Die russische Ärztin Galina Schatalova geht davon aus, dass der menschliche Organismus ausschließlich auf pflanzliche Nahrungsmittel eingerichtet ist und zur Erhaltung des Grundstoffwechsels nicht mehr als 250 bis 400 Kalorien täglicher Nahrungszufuhr benötigt. Alles, was wir zu viel essen, belastet den Körper und muss von ihm "entsorgt" werden, sodass der Mensch seine "normale Lebensdauer" von 150 Jahren nicht erreicht. Schatalova erläutert die anatomischen und physiologischen Hintergründe ihres Konzepts und berichtet von ihren spektakulären Erfahrungen bei seiner praktischen Erprobung. (Verlagsangabe)
Dieses Buch steht im starken Gegensatz zu dem, was man heute über Ernährung weiß bzw. zu wissen meint. Die Autorin selbst ist Wissenschaftlerin und 95 Jahre alt geworden. Deshalb lohnt es sich, genauer hinzuschauen.
Im Mittelpunkt steht eine "artgerechte Ernährung" (lustige Übersetzung), was hier eine vegetarische Trennkost ist mit sehr wenigen Mahlzeiten am Tag. Das ganze wird dann sehr pseudowissenschaftlich bei der Erklärung, wieso ein Mensch mit viel weniger als den empfohlenen 2700 Kalorien auskommt. Mit den ganzen kosmischen Energien kann ich nicht viel anfangen und ob für die Verdauung von Gemüse wirklich weniger Energie gebraucht wird, sollte man doch rauskriegen?!
Sehr interessant war das Ultramarathon Experiment, bei dem die Autorin beweisen konnte, dass an ihrer Theorie etwas dran ist. Kurze Zeit später zeigte sie, wie wenig Wasser in der Wüste benötigt wird wenn man sich "natürlich" ernährt. Sie ist allerdings realistisch genug um einzusehen, dass sie einen Kampf gegen Windmühlen führt.
Persönlich bin ich der Meinung, dass es nicht die eine beste Diät gibt, sondern mehrere funktionieren. Trotzdem werde ich ein paar Anregungen ausprobieren, die sich leicht umsetzen lassen.
Zum Abschluss ein kleiner Auszug:
„Ich wende mich nicht an jene, die gerade ein Kilo Wurst gekauft und »gut gegessen« haben, sodass sie nicht vom Stuhl aufstehen können und sich mit dem Gedanken quälen, ob sie ein Stündchen dösen oder »wissenschaftlich« atmen sollen. Denen rate ich: Schließen Sie mein Buch, und ich wünsche Ihnen einen ruhigen Schlaf. Wobei ich nicht überzeugt bin, dass er ruhig sein wird.“