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Die Tagebücher in Bildern

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Fritz J. Raddatz, geboren 1931 in Berlin, 1960 bis 1969 stellvertretender Leiter des Rowohlt Verlags, 1977 bis 1985 Feuilletonchef der Zeit, von 1969 bis 2011 Vorsitzender der Kurt-Tucholsky- Stiftung, Herausgeber von Tucholskys «Gesammelten Werken» im Jahr 1975, Autor in viele Sprachen übersetzter Romane und eines umfangreichen essayistischen Werks. 2001 veröffentlichte er eine Gottfried- Benn-Biographie, 2003 erschien das autobiographische Buch «Unruhestifter» und 2009 ein viel beachtetes Werk über Rilke. Im Rowohlt Verlag veröffentlichte er 2010 seine gefeierten «Tagebücher 1982 – 2001», denen im Jahr 2011 die «Tagebücher in Bildern» folgten. 2010 wurde er mit dem Hildegard-von-Bingen-Preis für Publizistik geehrt.

144 pages, Hardcover

First published September 1, 2011

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About the author

Fritz J. Raddatz

103 books2 followers
Fritz Joachim Raddatz was a German feuilletonist, essayist, biographer and romancier.
Aged 20 he started to write for Berliner Zeitung. From 1953 to 1958 he led the foreign department of the publishing house Volk und Welt in East Berlin. Because Raddatz had ongoing conflicts with East German authorities he moved back to West Germany in 1958.

In 1960 he became chief editor and deputy publishing manager of Rowohlt Verlag. He held hese positions until 1969, when he had to step down due to the "balloon affair". From 1976 until 1985 he was leading the feuilleton of Die Zeit.

Raddatz was one of the most influential literary critics in the field of German literature. He also published his diaries as well as many essays, novels and biographies.

Raddatz lived openly as a bisexual. In Hamburg he lived for more than 30 years with his partner Gerd.

In September 2014 Raddatz announced his retirement from active writing.

Raddatz, who was an advocate of Euthanasia, committed suicide at the age of 83 on 26 February 2015 in Zurich. He never wanted to become a nursing case. In full possession of his powers he decided: "That's it, it's enough."

He was chairman of the Kurt Tucholsky Foundation and a member of PEN-Zentrum Germany and the Freie Akademie der Künste Hamburg.

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Profile Image for Christl.
91 reviews7 followers
March 2, 2017
Schmaler Band mit Fotos und Auszügen aus den Tagebüchern.
Unterhaltsam. Schön gestaltet. Ein bisschen Klatsch über die Literaturszene der 80er und 90er Jahre. Für Menschen, die nicht a l l e Details aus FJRs Leben wissen wollen. Also für Menschen wie mich.
(Oder ein Appetithappen für die Tagebücher in 2 Bänden.)
Profile Image for Klaus Mattes.
850 reviews16 followers
March 25, 2026
Eine recht witzlose Angelegenheit. Aber jetzt, da die Tagebücher Band 2, 2002-2012, auf dem Markt sind, kann diese kleine Zugabe zum ersten Band, der die Jahre 1982 bis 2001 traktiert hat, verramscht werden und so kommt das auch noch bei mir an. Witzlos war's 2011 schon, als Texte von vor über zehn Jahren einem höflich erschütterten Publikum ein zweites Mal serviert wurden, welche man in der Taschenbuchausgabe hätte nachlesen können. Hier nur ganz knappe Auszüge, Bruchteil seines Tagebuchs, dafür mit (unnötigen) Fanbriefen „by the likes of“ Rolf Hochhuth oder Haug von Kuenheim gestreckt. Klar, kauft man das Buch aber sowieso wegen seinen Schwarzweiß-Fotografien von Dichterbegegnungen, den visuellen Begegnungen mit Dichterfiguren einer längst vergangenen Zeit. Überall war dann der Herr Raddatz auch dabei. Ohne Bart, Langhaar und Brille, sieht er auf den älteren Fotos noch wie ein normaler Krawattenträger-Literaturbetriebs-Mensch der sechziger Jahre aus. Eine kleine Spur gelackter halt.

Das gesamte Tagebuch-Unternehmen diente sowieso dafür zu belegen, dass, wenn er schon nicht so bleibend wie Oscar Wilde, Marcel Proust, Thomas oder Klaus Mann schreiben konnte, er wenigstens ihr treuer Butler bei ebenbürtigem Stilempfinden gewesen ist. Allerdings weiß dieses Buch nie so genau, was es eigentlich sein will: Raddatz‘ konzise Beschreibungen der literarischen Giganten des zwanzigsten Jahrhunderts – oder doch mehr ein nett und schnell zu blätterndes Fotobuch „in Bildern“? Als Bildband, also Coffeetable-Book, wäre es aber doch viel zu dünn und zu klein im Format! Und die Fotos sind zu klein und bekommen nur selten eine komplette Seite Raum, wie es besser gewesen wäre.

Man liest so vor sich und es dauert nicht lange, da denkt man: Ach, diesen ersten Tagebücher-Band, den werde ich wohl nie kaufen. Schon in der Mitte seiner Fünfziger ist Fritz J. der ewig quengelige Raddatz vom Altersband gewesen, als er dann seine beruflichen Positionen nicht mehr bekleidete und nicht mehr von den Wichtigen für wichtig genommen wurde. Schon da vermerkt er, wer sich eigentlich bloß wichtiggetan hätte. Dabei sind seine Tagebücher vor allem das, der Nachwelt einbimsen, was für einen Connaisseur sie mit Fritze J. dereinst noch hatte.

Da steht, mit wem er gesoffen hat, wer ihn nicht mehr gegrüßt hat, wer ihn nicht mehr besucht, und wer sich für seine kleine Aufmerksamkeiten nicht bedankt hat. Raddatz war Netzwerker und als solcher ließ der Mann sich nicht lumpen, machte gerne Geschenke, ließ Blumen bringen. Aber wer dann nicht zurückruft, den sperrt Raddatz für alle Zeiten in die Tagebücher! Über den lange in Leipzig (also in der DDR, später noch in Hannover und Tübingen) wirkenden Literaturwissenschaftler Hans Mayer erzählt Fritz J. Raddatz, der vormalige Belletristikleiter bei Rowohlt, der einstige Chef der Kulturredaktion von „Die Zeit“ in Hamburg, Mayer habe kaum eine Gelegenheit ausgelassen zu unterstreichen, wie egal es ihm wäre, wenn die Welt erfahre, dass er ein schwuler Jude sei. Doch hätte in diesem Mayer ein versteckter Minderwertigkeitskomplex gearbeitet. So habe er, wann immer ein halbwegs bekannter Name gefallen sei, fallen lassen müssen, wo er den wie lange und intensiv gekannt hätte und was er mit dem alles getrieben und was derjenige über ihn aufgeschrieben habe. Dabei ist das ziemlich genau das, was Raddatz in seinen Tagebüchern andauernd tat. Jude allerdings war er nie. Aber schwul. (Also: bisexuell.) So hat er auch noch mit Klaus Mann, immerhin der Sohn vom alten Thomas, es leibhaftig im Hotelbett beim Sex getrieben. Sagt uns jedenfalls einer: Fritz J. Raddatz.

13. Juni 1998
Ohrfeigen-Freitag für den has-been. Zu meinem (was niemand wissen konnte: LETZTEN) großen Fest gestern kamen reihenweise Absagen - mal verlogen à la „ich komme vielleicht“, mal noch, besonders unfreundschaftlich, am selben Nachmittag. Das hat zwei Seiten: Zum einen bin ich nicht mehr „interessant“ genug, weil ich ja keine Aufträge zu verteilen habe; wär es so, kämen sie in Scharen. Zum zweiten haben wir alle inzwischen Commerz-vergiftete Hirne, wir lassen keine dämliche Vorstadtlesung, kein Interview, keinen Vortrag „fallen“ für einen Freund, OBWOHL alle so wohlhabend - interessant, wieviel Absagen mit der Begründung „Wir fahren gerade für ... Wochen in unser Haus in Italien/Frankreich/Dänemark/Portugal“ kamen.
Es wurde dann dennoch ein rauschendes, wunderbares Fest, genug lustige und interessante Leute, Joachim Kaiser - extra aus München, diesmal besonders charmant/lustig/geistreich; FAZ-Schirrmacher - extra aus Frankfurt - von lässiger Gebildetheit und sehr selbstverständlichem Machtbewußtsein; der still feinsinnige ZEITchef de Weck --- 35 Gäste tummelten sich um ein reiches Buffet und tranken - als letzter kam Christoph Eschenbach mit 3 „boys“ um 2 Uhr morgens - über 100 Flaschen leer.
Profile Image for Martin.
101 reviews42 followers
January 11, 2015
Nette, kleine Ergänzung zu den großartigen Tagebüchern. Jedoch kein Muss.
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