„Rebellin mit Leib und Seele.“ Der SpiegelBrigitte Reimann war erst Anfang Zwanzig, als sie eine Schülergeschichte und einen Roman aus dem Künstlermilieu zu schreiben begann, deren Brisanz erstaunlich ist für die frühe DDR-Literatur. Beide wurden damals von den Verlagen nicht gedruckt – aus politischen Gründen oder weil sie zu unkonventionell erzählt waren – und von der Autorin vergessen. Durch einen glücklichen Zufall sind die Manuskripte aufgetaucht, die Brigitte Reimanns früh ausgeprägtes sinnliches Erzähltalent belegen und geradezu als literarische Sensation gelten können.„Brigitte Reimann bricht so radikal mit Tabus wie danach nie wieder.“ taz
It's an interesting set of two short stories from Reimann's early career as an author. I had to read it for my thesis, and there are several themes that are common to each of her books: romance, incest, a beautiful woman, and something political thrown into the mix. Those are all here as well.
Ich konnte die tatsächliche und die eigene Zensur, den Zweifel und das Drängen nach Verstehbarkeit der Autorin herauslesen. Fast Leid tat mir, wie die Protagonistin in der ersten Geschichte die (älteren) männlichen Personen glorifiziert und sich damit kleinmacht. In der zweiten Geschichte wirkt B. Reimanns Kritik an Dogmatismus und Parteilinie in der DDR etwas starr. Der Versuch, sich über die Freundschaft zwischen der Protagonistin und ihrem jüdischen Mitschüler mit Shoa-Überlebenden zu solidarisieren (so habe ich es zumindest herausgelesen), wirkt misslungen. Nicht zuletzt aufgrund durchsickernder antisemitischer Stereotype in der Beschreibung des Mitschülers. Wie immer bei B. Reimann war ich jedoch direkt gefesselt durch ihre Sprache. Vor allem die erste Geschichte im Schriftstellerheim besticht durch ihr typisch athmospährisch-melancholisches Schreiben.