Eigentlich sind Orcs schon lange keine Bedrohung mehr für die Menschen, doch Nilayas brennender Hass auf diese Wesen treibt sie auf eine irrsinnige Jagd nach Vergeltung. Während der Halborc Varoxian den Weg des Schamanen beschreitet, um sein Volk aus der Sklaverei zu befreien, muss die kaltblütige Jägerin feststellen, dass die Welt doch nicht so leicht in Gut und Böse zu unterteilen ist. Als sie im Kampf aufeinanderprallen, muss Nilaya plötzlich alles, woran sie geglaubt hat, in Frage stellen.
Erste Sätze >>Es war einmal ein kleines Land in einer unbestimmten Zeit in einer Welt, die vielleicht gar nicht so weit weg von hier ist, wie man jetzt vielleicht denkt. Dort lebten die Kreaturen der Nacht und die Kreaturen des Tages friedlich nebeneinander.<<
Klappentext Eigentlich sind Orcs schon lange keine Bedrohung mehr für die Menschen, doch Nilayas brennender Hass auf diese Wesen treibt sie auf eine irrsinnige Jagd nach Vergeltung. Während der Halborc Varoxian den Weg des Schamanen beschreitet, um sein Volk aus der Sklaverei zu befreien, muss die kaltblütige Jägerin feststellen, dass die Welt doch nicht so leicht in Gut und Böse zu unterteilen ist. Als sie im Kampf aufeinanderprallen, muss Nilaya plötzlich alles, woran sie geglaubt hat, in Frage stellen.
Meine Meinung Das Buch ist aus der Sicht eines auktorialen Erzählers geschrieben. Dabei wird aus der Sicht von drei Personen berichtet – aus der Sicht der Orcfrau Marica, dem Halborc Varoxian und der Menschenfrau Nilaya. Marica ist eine ganz besonders schöne Orcfrau, daher gelangt sie als Sklavin zu einem Menschen, der sich ihres Körpers bedienen will. Sie ist klug, stark, aber auch innerlich zerbrechlich. Sie ist hochangesehen unter den Orcs, aber nicht stark genug, um sich gegen ihr Schicksal und gegen die Sklaverei ihres Volkes durch die Menschen zu stellen. Der Halborc Varoxian ist sich anfangs gar nicht bewusst, dass er ein Halborc ist – denn er sieht immer noch aus wie ein Orc, auch wenn er nicht ganz so kräftig ist wie seine Artgenossen. Nur seine wachen Augen und sein Verstand unterscheiden ihn von seinen rohen, aggressiven Artgenossen und machen ihn zu etwas Besonderes. Er ist sehr neugierig und wissbegierig. Er lernt schnell und intuitiv und entwickelt sich weiter im Laufe des Buches. Nilaya ist eine sehr hübsche junge Frau mit langem blondem Haar und grünen Augen. Als erste Frau hat sie als Zögling des Hauptmannes die Möglichkeit bekommen, eine Ausbildung zur Jägerin zu absolvieren. Sie ist tödlich, gefährlich und eiskalt. Sie stellt die Überzeugungen ihres Ziehvaters nie in Frage und lebt für das Jagen und Töten. Sie kennt Orcs nur als Sklaven, die sehr dumm sind und rohe Gewalt lieben, doch auch sie entwickelt sich weiter. Ich bin schon gespannt auf ihre weitere Entwicklung, denn diese ist bisher nicht so herausragend. Ich konnte mich im Laufe des Buches mit allen drei Charakteren identifizieren und fand ihre Handlungen und Gedanken nachvollziehbar.
Die Welt Raidaresh, die die Autorin erschaffen hat, ist sehr interessant und vielschichtig. Man merkt, in jedem Satz des Buches wie viel Arbeit sich die Autorin mit der Recherche des Buches gegeben hat. Es gab keine Logiklücken und alles hat in die jeweilige Situation gepasst. Insgesamt ist dieses Buch ein relativ ruhiges Buch. Es gibt einige spannende Stellen und auch etwas Action, aber insgesamt lernt man im Buch mehr die Charaktere, die Kultur und die Welt kennen, die die Autorin geschaffen hat. Da vor allem Varoxian viel zu lernen hat und ein Hauptaugenmerk auf seine Entwicklung gelegt wird, gibt es viele Erklärungen und viele vorbereitende Maßnahmen auf weitere Handlungsstränge, die in den nächsten Büchern eine Rolle spielen. Aber so hat man zumindest genug Zeit alles kennenzulernen, was ich sehr interessant fand. Das Buch konnte mich von der ersten Seite an fesseln und es hat einige überraschende Wendungen und Entwicklungen.
Bewertung Ein sehr ruhiges Buch mit vielen Erklärungen, tollen Charakteren und einigen vorbereitenden Handlungssträngen, was mich wirklich begeistern konnte. Aber ich denke, dass da noch ein wenig Potenzial nach oben ist, deshalb bekommt das Buch von mir
Es ist nichts ungewöhnliches dabei, wenn ein Vater seiner Tochter eine Geschichte vorliest. Doch diese beiden hier sind nicht Vater und Tochter und es ist auch keine Geschichte im eigentlichen Sinne die Irion Nyalia vorliest. Irion erzählt die Geschichte des eigenen Landes. Des Landes Raidaresh, in welchem Menschen und Orcs nebeneinander lebten. Die einen am Tage, die anderen bei Nacht. Allerdings sind diese Zeiten nach langen Kriegen vorüber. Es gibt kein Nebeneinander und auch kein Miteiander. Die einzige Konstante ist das Gegeneinander. Menschen unterjochen die Orcs, halten diese als ihre Sklaven. Sie müssen all die Dinge tun, die Menschen nicht machen wollen. Manch einer hat das Glück in einem großen Haus als Vorstand der Dienerschaft zu arbeiten. Das bewahrt gerade die Frauen davor in ein geschlechtsloses Nichts verändert zu werden. Ob es ein Glück für die armen Geschöpfe ist? Dies ist die Geschichte von Varioxan, dessen Mutter genau dieses Privileg hatte, bis ihr Herr sie vergewaltigte. Gedemüdigt und Verletzt wurde Marica nach Phasael verkauft um dort im Sklavenlager zu arbeiten. Ein Wunder, erhielt sie am Leben, hier traf sie auf ihren Mann und den Sohn, die sie beide glaubte nie wieder zu sehen. Diese beiden Orcs in ihrem Leben halfen ihr weiter zu leben. Doch die Erinnerung an ihre Schmach sollte sie nie wieder los lassen, und sie Zeit ihres Lebens erinnern, in Form von Varioxan. Während alle der Meinung waren, diese Missgeburt umgehend umzubringen wehrte Marica sich mit Leibeskräften gegen diesen Schritt. Für sie war Varioxan keine Missgeburt, auch wenn er kein vollständiger Orc war. Varioxan war anders als die anderen, und selbst die Menschen merkten das bald. Nach einem Unfall im Wasserwerk war es Varioxan, der den Schaden reparierte. Woraufhin ihm die Menschen eine Tätigkeit in der örtlichen Bücherei vermittelten. Diese Arbeit gefiel Varioxan. Konnte er hier viele Dinge lernen, die seinen Artgenossen verwehrt blieben. Doch lang hielt dieser "Frieden" nicht. Bald schon wurden die Spähflüge der Drachen häufiger und größer und auch von Angriffen ließen sie sich nicht abhalten. Solch einen Angriff nutze Varioxan um seine Leute aus der Sklaverei zu befreien. Tor und Tür öffnete er seiner Familie und seinen Artgenossen um letzten Endes selbst, gefesselt von der eigenen Familie, mitten auf dem Dorfplatz zurück gelassen zu werden. Gerettet durch einen Drachen flieht Varioxan, erlebt verschiedene Abenteuer und begibt sich auf den Weg Daresh aus ihrem Gefängnis zu retten.
Schreibstil und Charaktere:
Varioxan ist in der Erzählversion geschrieben. Der Leser bekommt die Erlebnisse als Außenstehender mit. Dennoch muss diese Erzählart nicht verkehrt sein, da man so leichter von einer Szene in die andere wechseln kann. So werden Schnitte zwischen der Stadt, dem Lager und der Zufluchtsstätte Varioxan's gemacht. Es ist leicht sich vorzustellen, wie so ein Alltag der Orcs aussieht. Ich würde gern etwas an den Charakteren aussetzen, aber es ist mir nicht möglich...
Fazit:
Anna hat in ihrer Danksagung erzählt, dass ein gewisses Onlinerollengame sie zu dieser Geschichte inspiriert hatte. Nun gut, mir fällt hier spontan nur ein bekanntes MMORPG diesbezüglich ein. Und ich denke, dass Spieler, oder Anhänger dieses Spieles in dem Buch unter Umständen auf ihre Kosten kommen können. Ich für meinen Teil war während des Lesens begeisterte Begleiterin Varioxans, und wollte wissen wie es weiter geht. Dennoch muss ich so im Nachhinein sagen, dass mich die Geschichte an sich nicht wirklich fesseln und binden konnte. Was ich keinesfalls auf die Autorin oder ihre Schreibkünste zurückführen möchte. Dies ist wohl eher dem Umstand geschuldet, dass ich eher auf Fantasy ausgerichtet bin in der es großflächig um Menschen geht und nicht um Tiere. Dennoch kann ich für mich festhalten, dass das Buch auch eine Botschaft enthhält, die bewusst oder unbewusst von der Autorin suggeriert wird. Varioxan ist anders als Menschen oder Orcs, und eigenltich ja doch wieder gleich, oder? Er hat das Aussehen von Orcs, und die Weisheit der Menschen. Dennoch wird er von beiden Seiten verachtet. Im Laufe der Geschichte beweist er aber, dass man ihn für seine Andersartigkeit nicht hassen muss. Wir sollten alle viel offener mit unseren Mitmenschen umgehen, als wir es aktuell machen. Ist ein Mensch schlechter als andere, nur weil er nicht dem aktuellen Schönheitstrend entspricht? Also, wer auf Fantasy und Orcs steht... Greift zu, es wird nicht das letzte Mal sein, dass ihr Varioxan begegnen werdet.