Das Epos Argonautika des Apollonios Rhodios (3. Jh. v. Chr.) hat bis heute keine zufriedenstellende Deutung und literarische Einordnung erfahren. Nach der communis opinio der Forschung brachte der alexandrinische Hellenismus eine poetologische Neuorientierung mit sich. Polis-Dichtung scheint durch gelehrt-unernste Kunstprodukte ersetzt. Diese Position muá angesichts eines traditionell gestalteten, mythologischen Epos in eine Aporie geraten. Die vorliegende Monographie zeigt, daá die Argonautika, wie die zeitgenössische alexandrinische Literatur ueberhaupt, traditionelle epische Konzeptionen (Thematik, Menschen- und Heldenbild, Götterkonzeption, Geschichtsauffassung) gezielt und präzisierend aufgreift. Dieses Ergebnis könnte Anlaá geben zu einer Korrektur der derzeit gängigen, auf historisch unangemessenen Kategorien des 18. und 19. Jhs. beruhenden Bewertung des Hellenismus.