Der renommierte Krimiautor Tom Borg kämpft mit einer schweren Schreibblockade. Nach dem Megaerfolg seiner Nordic-Noir-Trilogie kommt er über ein erstes Kapitel nicht hinaus. Auf der Suche nach Inspiration begibt er sich in einen zwielichtigen Club im Zentrum Stockholms und wird dabei Zeuge eines Mordes, der auf unheimliche Weise an den in seinem begonnenen Kriminalroman erinnert. Er gilt von nun an als Hauptverdächtiger, und schon bald wird Tom in ein tödliches Spiel verwickelt, bei dem Fiktion und Wirklichkeit verschwimmen. Es stellt sich die Wer kontrolliert eigentlich die Geschichte des Buches, an dem Tom arbeitet, und wer ist schuld, wenn dabei immer mehr Menschen ermordet werden ...
Arne Dahl is the pen name of Jan Arnald, an internationally known Swedish crime author and literary critic.
His writing can also be seen in the Swedish newspaper Dagens Nyheter. He published Barbarer (2001) and Maria och Artur (2006) under his own name, but under his pseudonym he has written the A-gruppen (Intercrime) series, involving the A-team, a group highly trained in dealing with criminal cases in Sweden.
„Doppelspiel“, ein Kriminalroman in Doppelautorenschaft von Arne Dahl und Jonas Moström, erschienen 2025 bei Bastei Lübbe, setzt hohe Erwartungen und scheitert fast komplett. Der erste Teil einer Trilogie setzt auf hohes Tempo bei nicht vorhandener Plausibilität und reißbrettartigen Klischeefiguren – das mag bei einem Actionmovie funktionieren, bei einem Roman leider nicht.
Die Handlung ist schnell umrissen: Der berühmte Bestsellerautor Tom Borg leidet nach einer Erfolgsserie an einer kompletten Schreibblockade, das Exposé zu einer neuen Serie mit Blick auf die Klimakatastrophe ist geschrieben, doch über dieses kommt er nicht hinaus. Nach drei Jahren drängen Verlag und Konto, doch in Tom ist nur Leere zu finden. Auf einer Lesung trifft er auf die Literaturstudentin Nicole und landet am Ende des Abends in einer real-life-Recherche zu seinem hoffentlich neuen Bestseller mit ihr im Jacuzzi eines Stripclubs (wie die Hauptfigur in seinem Exposé und spätestens da, Tom, hättest du misstrauisch werden sollen), unvorteilhafterweise endet dieser Abend mit einer Kugel in einer Brust und Tom befindet sich inmitten eines Komplotts, der ihn fast in den Wahnsinn treiben wird.
Klingt spannend? Korrekt, der Ausgangspunkt des Plots birgt jede Menge Potenzial und theoretisch sind diese Autoren ein Garant für guten Schreibstil und Spannung. Doch ab hier fährt einfach alles an die Wand.
Grundsätzlich arbeitet der Roman gut mit Spannung und einem hohen Grundtempo sowie mit vielen Figuren, die allesamt Doppelspiel-Charakter haben. Doch der Roman ist viel zu offensichtlich konstruiert, wo wir hinlaufen und wer hier welches Spiel spielt, ist viel zu schnell entziffert, da hilft auch eine aufgepfropfte Schachebene nicht weiter, die sich übrigens bis zum Ende nicht wirklich auflösen wird. Eine Unglaubwürdigkeit der Handlung reiht sich an die nächste, die Figuren triefen vor Klischee, es gibt keine einzige gesunde Frauenfigur, die Autoren schreiben mit Vorwissen, das auf die Figuren und die Handlung bezogen keinerlei Sinn ergibt, die ermittelnden Figuren handeln durchweg so, dass sie längst vom Job abgezogen würden, werden sie aber natürlich nicht, es gibt Sexszenen, die vor alter weißer Mann Phantasie nur so triefen (und natürlich vor Klischee), die Schreibe schrammt an vielen Stellen hart am Groschenroman (Seite 306 oben ist ein perfektes Beispiel, ohne Spoilern zu wollen, das kann jede KI besser), die Auflösung der endlosen Hetzjagd ist dann endgültig nicht mehr nachvollziehbar, dieser ganze Aufwand? Für das? Ach ja, das Klima, das ist ja auch noch wichtig, am Ende des Romans fällt das den Autoren dann auch wieder ein, dass es ihrem Protagonisten doch darum ging. Also zum Ende dann noch schnell ein bisschen bildungselitär werden mit Platon und Descartes, nochmal schnell wieder aufs Klima grätschen, weil man das den Rest des Romans leider vergessen hat, eine Spur für den zweiten Band legen mit der Göttin „Phanes“, natürlich ohne das einzubetten oder zu erläutern, Vorboten einer Lovestory legen, weil Tom ja nicht alleine aus dem Schlamassel rausfinden wird, es ist, ganz ehrlich, zum Heulen. Ach ja, Tom überhaupt, eben noch ein kleiner Waschlappen-Schriftsteller, innerhalb von wenigen Stunden aber ein skrupelloser Macher mit allen notwendigen Fertigkeiten.
Was ist denn da passiert? Nicht zu reden von einer wirklich endlosen Liste an Dingen im Roman, die absolut unglaubwürdig sind, die ich hier nicht aufzählen kann, ohne zu spoilern, aber ihr werdet finden, liebe Menschen, ihr werdet finden. Vielleicht geht es dem Autorenduo so wie Tom: Wer ein Buch schreibt mit dem Gedanken, einen Bestseller schreiben zu wollen – der wird scheitern, denn das ist kein literarisches Ziel. Band 2 zu lesen ist jetzt leider auf jeden Fall nicht mein Ziel. Schade, der Ausgangspunkt war wirklich interessant.
Ein großes Dankeschön an lesejury.de und Bastei Lübbe für das Rezensionsexemplar!
it Doppelspiel liefern Arne Dahl und Jonas Moström einen Thriller, der gekonnt mit den Grenzen zwischen Realität und Erzählung spielt. Im Zentrum steht der gefeierte Krimiautor Tom Borg, der nach seinem großen Erfolg in einer tiefen Schreibblockade steckt. Auf der Suche nach neuer Inspiration gerät er in die dunklen Ecken Stockholms – und wird dort Zeuge eines Mordes, der erschreckend stark an seine eigene unfertige Geschichte erinnert. Plötzlich steht er selbst unter Verdacht und findet sich in einem perfiden Spiel wieder, in dem sich die Frage stellt, wer hier eigentlich die Kontrolle hat: der Autor oder seine Geschichte? Was sofort auffällt: die enorme Spannung. Der Roman ist von Beginn an packend erzählt und zieht einen schnell in seinen Bann. Man möchte ständig weiterlesen, Kapitel für Kapitel, weil sich die Ereignisse immer weiter zuspitzen und neue Fragen aufwerfen. Besonders gelungen ist dabei der doppelte Twist, der der Geschichte eine zusätzliche Raffinesse verleiht und das Gefühl verstärkt, dass hier nichts so ist, wie es scheint. Trotz dieser Stärken gibt es auch Punkte, die nicht ganz überzeugen. Das Ende wirkt etwas verwirrend und lässt einen mit offenen Fragen zurück – nicht unbedingt im positiven Sinne, sondern eher so, dass man sich fragt, ob man etwas übersehen hat. Einige Handlungsstränge und Figuren bleiben zudem undeutlich, insbesondere die Rolle von Toms Ex-Frau, die nicht wirklich greifbar wird und deren Bedeutung für die Geschichte unklar bleibt. Insgesamt überzeugt „Doppelspiel“ vor allem durch seine spannende Erzählweise und die clevere Idee hinter der Handlung. Wer gerne Thriller liest, die mit Metaebenen spielen und den Leser zum Mitdenken auffordern, wird hier definitiv gut unterhalten – auch wenn nicht alle Fäden am Ende ganz sauber zusammenlaufen.