Jump to ratings and reviews
Rate this book

Tage des Lichts

Rate this book
"Und doch war es Ivy niemals in den Sinn gekommen, in ihrer Beziehung etwas Unangemessenes zu sehen, niemals war da der Gedanke gewesen, in ihr etwas Schäbiges oder Unzüchtiges zu erkennen. Manchmal musste sie sich selbst daran erinnern, dass sie ja tatsächlich eine Affäre hatte."

"Tage des Lichts" erzählt ein achtzigjähriges Frauenleben in sechs Tagen - von Sehnsucht, Schuld und dem Mut, das eigene Herz nicht zu verraten. Wie viel Einfluss haben wir auf unser eigenes Leben, wenn ein unaufhaltsames Verlangen sich seinen Weg bahnt?

England 1938. Die 19-jährige Ivy steht an der Schwelle zum Erwachsenwerden, unsicher, wohin ihr Weg sie führen wird. Soll sie Tänzerin werden? Malerin? Abenteurerin? Oder vielleicht sogar Spionin? Ivy weiß nur eines Ihre Zukunft soll besonders werden - so besonders wie ihre ganze Familie. Doch ein tragisches Ereignis am Ostersonntag lenkt ihr Leben in überraschend gewöhnliche Sie heiratet, bekommt Kinder und führt ein angepasstes Leben. Erst als Ivy Jahre später Frances wiederbegegnet, die sie an eben jenem Ostersonntag zum ersten Mal traf, wird ihr bewusst, wie leer sie sich fühlt. Beide Frauen spüren eine Anziehung, der sie nicht nachgeben dürfen - und die doch unausweichlich scheint.

280 pages, Kindle Edition

Published January 30, 2026

5 people are currently reading
30 people want to read

About the author

Megan Hunter

29 books3 followers
Megan Hunter , MBA, is an author, speaker, and expert on high-conflict disputes and complicated relationships. She is CEO of Unhooked Media, a U.S.-based media company focused on relationship and conflict revolution through print, digital and the spoken word. She is publisher at High Conflict Institute Press and its imprint Unhooked Books and co-founder of the High Conflict Institute. She is a frequent guest on Sirius XM Satellite's The Doctor Show (psychiatry) with Dr. Michael Aronoff.

Megan trains legal, mental health, business, leadership groups, universities and other professionals across the U.S., Canada, South Africa and Australia. She has strong policy and judicial training experience during her tenure at the Arizona Supreme Court and as a member of the Arizona Board of Psychologist Examiners. She currently serves as project manager of the "We Got This" brand of the Black Sheep Project on the Advisory Board of the Personality Disorder Awareness Network.

Ratings & Reviews

What do you think?
Rate this book

Friends & Following

Create a free account to discover what your friends think of this book!

Community Reviews

5 stars
4 (10%)
4 stars
17 (43%)
3 stars
14 (35%)
2 stars
3 (7%)
1 star
1 (2%)
Displaying 1 - 25 of 25 reviews
Profile Image for Wandaviolett.
475 reviews69 followers
February 15, 2026
DIE WIRKLICHE WELT IST NICHT VON BEDEUTUNG IN DIESEM ROMAN

Kurzmeinung: Die Autorin arbeitet viel mit Symbolen, sie hat sich sicherlich etwas bei der Komposition des Romans gedacht, aber es reicht nicht.

Als Ivy 19 Jahre alt ist, begegnet ihr Gott. Das bildet sie sich jedenfalls ein. Er erscheint ihr in Form eines Lichts in dem Moment als ihr Bruder Joseph ertrinkt, der mit Ivy mitten in der Nacht schwimmen gegangen ist. Hinfort ist Ivy auf der Suche nach dem Sinn dieses Geschehens und von dem Sinn von allem, auf der Suche nach dem Eigentlichen, sie sehnt sich nach der Verschmelzung mit dem Übersinnlichen.

Vordergründig lebt Ivy ein einigermaßen normales Leben. In sechs Sequenzen – in sechs Tage ordnet die Autorin die Vita ihrer Protagonistin.

Diese sechs Tage sind immer um Ostern herum in verschiedenen Lebensphasen Ivys angesiedelt, sie erinnern an die Schöpfungstage Gottes, es ist viel von Tod und Auferstehung die Rede, der ganz Roman ist sehr symbollastig.

Ivy hat einen Partner, eine Affäre, Kinder, eine Familie und die normalen Familienaufgaben einer Mutter. Allerdings misst sie dem realen Alltag kaum Bedeutung bei. Wichtig ist für Ivy nicht, was sie tut, sondern was sie fühlt. Und Ivy fühlt eine Leerstelle in sich – und meint, da muss doch mehr sein als das normale Leben, was Großes, Bedeutendes muss da sein, das die Größe menschlicher Existenz übersteigt. Daran denkt sie quasi Tag und Nacht und fühlt sich als Auserwählte, sie ist eine der wenigen, die Einblick in die spirituelle Welt haben, ja, sie ist eine Art Medium und überhöht und überschätzt sich: „Jedes Haus ist zu klein für die Größe meiner Gedanken.“ Mit anderen Worten, Ivy ist nur äußerlich da, innerlich völlig weggetreten.

Der Kommentar und das Leseerlebnis
Durch bestimmte Sprachbilder und Ivys von der Autorin beschriebenes Seelenleben, wenn wir es einmal so nennen wollen, wird schnell klar, dass sich „Tage des Lichts“ ganz der Esoterik und der Transzendenz verschrieben hat. Das Alltägliche wird mit Bedeutung überladen. Wenn Ivys Kind sich an sie schmiegt, ist das keine normale Zärtlichkeit, sondern gleich eine Segnung etc.etc. Hinter jeder Alltagsbegebenheit kann sich ein Rätsel verbergen.

Der Roman erinnert deutlich an Romane von Paulo Coelho. Alles ist Schicksal, alles ist Geheimnis. Ein Schlüsselsatz ist: „Vielleicht gibt es keine Trennung zwischen der Welt der Objekte und der Welt jenseits davon.“ Für Ivy ist es essentiell, einen Spalt zu finden, durch den man hinter die Dinge blicken kann. Es ist für sie selbstverständlich, dass eine solche Welt existiert und dass sie eine der wenigen Auserwählten ist, die dorthin Zugang haben, wenn sie ihn nur konsequent sucht und immer offen für deren Offenbarungen ist.

Der Roman, der zeitlich 1938 einsetzt und in London und Umgebung spielt, nutzt die Dramatik des Kriegs kaum, um die Brüche in Ivys Leben zu erklären, zum Beispiel wird sie genauso schnell Nonne wie sie wieder ein lesbisches Verhältnis lebt. Diese Um-Brüche könnten sehr interessant sein, ihre Gründe werden jedoch nicht näher erklärt, sie geschehen einfach und man kann sich dem Eindruck des Willkürlichen nicht entziehen.

Um bei diesem Roman zu einem günstigeren Urteil zu kommen als ich, müsste man Stil und Inhalt trennen, was ich nicht kann, denn Stil und Inhalt bilden für mich eine Einheit. Man kann Megan Hunters Stil wohlwollend poetisch nennen und originell oder überspannt und exaltiert und pathetisch, auf alle Fälle mit esoterischem Touch unterlegt. Oder auch einfach schlecht.

Mit sehr vielen Wortwiederholungen - ich habe über 50mal „Ivy hatte das Gefühl“ gezählt und reichlich merkwürdigen Metaphern, wie etwa „die Nachwirkungen der Geburt: als wäre ein Loch in das Gewebe der Existenz gebohrt worden, oder „in den Kutten der Nonnen verbirgt sich die Ausdehnung des Universums“ – über diese Aussage freut sich der Astrophysiker – mit überspanntem aufgeplustertem Pathos geschrieben, ist zumindest die Komposition „Ein Leben in sechs Bildern“ einigermaßen ansprechend; allerdings unserem Zeitgeist unterworfen mit den vielen queren Beziehungen, die wenig in die erzählte Epoche passen. Ansprechend ist auch das Künstlermilieu im Hintergrund. Aber das reicht nicht. Die stilistische Schwäche des Romans erstickt jeden guten Ansatz. Dabei ist der Ansatz sogar vielversprechend, der Roman folgt einem Menschen, der mehr Wert auf das Transzendente legt als auf das reale Leben. Doch mir bleibt bei diesem Werk jedes Lob im Hals stecken und ich konstatiere: der Roman hätte vielleicht sogar spannend sein können, wenn es nur nicht so schlecht geschrieben wäre.

Fazit: Erinnert an Paulo Coelho, der seine Werke der spirituellen Selbstfindung widmet. Sowohl Coelhos Romane wie Hunters „Tage des Lichts“ sind Esoterik pur.

Mein (erster) Flop 2026.

Kategorie: Esoterik
Verlag: C.H. Beck, 2026
Profile Image for Marie.
195 reviews15 followers
February 14, 2026
Wie gerne hätte ich dieses Buch gemocht! Das Thema ist spannend, die Protagonistin zu komplex angelegt, als dass man sie als typische Außenseiterfigur abstempeln möchte und die Künstlerfamilie mit ungewohntem Arrangement unkonventionell. Dennoch bleibt nach der Lektüre "Tage des Lichts" vor allem eins - das Gefühl von viel Lärm um wenig Handlung.

Der Leser begegnet zu Anfang der 19-jährigen Ivy, die am Ostermorgen in den Garten geht und den Vorbereitungen für das Osterfest zuschaut. Schnell werden zwei Dinge klar: Ivy wünscht sich ein aufregendes, unkonventionelles Leben, ganz anders als das, das sie gerade führt. Und sie ist eine ausgesprochen empfindsame junge Frau. Seitenweise wird uns geschildert, wie sie die Dinge, die Umwelt wahrnimmt. Im Freien sieht sie das Leben wie entschleiert, Tisch, Möbel und Sitten kommen ihr wie eine Verzerrung, eine zweite Schicht über der Wirklichkeit vor. Die junge Frau ist eine gute Beobachterin (und wird es ein Leben lang bleiben). Nicht nur Geschehnisse und Stimmungen von Figuren kann sie einfangen, Megan Hunter lässt sich Räume gleichsam lesen. Das erinnert in Teilen an die Mystifizierung der Welt, die die Romantiker im 19. Jahrhundert propagiert haben. Gleichzeitig zeigt es, wie verletzlich die junge Frau in ihrem Ringen beim Erwachsenwerden doch ist.

Dennoch liegt genau hier der Knackpunkt, der mich mit der Geschichte nicht hat warm werden lassen. Denn was sich stellenweise unterhaltsam und klug liest, wird über mehrere hundert Seiten gezogen irgendwann sehr anstrengend. Während Ivy genau schildert, sich in Reflexionen und manchmal auch Anekdoten verliert, schreitet die Handlung kaum voran und verliert vor allem jegliche Dramatik.

Dabei bietet der Stoff einiges: Zunächst ist da der überraschende Tod des Bruders, seine Geliebte, die alleine zurückbleibt (und die Ivy im Erwachsenenalter wieder treffen wird). Es gibt einen Freund der Familie, der die Grenzen zwischen familiärer Zuneigung und sexuellen Umgang mit den Kindern verwischt. Es geht aber auch um die Frage, wie uns Ereignisse prägen.

Die Anlage des Romans - sechs Tage aus unterschiedlichen Jahren zwischen 1938 und 2000 - zeichnen die Geschichte von Ivy nach und machen Vergleiche zwischen der Entwicklung zu verschiedenen Daten möglich. Das ist an sich spannend und erzählerisch gut gewählt. Allerdings auch hier: Ivys Inneres dominiert die Geschichte so stark, dass eigentlich Nichts passiert. Diese Verlangsamung der Handlung - fast möchte man das gesamte Buch als Zeitdehnung bezeichnen - tut der Geschichte in diesem Maße leider nicht gut.
Profile Image for Lucie.
426 reviews5 followers
February 27, 2026
Ich fand das Konzept des Buches, verschiedene Lebensabschnitte der Protagonistin und der Nebencharaktere durch die Aufarbeitung eines Tages in unterschiedlichen Jahren zu betrachten, spannend. Besonders, da man als Leser einen Eindruck davon bekommen hat, wie sich Ivy und Co. weiterentwickeln und ihr Umgang mit Trauer sich über die Jahre deutlich verändert. Allerdings hatten diese immensen Zeitsprünge den Nachteil, dass ich mit den Figuren nicht vertraut wurde, wodurch mir ab einem bestimmten Punkt auch ein wenig egal war, wie sich deren Leben noch verändern würde, da der Leser davon kaum was mitbekam. Trotz dessen mochte ich die Themen und Fragen, mit denen sich der Roman auseinandergesetzt hat, auch wenn so große Zeitraffungen scheinbar nicht mein präferiertes Erzähltempo darstellen. (Ich bedanke mich erneut bei NetGalley für das Bereitstellen des Rezensionsexemplars)
Profile Image for Karola.
846 reviews7 followers
January 30, 2026
Ein unkonventionelles Frauenleben in besonderem Licht!
Das Cover, ein Gemälde in sommerlicher Farbgebung, drückt über das warme Spiel von Licht und Schatten durch ein nostalgisch angehauchtes Fenster ein angenehmes Ambiente aus. Auf Cressingdon, einem fiktiven, abgeschiedenen Landsitz in üppiger landschaftlicher Idylle um 1938 mit einem Atelier für unkonventionelle Bohemians wie ihre einflussreichen, malenden Eltern, dort wächst Ivy mit ihrem geliebten Bruder Joseph auf. Als Treffpunkt für Intellektuelle und Künstler ähnlich der Bloomsbury-Gruppe wird deren Zuhause beschrieben. Mit dem Buchtitel wird auf folgende sechs entscheidende Tage im Leben der Protagonistin Ivy angespielt.
Am Ostersonntag 1938 trifft Josephs Freundin Franzes erstmalig auf seine Familie auf dem Anwesen, an diesem Tag ertrinkt er aber auch beim Schwimmen im nahen Fluss. Mit großem Einfühlungsvermögen beschreibt die Autorin neben der komplexen Intensität verstörter Gefühle der ganzen Familie besonders die Betroffenheit und drastische Leere nebst Sinnsuche in Ivys Leben mit 19 Jahren. Ihre unerfüllten Sehnsüchte werden überschattet von gesellschaftlichen Zwängen, nun auch von Schuldgefühlen.
Der zweite entscheidende Tag fällt auf den Apriltag von Josephs Beerdigung und Ivys Entschluss, an der Seite des älteren Familienfreundes Baer ihren sicheren Platz zu finden.
Sechs Jahre später zwischen Bomben, Explosionen und Feuer ist Ivys langweiliges Eheleben mit ihren 25 Jahren auch durch 2 Kinder eingeengt und auf die Gleichheit der Tage in 1944 beschränkt, bis durch Frances und ihre gemeinsamen Erinnerungen an Joseph auch eine sexuelle Intimität über drei Jahre erfolgt. Die Beschreibung ihrer leisen, heimlichen Liebesgeschichte ist glaubwürdig und berührend.
Erst im April 1956, nach weiteren 12 Jahren, trifft die mittlerweile vereinsamte Ivy, nun Witwe und ihre Mädchen im Internat, wieder auf Frances in London, romantisch gestimmt. Nie hat sie ihre tiefe Beziehung zu ihr als unangemessen erachtet. Neben den lebhaften Erinnerungen an Joseph verbindet sie beide immer noch das Mysterium, das sie gegenseitig in sich auslösen. Doch anstatt gemeinsam in die veränderte Welt nach dem 2. Weltkrieg hinaus zu gehen, bewegt sich Frances von ihr weg. Ivy findet schließlich emotional aufgelöst in einer Londoner Kirche zu Gründonnerstag das in neuer Form zurückgekehrte Licht – Frieden suchend.
So verwundert der fünfte entscheidende Tag im Leben von Ivy nicht, dass sie fast fünfzig-jährig im April 1965 als Nonne unterwegs zur sterbenden Mutter, aber auf gleichem Weg auch zu Frances ist, mittlerweile geschieden und als Journalistin arbeitend. Beider Brunnen des Verlangens war noch nicht versiegt.
Als Achtzigjährige nun blickt Ivy am Ostersonntag 1999 auf viele gemeinsame Jahre erfüllten Lebens voller Liebe mit Frances und folgt an diesem entscheidenden letzten Tag dem rätselhaften Licht wie dem vor vielen Jahrzehnten am schicksalhaften Fluss.
Themen wie die Liebe zwischen Frauen oder die Selbstfindung innerhalb einer unkonventionellen Künstlerfamilie mit inneren Unsicherheiten werden sehr einfühlsam und gedanklich detailliert dargelegt. Mit dem religiösen Einblick auf die Osterfeiertage mit Fußwaschung, Psalmen und Gebeten aus der Lutherbibel, mit authentischem Ausschnitt aus dem Klosterleben von Nonnen erhält dieser Roman noch mehr Tiefe, zeigt überzeugend den inneren Zwiespalt der Hauptfigur Ivy.
1,394 reviews57 followers
January 27, 2026
J’avais lu un roman précédent de l’auteure (La fin d’où nous partons), qui ne m’avait pas convaincu. En revanche, j’ai aimé ce roman qui se déroule sur plusieurs années, à chaque fois un jour de Pâques.

Le roman s’ouvre avec la mort de Joseph lors d’une baignade avec sa sœur Ivy. Nous suivrons Ivy au fil de sa vie.

J’ai eu de la peine pour ce personnage qui grandit dans une famille de peintres reconnus, auprès d’un frère aîné qui a toutes les qualités. Elle n’en a aucune dans cette famille d’artistes.

Qui plus est, elle tombe amoureuse de Bear, un très vieil ami de ses parents. Et puis, quelques années plus tard, elle se prend d’une amitié rapprochée avec Frances, la jeune fille que devait épouser son frère.

J’ai aimé les couleurs et les senteurs dans ce roman : les couleurs du ciel qui distraies Ivy lorsque son frère se noie ; les senteurs de la cuisine d’Anne (et son gigot d’agneau trop cuit).

J’ai été étonnée de l’omniprésence des objets sentie par Ivy, comme si elle était obligé de s’accrocher à eux pour continuer de vivre.

Ce roman m’a paru très aquatique également, tant les références à l’eau étaient omniprésentes.

Dans ce roman, Ivy ne semble pas avoir eu de métier (à cette époque avant et après la guerre de 39-45, les femmes de son milieu s’occupaient des enfants), comme si elle était restée dans la lumière mystérieuse de cette après-midi de Pâques.

Un roman très sensuel qui m’a envoûté.

L’image que je retiendrai :

Celle des deux femmes lors de leur première nuit ensemble, lorsqu’elles dorment sous le ciel étoilé.

https://www.alexmotamots.fr/jours-de-...
Profile Image for Arbnora.
68 reviews
January 26, 2026
Die junge Ivy träumt von einem außergewöhnlichen Leben. Doch ein tragisches Ereignis zwingt sie in ein angepasstes Dasein aus Ehe und Familie. Jahre später trifft sie Frances wieder, der sie einst an einem Ostersonntag begegnete und erkennt, wie leer ihr Leben geworden ist. Zwischen den beiden Frauen entsteht eine verbotene Liebe, die alles infrage stellt.

Megan Hunter erzählt Ivys Leben anhand von nur sechs ausgewählten Tagen. Diese Struktur lenkt den Blick gezielt auf Wendepunkte und macht deutlich, wie einzelne Entscheidungen oder deren Ausbleiben ein ganzes Leben prägen können.
Besonders angesprochen haben mich die Themen des Romans: Verlust, unterdrückte Sehnsucht und eine verbotene Liebe, die nie offen gelebt werden darf. Auch die Frage, wie viel Kontrolle wir wirklich über unser eigenes Leben haben und inwiefern gesellschaftliche Erwartungen unsere Entscheidungen bestimmen, fand ich sehr stark und nachhallend.

Leider konnte mich die Umsetzung emotional nicht erreichen. Die Erzählweise ist sehr ruhig, beinahe kühl, was zwar zur Atmosphäre passt, mir bei dieser intensiven Thematik aber zu distanziert blieb. Ich hätte mir mehr Nähe zu Ivy, mehr innere Zerrissenheit und stärkere Gefühle gewünscht. Dadurch verlor die Geschichte für mich an Spannung.

Insgesamt ist Tage des Lichts ein Roman mit interessanten Ideen und wichtigen Fragen, der mich inhaltlich neugierig gemacht, emotional aber nicht berührt hat.
Profile Image for Inge H..
479 reviews9 followers
January 30, 2026
Spannend

Megan Hunter spielt in ihrem Roman, Tage des Lichts, virtuos mit den Gefühlen der Icherzählerin Ivy.
1938 ist Ivy 19 Jahre alt, als in die Familie einen traurigen Verlust erleiden musste.
Die Autorin hat ein besondere Familie geschaffen. Vater und Mutter sind Künstler. Außerdem leben noch andere Künstler mit aus dem Anwesen. Da geht es oft hoch her.
Ivy erzählt ihr ganzes Leben, aus der Erinnerung bis sie 80 Jahre alt ist.
Sie heiratet und bekommt zwei Töchter. Während des Krieges erlebt sie eine Liebe mit einer Frau. Die ist auch verheiratet.
Ivys Emotionen erleben wir die ganze Zeit mit.
Das hat die Autorin gefühlvoll geschrieben.
Sie zeigt ein Frauenleben, mit allen Wünschen und Träumen und Rückschlägen.
Der Roman ist mit wohltönender Sprache geschrieben.
Es war eine gute Lektüre, die mich gefesselt hat.
Ich möchte den Roman gerne weiter empfehlen.




148 reviews
March 8, 2026
Gleich vorweg: ich bin absolut unspirituell und unreligiös und habe kein Talent darin, Spuren dieser Wahrnehmungsformen zu entdecken. Das ist auch der Grund, warum ich diesen Roman auch nicht verstanden habe. Erst durch die intensive Diskussion mit anderen ist mir dahingehend ein Licht aufgegangen - allerdings macht diese Erkenntnis aus "Tage des Lichts" für mich auch kein gutes Buch, weil ich Haltung und Geschehen einfach nicht nachvollziehen kann.

Es geht in diesem Buch um Ivy, deren Lebensgeschichte anhand von 6 ausgewählten Tagen erzählt wird. Mit 19 Jahren muss sie ein traumatisches Ereignis miterleben: ihre geliebter Bruder Joseph ertrinkt beim gemeinsamen Schwimmen. Während er um Hilfe schreit, ist Ivy zwar neben ihm, schwebt aber geistig in anderen Dimensionen und bekommt somit auch seinen Todeskampf nicht mit. Seine Leiche wird nie gefunden. Das beschäftigt Ivy zeitlebens, nicht aber die anzunehmenden Schuldgefühle, die sie haben könnte. Die weiteren Tage werden im Laufe ihres langen Lebens erzählt, zum Schluss ist sie 80 Jahre alt. Ihr Leben war durchaus bewegt - Anziehung zu einen wesentlich älteren Mann (der sie absurderweise schon als Baby heiraten wollte), Kinder, die wirklich innige Liebe zu einer Frau, eine unerwartete, religiöse Entscheidung, die ihr Leben schlagartig verändert und das gute Ende zum Schluss. Das alles umrahmt von ihrer Familie, die fix im Künstler*innen-Milieu verankert ist und entsprechend enttäuscht ist, dass Ivy nicht auch künstlerische Avancen an den Tag legt. Die Geschichte erstreckt sich im Zeitraum von 1938 bis ins Jahr 1999, immer zur Osterzeit in England.

Mit der Sprache der Autorin hab ich mir nicht leicht getan. Sie schreibt schon eingängig, aber besonders die ersten 50 Seiten haben sich für mich enorm gezogen, ich hab kaum mehr Erinnerung daran, außer, dass ich Sätze immer und immer wieder lesen musste, ohne dass sie hängen blieben. Danach wird es besser, aber so richtig in den Bann gezogen hat mich das Buch nicht. Hinzu kommen einige schräge Metaphern, die einen staunen lassen - ist das Kreativität oder tut das weh, wenn beispielsweise ein Phoenix aus den Fluten steigt oder Lebenserfahrungen an ihrer Schwerkraft im Herzen gemessen werden. Aber vielleicht liegt hierin auch der tiefere Sinn, den ich nicht nachvollziehen kann. Durch die Diskussionen zu dem Buch wurde mir klar, dass die Autorin schwerwiegende christliche Symbolik verwendet, die sich mir mangels entsprechendem Wissen bzw. Kenntnissen nicht erschlossen. Das Thema Licht und Dunkelheit zieht sich wie ein roter Faden durch das Buch, auch wenn ich die Lichterscheinungen oft schwerlich finden konnte. Das hat wohl ebenfalls etwas mit Spirituellem zu tun. Dass dadurch aber jegliche Realität ausgeblendet wird, ist für mich allerdings vollkommen unverständlich.

Die Geschichte wird mittels personalem Erzähler erzählt, dieser führt uns ganz nah zu Ivys Empfindungen. Es scheint, als würde sie in ihrer Geistesblase schweben und nur schwerlich Bezug zur Realität finden. So sitzt sie - während die Bomben über England fallen - mit ihrer Liebe am Dach und betrachtet die romantischen Aspekte des Raketenflugs. Grundsätzlich scheint Ivy eine Getriebene zu sein, aber niemals eine Suchende. Dinge passieren ihr, ohne, dass sie sie bewusst lenkt. Und vor allem: sie weiß nie was sie will. Wer kennt es nicht, aber so als komplette Lebensgeschichte erzählt, wirkt das auf mich sehr unglaubwürdig. Oder halt spirituell.

Mein Fazit: "Tage des Lichts" wird sicher viele begeistern, die sich als spirituell bezeichnen. Für mich, die keinen Zugang dazu hat, war das Buch eine Mischung aus Ärgernis und Unglaubwürdigkeit, mit wenigen, aber doch vorhandenen Eingänglichkeiten.
Profile Image for book_fairy04 Eva.
8 reviews
February 2, 2026
„Tage des Lichts“ von Megan Hunt / Verlag: C.H. Beck
Wir begleiten Ivy an sechs Tagen ihres Lebens – immer um Ostern, zwischen 1938 und 1999 in England. Sechs Tage, die für ein ganzes Frauenleben stehen und zeigen, wie sehr ein einzelnes Ereignis alles verändern kann.
1938 ist Ivy 19 Jahre alt. Das Leben liegt vor ihr, und sie wünscht sich ein besonderes Leben. Ihre Familie ist außergewöhnlich, künstlerisch, frei.
Alle scheinen ein Talent zu besitzen, nur Ivy nicht. Sie ist nicht kreativ, nicht begabt wie die anderen. Sie ist einfach sie selbst und genau das fühlt sich für sie zu wenig an.
Besonders prägend ist Ostern 1938. Ivy lernt Frances kennen, die Freundin ihres Bruders Joseph. Am selben Tag verschwindet Joseph beim Eisbaden mit Ivy im Fluss. Jung, lebensfroh, verliebt. Sein Tod wird zum Mittelpunkt von Ivys Leben. Von da an kreisen ihre Gedanken, Erinnerungen und Entscheidungen immer wieder um ihn. Und um das Licht, das Ivy im Fluss gesehen hat.
Ivy entscheidet sich später bewusst für ein angepasstes Leben. Sie heiratet Bear, einen Freund ihres Vaters und den Liebhaber ihres Stiefvaters, bekommt zwei Kinder und lebt in einem alten Cottage nahe ihres Elternhauses. Ein normales, sicheres Leben, aber kein glückliches. Sie wirkt leer, suchend, als würde sie sich selbst verlieren. Besonders berührt hat mich dabei dieser Gedanke:
„Ich habe das Gefühl, dass ich mich langsam auflöse, irgendwie – und doch bin ich hier.“ (S. 210)
Erst als Frances Jahre später mit ihrer Familie in Ivys Nähe zieht, verändert sich etwas. Zwischen den beiden Frauen entsteht eine heimliche Liebschaft. Ivy blüht auf, fühlt sich lebendig und begehrt. Diese Zeit wirkt wie ein kurzes Aufleuchten, bis auch dieses Licht wieder verschwindet, als Frances’ Mann versetzt wird.
Die Autorin erzählt Ivys Geschichte leise, melancholisch und sehr kontrolliert. An nur sechs Tagen gelingt es ihr, immer wieder auf Joseph Bezug zu nehmen und seine Abwesenheit spürbar zu machen. Die Charaktere sind gut gezeichnet, besonders die unkonventionelle Familie bleibt im Gedächtnis. Überraschenderweise war mir Anne, die Haushälterin der Eltern, emotional näher als Ivy selbst; warmherzig, bodenständig und sehr menschlich, obwohl sie nur eine Nebenfigur ist.
Ivy hingegen blieb für mich eher distanziert. Ihre Trauer, ihre Sehnsucht, ihre Liebe, Lust und Affäre habe ich verstanden, aber nicht immer gefühlt. Ich hätte mir gewünscht, ihr näherzukommen und emotional tiefer mitzugehen.
Der Schreibstil ist flüssig und ruhig, stellenweise sehr poetisch und in diese besondere Ausdrucksweise musste ich mich erst einlesen. Thematisch greift der Roman viele große Themen auf: Trauer, Sehnsüchte, Hoffnung, Kreativität, Freigeist, Anderssein, queere und offene Beziehungen, Religion und die Suche nach Halt.
Tage des Lichts ist ein leiser, nachdenklicher Roman mit einer starken Grundidee und einer besonderen Atmosphäre. Emotional konnte er mich trotz allem nicht ganz abholen.
Am Ende steht das Licht. Es erscheint, als Joseph verschwindet, und zeigt sich erneut, als Ivy selbst geht. Zwei Augenblicke, zwei Abschiede und doch liegt darin etwas Tröstliches, als würde sich ein Kreis schließen.

57 reviews
February 21, 2026
Wir lernen Ivy im Jahr 1938 kennen. Sie ist 19 Jahre alt und voller Träume, aber auch voller Unsicherheiten. Ihre Familie ist bunt und unkonventionell und konnte ihr nicht immer den Rückhalt geben, den sie braucht. Doch dafür hat sie Joseph, ihren Bruder, auf den sie sich verlassen kann. Auch wenn die beiden sehr unterschiedlich sind, so ist ihre Beziehung doch von gegenseitigem Vertrauen geprägt. Als wir Ivy das erste Mal begegnen, kommt die ganze Familie zusammen, um Ostern zu feiern. Das besondere an diesem Fest: Joseph wird zum ersten Mal seine Freundin Frances mit nach Hause bringen, und alle sind ganz gespannt darauf, sie endlich kennenzulernen. Besonders Ivy, denn eine Frau, die ihr Bruder seiner Familie vorstellt, das muss schon ein ganz außergewöhnlicher Mensch sein.
Das Osterfest vergeht, und die Familie erlebt einen Schicksalsschlag, der besonders Ivys Leben nachhaltig verändert. Bald darauf ist sie verheiratet und durchlebt ihren Alltag als Ehefrau. Der Krieg tobt in Europa, Lebensmittel sind rationiert und nachts müssen alle Fenster verdunkelt werden. Und doch ist Ivys Leben erfüllt und gleichermaßen von Entbehrungen geprägt. Denn Frances, die sie jahrelang aus den Augen verloren hatte, tritt wieder in ihr Leben. Und damit gewinnt Ivy nicht nur eine liebe Freundin, sondern erhascht auch einen Blick auf die wunderbaren Dinge, die ihr möglich wären...
Megan Hunter erzählt in "Tage des Lichts" die Geschichte eines Lebens, das aus sehr verschiedenen Phasen besteht. Ich war beim Lesen immer wieder überrascht, wie viel Erleben in so ein Menschenleben passt. Ivy hat viele Rollen und Identitäten, die sie annimmt und austauscht, die mal im Vordergrund stehen und mal in den Hintergrund treten. Sie macht schwere Zeiten durch, erlebt unglaubliches Glück, muss verzichten und ist doch glückselig. In jedem Abschnitt ihres Lebens gibt es Zwänge, und doch auch Geschenke, die sie nicht missen möchte. Diese Ambivalenz hat mich schwer beeindruckt und auch mich daran erinnert, das Leben ganzheitlich zu betrachten und den Blick schweifen zu lassen.
Ivys Leben findet vor dem Hintergrund des zweiten Weltkriegs statt, was zwar präsent ist, aber nicht weiter thematisiert wird. Das fand ich sehr interessant, weil das Buch dadurch an Tiefe und an Substanz gewonnen hat, ohne die Handlung unnötig komplexer zu machen.
Ganz besonders gut hat mir gefallen, dass Megan Hunter mit "Tage des Lichts" aufzeigt, dass queere Menschen keine moderne Erfindung oder ein Trend sind, sondern schon immer Teil unserer Gesellschaft waren. Sie skizziert die Kompromisse und die Einschränkungen, mit denen alle leben müssen, die von der Norm abweichen. Und zeigt dabei trotzdem auf, dass es jeder Mensch selbst in der Hand hat, für sein Glück zu kämpfen.
Insgesamt ist "Tage des Lichts" ein wirklich schönes Buch, bei dem es einem ganz warm ums Herz wird. Es ist keinesfalls kitschig oder schnulzig, und doch spielt die Liebe eine zentrale Rolle. Auch das historische Setting hat mir gut gefallen und empfehle das Buch jedem, der offen ist für eine etwas andere Lebens- und Liebesgeschichte.
12 reviews
Review of advance copy received from Publisher
January 18, 2026
Zwischen verpassten Wegen und leiser Hoffnung – ein stiller Roman über ein ungelebtes Leben
Mit „Tage des Lichts“ erzählt Megan Hunter die Geschichte einer Frau, deren Leben nicht in großen dramatischen Bögen, sondern in stillen inneren Verschiebungen verläuft. Im Mittelpunkt steht Ivy, deren Biografie in sechs ausgewählten Tagen nachgezeichnet wird – Momentaufnahmen, die wie Haltestellen eines langen, oft widersprüchlichen Lebens wirken.

Schon Ivys Kindheit ist geprägt von Gegensätzen: ein kreatives, freigeistiges Elternhaus auf der einen Seite, emotionale Unsicherheit und Instabilität auf der anderen. Der frühe Tod ihres Bruders Joseph wird zum alles überschattenden Einschnitt. Von diesem Verlust ausgehend verändern sich Ivys Blick auf die Welt, auf Nähe, Zukunft und auf sich selbst. Was einst möglich schien, wird vorsichtiger, leiser, begrenzter.

Im Erwachsenenalter findet man Ivy in einem Leben wieder, das mehr funktioniert als erfüllt. Sie ist Ehefrau und Mutter, eingebettet in Routinen, die Sicherheit bieten, aber kaum Raum für Sehnsucht lassen. Man spürt zwischen den Zeilen eine tiefe Müdigkeit, ein ständiges „Was wäre wenn“, das nie laut ausgesprochen wird. Erst die Begegnung mit Frances, einer alten Weggefährtin ihres Bruders, reißt alte Gefühle auf. Aus vorsichtiger Annäherung entwickelt sich eine Beziehung, die Ivy zwingt, ihre bisherigen Entscheidungen zu hinterfragen – und sich zum ersten Mal ernsthaft mit dem eigenen, unterdrückten Wunsch nach Selbstbestimmung auseinanderzusetzen.

Megan Hunter erzählt diese Geschichte mit großer Zurückhaltung. Die Sprache ist ruhig, poetisch und von feiner Melancholie getragen. Vieles bleibt unausgesprochen, liegt zwischen den Sätzen, in kleinen Gesten und Gedanken. Wer einen spannungsreichen, handlungsgetriebenen Roman erwartet, wird hier nicht fündig. Stattdessen entfaltet sich ein stilles, eindringliches Porträt eines Lebens, das von Verlust, Anpassung und vorsichtigen Neuanfängen geprägt ist.

Gerade diese Zurückhaltung macht die Stärke des Buches aus. „Tage des Lichts“ ist kein lauter Roman, sondern einer, der lange nachhallt. Er stellt unbequeme Fragen: Wie sehr formen frühe Verluste unsere späteren Entscheidungen? Wann ist ein Leben wirklich selbst gewählt? Und wie viel Mut braucht es, noch einmal neu anzufangen?

Ein leises, kluges und emotional tiefgehendes Buch über die Zwischentöne des Daseins, über verpasste Chancen – und über das fragile, aber beharrliche Hoffen auf ein anderes, freieres Morgen.
Profile Image for Johanna Berger.
134 reviews5 followers
Review of advance copy received from Publisher
January 29, 2026
Sechs Kapitel, sechs Tage im Leben einer Frau. Der erste und folgenschwerste ist der Ostersonntag 1938. Da ist Ivy 19. Am Ostersonntag 1999 endet die Handlung. Ivy ist 80 Jahre alt.
Sie wächst auf in einer wohlhabenden englischen Künstler-Familie auf dem Land. Die Mutter Marina ist Malerin, ihr Lebensgefährte Angus ein noch berühmterer Maler als sie, mit wechselnden Liebhabern. Einen davon, genannt Bear, heiratet Ivy später. Daneben gibt es noch ihren Vater Gilbert, der seine Frau und seine beiden Kinder zwar verlassen hat, aber nicht aus dem Leben der Patchworkfamilie verschwunden ist. Diese Familienkonstellation hat die Autorin lose in vielen Details an die der Jugend von Angelica Garnett angelehnt, der Tochter der Malerin Vanessa Bell (Schwester Virginia Woolfs) und des Malers Duncan Grant.
Ivy beobachtet alle und fühlt sich selbst leer, möchte verschwinden zwischen den Dingen, ein Baum werden. Sie träumt, hat keinen Blick auf die Zukunft. Ein durchscheinender, schwebender Charakter. Man erwartet von ihr, etwas Besonderes zu werden, Künstlerin natürlich „angesichts der Familie, aus der sie stammte“. Allerdings hat sie die Erwartungen der Familie bisher enttäuscht. Eine höhere Schulbildung ist für sie nicht vorgesehen. Ihr geliebter Bruder Joseph darf selbstverständlich in Oxford studieren. Der „wusste, wie man lebte“. Sie bewundert ihn über alle Maßen. An diesem Ostersonntag erwartet er seine Verlobte. Als sie sehr verspätet eintrifft, fühlt Ivy sich sofort zu ihr hingezogen. Spät abends entschließen sich Joseph und Ivy im eiskalten Fluss schwimmen zu gehen. Und dann passiert das Unglück, das Ivy ihr Leben lang nicht verarbeiten kann. Joseph verschwindet im Wasser und wird nicht mehr gefunden. Sie fühlt sich schuldig, ihn nicht gerettet zu haben.
Das ist die Ausgangssituation für die folgenden im Roman beschriebenen fünf Tage im Leben von Ivy. Sie weiß lange nicht, wo sie sich zugehörig fühlen soll, rutscht in Lebenssituationen hinein, fast ohne sich bewusst zu entscheiden. Selbst die Spiritualität, die eine große Rolle in ihrem Leben spielt, entdeckt sie eher zufällig.
Der Roman entwickelt in den ersten beiden Kapiteln einen starken Sog (der später leider etwas ausdünnt). Die personale Erzählweise entlang Ivys Beobachtungen anderer Menschen, der Natur, ihren Gedanken und Gefühlen ist eindrucksvoll. Zuweilen ist mir die Metaphorik aber zu dick aufgetragen. Und die Betonung christlicher Spiritualität kann mich nicht packen. Andere vielleicht schon.
Übersetzung: Judith Schwaab
Ausführlicher auf www.kultursalon.blog
Profile Image for Litote.
700 reviews13 followers
February 9, 2026

Avec Jours de lumière, Megan Hunter nous invite à suivre une vie entière à travers seulement six journées marquantes. J’ai été saisie par la délicatesse avec laquelle l’autrice fait avancer le récit, de la jeunesse d’Ivy à sa vieillesse, en passant par les bouleversements intimes qui forgent son existence. Chaque journée révèle un pan de son histoire, une émotion particulière, un souvenir que l’on ressent avec elle.
Tout commence à Pâques 1938, dans la campagne anglaise. Ivy, jeune femme de 19 ans, vit dans une famille bohème d’artistes peintres, où la liberté semble de mise tant que l’harmonie est préservée. Son frère aîné Joseph s’apprête à présenter sa fiancée, mais ce jour en apparence ordinaire va tout changer. Cette première déflagration intime, que l’on suit avec Ivy, marquera à jamais sa vie et sa perception du monde. J’ai été touchée par la façon dont ce traumatisme initial imprime sa marque sur tous les instants suivants, même les plus lumineux.
Le roman retrace ensuite d’autres journées décisives : Ivy mariée, Ivy mère, Ivy veuve, Ivy traversant le deuil, la foi, l’amour et l’incertitude. J’ai aimé observer sa manière de s’accrocher aux objets, aux sensations et aux détails, comme autant de repères pour continuer d’avancer. Les couleurs, les odeurs, les textures sont omniprésentes : le ciel d’avril, l’eau qui revient comme un motif, la cuisine, les herbes coupées… Chaque instant est rendu avec une précision sensorielle qui m’a profondément touchée et transportée.
La force de ce roman tient à sa retenue et à sa poésie : la vie d’Ivy se dessine par touches, par silences et par éclats de lumière. C’est un texte fragile et lumineux, qui parle d’art, de familles singulières, d’amour et de mémoire. J’ai lu ce livre avec attention et émerveillement ; il s’adresse à celles et ceux qui aiment les récits qui murmurent et laissent la lumière s’inviter doucement dans les recoins de l’existence. Ce roman m’a laissée avec un sentiment durable de beauté fragile, de souvenirs qui flottent et de vies que l’on n’oublie pas.

https://latelierdelitote.canalblog.co...
Profile Image for j.and.the.boys .
120 reviews2 followers
January 27, 2026
. Hat das Leben den Klang angenommen, den Ivy sich einst erhofft hat? Immer wieder kehrt diese Frage zu ihr zurück.
In „Tage des Lichts“ entfaltet sich über sechs Tage eine intensive Erzählung, die die Brüche, Sehnsüchte und die stille Zerrissenheit einer Frau sichtbar macht.
Eine klare Leseempfehlung für alle, die ruhige, literarische Geschichten lieben.
4/5 ⭐️

. Worum geht es genau…
England 1938: Die 19-jährige Ivy steht am Übergang zum Erwachsenwerden und träumt von einem außergewöhnlichen Leben. Doch ein tragisches Ereignis am Ostersonntag verändert alles. Statt Freiheit folgen Ehe, Kinder und ein angepasstes Dasein. Jahre später bringt die erneute Begegnung mit einer Freundin verdrängte Sehnsüchte zurück…

. In „Tage des Lichts“ begleiten wir Ivy als Ich-Erzählerin durch sechs prägende Tage ihres Lebens. Diese sind eingebettet in die Osterfeierlichkeiten und überschattet vom damals herrschenden Krieg. Ivy wächst in einer für ihre Zeit außergewöhnlich unkonventionellen Familie auf, einer Familie, die von Kunst und Kreativität lebt. Umgeben von Lyrik, Tanz und Malerei soll auch sie ihren eigenen Weg finden. Doch schnell wird deutlich, dass diese Suche alles andere als einfach ist.

. Ivys lebensbestimmende Entscheidungen entstehen aus einem Spannungsfeld zwischen Bauchgefühl, Verstand und Verantwortungsbewusstsein. Immer wieder wollte ich sie in den Arm nehmen und ihr Mut zusprechen. Sie ist eine sympathische Protagonistin, auch wenn sie stellenweise etwas blass bleibt, gerade dort, wo man sich stärkere emotionale Tiefe gewünscht hätte. Vielleicht ist es jedoch genau diese Zurückhaltung, die ihr das Leben so schwer macht und sie rastlos nach Erfüllung suchen lässt.

. Trotz der teils großen Zeitsprünge entsteht nie das Gefühl, den Anschluss zu verlieren. Der Erzählfluss bleibt konstant und trägt mühelos durch die Geschichte. Die kurzen, episodenhaften Einblicke verleihen dem Roman eine besondere Intensität und laden zum Nachdenken ein.

. „Tage des Lichts“ ist ein leiser, feinfühliger Roman, der durch Hunters eindringliche und elegante Sprache auf subtile Weise die gesellschaftlichen Erwartungen an Frauen thematisiert.

. Ein leiser, feinfühliger Roman, der lange nachwirkt!
„Tage des Lichts“ überzeugt mit Atmosphäre, Tiefe und wichtigen Denkanstößen zur Selbstfindung und gesellschaftlichen Erwartungen an Frauen.
Für alle, die literarische, ruhige Romane mit historischer Einbettung und emotionaler Nachwirkung schätzen, ist dieses Buch eine uneingeschränkte Leseempfehlung!
679 reviews
January 30, 2026
Sechs Tage, die ein Leben prägen
Im Mittelpunkt steht das Leben einer Frau, das sich langsam und oft unauffällig verändert.
Erzählt wird es entlang von sechs Tagen, die über acht Jahrzehnte verteilt liegen und die Richtung ihres Lebens immer wieder neu bestimmen.
Die Geschichte beginnt in England kurz vor dem Zweiten Weltkrieg. Eine junge Frau steht an der Schwelle zum Erwachsenwerden, umgeben von einer außergewöhnlichen, kreativen Familie und vielen Möglichkeiten. Ein tragisches Ereignis an einem einzigen Nachmittag verändert jedoch den Lauf ihres Lebens grundlegend. Aus Freiheit wird Anpassung, aus Sehnsucht wird Alltag. Ehe, Kinder und ein äußerlich geordnetes Leben prägen die folgenden Jahre, während innerlich eine Leere zurückbleibt.
Erst lange später rückt eine Begegnung wieder ins Bewusstsein, die einst von großer Bedeutung war. Eine Frau, die für einen anderen Lebensentwurf steht und für das, was hätte sein können. Zwischen beiden entwickelt sich eine heimliche, intensive Liebe. Sie bleibt begrenzt durch Zeit, Verantwortung und gesellschaftliche Erwartungen.
Der Roman erzählt von Schuld, Sehnsucht und von Entscheidungen, die ein ganzes Leben prägen können. Dabei wird nichts überzeichnet. Die leisen Momente, das Verschweigen und das Aushalten stehen im Vordergrund, nicht das große Drama. Besonders eindrücklich ist der Blick auf das Älterwerden und auf die Frage, wie viel Einfluss früh getroffene Entscheidungen noch im späteren Leben haben.
Der Schreibstil bleibt zurückhaltend und kontrolliert. Die Sprache ist klar, stellenweise fast nüchtern. Hier hätte etwas mehr Lebendigkeit gutgetan, vor allem in emotionalen Passagen. Dennoch trägt diese Zurückhaltung auch zur besonderen Stimmung des Romans bei und lässt Raum für eigene Gedanken.
4 Sterne und eine Leseempfehlung für Leserinnen und Leser, die ruhige, nachdenkliche Romane schätzen und sich gern auf leise Lebensgeschichten einlassen.
Profile Image for WildesKopfkino .
839 reviews7 followers
January 31, 2026
Manche Bücher fühlen sich nicht gelesen an, sondern gelebt. Tage des Lichts ist genau so ein Fall. Still, aber nicht leise. Zart, aber mit ordentlich Druck auf der Brust. Ein Roman, der nicht schreit, sondern lange nachhallt – wie ein Gedanke, der sich erst beim Abwasch richtig entfaltet.

Achtzig Jahre Leben, verpackt in sechs Tage. Klingt erstmal nach literarischem Kunstgriff, entpuppt sich aber schnell als emotionaler Volltreffer. Ivy wächst einem nicht auf die Nerven, sondern unter die Haut. Eine junge Frau mit großen Träumen, die vom Leben sanft, aber bestimmt in andere Bahnen geschoben wird. Ehe, Kinder, Angepasstheit. Alles richtig gemacht – und trotzdem irgendwas verloren.

Dann Frances. Keine große Explosion, kein kitschiges Drama. Nur dieses leise Ziehen. Dieses Wissen, dass man zu spät am falschen Bahnhof ausgestiegen ist. Megan Hunter beschreibt diese Sehnsucht so ruhig und präzise, dass es fast weh tut. Keine effekthascherischen Szenen, kein erhobener Zeigefinger. Stattdessen Blicke, Gedanken, Zweifel. Und diese nagende Frage: Wie viel Entscheidung steckt eigentlich im eigenen Leben?

Besonders stark ist die Sprache. Klar, elegant, ohne Schnörkel, aber mit Tiefe. Jeder Satz sitzt, nichts wirkt überflüssig. Das Buch vertraut darauf, dass Leser zwischen den Zeilen fühlen können – und genau das funktioniert verdammt gut. Nebenbei erzählt es von Schuld, Mut und davon, wie schwer es sein kann, ehrlich zu sich selbst zu sein, wenn alle anderen Versionen so bequem wirken.

Kein Roman für den schnellen Kick. Aber einer für lange Abende, für leise Gedanken und für dieses Gefühl, kurz das eigene Leben von außen zu betrachten. Am Ende bleibt kein lauter Knall, sondern ein stilles Licht. Und manchmal ist genau das viel stärker.
189 reviews
February 22, 2026
Tage des Lichts erzählt von sechs entscheidenden Tagen im Leben einer Frau und davon, wie sehr Zufall, Sehnsucht und gesellschaftliche Erwartungen ein Leben formen können. Die Idee hinter dem Roman hat mir gut gefallen, die Umsetzung konnte mich jedoch nicht ganz überzeugen.

Im Mittelpunkt steht Ivy, eine junge Frau im England des Jahres 1938, die an der Schwelle zum Erwachsenwerden steht und von einem außergewöhnlichen Leben träumt. Sie möchte Tänzerin, Künstlerin oder vielleicht etwas ganz anderes werden – Hauptsache, ihr Leben wird so besonders wie das ihrer Familie. Doch ein tragisches Ereignis an einem Ostersonntag bringt alles durcheinander und lenkt ihr Leben in ganz andere, überraschend gewöhnliche Bahnen: Ehe, Kinder, Anpassung. Erst viele Jahre später, als Ivy Frances wieder begegnet – der Frau, die sie an jenem Ostersonntag kennengelernt hat –, wird ihr bewusst, wie leer sie sich fühlt. Zwischen den beiden entwickelt sich eine verbotene, leidenschaftliche Liebe, die keinen Platz in der damaligen Zeit hat.

Thematisch fand ich den Roman sehr stark: Es geht um verpasste Möglichkeiten, unterdrückte Wünsche, Schuld und die Frage, wie viel Kontrolle wir über unser eigenes Leben wirklich haben. Leider bin ich emotional nicht richtig in die Geschichte hineingekommen. Die Figuren blieben für mich etwas distanziert, sodass ich ihre Entscheidungen und inneren Konflikte eher verstand als fühlte. Dadurch fehlte mir die emotionale Bindung, die mich wirklich hätte fesseln können.

Tage des Lichts ist ruhig, nachdenklich und sprachlich fein, aber für mich blieb der Roman trotz der guten Idee und der wichtigen Themen etwas zu kühl. Drei solide Sterne für ein Buch, das viel wollte, mich aber nicht ganz erreicht hat.
Profile Image for La Clé des Livres.
50 reviews1 follower
January 19, 2026
Chronique de Jours de lumière - Megan Hunter - Les Escales

Un grand merci à Les Escales et Netgalley France pour ce service presse numérique ! 😍

💫 Mon avis 💫

Permettez-moi de vous présenter Ivy. Ivy est une jeune fille vivant dans la campagne anglaise avec sa famille. Elle est calme, peut-être un peu introvertie, et surtout très sensible. Elle observe, et ce qu’elle observe lui fait ressentir des émotions, lui apporte des pensées. Tout ce qui l’entoure la fait réfléchir au monde, à la vie, aux relations entre êtres humains. Ivy, vous aurez le plaisir de la retrouver tout au long des années, d’étudier son caractère si délicat au gré des événements de la vie, de la guerre, des naissances et des retrouvailles. 🤝

Ivy, vous la verrez évoluer au fil des époques, mais aussi au fil des décors. Dans sa campagne anglaise, élégante et propice aux pique-niques; dans son cottage, entourée d’enfants et de l’angoisse latente de la guerre; dans les églises, alors qu’elle cherche le sens de sa vie, s’il y en a un. Des paysages qui seront mémorables 🏡

Mais observer Ivy, c’est aussi observer toutes les personnes qui gravitent autour d’elle, et qui lui inspirent des émotions ambivalentes, des réflexions diverses. Vous ne saurez quoi penser de sa mère, Marina, vous vous plairez à découvrir la vitalité et le naturel de son frère, Joseph, et vous apprécierez sûrement démêler les dynamiques familiales en général, éloignées des conventions 🔗

Est-ce que je dois vraiment vous dire à quel point je l’ai appréciée, notre Ivy ? 🍀

Si tout cela vous laisse circonspect, je réussirai peut-être à vous convaincre de lire ce roman en vous disant qu’il se trouve en quelques sortes à la croisée de Les Bien-aimés d’Ann Napolitano et de Dans sa maison de Yael van der Wouden 🤔

Une lecture qui m'a beaucoup plu ❤️

Et vous, allez-vous vous laisser tenter❓

💫 Mes notes 💫

Univers : 4⭐ / 5

Personnages : 5⭐ / 5

Histoire : 4⭐ / 5

Note globale : 4⭐ / 5
Profile Image for that library bookworm.
6 reviews
Review of advance copy
January 29, 2026
Schöne Idee...aber mit Schwächen

Ivy ist junge 19 Jahre alt, verspielt, träumerisch und völlig ahnungslos, was sie beruflich machen möchte. Sie betont immer wieder, dass sie talentlos sei, da jeder in ihrer Familie eine Gabe zu haben scheint außer ihr. Ivy's einziger Lichtblick: ihr Bruder Joseph und seine neu gefundene Liebe...Frances.

Ich bin etwas hin und hergerissen...
Spannend fand ich die Aufteilung in verschiedene Tage, die in verschiedenen Jahrzehnten spielen und unterschiedliche Stationen Ivy's Lebens beleuchten. Sonst auch fand ich die Charaktere interessant. Es war auf jeden Fall eine sehr verrückte Familienkonstellation. Mit Ivy konnt ich mich dennoch am meisten identifizieren, da es mir häufig auch so ging bzw. geht. Einzig und allein Bear konnt ich zum Teil nicht viel abgewinnen und fand einige der Äußerungen...schwierig.
Genrell gab es manchmal Stellen im Buch, die mir unangenehm aufgestoßen sind und die ich nicht richtig einzuschätzen wusste. Außerdem hat ich mir ein anderes tragisches Erlebnis gewünscht, was weniger hervorsehbar gewesen wäre.
Dennoch hat ich auch einige Stellen bei denen ich Feuer und Flamme für die Charaktere war, vor allem für Ivy, und mich sehr über die Handlung gefreut habe. Weiterhin fand ich die Bedeutung, die das Licht im Roman einnimmt, durchaus spannend.

Ein Roman, der für mich mehr ein "mal fix dazwischen" war, und es trotzdem schafft einen ein wenig mitzureißen. Er bringt ein paar philosophische und theologische Fragestellungen auf und schildert den Weg des Erwachsenwerdens.
Profile Image for Buchdoktor.
2,408 reviews193 followers
Review of advance copy received from Netgalley
January 29, 2026
Ivy wächst in den 1920ern in einer kleinen Künstlerkolonie aus Malern und Autoren in Cressingdon/South Downs/Sussex auf. Ihre Hauptbezugsperson scheint das mütterliche Hausmädchen Anne zu sein. Da in Ivys Familie die Begabungen bereits vergeben und die Erwachsenen mit sich beschäftigt sind, macht sich niemand die Mühe, Ivys Talente zu entdecken. Herablassend stichelt hier eine Clique leicht kränkbarer Künstlernaturen gegen Ivys Durchschnittlichkeit. Bisexuelle Beziehungen mit jeweils neuen Partnern und Kinder, die irgendwie dazwischen aufwachsen, legen eine Spur zur Bloomsbury-Group. An Virginia Woolf, die 1918 geborene Vanessa Bell, ihre Tochter Angelica Bell und deren Ehemann David Garnett sind Megan Hunters fiktive Figuren angelehnt.

In Ivys Elternhaus stand fest, dass Vater Gilberts Liebling, der ältere Sohn Joseph, eine angesehen Privatschule besuchen wird. Für eine untalentierte Tochter wie Ivy lohnte Investition in Bildung nicht, sie wird heiraten und hat daher liebenswert zu sein. Ivy wirkt wie ein unbeschriebenes Blatt, in deren Leben geschieht, was ihre Gesellschaftschicht vorschreibt. Als an einem Ostersonntag Joseph der Familie seine Freundin Frances vorstellen will, passiert das Unvorstellbare: vom Schwimmen mit Ivy im kalten Fluss kehrt Joseph nicht zurück. Da sein Verschwinden nicht aufzuklären ist und er theoretisch an anderer Stelle den Fluss lebend verlassen haben kann, wird von nun an ein Schatten von Verantwortung auf Ivy lasten und die verwaiste Familie nicht loslassen.

Sechs Jahre später treffen wir Ivy verheiratet mit dem viel älteren „Bear“ und als Mutter zweier Töchter wieder. Zeitsprünge führen u. a. zu einem Wiedersehen mit Frances, Ereignissen des Zweiten Weltkriegs, Ivys Witwendasein, ihrer Suche nach Gott und bis ins hohe Alter 1999. Über Ivys körperliche und emotionale Entwicklung während der Zeitsprünge scheint wenig zu berichten zu sein. In ländlicher Idylle wie aus der Zeit gefallen aufgewachsen, fragt Ivy ihren Bear ebenso wenig wie Frances ihren Gatten, welcher Tätigkeit die mit der Bahn pendelnden Ehemänner in London eigentlich nachgehen und wie das Geld in die Haushaltskasse gelangt.

Fazit
Vor der Kulisse einer unkonventionell lebenden Künstler- und Literatengruppe folgt die Autorin in Zeitsprüngen den Wendepunkten im Leben ihrer Protagonistin Ivy, offenbar einer Frau ohne Ziele und Interessen. Aus der Sicht von Ivys Generation könnte man hier ein Bild der Umbrüche des 20. Jahrhundert erwarten, das man als Leser:in jedoch selbst ableiten muss. Auch wenn mich die farblos wirkende Ivy schließlich noch überraschen konnte, spricht mich Megan Hunters erzählerische Lückentechnik nicht an. Zwar vermittelt der Roman die trügerische Sicherheit ländlicher Abgeschiedenheit sehr poetisch, u. a. die Folgen eines tragischen Verlusts für die betroffene Familie bleiben jedoch der Phantasie ihrer Leser:innen überlassen.

3 1/2 Sterne
199 reviews
Review of advance copy received from Shelf Awareness Pro
January 22, 2026
sechs wichtige Tage

"Tage des Lichts" erzählt vom Leben einer Frau mit dem Namen Ivy. Die Geschichte beginnt im England 1938. Ivy wächst in einer Familie mit vielen Künstlern auf. Ivy ist unsicher, welchen Weg sie gehen will – sie denkt an Kunst, Tanz oder Abenteuer. Aber alles ändert sich, als am Ostersonntag ihr Bruder plötzlich stirbt. Das Buch zeigt sechs wichtige Tage aus Ivys Leben – über 80 Jahre verteilt. In diesen Tagen erkennt Ivy immer mehr, was sie wirklich fühlt und was sie im Leben will.
D Mittels poetischer Sprache werden wir ganz sanft durch die Erzählung geführt. Das Buch ist ruhig geschrieben, und schön zu lesen. Dennoch war das an einigen Stellen zu viel des Guten, und die Protagonistin blieb mir auch sehr fern.

Mir gefällt das Buch, weil es viel über Gefühle erzählt und zeigt, wie Menschen sich verändern. Von mir gibt es daher eine Empfehlung.
2,329 reviews13 followers
Review of advance copy received from Netgalley
January 27, 2026
Zum Inhalt:
Ivy steht an der Schwelle zum Erwachsenwerden und sie möchte, das ihr Leben besonders werden soll, aber was sie wirklich anfangen soll, weiß sie nicht. Doch statt ein besonderes Leben zu führen, dass sie sich erträumt, geht ihr Leben in ganz normale Bahnen. Jahre später wird ihr nach der Begegnung mit Francis bewusst, wie leer sich ihr Leben eigentlich anfühlt. Und eine Liebe entflammt, die es so aber nicht geben darf.
Meine Meinung:
Das ist ein Buch der eher leisen Töne und darauf muss man sich dann auch einlassen können, denn es löst auch in dem Leser Gefühle aus, bei denen er ins Grübeln über das eigenen Leben kommt. Der Schreibstil ist eher zurückhaltend und still, was aber sehr gut zum Buch passt. Ich habe das Buch mit Interesse gelesen, denn solche Geschichte begegnen einem nicht so oft. Ein ganzes Leben in nur sechs Tagen zu erzählen hätte ich so nicht für möglich gehalten, aber es funktioniert.
Fazit:
Berührend
Profile Image for Denise.
8 reviews
February 10, 2026
Das Cover hat mich gleich angesprochen. Das warm durchs Fenster einfallende Licht und die Art des Gemäldes passen nicht nur sehr gut zum Titel sondern auch zu den Inhalten des Buchs. Ebenso hatte mich der Klappentext für den Roman begeistert.

Leider hat mich die Geschichte selbst jedoch am Ende nicht einfangen können. Einerseits hatte ich eine stärkere Einbindung in den zeithistorischen Kontext erwartet. Aber insbesondere mit der Hauptfigur Ivy bin ich überhaupt nicht warm geworden und konnte in vielen Fällen ihr Entscheidungen nicht nachvollziehen. Auch konnte ich bei ihr über den Verlauf des Romans keine persönliche Entwicklung feststellen.

Davon abgesehen ist das Buch dennoch insgesamt ganz gut geschrieben. Durch die zeitlichen Sprünge im Roman kam es zu vielen überraschenden Wendungen und es bleiben viele inhaltliche Frage offen oder der eigenen Vorstellung überlassen.
Displaying 1 - 25 of 25 reviews

Can't find what you're looking for?

Get help and learn more about the design.