Der Mönchskalligraph Huai-su (ca. 725-ca. 782) gilt als einer der Begruender der "Wilden Konzeptschrift" (k'uang-ts'ao), die den exzentrischen Stil innerhalb der chinesischen Kalligraphiegeschichte prägte und zur Herausbildung einer vom klassischen Ideal der Wang-Schule abweichenden Traditionslinie fuehrte. Die vorliegende Studie gibt erstmals Einblick in die Primä neben Briefen und anderen Zeugnissen des Huai-su zahlreiche Lobgedichte von Beamten und Gelehrten. Alles deutet darauf hin, daá es sich bei seinem Hauptwerk, der sog. Autobiographie, um ein Empfehlungsschreiben in eigener Sache handelt. Neben einer annotierten Übersetzung der Autobiographie und sämtlicher Kollophone, die einen Überblick ueber das Schicksal der Querrolle im Laufe der Jahrhunderte vermitteln, bietet die Studie eine Untersuchung der ästhetischen Kriterien, welche die chinesische Kunsttheorie zur Beurteilung der "wilden Konzeptschrift" entwickelte, und stellt neue Methoden der formalen Analyse vor. Die Frage der Authentizität der im Palastmuseum Taipei befindlichen Querrolle wird eingehend geprueft; der Beweis, daá es sich nicht um ein Original aus der Hand des Huai-su, sondern um eine dem Original sehr nahe gepauste Kopie des 12.-13. Jhs. handelt, wird erbracht. Auch die uebrigen, seinem Oeuvre zugerechneten Werke werden vorgestellt und einer kritischen Analyse unterzogen.