Ein Roman mitten aus der Gegenwart mit ihren politischen Gruppierungen an den Rändern und den Bedrohungen, die sich daraus ergeben. Die Geschichte wird nicht aus Sicht der Menschen, sondern aus der von den Dingen um die Figuren herum erzählt, aus der von Stiefel, Duschkopf, Kaffeemaschine, Spiegelei, Regenschirm, Sneakers und vielem mehr, auch aus der von Erscheinungen der Natur, ein Baum, ein Baumschatten ... Bald ist klar welchen Menschen diese Gegenstände begleiten. Das Ganze entfaltet sich um eine Liebesgeschichte herum. Die beiden haben sich im Büro kennengelernt, eine Kaffeetasse spielte eine Rolle. Es wird auch bald klar, aus welcher Szene der männliche Protagonisit kommt, die Frau, die sich in Social Media "Gartenfrucht" nennt, kommt aus einer ganz anderen Szene. Die Maschinen der Hauptfigur geben nach und nach den Geist auf, seine Espressomaschine funktioniert nicht mehr, die Gasttherme, und es dauert lange, bis ein Handwerker kommt, und zum Schluss verabschiedet sich auch noch das so wichtige Handy, das wie sein Handteller immer dabei ist. Und nichts stimmt mehr in seiner Welt ...
Ein sowohl sehr sinnlicher wie politischer Roman. Entmystifizierung der Menschen. Sind wir Energien, die die Natur blockieren oder in Bewegung bringen?
"... Sind es die versagenden Maschinen? Die Gefühle? Oder sind es gar die Eisenstangen, die irgendwann zum Einsatz kommen? ... Das Chaos, in das der arme Leon gestürzt wird, hat Nach und nach scheint in dem tumben Mann so etwas wie Bewusstsein zu erwachen ... eine grandiose Komödie über menschliche Irrungen und Störungen und über unsere seltsame Gegenwart. Große Kunst ist das, von einer der erstaunlichsten Autorinnen, die derzeit auf Deutsch schreiben." (Uli Hufen, Deutschlandfunk, Büchermarkt, 31.10.2025)
Yōko Tawada (多和田葉子 Tawada Yōko, born March 23, 1960) is a Japanese writer currently living in Berlin, Germany. She writes in both Japanese and German.
Tawada was born in Tokyo, received her undergraduate education at Waseda University in 1982 with a major in Russian literature, then studied at Hamburg University where she received a master's degree in contemporary German literature. She received her doctorate in German literature at the University of Zurich. In 1987 she published Nur da wo du bist da ist nichts—Anata no iru tokoro dake nani mo nai (A Void Only Where You Are), a collection of poems in a German and Japanese bilingual edition.
Tawada's Missing Heels received the Gunzo Prize for New Writers in 1991, and The Bridegroom Was a Dog received the Akutagawa Prize in 1993. In 1999 she became writer-in-residence at the Massachusetts Institute of Technology for four months. Her Suspect on the Night Train won the Tanizaki Prize and Ito Sei Literary Prize in 2003.
Tawada received the Adelbert von Chamisso Prize in 1996, a German award to foreign writers in recognition of their contribution to German culture, and the Goethe Medal in 2005.
eher 3.5 ich mochte den stil gerne und die grundidee, eine geschichte über tagtägliche objekte zu erzählen hat mir gut gefallen. auch die gesellschaftskritik, die erst subtil war und dann immer lauter wurde kam ganz gut durch. manches fand ich aber irgendwie unschön und nicht so elegant gelöst, zum beispiel dass handys immer "handteller" genannt wurden... was mir auch gar nicht gefallen hat ist die charakterisierung rechter personen als dumme, eigentlich gar nicht so gefährliche personen, die es einfach nicht besser wissen - ich finde es gefährlich, dass die rechten charaktere die man hier kennenlernt eher als bisschen dumm, harmlos, tollpatschig charakterisiert werden, mit denen man sogar mitgefühl und Verständnis haben kann