Max Schmeling stirbt. Es gibt nichts mehr, woran er festhalten könnte: Sein Leben als Box-Legende, die Menschen, die ihn begleitet haben, seine Frau Anny Ondra, alles ist längst verloren. Nur eine Krankenschwester ist bei ihm in diesen letzten Tagen in seinem Haus im Wald. Jahre später steht dieses Haus immer noch leer, verwahrlost und zugewachsen. Ein Sachverständiger soll entscheiden, was damit nun geschieht, deshalb macht er sich eines Tages auf den Weg zu diesem Haus im Wald. Aber was als Besichtigung beginnt, gerät außer Kontrolle. Während er sich dort verkriecht, nimmt seine Frau zuhause einen ganz anderen Kampf auf und trennt sich von einem Leben, das es schon lange nicht mehr gibt. Jeder für sich kämpfen in diesem atemlos und mit erschreckender Komik erzählten Roman drei Menschen um ihr Leben, um das Unwiederbringliche. Es ist ein Kampf ohne Gegner, in dem es nichts zu gewinnen gibt und der doch ein Feuer entfacht.
Es ist gar nicht so einfach, Inhalt und Form dieses Buches zusammenzufassen.
Da sind Inge und Max, jeder für sich allein mit der Trauer um den verunfallten Sohn, und da ist der sterbende Max Schmeling, der legendäre Boxer, dem die Welt einst zu Füssen lag. Das Buch besteht fast ausschließlich aus den inneren Monologen dieser Figuren. Es handelt von deren Trauer, Schmerz, Verlust und Einsamkeit. Aber vor allem handelt es vom Sterben und vom Tod.
Trotz dieser ernsten Thematik ist das Buch nicht ohne Komik, eine finstere Heiterkeit, wie sie das Leben eben auch manchmal bereithält.
Der Schmerz über den Verlust des Sohnes ist mitreißend dargestellt. Die Frage, ob es ein Suizid war, als der junge Mann mit dem Auto von der Straße abkam, wird sehr weitläufig umgangen. „Das Leben muss doch weitergehen“, sagt Max und geht am Tag nach der Beerdigung wieder ins Büro. Aber so einfach ist das nicht, mit dem Weitergehen. Nichts ist einfach in so einer Situation und so gerät alles langsam außer Kontrolle in diesem Roman. Alle kämpfen für sich ganz alleine ihren Kampf ohne Gegner.
Es ist ein außergewöhnliches Buch, aber nicht für jeden Lesertyp zu empfehlen. Wer Sinn für das Absurde und das Abstruse hat, wird es sicher mögen.