Das Buch stammt aus den 1960ern. Manches ist auch heute noch anregend und schlüssig, anderes einem Zeitgeist verhaftet, der noch auf Völkisches baut und aus diesem heraus etwa Fremdwörter verdammt. Sprachreinheit und Bildungskluft als Argumente, wobei Reiner selbst lehrt, wie offen das Deutsche für fremde Einflüsse war (und ist) und einem schlichten Mangel an Bildung trägt doch ein guter Stil nicht Rechnung, indem er sich einfachhin nach unten angleicht. Die Form als fiktiver Lehrer-Schüler-Dialog mag für Leute passen, die zum Lernen eine höhere Autorität benötigen (oder Lehrer nur als solche wahrnehmen können); ich fand sie anstrengend und dem Lernen eher abträglich.
In einem Lehrer-Schüler-Dialog versucht Reiners den Leser*innen gutes Deutsch zu vermitteln. Das war durchaus lehrreich für mich. Besonders Vermeidungen von Überflüssigem. Wie wohl die Form etwas altbacken wirkt, habe ich das Buch insgesamt mit Gewinn und einem gewissen Vergnügen gelesen. Sah sich der Autor doch der Sache verpflichtet und hat sich selbst eines guten Deutschs befleißigt.
Ein wunderbarer Ratgeber für alle, die schreiben. Zwar schon etwas in die Jahre gekommen, aber die behandelten Stil-Themen sind auch heute noch relevant. Vor allem die Form überzeugt: Theorie, Beispiele, Dialoge zwischen Schüler und Lehrer, Übungen.