Er nennt sie Mačak – Kater – oder seine Diamanten. Hin und wieder auch Trottel, wenn sie seine Witze nicht verstehen. Doch egal, wie viele Namen ihr ex-jugoslawischer Vater ihnen gibt, wie viel Lammkeule und Wein er serviert, die Lücke, die der Tod der Mutter hinterlassen hat, vermag er nicht zu füllen. In seinem tragikomischen Debüt erzählt David Vajda von vier erwachsenen Geschwistern und ihrer exzentrischen, über die Welt verteilten Familie zwischen Boheme und deutschem Großbürgertum, zwischen Berlin und Hollywood. Sie treffen sich in Griechenland zur opulenten Hochzeit des Onkels, in Belgrad am Grab von Tito, in der Provence mit ihrer esoterischen Tante – nur trauern können sie nicht. Lieber flüchten sie sich in Sarkasmus oder ins Groteske und frönen dem leichten Verweilen. Ein außergewöhnlicher erster amüsant, zärtlich, ernst.
Sie bietet Benny Schnee an. Er probiert. »Und. Gut?« »Ja, irgendwie nicht so säuerlich wie der Schnee, den man immer als Kind gegessen hat.« Ich bin froh, dass Benny wieder redet. Auch Blondie probiert. »Vom Feinsten.« Mein Vater ist enttäuscht, dass wir österreichischen Schnee essen. »Muss ich mir Sorgen um euch machen?« »Ja.« »Um mich musst du dir keine Sorgen machen«, sagte Blondie. »Nein, du bist schwer okay. Meine trotteloiden Kinder sind das Problem.«