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Wo der Wind die Namen trägt: Roman - Der neue große Roman von SPIEGEL-Bestsellerautorin Anja Jonuleit - NDR Buch des Monats
»Sie hatte beschlossen, nicht mehr an das Früher zu die Orte, die Menschen in ihrer Heimat und schon gar nicht an das, was damals geschehen war in jenem Sommer 1946, als sie acht Jahre alt war und alles seinen Anfang nahm.«
2023. Die 85-jährige Inge Sundermann folgt widerwillig einer Einladung zum Klassentreffen in die Lüneburger Heide. Mit dem Ort ihrer Kindheit verbindet sich eine furchtbare Schuld, die sie einst im Kindesalter auf sich geladen und tief in sich vergraben hat. Doch die Vergangenheit holt Inge nun ein in Gestalt der Tagebuchaufzeichnungen von Helga von Borcke, einer Frau, die bereits 1946 begonnen hat, die Chronik dieser idyllischen Landschaft im Schatten von Bergen-Belsen niederzuschreiben.1946. Die 8-jährige Inge findet auf dem Weg zum Geigenunterricht im Wald die Leiche einer jungen Frau. Ein tragischer Prozess um Lügen, Vertuschung und menschenverachtende Verbrechen nimmt seinen Lauf, der Inge viele Jahrzehnte später noch einmal mit voller Wucht heimsucht.Die idyllische Lüneburger Heide wird zum Schauplatz für Kriegsverbrechen, deren Täter noch Jahrzehnte später unentdeckt in ihren Familien leben. Auf zwei Zeitebenen erzählt der neue Roman von Anja Jonuleit von den entsetzlichen Ereignissen in der Lüneburger Heide und deren Vertuschung, von alten Nazi-Seilschaften – und von zwei Frauen (1946 und 2023), die nicht bereit sind, die Vergangenheit ruhen zu lassen.Ein aufrüttelnder, tief unter die Haut gehender Roman, genährt von der Wirklichkeit. Mit einem Nachwort der Autorin über die zugrundeliegenden Fakten.
2023. Die 85-jährige Inge Sundermann folgt widerwillig einer Einladung zum Klassentreffen in die Lüneburger Heide. Mit dem Ort ihrer Kindheit verbindet sich eine furchtbare Schuld, die sie einst im Kindesalter auf sich geladen und tief in sich vergraben hat. Doch die Vergangenheit holt Inge nun ein in Gestalt der Tagebuchaufzeichnungen von Helga von Borcke, einer Frau, die bereits 1946 begonnen hat, die Chronik dieser idyllischen Landschaft im Schatten von Bergen-Belsen niederzuschreiben.1946. Die 8-jährige Inge findet auf dem Weg zum Geigenunterricht im Wald die Leiche einer jungen Frau. Ein tragischer Prozess um Lügen, Vertuschung und menschenverachtende Verbrechen nimmt seinen Lauf, der Inge viele Jahrzehnte später noch einmal mit voller Wucht heimsucht.Die idyllische Lüneburger Heide wird zum Schauplatz für Kriegsverbrechen, deren Täter noch Jahrzehnte später unentdeckt in ihren Familien leben. Auf zwei Zeitebenen erzählt der neue Roman von Anja Jonuleit von den entsetzlichen Ereignissen in der Lüneburger Heide und deren Vertuschung, von alten Nazi-Seilschaften – und von zwei Frauen (1946 und 2023), die nicht bereit sind, die Vergangenheit ruhen zu lassen.Ein aufrüttelnder, tief unter die Haut gehender Roman, genährt von der Wirklichkeit. Mit einem Nachwort der Autorin über die zugrundeliegenden Fakten.
385 pages, Kindle Edition
Published March 25, 2026
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Community Reviews
Displaying 1 - 8 of 8 reviews
August 16, 2026
"Dass Vergangenheit nicht vergeht, davon erzählt dieser Roman. Und davon, wir sehr sie weiterwirkt - in Landschaften, in Familien, in den leisen Stimmen, die uns manchmal erreichen, wenn wir ganz still sind."
Stark erzählt, gründlich recherchiert und wieder mal erschreckend zu lesen, wir die Täter aus dem 2. Weltkrieg davon gekommen sind, und was für Verbrechen so unnötig noch bei oder nach Kriegsende begangen wurden.
3,5 Sterne eher. Bei diesem Buch bin ich nicht gut mit den Zeitebenen und der Erzählperspektive der beiden Frauen klar gekommen. Es empfiehlt sich glaube ich, sich für den Buchanfang viel Zeit am Stück zu nehmen. So richtig gefesselt hat mich das Buch ab dem letzten Drittel.
Stark erzählt, gründlich recherchiert und wieder mal erschreckend zu lesen, wir die Täter aus dem 2. Weltkrieg davon gekommen sind, und was für Verbrechen so unnötig noch bei oder nach Kriegsende begangen wurden.
3,5 Sterne eher. Bei diesem Buch bin ich nicht gut mit den Zeitebenen und der Erzählperspektive der beiden Frauen klar gekommen. Es empfiehlt sich glaube ich, sich für den Buchanfang viel Zeit am Stück zu nehmen. So richtig gefesselt hat mich das Buch ab dem letzten Drittel.
April 26, 2026
Der Roman spielt auf zwei Zeitebenen und erzählt einmal aus der Sicht der 8jährigen und der 85jährigen Inge. Ein weiterer Handlungsstrang spielt kurz nach dem Kriegsende und wird aus der Perspektive von Helga von Borcke berichtet. Sie hat den Auftrag eine Chronik der Kreisbauernschaft zu erstellen. Ihre Gespräche mit Zeitzeugen und vor allem ihre Tagebucheinträge werden der Schlüssel - nicht nur für Inge, sondern auch für den Leser - um die Vergangenheit besser zu verstehen.
Die verschiedenen Handlungsstränge unterscheiden sich durch unterschiedliche Schriftarten im Buch, die sich alle gut lesen lassen.
Als Inge zum Klassentreffen der Volksschule eingeladen wird, hat sie keine Lust in die Lüneburger Heide, ihrer ehemaligen Heimat zu fahren. Bis heute liegt ihr ein bestimmtes Ereignis schwer im Magen, welches sie bisher erfolgreich verdrängt hat. Nun kommen die schlimmen Erinnerungen wieder hoch. Ihre Enkelin Nora lässt jedoch nicht locker und überredet sie gemeinsam, mit ihr und dem Urenkel Paul, in der Lüneburger Heide Urlaub zu machen, während Inge sich mit ihren alten Schulkollegen trifft. Ein Klassenkamerad gibt ihr die Aufzeichnungen von Helga zu lesen, die ihre Sichtweise auf die damalige Zeit nochmals verändern wird. Es sind schmerzliche Wahrheiten, die Inge erst im Alter erfährt, obwohl viele der Dorfbewohner davon wussten und geschwiegen haben.
In Rückblenden bekommt man die Sicht von Inge als Kind erzählt, die uns zeigen, wie trügerisch Erinnerungen sein können - vor allem in diesem Alter, wo man viele Dinge nicht oder falsch versteht.
Die damals 8jährige Inge zieht nach dem Kriegsende mit ihrer Mutter, einer angesehenen Kinderärztin, auf den Hof der Familie Oelkers auf Land. Dort bekommen sie ein Zimmer zugeteilt, nachdem ihre Wohnung in Hamburg zerbombt wurde. Inge fühlt sich in der Lüneburger Heide wohl und schließt schnell Freundschaften mit den Dorfkindern. Hofhund Arno wird ihr täglicher Begleiter, wenn sie durch die Heide und den Wald stromert. Als sie eines Tages einen Mann auf einer Geige spielen hört, bittet sie ihm, ihr das Geige spielen heimlich beizubringen und nennt ihn von nun an "den Geigenmann".
Vieles wirkt idyllisch nach den harten Kriegsjahren, doch diese trügt. Auch für Inge wird diese Idylle jäh zerstört, als man Arno mutwillig tötet und eine junge Frau tot aufgefunden wird.
Erst als Erwachsene erkennt Inge, wie die alten Naziseilschaften auch noch nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges weiter bestehen blieben und die Dorfgemeinschaft beeinflusst haben. Nach und nach bricht die Fassade auf und macht Platz für eine Wirklichkeit, die von Schweigen, Verdrängen und erschütternden Wahrheiten geprägt ist.
Durch die laufend wechselnden Perspektiven bleibt der Roman durchgängig spannend. Die Atmosphäre ist oftmals sehr beklemmend, die durch die bildhaften Naturbeschreibungen der Lüneburger Heide aufgelockert wird. Die Figuren sind lebendig und authentisch gezeichnet. Es gibt kein schwarz-weiß, wodurch die Charaktere glaubwürdig rüberkommen. Vor allem Inge fand ich im jeweiligen Alter überzeugend dargestellt - egal ob als Kind oder alte Dame.
Schweigen und Verdrängen heißt die Devise. So hat es Helga sehr schwer, die Dorfbewohner zum Sprechen zu bringen und die Mauer des Schweigens zu durchdringen. Zusätzlich legen ihr einige Menschen immer wieder Steine in den Weg und beginnen sie zu bedrohen, wenn sie ihre Nachforschungen weiter durchführt.
Vieles beruht auf wahren Begebenheiten. Die volle Bedeutung des Gelesenen erschließt sich einem erst auf den letzten Seiten des Buches. Die Recherche zu einigen historischen Begebenheiten, war sicher nicht einfach. Darauf geht die Autorin im Nachwort ausführlich ein. Mich hat der Roman sehr berührt und einige Stellen waren wirklich schwer auszuhalten. Obwohl ich schon viele Bücher zum Thema Zweiter Weltkrieg und auch der Nachkriegszeit gelesen habe, erfahre ich immer wieder neue schreckliche Dinge, die man sich oftmals gar nicht vorstellen kann oder will.
Anja Jonuleits Roman erinnert mich an die Bücher von Mechtild Borrmann, die starke Themen auf nicht mal 300 Seiten so erzählen kann, dass diese berühren und einem im Gedächtnis bleiben. Anja Jonuleit hat mit "Wo der Wind die Namen trägt" auf 384 Seiten ähnliches geschaffen und mich absolut einnehmen können mit ihrem neuen Werk.
Fazit:
Eine Geschichte, die betroffen macht, aufrüttelt und unter die Haut geht. Ganz wunderbar erzählt und für mich ein ganz besonderes Highlight!
Die verschiedenen Handlungsstränge unterscheiden sich durch unterschiedliche Schriftarten im Buch, die sich alle gut lesen lassen.
Als Inge zum Klassentreffen der Volksschule eingeladen wird, hat sie keine Lust in die Lüneburger Heide, ihrer ehemaligen Heimat zu fahren. Bis heute liegt ihr ein bestimmtes Ereignis schwer im Magen, welches sie bisher erfolgreich verdrängt hat. Nun kommen die schlimmen Erinnerungen wieder hoch. Ihre Enkelin Nora lässt jedoch nicht locker und überredet sie gemeinsam, mit ihr und dem Urenkel Paul, in der Lüneburger Heide Urlaub zu machen, während Inge sich mit ihren alten Schulkollegen trifft. Ein Klassenkamerad gibt ihr die Aufzeichnungen von Helga zu lesen, die ihre Sichtweise auf die damalige Zeit nochmals verändern wird. Es sind schmerzliche Wahrheiten, die Inge erst im Alter erfährt, obwohl viele der Dorfbewohner davon wussten und geschwiegen haben.
In Rückblenden bekommt man die Sicht von Inge als Kind erzählt, die uns zeigen, wie trügerisch Erinnerungen sein können - vor allem in diesem Alter, wo man viele Dinge nicht oder falsch versteht.
Die damals 8jährige Inge zieht nach dem Kriegsende mit ihrer Mutter, einer angesehenen Kinderärztin, auf den Hof der Familie Oelkers auf Land. Dort bekommen sie ein Zimmer zugeteilt, nachdem ihre Wohnung in Hamburg zerbombt wurde. Inge fühlt sich in der Lüneburger Heide wohl und schließt schnell Freundschaften mit den Dorfkindern. Hofhund Arno wird ihr täglicher Begleiter, wenn sie durch die Heide und den Wald stromert. Als sie eines Tages einen Mann auf einer Geige spielen hört, bittet sie ihm, ihr das Geige spielen heimlich beizubringen und nennt ihn von nun an "den Geigenmann".
Vieles wirkt idyllisch nach den harten Kriegsjahren, doch diese trügt. Auch für Inge wird diese Idylle jäh zerstört, als man Arno mutwillig tötet und eine junge Frau tot aufgefunden wird.
Erst als Erwachsene erkennt Inge, wie die alten Naziseilschaften auch noch nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges weiter bestehen blieben und die Dorfgemeinschaft beeinflusst haben. Nach und nach bricht die Fassade auf und macht Platz für eine Wirklichkeit, die von Schweigen, Verdrängen und erschütternden Wahrheiten geprägt ist.
Durch die laufend wechselnden Perspektiven bleibt der Roman durchgängig spannend. Die Atmosphäre ist oftmals sehr beklemmend, die durch die bildhaften Naturbeschreibungen der Lüneburger Heide aufgelockert wird. Die Figuren sind lebendig und authentisch gezeichnet. Es gibt kein schwarz-weiß, wodurch die Charaktere glaubwürdig rüberkommen. Vor allem Inge fand ich im jeweiligen Alter überzeugend dargestellt - egal ob als Kind oder alte Dame.
Schweigen und Verdrängen heißt die Devise. So hat es Helga sehr schwer, die Dorfbewohner zum Sprechen zu bringen und die Mauer des Schweigens zu durchdringen. Zusätzlich legen ihr einige Menschen immer wieder Steine in den Weg und beginnen sie zu bedrohen, wenn sie ihre Nachforschungen weiter durchführt.
Vieles beruht auf wahren Begebenheiten. Die volle Bedeutung des Gelesenen erschließt sich einem erst auf den letzten Seiten des Buches. Die Recherche zu einigen historischen Begebenheiten, war sicher nicht einfach. Darauf geht die Autorin im Nachwort ausführlich ein. Mich hat der Roman sehr berührt und einige Stellen waren wirklich schwer auszuhalten. Obwohl ich schon viele Bücher zum Thema Zweiter Weltkrieg und auch der Nachkriegszeit gelesen habe, erfahre ich immer wieder neue schreckliche Dinge, die man sich oftmals gar nicht vorstellen kann oder will.
Anja Jonuleits Roman erinnert mich an die Bücher von Mechtild Borrmann, die starke Themen auf nicht mal 300 Seiten so erzählen kann, dass diese berühren und einem im Gedächtnis bleiben. Anja Jonuleit hat mit "Wo der Wind die Namen trägt" auf 384 Seiten ähnliches geschaffen und mich absolut einnehmen können mit ihrem neuen Werk.
Fazit:
Eine Geschichte, die betroffen macht, aufrüttelt und unter die Haut geht. Ganz wunderbar erzählt und für mich ein ganz besonderes Highlight!
March 26, 2026
Vom Schweigen und Vertuschen, von Gräueltaten und alten Seilschaften
Gerne greife ich zu Anja Jonuleits Büchern, jedes einzelne kann ich wärmsten empfehlen. Wobei ich sie nicht alle gelesen habe. Noch nicht. Gerade habe ich ihren neuesten Roman „Wo der Wind die Namen trägt“ zugeklappt, er erzählt in zwei Zeitebenen von Inge. Von der 8jährigen, dem Kind Inge und von der 85jährigen Inge Sundermann. Es ist das Jahr 1946, also kurz nach dem Zweiten Weltkrieg und dann ist es das Jahr 2023, als sie eine Einladung zum Klassentreffen erhält.
Sie zögert, will an diese Zeit in der Lüneburger Heide nicht erinnert werden und nun, da ich den Roman gelesen habe, kann ich sie gut verstehen. Die Idylle dieser Landschaft ist schon auch beschrieben, man möchte sich direkt aufmachen, um durch die Heide zu streifen, all die Gerüche in sich aufnehmen und so manch verwunschenen Ort näher betrachten. Da ist aber auch das Andere, die unrühmliche Vergangenheit, die hier beschriebenen Nazi-Seilschaften, die auch im Nachkriegs-Deutschland allgegenwärtig sind.
Die achtjährige Inge ist mit ihrer Mutter, einer Celler Kinderärztin, in diese Gegend gezogen. Auch hier ist die Ärztin angesehen, sie wird gar als Heldin verehrt, hat sie doch viele Kinder aus dem brennenden Krankenhaus in Celle gerettet. Inges Erinnerungen sind die ihrer Kindheit. Nicht alles konnte sie verstehen, erst im Nachhinein musste sie mit Erschrecken feststellen, dass ihr damaliges Bild, ihre geliebte Heimat und die Menschen darin, ein verklärtes Bild war. Die kleine Inge trifft auf den Geigenmann, wie sie ihn nennt und zu ihrer großen Freude unterrichtet er sie im Geigenspiel. Der Weg zu ihm führt durch einen Wald, den sie zu Fuß oder mit dem Rad zurücklegt. Eines Tages dann beobachtet sie ein Verbrechen…
Und da ist Helga, die den Auftrag für eine Chronik der Kreisbauernschaft erhält und dafür viel mit den Menschen hier redet. Es sind viele Tagebücher zusammengekommen, die Inge Jahrzehnte später liest und spätestens da wird ihr idyllisches Bild irreversibel zurechtgerückt. Es sind schmerzhafte Wahrheiten, von denen viele hier wussten und geschwiegen haben.
Der Roman entspricht in weiten Teilen der Wirklichkeit, untermalt von fiktiven Elementen. Es ist ein historisch belegtes Zeitdokument, das von Euthanasie an behinderten Kindern berichtet. Von einem Kriegsverbrecher, einem SS-Mann an vorderster Front, der sich unter falschem Namen jahrelang in dieser Gegend versteckt hat. Wohlgemerkt mit Hilfe der hier Ansässigen, die vieles verdrängt, sehr vieles vertuscht haben. Es waren Mitläufer, vielfach aber waren es Täter, die sich auch später dann die gut dotierten Posten zugeschachert haben. Und ja, man weiß um das Vergangene, um die Gräueltaten während des Nazi-Regimes, die nie in Vergessenheit geraten dürfen. Und doch bleibt vieles im Verborgenen.
Anja Jonuleit hat einen aufwühlenden Roman vorgelegt, der in großen Teilen von der Vergangenheit erzählt - aus Sicht der jungen Inge und aus Sicht von Helga, der Chronistin. Sämtliche Personen, denn es sind doch so einige mehr als die oben genannten, sind aufs Beste charakterisiert, die einzelnen Erzählstränge durch die verschiedenen Schriftarten gut auseinanderzuhalten und auch ist es der am Ende näher beschriebene historische Hintergrund sowie die letzten Anmerkungen der Autorin, die diesen Roman abrunden. Ein Buch, das betroffen macht. Eine Geschichte – ein Teil unserer Geschichte - die gelesen werden will, die ich allen geschichtlich Interessierten gerne empfehle.
Gerne greife ich zu Anja Jonuleits Büchern, jedes einzelne kann ich wärmsten empfehlen. Wobei ich sie nicht alle gelesen habe. Noch nicht. Gerade habe ich ihren neuesten Roman „Wo der Wind die Namen trägt“ zugeklappt, er erzählt in zwei Zeitebenen von Inge. Von der 8jährigen, dem Kind Inge und von der 85jährigen Inge Sundermann. Es ist das Jahr 1946, also kurz nach dem Zweiten Weltkrieg und dann ist es das Jahr 2023, als sie eine Einladung zum Klassentreffen erhält.
Sie zögert, will an diese Zeit in der Lüneburger Heide nicht erinnert werden und nun, da ich den Roman gelesen habe, kann ich sie gut verstehen. Die Idylle dieser Landschaft ist schon auch beschrieben, man möchte sich direkt aufmachen, um durch die Heide zu streifen, all die Gerüche in sich aufnehmen und so manch verwunschenen Ort näher betrachten. Da ist aber auch das Andere, die unrühmliche Vergangenheit, die hier beschriebenen Nazi-Seilschaften, die auch im Nachkriegs-Deutschland allgegenwärtig sind.
Die achtjährige Inge ist mit ihrer Mutter, einer Celler Kinderärztin, in diese Gegend gezogen. Auch hier ist die Ärztin angesehen, sie wird gar als Heldin verehrt, hat sie doch viele Kinder aus dem brennenden Krankenhaus in Celle gerettet. Inges Erinnerungen sind die ihrer Kindheit. Nicht alles konnte sie verstehen, erst im Nachhinein musste sie mit Erschrecken feststellen, dass ihr damaliges Bild, ihre geliebte Heimat und die Menschen darin, ein verklärtes Bild war. Die kleine Inge trifft auf den Geigenmann, wie sie ihn nennt und zu ihrer großen Freude unterrichtet er sie im Geigenspiel. Der Weg zu ihm führt durch einen Wald, den sie zu Fuß oder mit dem Rad zurücklegt. Eines Tages dann beobachtet sie ein Verbrechen…
Und da ist Helga, die den Auftrag für eine Chronik der Kreisbauernschaft erhält und dafür viel mit den Menschen hier redet. Es sind viele Tagebücher zusammengekommen, die Inge Jahrzehnte später liest und spätestens da wird ihr idyllisches Bild irreversibel zurechtgerückt. Es sind schmerzhafte Wahrheiten, von denen viele hier wussten und geschwiegen haben.
Der Roman entspricht in weiten Teilen der Wirklichkeit, untermalt von fiktiven Elementen. Es ist ein historisch belegtes Zeitdokument, das von Euthanasie an behinderten Kindern berichtet. Von einem Kriegsverbrecher, einem SS-Mann an vorderster Front, der sich unter falschem Namen jahrelang in dieser Gegend versteckt hat. Wohlgemerkt mit Hilfe der hier Ansässigen, die vieles verdrängt, sehr vieles vertuscht haben. Es waren Mitläufer, vielfach aber waren es Täter, die sich auch später dann die gut dotierten Posten zugeschachert haben. Und ja, man weiß um das Vergangene, um die Gräueltaten während des Nazi-Regimes, die nie in Vergessenheit geraten dürfen. Und doch bleibt vieles im Verborgenen.
Anja Jonuleit hat einen aufwühlenden Roman vorgelegt, der in großen Teilen von der Vergangenheit erzählt - aus Sicht der jungen Inge und aus Sicht von Helga, der Chronistin. Sämtliche Personen, denn es sind doch so einige mehr als die oben genannten, sind aufs Beste charakterisiert, die einzelnen Erzählstränge durch die verschiedenen Schriftarten gut auseinanderzuhalten und auch ist es der am Ende näher beschriebene historische Hintergrund sowie die letzten Anmerkungen der Autorin, die diesen Roman abrunden. Ein Buch, das betroffen macht. Eine Geschichte – ein Teil unserer Geschichte - die gelesen werden will, die ich allen geschichtlich Interessierten gerne empfehle.
April 23, 2026
Wo der Wind die Namen trägt von Anja Jonuleit / Rezension
Gestern Abend habe ich diesen herzzerreißenden Banger hier beendet und muss ihn Euch direkt vorstellen!
✨Zitate
„Inge rannte um die Lok herum direkt auf die Pumpe neben dem kleinen Bahnhofsgebäude zu, wo Willi schon Position bezogen und zu pumpen begonnen hatte. Und da waren sie wieder: die Hände. Überall Hände, die durch die Ritzen in den Waggons gestreckt wurden, zu kleinen Schüsseln geformt. »Waa-ssär, Waa-ssär«, riefen die Stimmen, die zu den Händen gehörten, und manche klangen ganz kläglich.“
„Diesmal wird es gelingen. Ich werde alles daran setzen.“
„… Es war Mord.“
„Manches kann sich der Mensch einfach nicht vorstellenden und dazu gehört wohl die Endlichkeit.“
Mein erstes Buch von Anja Jonuleit und es geht direkt eine große Warnung an Euch raus, bitte lest es nur auf eigene Gefahr. Man denkt, was soll schon passieren? Der WWII war schrecklich, alles ist gesagt und alles ist bekannt, dann kommt so ein Buch hier um die Ecke 😭😭 und man hat ganz neue Schreckensbilder im Kopf und zwar für immer.
✨Inhalt
Deutschland, 1946: Inge wird mit nur 8 Jahren unwillentlich in ein Verbrechen reingezogen und trägt von da an eine Schuld mit sich, die sie nie wieder loslässt.
Helga hat im gleichen Jahr begonnen, Tagebuch zu schreiben über das, was sie in der idyllischen Lüneburger Heide, im Schatten von Bergen-Belsen, beobachtet.
Diese Aufzeichnungen holen Inge, mittlerweile berühmt, Jahrzehnte später wieder ein… Es geht um Verleumdung und Vertuschung von grausamen Taten.
✨Meinung
Es war keine Liebe auf den ersten Blick, zwischen dieser Geschichte und mir. Bis etwas über die Hälfte fühlte sich der Schreibstil distanziert an und die Autorin hat sich damit Zeit gelassen, den Plot auszurollen.
Aber dann hat die Spannung mich gepackt und das Buch ging mir komplett unter die Haut. Es konzentriert sich bis zum Ende u.a. auf evtl. weniger bekannte / weniger besprochene Nazi Verbrechen und den Versuch, diese aufzuklären.
Wir lesen abwechselnd aus Sicht von Inge und Helga, beide Frauen wachsen einem mit der Zeit ans Herz, auch wenn die erwachsene Inge insbesondere im ersten Drittel nicht gerade sympathisch gezeichnet ist. Es wechseln sich auch die Zeitebenen ab, wir folgen Inge im Damals und im Jetzt und Helga im Damals.
Das Geflecht der Charaktere und der geschichtlichen Ereignisse ist dicht, aber leicht zu durchschauen, wenn man konzentriert am Ball bleibt. Das ist definitiv kein Buch für zwischendurch und kein klassisches Lesen zum Vergnügen, es ist ernst, traurig, erschreckend und man weiß gar nicht, wohin mit dem ganzen Schmerz. Aber es ist so so wichtig und es reißt einen mit, für die erste Hälfte habe ich etwas gebraucht, aber die zweite Hälfte habe ich quasi inhaliert.
Achtung: die Verbrechen werden sehr detailliert und schonungslos geschildert und es geht um Kinder. Da muss man bereit für sein (ich war es nicht und werde es nie sein).
Neben allem anderen schmerzt mein Herz auch sehr für Charakter A, den es wirklich gegeben hat (siehe Nachwort / Danksagung). 😨😨💔💔
✨Fazit
Spätestens am Ende des Buchs, wenn die Autorin die geschichtliche Einordnung aufzeigt, realisiert man nochmal, dass es zwar ein fiktiver Roman ist, aber dieser sich eng an der Realität orientiert. Es ist einfach ein Schlag ins Gesicht und nein, es ist nicht „auch mal gut“ 😭😭.
Ich wünsche Euch viel Kraft, wenn Ihr Euch mal für dieses Buch entscheiden solltet.
5/5⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️
Gestern Abend habe ich diesen herzzerreißenden Banger hier beendet und muss ihn Euch direkt vorstellen!
✨Zitate
„Inge rannte um die Lok herum direkt auf die Pumpe neben dem kleinen Bahnhofsgebäude zu, wo Willi schon Position bezogen und zu pumpen begonnen hatte. Und da waren sie wieder: die Hände. Überall Hände, die durch die Ritzen in den Waggons gestreckt wurden, zu kleinen Schüsseln geformt. »Waa-ssär, Waa-ssär«, riefen die Stimmen, die zu den Händen gehörten, und manche klangen ganz kläglich.“
„Diesmal wird es gelingen. Ich werde alles daran setzen.“
„… Es war Mord.“
„Manches kann sich der Mensch einfach nicht vorstellenden und dazu gehört wohl die Endlichkeit.“
Mein erstes Buch von Anja Jonuleit und es geht direkt eine große Warnung an Euch raus, bitte lest es nur auf eigene Gefahr. Man denkt, was soll schon passieren? Der WWII war schrecklich, alles ist gesagt und alles ist bekannt, dann kommt so ein Buch hier um die Ecke 😭😭 und man hat ganz neue Schreckensbilder im Kopf und zwar für immer.
✨Inhalt
Deutschland, 1946: Inge wird mit nur 8 Jahren unwillentlich in ein Verbrechen reingezogen und trägt von da an eine Schuld mit sich, die sie nie wieder loslässt.
Helga hat im gleichen Jahr begonnen, Tagebuch zu schreiben über das, was sie in der idyllischen Lüneburger Heide, im Schatten von Bergen-Belsen, beobachtet.
Diese Aufzeichnungen holen Inge, mittlerweile berühmt, Jahrzehnte später wieder ein… Es geht um Verleumdung und Vertuschung von grausamen Taten.
✨Meinung
Es war keine Liebe auf den ersten Blick, zwischen dieser Geschichte und mir. Bis etwas über die Hälfte fühlte sich der Schreibstil distanziert an und die Autorin hat sich damit Zeit gelassen, den Plot auszurollen.
Aber dann hat die Spannung mich gepackt und das Buch ging mir komplett unter die Haut. Es konzentriert sich bis zum Ende u.a. auf evtl. weniger bekannte / weniger besprochene Nazi Verbrechen und den Versuch, diese aufzuklären.
Wir lesen abwechselnd aus Sicht von Inge und Helga, beide Frauen wachsen einem mit der Zeit ans Herz, auch wenn die erwachsene Inge insbesondere im ersten Drittel nicht gerade sympathisch gezeichnet ist. Es wechseln sich auch die Zeitebenen ab, wir folgen Inge im Damals und im Jetzt und Helga im Damals.
Das Geflecht der Charaktere und der geschichtlichen Ereignisse ist dicht, aber leicht zu durchschauen, wenn man konzentriert am Ball bleibt. Das ist definitiv kein Buch für zwischendurch und kein klassisches Lesen zum Vergnügen, es ist ernst, traurig, erschreckend und man weiß gar nicht, wohin mit dem ganzen Schmerz. Aber es ist so so wichtig und es reißt einen mit, für die erste Hälfte habe ich etwas gebraucht, aber die zweite Hälfte habe ich quasi inhaliert.
Achtung: die Verbrechen werden sehr detailliert und schonungslos geschildert und es geht um Kinder. Da muss man bereit für sein (ich war es nicht und werde es nie sein).
Neben allem anderen schmerzt mein Herz auch sehr für Charakter A, den es wirklich gegeben hat (siehe Nachwort / Danksagung). 😨😨💔💔
✨Fazit
Spätestens am Ende des Buchs, wenn die Autorin die geschichtliche Einordnung aufzeigt, realisiert man nochmal, dass es zwar ein fiktiver Roman ist, aber dieser sich eng an der Realität orientiert. Es ist einfach ein Schlag ins Gesicht und nein, es ist nicht „auch mal gut“ 😭😭.
Ich wünsche Euch viel Kraft, wenn Ihr Euch mal für dieses Buch entscheiden solltet.
5/5⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️
March 26, 2026
Ich habe schon einige Bücher von Anja Jonuleit gelesen und bin jedes Mal wieder begeistert wie die Autorin mich mitreißen kann mit ihren Geschichten. Deshalb wollte ich auch unbedingt mehr über ihr neuestes Werk erfahren und kann wieder einmal sagen, dass die Autorin mich mit ihrer Geschichte gepackt hat und diese unter die Haut geht und einen so schnell nicht mehr los lässt!
Die Geschichte ist auf zwei Zeitebenen geschrieben, einmal geht es ins Jahr 2023. Hier folgt die 85-jährige Inge Sundermann widerwillig einer Einladung zum Klassentreffen in die Lüneburger Heide. Mit dem Ort ihrer Kindheit verbindet sich eine furchtbare Schuld, die sie einst im Kindesalter auf sich geladen und tief in sich vergraben hat. Doch die Vergangenheit holt Inge nun ein in Gestalt der Tagebuchaufzeichnungen von Helga von Borcke, einer Frau, die bereits 1946 begonnen hat, die Chronik niederzuschreiben.
Und die Handlung geht zurück ins Jahr 1946. Die 8-jährige Inge findet auf dem Weg zum Geigenunterricht im Wald die Leiche einer jungen Frau. Ein tragischer Prozess um Lügen, Vertuschung und menschenverachtende Verbrechen nimmt seinen Lauf, der Inge viele Jahrzehnte später noch einmal mit voller Wucht heimsucht. Die idyllische Lüneburger Heide wird zum Schauplatz für Kriegsverbrechen, deren Täter noch Jahrzehnte später unentdeckt in ihren Familien leben.
Der Schreibstil ist sehr leicht zu lesen und die Seiten fliegen deshalb nur so dahin, dennoch schafft die Autorin es über das Thema im Buch sehr bewegend und lebendig zu schreiben. Dadurch, dass das Buch quasi auf drei Ebenen geschrieben ist, einmal in der Gegenwart, einmal in der Vergangenheit aus Sicht von der jungen Inge und einmal aus Sicht der Reporterin Helga, braucht es kurze Zeit um in die Geschichte hineinzufinden. Hier hilft jedoch sehr, dass alle Sichtweisen in unterschiedlichen Schriftarten sind und man deshalb gut unterscheiden kann in welcher Perspektive man sich gerade befindet.
Die einzelnen Personen sind nicht einfach schwarz-weiss gezeichnet, jeder hat sein Päckchen zu tragen und alle handeln im Buch sehr lebensnah, genauso wie es eben auch gewesen sein könnte. Man kommt den Protagonisten auf jeden Fall sehr nah und kann ihre Gedanken und Gefühle gut nachvollziehen.
Die Geschichte ist sehr erschütternd, vorallem weil so viel wahres in dieser Geschichte zu finden ist. Das Buch ist wirklich nur etwas für Leute die Schlimmes auch aushalten können, denn es wird nichts geschönt und das macht das Buch aber auch so wichtig. Im Nachwort erklärt die Autorin nochmal welche Personen und Ereignisse es damals wirklich gegeben hat, deshalb ist es sehr interessant zu lesen.
Ein Buch, dass mich wieder einmal mitgerissen hat und so schnell nicht loslassen wird. Es regt zum Nachdenken an und wird noch eine Weile in mir nachhallen. Ich empfehle es an alle interessierten Leser weiter und gebe die volle Punktzahl. Die Autorin ist wirklich eine meiner Lieblingsautorinnen, mittlerweile.
Die Geschichte ist auf zwei Zeitebenen geschrieben, einmal geht es ins Jahr 2023. Hier folgt die 85-jährige Inge Sundermann widerwillig einer Einladung zum Klassentreffen in die Lüneburger Heide. Mit dem Ort ihrer Kindheit verbindet sich eine furchtbare Schuld, die sie einst im Kindesalter auf sich geladen und tief in sich vergraben hat. Doch die Vergangenheit holt Inge nun ein in Gestalt der Tagebuchaufzeichnungen von Helga von Borcke, einer Frau, die bereits 1946 begonnen hat, die Chronik niederzuschreiben.
Und die Handlung geht zurück ins Jahr 1946. Die 8-jährige Inge findet auf dem Weg zum Geigenunterricht im Wald die Leiche einer jungen Frau. Ein tragischer Prozess um Lügen, Vertuschung und menschenverachtende Verbrechen nimmt seinen Lauf, der Inge viele Jahrzehnte später noch einmal mit voller Wucht heimsucht. Die idyllische Lüneburger Heide wird zum Schauplatz für Kriegsverbrechen, deren Täter noch Jahrzehnte später unentdeckt in ihren Familien leben.
Der Schreibstil ist sehr leicht zu lesen und die Seiten fliegen deshalb nur so dahin, dennoch schafft die Autorin es über das Thema im Buch sehr bewegend und lebendig zu schreiben. Dadurch, dass das Buch quasi auf drei Ebenen geschrieben ist, einmal in der Gegenwart, einmal in der Vergangenheit aus Sicht von der jungen Inge und einmal aus Sicht der Reporterin Helga, braucht es kurze Zeit um in die Geschichte hineinzufinden. Hier hilft jedoch sehr, dass alle Sichtweisen in unterschiedlichen Schriftarten sind und man deshalb gut unterscheiden kann in welcher Perspektive man sich gerade befindet.
Die einzelnen Personen sind nicht einfach schwarz-weiss gezeichnet, jeder hat sein Päckchen zu tragen und alle handeln im Buch sehr lebensnah, genauso wie es eben auch gewesen sein könnte. Man kommt den Protagonisten auf jeden Fall sehr nah und kann ihre Gedanken und Gefühle gut nachvollziehen.
Die Geschichte ist sehr erschütternd, vorallem weil so viel wahres in dieser Geschichte zu finden ist. Das Buch ist wirklich nur etwas für Leute die Schlimmes auch aushalten können, denn es wird nichts geschönt und das macht das Buch aber auch so wichtig. Im Nachwort erklärt die Autorin nochmal welche Personen und Ereignisse es damals wirklich gegeben hat, deshalb ist es sehr interessant zu lesen.
Ein Buch, dass mich wieder einmal mitgerissen hat und so schnell nicht loslassen wird. Es regt zum Nachdenken an und wird noch eine Weile in mir nachhallen. Ich empfehle es an alle interessierten Leser weiter und gebe die volle Punktzahl. Die Autorin ist wirklich eine meiner Lieblingsautorinnen, mittlerweile.
Review of advance copy received from NetGalley
Vielen Dank an den @deraudioverlag und @netgalleyde für die zur Verfügungsstellung des Hörbuchs
Inhalt
2023. Die 85-jährige Inge Sundermann folgt widerwillig einer Einladung zum Klassentreffen in die Lüneburger Heide. Mit dem Ort ihrer Kindheit verbindet sich eine furchtbare Schuld, die sie einst im Kindesalter auf sich geladen und tief in sich vergraben hat. Doch die Vergangenheit holt Inge nun ein in Gestalt der Tagebuchaufzeichnungen von Helga von Borcke, einer Frau, die bereits 1946 begonnen hat, die Chronik dieser idyllischen Landschaft im Schatten von Bergen-Belsen niederzuschreiben.
1946. Die 8-jährige Inge findet auf dem Weg zum Geigenunterricht im Wald die Leiche einer jungen Frau. Ein tragischer Prozess um Lügen, Vertuschung und menschenverachtende Verbrechen nimmt seinen Lauf, der Inge viele Jahrzehnte später noch einmal mit voller Wucht heimsucht.
Die idyllische Lüneburger Heide wird zum Schauplatz für Kriegsverbrechen, deren Täter noch Jahrzehnte später unentdeckt in ihren Familien leben. Auf zwei Zeitebenen erzählt der neue Roman von Anja Jonuleit von den entsetzlichen Ereignissen in der Lüneburger Heide und deren Vertuschung, von alten Nazi-Seilschaften – und von zwei Frauen (1946 und 2023), die nicht bereit sind, die Vergangenheit ruhen zu lassen.
Meinung
Das Buch beginnt mit einer Einladung zum Klassentreffen und entrollt eine Geschicht um schuld, die grausamer nicht sein könnte.
Ich bin ein großer Fan von Geschichten rund um den Holocaust, gerade wenn sie nicht nur fiktionaler Natur sind. Inge und Helga waren sehr starke Protagonistinnen.
Ich fand die Vertonung gelungen.
Die Geschichte ist harter Tobak, eigentlich weiß man ja wie zu der Zeit verfahren wurde, aber es nochmal so deutlich vor Augen geführt zu bekommen hinterlässt beim Leser/Hörer Spuren.
Große Lese/Hör Empfehlung
Inhalt
2023. Die 85-jährige Inge Sundermann folgt widerwillig einer Einladung zum Klassentreffen in die Lüneburger Heide. Mit dem Ort ihrer Kindheit verbindet sich eine furchtbare Schuld, die sie einst im Kindesalter auf sich geladen und tief in sich vergraben hat. Doch die Vergangenheit holt Inge nun ein in Gestalt der Tagebuchaufzeichnungen von Helga von Borcke, einer Frau, die bereits 1946 begonnen hat, die Chronik dieser idyllischen Landschaft im Schatten von Bergen-Belsen niederzuschreiben.
1946. Die 8-jährige Inge findet auf dem Weg zum Geigenunterricht im Wald die Leiche einer jungen Frau. Ein tragischer Prozess um Lügen, Vertuschung und menschenverachtende Verbrechen nimmt seinen Lauf, der Inge viele Jahrzehnte später noch einmal mit voller Wucht heimsucht.
Die idyllische Lüneburger Heide wird zum Schauplatz für Kriegsverbrechen, deren Täter noch Jahrzehnte später unentdeckt in ihren Familien leben. Auf zwei Zeitebenen erzählt der neue Roman von Anja Jonuleit von den entsetzlichen Ereignissen in der Lüneburger Heide und deren Vertuschung, von alten Nazi-Seilschaften – und von zwei Frauen (1946 und 2023), die nicht bereit sind, die Vergangenheit ruhen zu lassen.
Meinung
Das Buch beginnt mit einer Einladung zum Klassentreffen und entrollt eine Geschicht um schuld, die grausamer nicht sein könnte.
Ich bin ein großer Fan von Geschichten rund um den Holocaust, gerade wenn sie nicht nur fiktionaler Natur sind. Inge und Helga waren sehr starke Protagonistinnen.
Ich fand die Vertonung gelungen.
Die Geschichte ist harter Tobak, eigentlich weiß man ja wie zu der Zeit verfahren wurde, aber es nochmal so deutlich vor Augen geführt zu bekommen hinterlässt beim Leser/Hörer Spuren.
Große Lese/Hör Empfehlung
Review of advance copy received from NetGalley
Eine spannende Geschichte mit historischem Hintergrund.
Das Buch verspricht historisch fundierte, emotional packende Literatur, die unbequeme Fragen stellt. Wer Bergen-Belsen nur als Schulbucheintrag kennt, wird hier an die realen, gelebten Konsequenzen erinnert – in einer Geschichte, die zeigt, dass Vertuschung keine Vergangenheit hat, sondern eine Gegenwart.
TRIGGERWARNUNG:) Dieses Buch beschäftigt sich eingehend mit Nazi-Verbrechen, Vertuschung und den langen Schatten der NS-Zeit. Für Holocaustleugner daher ausdrücklich nicht empfohlen – es sei denn, Sie möchten sich endlich eines Besseren belehren lassen. In dem Fall: bitte zwei Mal lesen und Nachwort nicht überspringen.
Das Buch verspricht historisch fundierte, emotional packende Literatur, die unbequeme Fragen stellt. Wer Bergen-Belsen nur als Schulbucheintrag kennt, wird hier an die realen, gelebten Konsequenzen erinnert – in einer Geschichte, die zeigt, dass Vertuschung keine Vergangenheit hat, sondern eine Gegenwart.
TRIGGERWARNUNG:) Dieses Buch beschäftigt sich eingehend mit Nazi-Verbrechen, Vertuschung und den langen Schatten der NS-Zeit. Für Holocaustleugner daher ausdrücklich nicht empfohlen – es sei denn, Sie möchten sich endlich eines Besseren belehren lassen. In dem Fall: bitte zwei Mal lesen und Nachwort nicht überspringen.
July 28, 2026
finds krass wie gut realität hier mit fiction verknüpft wurde und dadurch eine Geschichte die einen wirklich zum nachdenken gebracht hat
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