„Mein Leben als Frau im Reich der Mullahs“ ist ein sehr persönliches und eindringliches Mosaik aus Erfahrungen aus dem Iran, das sich über verschiedene Lebensphasen und Generationen hinweg entfaltet.
Parsua Bashi erzählt ihre Geschichte vor dem Hintergrund zentraler Ereignisse wie der Revolution von 1979 und der Grünen Bewegung 2009/2010, zeigt aber gleichzeitig, wie sich die gesellschaftliche Lage Jahr für Jahr verschärft. Dadurch wird deutlich, dass viele der Erfahrungen und Herausforderungen im Buch auch heute noch gültig sind und sich teilweise sogar verstärkt haben.
Trotz der Schwere des Themas gibt es immer wieder feine, fast humorvolle Beobachtungen zur persischen Kultur und zum Alltag, die dem Buch eine besondere Tiefe verleihen. Gerade dieser Wechsel zwischen Leichtigkeit und Härte macht die Erzählung so authentisch.
Besonders eindrücklich sind die inneren Konflikte: Anpassung, Selbstverlust, stille Rebellion – und die Frage, was vom eigenen Ich übrig bleibt, wenn man über Jahre hinweg gezwungen ist, sich zu verbiegen. Auch Themen wie Depressionen, Hoffnungslosigkeit und die Suche nach Freiheit ziehen sich durch das Buch.
Ein sehr ehrliches, kluges und wichtiges Buch, das nicht nur die Vergangenheit beleuchtet, sondern auch als Spiegel für das heutige Iran-Geschehen dient.