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Horror-Lexikon

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Hardcover

First published January 1, 1999

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Christian von Aster

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Author 2 books2 followers
August 6, 2018
Gibt sich wissenschaftlich und belesen, schwelgt aber in fragwürdigen Einträgen (wer kommt auf die Idee, in einem Horror-Lexikon "Schleim" oder "Ruine" nachzuschlagen?!?), ganz persönlichen Urteilen und Vorlieben, einem zwar für den Horrorbereich typischen, aber dadurch nicht professioneller wirkenden Humor und teilweise absurd vielen Querverweisen - meine liebsten sind die, wo man die entsprechenden Beiträge gar nicht findet (Arkham, Arkham Asylum, Citizen X, The Crow, Fluch der Dämonen, Jess Franco, Kreuzzug, The Sect, spiritus familiaris, Vollmond), nur über Umwege (Armee der Finsternis) oder wegen einer fatalen Alphabetisierungs-Schwäche äußerst schwer (Mondo Brutale). Beim Vorwort mit seinem Hang zu irgendwo hineingequetschten Adjektiven (quasi alle Synonyme zu "schrecklich" mussten irgendwo einen Platz finden) ahnt man schon, dass man hier kein ernstzunehmendes Fachbuch vor sich hat. Nichtsdestotrotz habe ich hier und da aber hübsche Anregungen gefunden (dass Berni Wrightson sich Mitte der 1980er die Hand gebrochen hat, war mir etwa neu, erklärt aber im Nachhinein, warum meine Einschätzung seines Talents sich deutlich von der meines Bekannten Frank N. unterscheidet, der schon weitaus länger ein Faible für den Zeichner hatte).

Da schon auf Seite 8 Stephen King mit v geschrieben wird (was man eigentlich nur Brian De Palma im Vorspann von "Carrie" vergeben darf), habe ich hin und wieder mir besonders absurd erscheinende Schreib- und Denkfehler aufgelistet.
S. 13: Derryl Hannah
S. 15: Tom Skerrit, Alien-Quadrologie (Tetra- wäre korrekt)
S. 40ff: Alphabetisierungs-Schwäche beim Sortieren der Artikel:
Beksinski, Beelzebub, Belial, Behemoth, Beil, [...] Bibel, Bildnis des Dorian Gray, Bibliothek (weil Bibel und Bibliothek sich auf den selben etymologischen Wortstamm berufen, ist es mir aufgefallen..)
S. 41f: Der Beitrag zu "Behemoth" folgt auf den zu "Belial", und darin beginnt man zwar mit einer Umschreibung Behemoths, schwenkt dann aber mitten im ersten Satz auf Belial um, der im zweiten Satz einziges Thema ist. Dadurch weiß man als Leser (zumindest ohne besondere Expertise) natürlich nicht mehr, ob nur der Name zweimal verwechselt wurde oder der Autor im falschen Beitrag Infos zu dem darüber bietet.
S. 64: Caligary (es gibt auch die korrekte Fassung, ähnlich wie Cabinet mit einem oder zwei t)
S. 66: John Gielgood
S. 72: Evil Erni (aber anderswo mehrfach Bernie Wrightson)
S. 108: E.S.P.: Abk. für Extra Senory Perception
S. 110: Wenn der Autor zu "Der Exorzist" erklärt, dass das zwölfjährige Mädchen sich nach dem Befall durch einen Dämonen "hochst unteenagerlike" verhält, kontert der erbsenzählende Thomas natürlich "Weshalb sollte sie auch? Teenager ist man im Alter von 13 bis 19 Jahren, was man an der Wortendung der englischsprachigen Zahlwörter erkennt (thirteen, fourteen usw.)."
S. 137: Im Beitrag zur "Geisterstunde" rekurriert der Autor auf Hui Buh und die "Canterburry [sic!] Tales", was noch idiotischer dadurch wird, dass der Querverweis nicht nur keinen eigenen Beitrag hat, sondern von Aster offensichtlich nicht das Hauptwerk von Geoffrey Chaucer meint (meines Wissens größtenteils geisterfrei), sondern wohl Oscar Wildes "The Canterville Ghost".
S. 138, 163: hahnebüchen
S. 140: Neil Adams (der Comiczeichner Neal A. ist wohl gemeint)
S. 152: Horace Whalpole (beim Eintrag "Schloss von Otranto" richtig ohne h im Nachnamen geschrieben)
S. 153: "an dem Individuen tod zu sein belieben" - immer besonders peinlich: wenn man sich besonders gediegen in der Sprachwahl gibt und gleichzeitig dumme Rechtschreibfehler absondert (vgl. Substantiv "Tod" und Adjektiv "tot")
S. 155ff: Alphabetisierungs-Schwäche: "Gremlins", "Groschenroman", "Gruft", "Grimoire", Großbritannien"
S. 161/162: noch eine dusselige Alphabetisierungs-Schwäche: Erst "Halloween" (der Tag), dann "Haarmann, Fritz", dann abermals "Halloween" (jetzt der Film)
S. 164: (Eintrag "Hammer") "ist der Hammer am ehesten als ziemlich sehr stumpfes Beil zu betrachten" - so kriegt man im Schulfach Werken eine 5-6 und in Deutsch eine 4- ("ziemlich sehr"?!?)
S. 164-5: erst mal was Positives: meine vielleicht liebste Stelle im Buch findet sich im Beitrag zu den "Hammer Studios": Dort gibt es anfänglich den Hinweis, dass diese bereits 1934 gegründet wurden und später folgt der Satz "1997 feierten die Studios (mathematisch nicht ganz korrekt) ihr 50jähriges Bestehen."
Auf S. 183 ("Interview mit einem Vampir") gibt von Aster dann aber die Handlung besagten Films wieder, die mit dem Tod der Frau von Louis (Brad Pitt) im Jahr 1791 ansetzt. Der Film ist aus dem Jahr 1994 und spielt meines Wissens zur damaligen Gegenwart. Dennoch erwähnt von Aster gleich zweimal im kurzen Text die "beinahe dreihundertjährige" Geschichte. So viel besser scheint er mir also in Mathe auch nicht zu sein ...
S. 261: Herbert Lohm
S. 266: "Bate's Motel" (trotz eines eigenen Eintrags für Norman Bates)
S. 277: Tim Currie
S. 279: John Cassavates
S. 285: Peter Chushing (aber diverse Male richtig geschrieben)
S. 287: Ortranto (ansonsten immer richtig geschrieben)
S. 304: "Monstren verschiedenster Coleur" -> Allenfalls die Amis würden in manchen Worten das "u fallen lassen" (Pearl Harbor, honor), mitnichten die Franzmänner, die ja meist dafür gesorgt haben, dass es hinter dem o landete. (Ich find's immer toll, wenn andere noch unbedarfter im Französischen sind als meinereiner.)
S. 309: Jack MackGowran
S. 310: Telephatie
S. 315: "Jakobs Ladder" (beim eigenen Eintrag immerhin mit Genitiv-Apostroph, aber wie hier mit dem eingedeutschten Vornamen, gegen den sich an anderer Stelle sicher auch "Danni" Torrance verwehrt hätte)
S. 317: Loyd Kaufman (2x)
S. 333: Dass Christopher Walken in "The Dead Zone" einen "kranken Killer" spielt, finde ich eine sehr gewagte Interpretation. Womöglich verwechselt von Aster Walken mit dem Serienmörder, den er in der ersten Hälfte des Films ausfindig macht (bin mir nicht sicher, ob Walken als hellsichtiger Johnny Smith in dem Film überhaupt jemanden tötet).

mehrfach: Ken Russel (teilweise auch korrekt mit zwei l), Ripp Off (konsequent jedes mal mit Doppel-p)

Bemerkenswert finde ich es auch, zu behaupten, der Regisseur von "Das Ding aus einer anderen Welt" sei Howard Hawks (und Christian Nyby mit keiner Silber zu erwähnen). Oder bei "From Dusk till Dawn" einfach zwei Regisseure anzugeben, von denen der unzutreffendere Quentin Tarrantino [sic!] heißen soll (zugegeben, für eine der größeren Rollen und das Drehbuch stand Tarantino zur Verfügung).
Oder, dass von Aster beim Beitrag zum "Glöckner von Notre Dame" diverse Verfilmungen aufführt, bei "Dr. Jekyll & Mr. Hyde" indes keine einzige (hat für mich weitaus mehr mit Horror zu tun).

Von der Existenz eines meiner liebsten Horrorfilme, "Cat People", oder der seines Regisseurs Jacques Tourneur ("I walked with a Zombie", "Curse [bzw. Night] of the Demon") findet man im Buch übrigens keinerlei Spur, "McFarlane Toys" und "Spinnweben" sind halt wichtiger...
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1,238 reviews26 followers
December 1, 2020
Ein Kompendium, zusammengestellt von einem wahren Freund des Unheimlichen, Schrecklichen und Bizarren in allen Medien. Ein wahrer Fan kann auch dem Schlechten innerhalb seines Territoriums noch abgewinnen. Das Buch lädt zum Schmökern ein, es liest sich gut, er vermeidet Trockenheit. In seinem Stil zweifellos inspiriert von "Das Wörterbuch des Teufels" von Ambroce Bierce. Der erste Eintrag ist in dieser Hinsicht vielversprechend. Aasfresser. "Ursprünglich Tiere, die sich von Aas ernähren, um die Natur von -> Kadavern als potentiellen Seuchenherden zu säubern. Geflügelte Aasfresser sind im Bereich des Horrors stimmungsvolle Dekoration des Himmels in Gebieten, in denen (auf welche Art auch immer) gestorben wurde. Kreisende Aasgeier etwa sind, wie der -> Rabe, ein klassisches Motiv und werden allgemein direkt mit Tod in Verbindung gebracht. Die Gruppe der Aasfresser ist im Horrorgenre jeoch noch um ->Ghoule, ->Zombies und ->Wahnsinnige zu erweitern, deren Motivation sich von der besagter Tiere grundsätzlich unterscheidet." Exkurs... Länder ("England"), Schauspeiler ("Vincent Price"), Regisseure (zum Beispiel David Cronenberg), Maler (der mir bekannte einzige lexikalische Hinweis auf Zbignew Bekzinsky), religiöse Gegenstönde ("Altar"), Requisiten, mythologische Gestalten ("Baal"), Motive ("Haunted House"), Inspirationsquellen ("Inquisition") und Genres ("Comics"). Kurzum eben alles, was für den Horror eine Bedeutung hat, ist hier versammelt. Natürlich hätte das Buch auch doppelt so dick sein können, die Auswahl ist durchaus subjektiv. Nur sehr wenige Autoren werden genannt. Schreckliche Gestalten wie Gilles de Rais fehlen, Schriftsteller wie Comte der L'isle Adam auch. Frankreich ist sowieso etwas unterrepräsentiert in diesem Buch außer "Le Horla" von Guy de Maupassant, Baudelaire und das "Grand Guignol" nichts von Frankreich. Was fehlt ist der Eintrag "Medizin", viele Anti-Helden sind Mediziner, angefangen von Frankenstein bis zu den Mad scientists der Gegenwart.
So, jetzt weiß der Leser, womit der Rezensent einige, vermutlich zu viele Stunden seines Lebens verbracht hat. Man kann übrigens ein schönes Spiel daraus machen, man lässt Leute blind eine Seite dieses Buches aufschlagen und auf eine Stelle deuten. Aus den Einträgen, die man so aufgefunden hat, soll man dann eine Geschichte erstellen. Eine gute Übung für Autoren. Den Rezensenten hat das Lexikon jedenfalls inspiriert. Ein Buch, in dem Archäologie, der Yeti, Neil Gaiman, Bibliotheken und Jorge Louis Borges sowie Franz Kafka einen Eintrag haben, das kann er ja nur sympathisch finden.
Und jaja, da gibt ein paar Stellen, an der der Leser es besser weiß als der Autor. Im Eintrag "Alien" (ist ja auch gruselig) werden die Parodien der Szene des blutiges Verlassens des Wirtskörpers erwähnt. Zwei werden dabei durcheinandergebracht. Einmal in "Space Balls", wo das Alien aus John Hurt ausbricht ("Nicht schon wieder!") um anschließend mit Maurice Chevalier-Hut auf der Theke zu singen und zu steppen. Ein andermal bricht in "Eispiraten" aus irgendeinem galaktischen Gemüse (kürbisähnlich) ein Wesen, das aussieht wie Klein-Alien, heraus und flitzt davon, was die bei den Zeugen dieser Szene Grauen, Ekel und den Ausspruch "Igitt, Weltraumherpes!" auslöst...
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