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Briefe an Charley

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Annette Pehnt, hoch geschätzt für ihre feinen Zwischentöne, legt ihren neuen Roman vor. Einen Roman in Briefform, der von einer Liebe handelt, die sich vielleicht nur im Kopf der Erzählerin abspielt. Die aber deswegen um nichts weniger wahrhaftig für sie ist. Ein Roman um die trügerische Kraft des Erzählens. Charley ist weg, schon lange. Aber seine Gefährtin lässt nicht ab von ihm. Zwar hat Charley sie verlassen, aber sie verlässt ihn noch lange nicht. Immer noch ist er ihr Gegenüber, ihr Gesprächspartner, sie denkt für ihn mit, sie sammelt Fundstücke für ihn, sie liest ihm vor, schreibt ihm Geschichten und führt Listen. In ihren Briefen an ihn dreht und wendet sie die gemeinsame Zeit. Wut, Verlassenheit, Sehnsucht und Erinnerungen wechseln einander ab. So erfindet sie Charley jeden Tag neu. Und mit dem Schreiben wächst die Macht über ihren Geliebten: Die Erzählerin allein bestimmt, wer Charley war und ist. Zugleich geraten für alle Beteiligten Gewissheiten ins Rutschen: Wie war es damals wirklich? Die mit zahlreichen literarischen Preisen bedachte Erzählerin Annette Pehnt legt ihren so vielschichtigen wie virtuosen neuen Roman vor.

144 pages, Hardcover

First published September 14, 2015

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About the author

Annette Pehnt

44 books6 followers

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Displaying 1 - 2 of 2 reviews
Profile Image for Vanessa.
318 reviews4 followers
July 25, 2019
Ich bin nur mäßig begeistert. Ganz ernsthaft hab ich die ersten 50 Seiten oder so überhaupt nicht durchgestiegen. Sind es Briefe? Sind es Tagebucheinträge? Wieso schreibt sie den Namen CHARLEY nur in Großbuchstaben? Hat mich ein bisschen an die Bibel erinnert. Und CHARLEY ist Gott. Seltsam.
Der Plot (gibt es überhaupt einen? Stünde zur Diskussion..) ist wahnsinnig dünn. Im Grunde ergießt sich die Ich-Erzählerin über das ganze Buch in Selbstmitleid, sie hat offensichtlich Probleme damit verlassen zu werden. Charley (wohl eine verflossene Liebe) hat sie verlassen, Ihre Tochter ist ausgezogen und im Grunde tut sie sich vor allem selbst leid. Sie denkt sich Geschichten über Charley aus, schreibt Briefe, die sie nie abschickt, alles sehr traurig. Zum Ende kommt sie zwar wieder einigermaßen zurande und will weniger durch die Briefe und wieder mehr im realen Leben leben, aber alles in allem hat mich die Geschichte absolut nicht abgeholt.
Das Buch ist in teilweise sehr kurze Kapitel eingeteilt und lassen sich wunderbar lesen. Was ich schön fand, waren die Zitate von Roland Barthes, die den Kapiteln vorangestellt sind und auch, dass der Text von Roland Barthes in der eigentlichen Geschichte aufgegriffen wurden. Das fand ich einen netten Twist und ich hab absolut Lust bekommen mehr von dem Herrn zu lesen.
Sprachlich ist das Buch eine glatte 10. Ich hab selten so schöne Sätze gelesen, auf fast jeder Seite wollte ich mir was anstreichen - schreiben können Sie Frau Pehnt. Wahnsinn.
Trotzdem - wunderschöne Sprache alleine reicht halt einfach nicht. Inhaltlich ist das Buch für mich leider durchgefallen. Aber mei - es ist kurz und allein für den Schreibstil lohnt es sich mal reinzulesen.
2,5 von 5
Profile Image for Barbara.
725 reviews27 followers
February 21, 2016
Eine Schreiberin verfasst im Verlauf von anderhalb Monaten beinahe täglich Briefe an Charley, dazu Fantasiereien darüber, wie sein Leben weitergegangen sein könnte, nachdem er sie vor rund 20 Jahren wegen einer anderen verlassen hatte.

Am liebsten hätte ich nur einen Stern vergeben, aber im Vergleich zu meinen andern Einstern-Büchern wäre das dann doch zu hart. Aber ich fand das Buch anstrengend, weil es inhaltlich sehr nah an selbstmitleidigem Gejammer einer nach so vielen Jahren immer noch auf das verlorene Liebesobjekt fixierten Person war. Die Brieftexte, vielleicht sind es auch nur Auszüge, die wir zu lesen kriegen, sind ohne Anrede und Grußformel, werden von der Schreiberin berichtet (immer wieder ist der Text durchsetzt von distanzierenden Einschüben wie "..., schreibe ich an CHARLEY, ...") und enthalten eine zusätzliche Metaebene, nämlich Reflexionen über das Schreiben und das Geschriebene sowie dessen Wirkung auf das mögliche weitere Lesepublikum. Denn ob bzw. dass Charley die Briefe lesen geschweige denn beantworten wird, ist selbst für deren Verfasserin unwahrscheinlich. Das erschwert nicht nur die Identifikation mit der Briefeschreiberin, sondern wirkt nicht authentisch und beifallheischend.

Keine Liebesgeschichte, noch nicht mal eine Entliebesgeschichte, sondern ein letztes Ausgießen der Gedanken einer älter und einsam gewordenen Frau, deren Leben blockiert war durch eben dieses Herumdenken um Charley,

Das beste waren die Zitate von Roland Barthes, die Pehnt oft in ihrem Text veranschaulicht durch das Verhalten der Briefeschreiberin. Diesen Roman kann ich nicht weiterempfehlen, aber er hat mich neugierig auf den Text von Barthes gemacht.

(Meine Rezension für den Borromäusverein steht hier: http://www.borromaeusverein.de/medien...)
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