagen könnte, was. Über ein paar weitere Kapitel hätte ich mich jedenfalls nicht beklagt. :)
Profile Image for Wedma.
438 reviews11 followers
March 21, 2016
„Die Prinzessin von Arborio“ von Bettina Balàka ist mal als „eine etwas andere Liebesgeschichte“ zwischen dem Profiler und der Mörderin angepriesen, mal als „Liebesgeschichte mit Nervenkitzel“. Leider kann ich dies gar nicht nachvollziehen. Ich habe einen ganz anderen Eindruck von dem Roman gewonnen: Selten habe ich mich beim Lesen so gelangweilt.

Die ersten hundert Seiten vergingen recht schnell. Die Erwartung, dass aus dem o.g. Versprechen etwas wird, war noch da. Man lernt Elisabetta Zorzi kennen, ihre Familie. Der Vater gefiel mehr gut: so ein verschrobener Typ, aber eine spannende Persönlichkeit. Er war ein Schriftsteller und sogar ein halbwegs Bekannter. Seine Romane waren aber etwas speziell, sie hatten keine Helden. Meist war ihm seine kleine Tochter zu viel des Guten, aber manchmal, wenn er erfolgreiche Tage hatte, ging er mit ihr spazieren. „Er ging dann mit mir an den Strand und wir machten ganz normale Dinge. Schwimmen, Muscheln sammeln, Sandburgen bauen und so“, sagt Zorzi über ihn auf S. 57. Aber auch: „Ich glaube, dass das keine gute Arbeit für ihn war. Das Schreiben. Es kostete ihn zu viel Kraft. Er hatte zu wenig Freude daran.“ S. 59.

Jedenfalls, solange man über die Mörderin und über die Menschen in ihrer Umgebung etwas Neues erfuhr, ging es gut. Aber ab spätestens S. 105 fing ich an, mich zu langweilen.

Die Art der Stoffdarbietung hat bei mir keine Begeisterung auslösen können.

1. Die Fülle an Details über die Dinge, über die man bereits auf vorigen Seiten gelesen hat, muntert kaum auf. Jede Einzelheit in Zorzis Charakter, ihre Motive, alle Details in ihren Morden, samt Antworten auf die Fragen: warum, weshalb und warum nicht anders, wurden mit bemerkenswerter Ausführlichkeit einem vor die Füße gelegt.
2. Wiederholungen. Über die Morde wurde erst aus der Sicht von Zorzi berichtet, dann aus der Sicht des Ermittlerteams, insb. des Profilers Arnold Körber, und anschließend aus der Sicht der ehem. Freundin eines der Ermordeten. Ich hatte den Eindruck, man dreht sich immer wieder im Kreis und kommt gar nicht voran.
3. So etwas wie eine zielgerichtete Handlung ließ sich über weite Strecken auch nicht erkennen. Auch im zweiten Teil gab es eine Fülle an Informationen, z.B. wie es im Frauengefängnis zuging. Immer wieder wurde man mit noch mehr Details aus dem Gefängnisalltag zugeschüttet. Eine ausführliche Abhandlung zum Thema „prison groupies“ Frauen vs. Männer wird oben drauf serviert und belastet das Ganze zusätzlich. Und ich fragte mich aufs Neue, warum ich das alles wissen sollte.
4. Der Berichterstattungsstil, in dem das Buch zum größten Teil verfasst wurde, ödet auf Dauer an.
5. Die seltsame Wortfolge in konditionalen Sätzen und das ständige „die Türe“ statt die Tür, haben ihr Übriges getan. Auf S. 95, Zeile 15 von oben, da fehlt ein „n“ im Wort „helfen“, i.e. im Buch steht: „… dass man ihr ja eigentlich helfe wolle…“ Es ist keine direkte Rede. Es ist wieder mal ein Bericht.

Die so vollmundig angepriesene Liebesgeschichte entwickelt sich im letzten Viertel, vor dem Hintergrund von Zorzis Verhaftung, auf paar Seiten zum Schluss, und fällt eher flach und herzlich wenig romantisch aus.

Mit keiner der Figuren kann man sich identifizieren. Zorzi, die Mörderin, erfüllt diese Funktion nicht. Trotz der erschlagenden Menge an Informationen über sie und ihre Vorgeschichte, bleibt sie einem fern. Die Nebenfiguren aus dem Ermittlerteam reißen einen noch weniger mit.
Ich hatte insb. in der zweiten Hälfte den Eindruck, ich wäre in einem Sachbuch zu Mörderpsychologie gelandet, bei dem alle während der Recherche zusammengetragenen Materialien unbedingt inkludiert werden mussten.

Der Berichterstattungsstil in Kombination mit den ständigen Wiederholungen und der Fülle an Details brachte mich dazu, alle paar Seiten eine Pause einzulegen, und ich musste mich erstmal gründlich motivieren, das Buch wieder in die Hand zu nehmen.

Ja, die Ausführungen zu den Mordmotiven lassen tiefe Einblicke in die Psychologie der Mörderin zu. Auch etwas über die Arbeit eines Profilers erfährt man. Man sieht, dass all dem eine gründliche Recherche und gut geschulte Beobachtungsgabe zugrundeliegt. Die Sprache ist recht präzise und aussagekräftig.

Bloß so etwas wie „Unterhaltungsliteratur vom Feinsten. Bissig, spannend, klug und von bezwingender Leichtigkeit“, so Klappentext, habe ich hier leider nicht angetroffen. Im Gegenteil: Schon lange habe ich mich nicht mehr so gelangweilt. Spannende Unterhaltung geht anders.

Ich vergebe mit ganz viel Wohlwollen 3 Sterne.
9 reviews
April 27, 2016
Eine Restaurantbesitzerin, die reihenweise ihre Partner umbringt. Kalt und ohne schlechtes Gewissen. Ein Profiler, der ihr auf die Schliche kommt und versucht herauszufinden, was dahinter steckt. Er lernt sie sehr gut kennen. Möglicherweise zu gut, denn er entwickelt Gefühle für sie, die in dieser Situation mehr als unangebracht sind. Ist eine gemeinsame Zukunft überhaupt im Bereich des Möglichen?

Personen:

Elisabetta Zorzi ist eine begnadete Köchin und erfolgreiche Restaurantbesitzerin. Ihr größter Traum ist es, eine normale Familie mit einem Mann und Kindern zu haben. Sie hat sich bereits Namen für ihre Kinder ausgedacht und setzt alles daran, einen Mann zu finden, der ihr diesen Traum ermöglichen kann. Jedem Mann, der ihren Ansprüchen nicht gerecht werden kann, entledigt sie sich auf grausame Art und Weise. Sie kann nicht Nein zu Männern sagen, ebenso wenig, wie sie sich trennen kann. Deshalb bleibt nur die Möglichkeit, die Männer zu töten. Doch das ganze Konstrukt kommt ans Licht. Wird ihr Traum trotzdem noch wahr? Sie ist eine sehr starke Frau, die weiß, was sie will und wie sie es bekommt. Die Art, wie sie damit umgeht, würde ich nicht unterstützen, aber es gibt trotzdem viele Eigenschaften an ihr, die ich sehr gerne mag.

Arnold Körber ist Profiler bei der Polizei und ist für Zorzis Fall zuständig. Er hat eine schwere Beziehung hinter sich, die immer noch an ihm zehrt. Er führt mehrere Frauenbeziehungen gleichzeitig, wobei alle nur auf rein körperlicher Basis sind. Dann lernt er Zorzi besser kennen, und empfindet etwas für sie. Er kann mit seiner Vergangenheit abschließen und sich eine Zukunft ausmalen. Doch im Leben kommt es nie so, wie man es sich wünscht. Ich würde Körber alles Glück der Welt wünschen, er ist so ein guter Mensch und gibt die Hoffnung nie auf. Er zeigt seine Liebe offen. Doch gerade das ist womöglich der Fehler, denn damit macht er sich angreifbar.

Fazit:

Die verschiedenen Perspektiven machen das Buch sehr erfrischend, aber manchmal ist es auch schwierig zu erkennen, wessen Perspektive man gerade liest. Sowohl Zorzi, als auch Körber sind fantastische Protagonisten, die beide sowohl Sympathien als auch Asympathien wecken. Mir hat das Ende leider nicht gefallen. Vor allem der letzte Satz. Möglicherweise habe ich die Bedeutung auch einfach nicht verstanden, aber da kann man so unheimlich viel hinein interpretieren. Insgesamt ist es ein sehr offenes Ende. Das Buch war aber sehr spannend und gibt einen interessanten Einblick in die menschliche Psyche.
Profile Image for Angellika.
Author 3 books
July 10, 2020
Die Prinzessin von Arborio ist ein gelungenes Buch. Es liest sich leicht und schnell, da weder der Schreibstil noch die Geschichte schwer zu verstehen ist.
Das Cover des Buches ist sehr schön. Es sticht sofort ins Auge, wobei es im Gegensatz zur schwarzen Witwe steht, da es bunt und fröhlich wirkt.
Trotzdem, dass mir das Buch gut gefallen hat und ich es nicht aus der Hand legen konnte, hat mir etwas gefehlt. Die ersten Kapitel des Buches sagten im Grunde schon alles Wichtige, sodass einen auf den nächsten Seiten keine großen Überraschungen erwarteten.

Zorzi ist ein interessanter Charakter, welcher nicht all zu komplex erscheint, mir jedoch dennoch gefällt.
Körber dagegen fand ich etwas dürftig. Ich habe seine Handlungen nicht immer nachvollziehen können, jedoch sollte man jemanden, der sich in eine schwarze Witwe verliebt, nicht allzu sehr nachvollziehen können.

Nun zur Geschichte. Zorzi, eine Italienerin in Wien, bringt insgesamt drei Männer um, mit welchen sie zuvor in einer Partnerschaft zusammengelebt hatte. Die Gründe für die Morde sind verschieden, um die Spannung nicht rauszunehmen werde ich nicht näher auf diese eingehen.
Zorzi wird erst nach dem dritten Mord in Verdacht genommen von einem Profiler namens Körber.
Dieser findet Zorzi faszinierend und verliebt sich während seiner Besuche im Gefängnis in diese, so wie sie sich in ihn. Trotz der lebenslangen Haft, die Zorzi bevorsteht, geht er eine Beziehung mit ihr ein. Schenkt ihr sogar einen Ring. Achtet jedoch präzise darauf, dass sie nicht schwanger wird, obwohl dies Zorzis größter Lebenswunsch wäre Kinder zu bekommen.
Den Abschluss der Geschichte bildet Zorzis Flucht, bei der sie einen Optiker schwer verwundet, aus der Haft und die Suche nach ihr. Wobei Zorzi nach der Flucht nicht nochmal festgenommen wird, wird ihre Spur für kurze Zeit wiedergefunden. Zu diesem Zeitpunkt merkt Körber, dass Zorzi verrückt sein muss, da diese ihrem neuen Freund erzählte, dass Körber sich schlecht um sie gekümmert habe und sie ihn deshalb verlassen musste.

Alles in allem gefällt mir das Buch. Es ist absolut lesenswert, wenn man mal etwas Unkompliziertes lesen möchte.
This entire review has been hidden because of spoilers.
Profile Image for Anyah Maria.
467 reviews9 followers
March 29, 2016
Elisabetta Zorzi von allen nur Zorzi genannt ist eine beeindruckende Frau, sie ist nach erfolgreichen Schönheitsoperationen noch schöner geworden, beruflich erfolgreich mit ihrem Restaurant in Wien. Aber sie hat eine dunkle Seite - sie ist eine schwarze Witwe. Anstatt sich in einer unzufriedenen Liaison einfach zu trennen, bringt sie die Liebhaber kurzerhand um. Nummer 1 hat sie erledigt, da er sie ihres Erachtens nicht wirklich geliebt hat, hatte er sie doch zu den Schönheits-OPs überredet. Nummer 2 war ein notorischer Fremdgeher. Nach Mord Nummer 3 wird sie überführt, von dem Kriminalpsychologen Arnold Körber. Er verfolgt den Prozess und gerät immer mehr gefangen von Zorzi und ihren Taten. Bald sieht er ein, dass er sich in sie verliebt hat. Ein Kriminalpsychologe und eine Mörderin, wie wird das enden?

Die Autorin Bettina Balàka hat mit ihrem Roman „Die Prinzessin von Arborio“ einen Roman erschaffen, der auf der einen Seite eine wunderschöne, amüsante Erzählung in sich birgt und auf der anderen Seite einen Kriminalroman beheimatet, mit dessen Mörderin wir als Leser mitfiebern, so selbstverständlich erscheinen ihre Morde. Denn Zorzi verübt ihre Taten in gewisser Weise mit einer Leichtigkeit und Unbeschwertheit, das lässt uns Leser Verständnis und Sympathie für sie aufbringen und mit ihr mitfühlen. Bettina Balàka verwendet dafür eine wunderbare Sprache und ihr Schreibstil zeigt ihre große Kunst des Geschichtenerzählens. Das Buch ist in einem guten Tempo verfasst und durch den flüssigen Stil herrlich leicht zu lesen. Genau das richtige für einen gemütlichen Frühlingsabend.

Von Herzen gerne vergebe ich diesem besonderen Buch seine wohlverdienten fünf Sterne von fünf möglichen Sternen und empfehle es weiter an Leser, die dem ungewöhnlichen Krimi, mit einer guten Portion Humor versehen, gegenüber aufgeschlossen sind. Am ehesten lässt sich das Buch von seinem Stil her mit einem Roman der ebenfalls wundervollen Autorin Ingrid Noll vergleichen, ich bin sicher ihre Leser werden Bettina Balàka lieben. Ich zumindest habe mich von der ersten bis zur letzten Seite hervorragend unterhalten gefühlt.
Profile Image for Nadine ♥.
289 reviews19 followers
March 15, 2016
Mein Fazit:

Erzählkunst der besten Klasse - spannend und interessant. Nur das Ende hat mich ratlos zurück gelassen.

***

Inhalt:

Elisabetta Zorzi ist attraktiv, beruflich erfolgreich und begehrt - und sie ist eine schwarze Witwe, wie sie im Buche steht. Die beliebte Restaurantchefin ist es gewohnt, dass sie bekommt, was sie will. Und sie ist sich ihrer anziehenden Wirkung bewusst. Ihre Mitarbeiter schwärmen genauso von ihr wie ihre Kunden und ihre Verehrer. Und keiner von ihnen ahnt, wie gefährlich es ist, sich in ihre Nähe zu begeben. Denn einmal in Missgunst gefallen, müssen die Männer in Elisabetta Zorzis Leben sterben. Einer nach dem anderen... (Klappentext)

Meine Meinung:

Das Buch hat mich mit dem ersten Satz schon begeistert. Der Schreibstil ist die ganze Geschichte lang in einem Erzählstil gehalten. Es fällt mir schwer den Einstieg und den Plott voneinander zu trennen. Als Leser ist man wie vor den Fernseher gefesselt, man kann nur beobachten. Man taucht nicht ein in die Gefühlswelt der Protagonisten oder verliert sich in Details, man steht direkt daneben und lauscht der Erzählung.

Ein tolles Erlebnis auf jeden Fall, denn hier hat man wirklich eine Geschichte die von der Erzählkunst lebt!

Die Erzählung ist sehr emotionslos, wobei das Thema sehr emotional sein könnte. Es war spannend und sehr interessant den Fall um Zorzi zu verfolgen. Wie wurde sie überführt? Was ist überhaupt passiert? Wie konnte es soweit kommen? Und was ist das mit Körber und ihr?

Zwar werden die Fragen geklärt, das Ende ließ mich dennoch ein wenig unvorbereitet zurück. Ich hätte gerne noch mehr gelesen!

Man lernt keinen Charakter wirklich kennen. Zwar ist das Buch nicht aus Sicht einer bestimmten Person geschrieben, erzählt aber am ehesten aus Körber's Sicht. Weder Zorzi noch Körber werden wie in den meisten anderen Büchern seelisch seziert. Der Leser ist lediglich der Beobachter. Mir persönlich hat dieser Schreibstil richtig gut gefallen!
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