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Pariser Trilogie

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Drei Bücher hat Patrick Modiano unter dem Titel Pariser Trilogie zusammengefaßt: Abendgesellschaft, Außenbezirke und Familienstammbaum.

Wie wird man zum Verräter, wie läßt es sich verhindern? Diese Fragen stellt sich ein junger Franzose, der sich, für die Gestapo arbeitend, einer Résistance-Gruppe anschließt. In einer ebenso sanften wie unnachgiebigen Erzählung nähert sich Modiano einer Vergangenheit an, die er selbst nicht erlebt hat. Mit seiner unverwechselbaren Musikalität erweckt er Worte zum Leben und überführt sie in eine fantastisch anmutende Abendgesellschaft.

In den Außenbezirken, außerhalb von Paris, sucht Serge Alexandre seinen Vater. Wieder befinden wir uns in der Zeit der Besatzung. Wer ist dieser Vater? Was macht er, als Jude unter all den zwielichtigen Gestalten? Warum erkennt er seinen Sohn nicht mehr? Bis zuletzt folgt der Erzähler den Spuren seines geisterhaften Vaters.

»Ich war siebzehn, und es blieb mir nichts anderes übrig, als ein französischer Schriftsteller zu werden«, schreibt Modiano im Familienstammbuch und legt uns in 14 Erzählungen seine Jugenderinnerungen vor. Autobiographisches, aber auch Imaginiertes.

359 pages, Paperback

Published November 1, 2014

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About the author

Patrick Modiano

138 books2,143 followers
Patrick Modiano is a French-language author and playwright and winner of the 2014 Nobel Prize in Literature.

He is a winner of the 1972 Grand prix du roman de l'Académie française, and the 1978 Prix Goncourt for his novel "Rue des boutiques obscures".

Modiano's parents met in occupied Paris during World War II and began a clandestine relationship. Modiano's childhood took place in a unique atmosphere: with an absent father -- of which he heard troubled stories of dealings with the Vichy regime -- and a Flemish-actress mother who frequently toured. His younger brother's sudden death also greatly influenced his writings.

While he was at Henri-IV lycee, he took geometry lessons from writer Raymond Queneau, who was a friend of Modiano's mother. He entered the Sorbonne, but did not complete his studies.

Queneau, the author of "Zazie dans le métro", introduced Modiano to the literary world via a cocktail party given by publishing house Éditions Gallimard. Modiano published his first novel, "La Place de l’Étoile", with Gallimard in 1968, after having read the manuscript to Raymond Queneau. Starting that year, he did nothing but write.

On September 12, 1970, Modiano married Dominique Zerhfuss. "I have a catastrophic souvenir of the day of our marriage. It rained. A real nightmare. Our groomsmen were Queneau, who had mentored Patrick since his adolescence, and Malraux, a friend of my father. They started to argue about Dubuffet, and it was like we were watching a tennis match! That said, it would have been funny to have some photos, but the only person who had a camera forgot to bring a roll of film. There is only one photo remaining of us, from behind and under an umbrella!" (Interview with Elle, 6 October 2003). From their marriage came two girls, Zina (1974) and Marie (1978).

Modiano has mentioned on Oct 9, 2014, during an interview with La Grande Librairie, that one of the books which had a great impact on his writing life was 'Le cœur est un chasseur solitaire' (The Heart is a Lonely Hunter), the first novel published by Carson McCullers in 1940.

(Arabic: باتريك موديانو)

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November 29, 2014
Die "Abendgesellschaft" , bestehend aus Schiebern, Denunzianten, Dieben im Paris zur Zeit der deutschen Besatzung, zeigt im Stil noch die Nähe zu "Place de L'Étole". Die bedrohliche, durch und durch schreckliche Atmosphäre, das Lavieren des Protagonisten zwischen Profiteuren und Résistance wird meisterlich herausgeartbeitet.

Die "Außenbezirke" beeindrucken mit der Story an sich (Vater-Sohn-Beziehung, setting ähnlich wie "Abendgesellschaft"), aber vor allem durch ihre stilistische Struktur. Durch die sehr genaue Schilderung einer Fotografie wird man gleich in den Roman gezogen, lernt die handelnden Personen kennen und will sofort mehr wissen. Der Vater - wer ist er? Der Sohn - warum gibt er sich nicht zu erkennen? Ich kenne kein zweites Buch, das so geschickt und spannend mit einem Griff nach einer Fotografie beginnt. Noch besser ist aber ein stilistischer Kniff zum Ende des Romans. Hier tritt Modiano aus der Rolle des Ich-Erzählers in die des Romanciers und sagt "Ich habe den Eindruck, einen schlechten Abenteuerromnan zu schreiben..." (nein, keineswegs, wir zittern und bangen alle dem weiteren Geschehen entgegen, so tief sind wir im Buch gefangen) - und dann zum Vater: "Ich bin bei dir, und werde bis zum Ende des Buches bei dir bleiben" (damit werden wir für einen Augenblick aus dem Romangeschehen geschoben und uns wird bewusst, das ist die Wirklichkeit, es ist ja ein Autor der hier schreibterzähltfabuliert). Ich liebe solche Wendungen und kenne sie - zur Perfektion gebracht - nur von Vladimir Nabokov.

Der "Familienstammbaum" reiht schließlich eine literarische Perle nach der anderen für uns auf, die Vielfalt ist beeindrucken, die Geschichten haben mich sehr berührt. Sind sie wirklich so autobiografisch, wie der Autor uns weis machen will? Jedenfalls - der typische Modiano-Stil ist hier bereits deutlich spürbar.

Ich gebe der Trilogie insgesamt kappe 5 Punkte. Das Buch weckt ganz unbedingt Lust auf mehr und ich werde die Lektüre mit "Ein so junger Hund" fortsetzen.
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