Meine Eindrücke von diesem Buch sind gemischt. Es liefert viele interessante Informationen auch und gerade zu Themen, mit denen man sich als Tourist gewöhnlich nicht beschäftigt. Ich war 1991 mehrere Wochen in Japan und hätte mit solchen Informationen versorgt sicher manches anders oder überhaupt erst wahrgenommen. Von daher kann ich es jedem empfehlen, der Japan bereisen und sich zuvor über das touristische Interesse hinaus vertieft mit dem Land beschäftigen möchte. Inhaltlich hat es viel zu bieten. Die thematische Gliederung erlaubt es, nur einzelne Kapitel zu lesen, auch wenn gelegentlich auf vorher Genanntes Bezug genommen wird. Allerdings macht das Buch den Eindruck, als wäre das Lektorat bestenfalls oberflächlich gewesen. Neben den vielen Wiederholungen machen lange Schachtelsätze das Lesen mitunter mühselig. In manchen Passagen gerät es dadurch zur Nähkästchenplauderei. Das sei dem Autor als persönliche Note verziehen, genauso wie seine Kapitalismuskritik und Skepsis gegenüber Amerika mitunter durchschlagen, ohne etwas Erhellendes beizutragen. Ärgerlicher sind da schon eher der eine oder andere redaktionelle Fehler, oder Nachlässigkeiten wie die unkorrekte Verwendung des historischen Begriffs Neuzeit. Wer sich daran und an dem plauderhaften Stil nicht stört, wird das Buch mit Vergnügen lesen. Ein gutes Lektorat hätte den Zugang zu den vielen interessanten Informationen sicher erleichtert. Nicht zuletzt wären an manchen Stellen Karten und zeitgemäße Grafiken hilfreich.