Angesichts der zentralen Stellung, die die Bibel in der Alten Kirche einnahm, erhebt sich die Frage, welche theoretischen Grundlagen die umfangreiche exegetische Praxis jener Zeit besaß. In 106 Texten werden unterschiedliche Ansätze einzelner frühchristlicher Autoren und Schulen vorgestellt, hermeneutische Prämissen sichtbar gemacht, Kontroversen nachgezeichnet und Verbindungslinien zwischen den bedeutendsten patristischen Exegeten bis zu Gregor dem Großen aufgezeigt. Die Zusammenstellung vermittelt ein differenziertes Bild der Schriftauslegung in der Alten Kirche, deren Gesprächsbeitrag auch für die moderne hermeneutische Diskussion von Interesse ist.