Oskar an Bord ist eine humorvolle, optimistische, lebensbejahende Geschichte, die das Gute in Menschen hervorhebt, und auch einen Schlag vom Slapstick hat. Das stört aber keineswegs. Gerade dieses leicht Übertriebene gibt dem Ganzen eine besondere Würze.
Klappentext: „Tina und Markus sind seit fast zwanzig Jahren verheiratet, haben einen pubertierenden Sohn, Jobs, die sie nicht glücklich machen, ein Auto, das nur noch ein Schrotthaufen ist, und vor allem eines: eine Menge Schulden! In seiner Verzweiflung überfällt Markus ohne lange zu überlegen eine Tankstelle und erbeutet exakt 2.534 Euro. Seine Frau wird zufällige und völlig entsetzte Zeugin des Überfalls. In ihrer Panik flüchten beide mit dem nächstbesten Auto, das sie an der Tankstelle finden können – einem Krankenwagen, nicht ahnend, dass in diesem der 87-jährige
Oskar sitzt, der gerade von einer Pflegeeinrichtung in die nächste transportiert werden soll. Oskar entpuppt sich als ein mit allen Wassern gewaschener, ehemaliger Kleinkrimineller, der dem unfreiwilligen Gaunerpärchen mit einigen Tricks zur Seite stehen kann.“
Der alte Oskar ist schon sehr gut gelungen. Während die beiden Möchte-gerne-Ganoven: Tina – eine pfiffige Mittvierzigerin, und ihr etwas weniger begabter Mann Markus keinen Plan haben, was sie nach dem Überfall anstellen wollen, schlägt der 87-Jährige Oskar vor, dass sie ihn zum Nordsee fahren, zu seinem alten Haus, wo ein Schatz, wie er sagt, begraben liegt. Mangels Alternativen stimmen die beiden zu und die Abenteuerreise beginnt.
In den Motiven des Paares schwingt eine gute Prise Gesellschaftskritik mit, dies passiert aber auf so eine humorvoll-leichte Art, dass es einem einfach Spaß macht, den Abenteuern des Trios zu folgen. Auch die Medien bekommen ihr Fett weg, denn in den Nachrichten werden Tina und Markus schon zu grausamen Monstern aufgebaut, während die beiden schlicht vor lauter Frust und Perspektivenlosigkeit ihrem fremdbestimmten Dasein entfliehen wollen. Es ist eine Art Neuinterpretation von Bonny und Clyde. So werden sie auch an paar Stellen im Text genannt.
Auch die Themen wie die Liebe- auf drei Generationsebenen, das Familienleben, den richtigen Platz im Leben suchen und finden, das Leben im Alter, etc. sind prima in den Erzählteppich hineingewoben worden.
Wenn es etwas zu kritisieren gibt, dann dies: ein etwas reger Gebrauch vom Zufall. Da muss man hier und dort ein Auge zudrücken, aber insg. macht es dem Hörvergnügen keinen Abbruch. Ich habe diese Geschichte in einem Rutsch gehört. Sie hat mir den Nachmittag voller Hausarbeit gerettet.
Marion Elskis hat ganz gut gelesen. Anfangs war sie schon sehr langsam, aber spätestens ab der 2.ten CD las sie im Normaltempo und ich konnte in der Geschichte komplett abtauchen.
Fazit: Wenn man eine lustige Geschichte zum Schmunzeln braucht, die aber auch zum Nachdenken anregt, wird hier fündig. Ich vergebe gerne 4 Sterne und eine Empfehlung.
Format: Hörbuch, 3 CDs, ca. 4,5 St. Spieldauer, gelesen von Marion Elskis.