Die Frage nach Gut und Böse hat von Anfang an Philosophen und Theologen, dann Psychologen und Soziologen und neuerdings Humanbiologen beschäftigt. Die Erklärungsversuche der Herkunft von Gut und Böse entscheiden zugleich über die Frage, ob der Mensch determiniert oder frei in seinen Entscheidungen ist. Liegt die Ursache des Bösen in egoistischen Genen, ungünstigen sozialen Bedingungen oder im 'Sündenfall'? Der Mensch wäre dann für das Böse nicht selbst verantwortlich. Philosophische Deutungen von Gut und Böse gehen von der Hypothese der Freiheit und der Möglichkeit einer Selbstdetermination aus. In diesem Fall sind Gut und Böse dem Menschen zurechenbar. Utopische Entwürfe einer idealen Gesellschaft zeigen, daß auch die Erziehung zum Guten das Böse nicht endgültig zu verhindern vermag. Dies gelingt nur durch biologisch-technische Manipulationen, die den Menschen seiner Freiheit berauben.
Eine interessante Zusammenfassung von unterschiedlichen( sowohl zeitlich, als auch jn der Art) Versuchen Gut und Böse begreiflich zu machen. Die Fragen: Was ist Gut und Böse und woher kommt es? Werden gestellt und Antworten unterschiedlicher Herkunft angegeben und bewertet. Leider wurde, bis auf einen kurzen Abschnitt, in dem es um genetisch determinierte Freiheit geht, kaum auf die naturwissenschaftliche Grundlage von Entscheidungsfindung und Bewertung eingegangen, sondern das ganze Thema von Gut und Böse sehr rein anthropologisch betrachtet. Insofern verständlich, da die Diskussion um Gut und Böse ja erst mit der Menschwerdung zustande kam, jedoch meiner Meinung nach zu engstirnig, da der menschliche Geist ja der Natur gegenüber kein höher gestelltes Element ist. Selbst wenn die in dem Buch häufig erwähnte Gotteshypothese stimmt, bleiben wir ja nicht weniger Produkt schon bereits erforschter Naturgesetze. Auch ein alles determinierender Gott ist auf Kausalitäten angewiesen. War es nicht Einstein der gesagt hat “Gott würfelt nicht”?