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Schleifen

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Franziska Denk wächst im Umfeld des Wiener Kreises auf und leidet als Kind an einer seltsamen Krankheit: Jedes Symptom, von dem sie hört oder liest, bekommt sie sofort. In Otto Mandl, einem genialen Mathematiker, findet die junge Franziska ihren Seelenverwandten. Sie lernt, sich mit Wörtern aus toten Sprachen gegen ihr Leiden zu immunisieren. Die beiden entwickeln eine absolute Sprachbesessenheit und forschen fortan und bis an alle denkbaren Grenzen gemeinsam nach der perfekten Sprache.

»Schleifen« ist ein großer, ein kluger Roman über die Macht und den Einfluss von Sprache auf unser Leben, der richtig Spaß macht beim Lesen. Immer wieder stellt sich bei Elias Hirschl das schier Unglaubliche als wahr heraus, und der Rest ist extrem gut erfunden.

418 pages, Kindle Edition

Published January 27, 2026

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About the author

Elias Hirschl

14 books22 followers

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Community Reviews

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Displaying 1 - 8 of 8 reviews
Profile Image for Steph.
19 reviews
January 22, 2026
Das Buch von Elias Hirschl ist ungewöhnlich. Die Geschichte beschreibt und begleitet die beiden fiktiven Figuren Franziska Denk und Otto Mendl. Beide beschäftigen sich mit der Entwicklung einer weltweiten einheitlichen Verallgemeinerung bzw Vereinheitlichung – einmal auf sprachlicher Ebene, einmal auf mathematischer Ebene. Wobei beide Teilbereiche ineinandergreifen. Die Ausarbeitung der Figuren ist unglaublich realistisch und beim Lesen kamen mir wirklich Zweifel, ob es die beiden Charaktere nicht doch gegeben haben könnte – eine perfekte Illusion, welche sich in das Zeitgeschehen von etwa 1930 bis 2006 einordnen. Die Geschichte wird allerdings immer verworrener und erinnert an Kafka – welche auch Handlungsthema ist. Einen wirklichen Ausgang oder finales Ergebnis der dargebrachten Theorien gibt es nicht, wobei diese Ansätze somit auch die Form eines Möbiusband hätten. Eine fortlaufende, nicht endende Schleife.
Als Leser empfand ich den Roman als zeitweise schwierig. Man muss es mögen in sprachwissenschaftliche und/oder Mathematische Theorien und Forschungsansätze seitenweise abzutauchen. Stellenweise fühlte ich mich in mein Studium und den Literaturrecherche zurückversetzt. Die Anfangsgeschichte von Franziska, welche Symptome von Krankheiten und Befindlichkeiten entwickelt, wenn sie von diesen liest oder hört, spielt im Laufe des Buches keine Rolle mehr. Auch die Auswirkungen dessen oder die Heilung bleibt im Dunkeln und ist wenig relevant. Stärker Auswirkung scheint der Beruf des teils abwesenden Vaters gehabt zu haben.
Für mich persönlich war es ein interessantes Buch, da ich den Autor bis dato nicht kannte. Unglaublich, wie die Figuren und die Welt in diesem Buch ausgearbeitet sind. Für mich ist das ganz große Handwerkskunst einen Roman so zu schreiben. Vermisst habe ich im Roman hingegen eine gewisse Leichtigkeit und auch von Humor ist keine Spur, Sarkasmus gibt es. Von der persönlichen Lebensgeschichte von Franziska und Otto bekommt man eigentlich recht wenig mit. Zeitweise empfand ich es als unglaublich anstrengend mich von Theorie zu Theorie weiter zu denken. Mit Sicherheit ist es kein Buch, welches man innerhalb 3 Stunden lesen kann. Insgesamt ist das Werk, wie der Titel es sagt, eine in sich verdrehte Schleife.
Profile Image for Fay.
27 reviews1 follower
February 2, 2026
Hab schon lang nicht mehr so gelacht und wurde dabei so gut unterhalten.
Profile Image for Karola.
823 reviews7 followers
January 27, 2026
Teils pseudo-wissenschaftlich, teils dystopisch!
Dreidimensional kommen die orange-farbigen Linien auf schwarzem Grund auf dem Cover daher. Der Buchtitel Schleifen bezieht sich im Buch auf Möbiusschleifen, die entstehen, wenn man die Enden eines Papierstreifens, um 180 Grad verdreht, miteinander zusammenklebt. Cover und Buchtitel überzeugen. In drei Teilen geht es um das Bemühen, eine vom Menschen künstlich erschaffene Universalsprache zu schaffen, eine universelle philosophische und wissenschaftliche Sprache. Wird in Teil 1 zunächst die babylonische Sprachverwirrung beim Turmbau zu Babel erwähnt, dann mit dem Logiker Kurt Gödel, dem Physiker Moritz Schlick oder dem Philosophen Ludwig Wittgenstein an den Wiener Kreis erinnert mit ihren Plansprachen-Ideen mit Bezug auf John Wilkins erster Vision einer universalen Sprache. Spielt die Szenerie mit der kindlichen Hauptfigur Franziska Denk in Wien um 1930, erfolgt während der NSDAP-Zeit ein Wegzug vieler Mitglieder dieses Kreises. Das junge Mädchen reagiert auf sprachliche Äußerungen, als wären sie real. Erfährt sie z.B. Einzelheiten über eine Pesterkrankung, beginnt Franziskas Haut schwarze Blasen zu werfen. Auch nach dem Umzug nach Rhode Island leidet sie aufgrund dieser Kondition an Sozialkontakten, bringt sich selbständig mehrere Sprachen bei, desensibilisiert sich schließlich selbst mit ausgestorbenen Begriffen, quasi mit einem Impfstoff aus toten Wörtern. Mit dem tragischen Ableben der Eltern wird sie den Behörden überlassen mit 17 Jahren. Durch den jahrelangen Briefkontakt ab Herbst 1948 mit dem 14-jährigen Otto Mandl, der in England bei seiner Tante in Sicherheit vor Hitlers Schergen ist, verändert sich auch Franziskas Leben. Durch seinen Vater ist Otto mit Wissenschaft aufgewachsen und sein Traum ist es, die gesamte Wissenschaft auf einen neuen philosophischen Boden zu stellen. Zum Studium in Berlin ziehen sie zusammen, sie inskribiert für Sprachwissenschaften und Germanistik, er für Mathematik. Beide entwickeln eine dynamische Plansprache namens Litæ mit Orientierung an der Struktur der tatsächlich gesprochenen Sprache, sie bleibt lebendig und wandelbar. Der bisherige pseudo-wissenschaftliche Charakter im Roman verliert sich mehr und mehr. Anstatt den festgeschriebenen Regeln der Wörterbücher zu folgen, endet deren gemeinsames Projekt in einer komplizierten Objektsprache. Man entwickelt diese Sprache mit dem Ziel, die Welt in all ihren Details akkurat abzubilden, und nicht, um sie praktisch in Alltagssituationen einsetzen zu können. Ab den Gesprächen beim jährlich stattfindenden Objektsprache-Kongress entwickelt der Roman Kafkaeske Züge. Der zunehmende Eindruck, dass Franziska dem Wahnsinn verfällt und sich nicht nur in einer neuen Sprachwelt aufhält, verstärkt sich im zweiten Teil in Wodot, einem Staat bei Rom. Utopische Ideen werden hier lebendig, während Otto sich in Japan nach einem Kongress in einem großen Kreisverkehr verliert. Im dritten Teil expandiert das einst durch Sprache hervorgerufene Chaos weltweit, weit ab vom Normalen. Kafkas Welt mit seinem Werk Der Prozess wird eingeflochten in die Arbeit des Literaturarchivs in Marbach. Nachdem sich viele Begriffe auflösen, hat dies einen überzeugenden Effekt auf die allgemeine Weltlage. Der Autor regt mit seinen Metaphern, Allegorien und utopischen Bildern sicher an, über den Stellenwert von Sprache nachzudenken.
Nicht ganz leicht zu schluckender Lesestoff.
Profile Image for Marie.
189 reviews14 followers
February 4, 2026
"Beide waren in ihrem jeweiligen Umfeld gleichzeitig massiv über- und unterfordert und spürten den immensen Drang, diese zunehmend verwirrende Welt versehen und bewegen zu wollen."

Dieser Satz aus Elias Hirschls neuem Roman "Schleifen" beschreibt nicht nur den zustand der jugendlichen Franziska Denk und des etwa gleichaltrigen Otto Mendel, die hier als Protagonisten dienen. Er fasst auch sehr gut das Leseerlebnis bei diesem Buch zusammen. Vorweg sei gesagt: Hirschls Idee ist genial. Der Roman spiegelt in seiner Form so viel vom Inhalt wieder, dass das Lesen für Literaturinteressierte ein reines Vergnügen ist. Da wird zwischen Textsorten gewechselt, es finden sich Abhandlungen zu Musikstücken genauso wie Ausschnitte aus Postkarten von missionierenden Ethnologen. Der Autor zeigt, was Sprache(n) kann und wo ihre Grenzen sind. Er baut Welten, die aufeinander rekurrieren, sich verdrehen, verstärken und verändern. Dabei sind Kuriositäten - wie etwa ein Briefwechsel, der aus mehreren tausend leeren Seiten bestehen muss - keine Seltenheit. Hirschl lotet aus, wo Literatur Lücken der Geschichte füllen kann. Denn Franziska Denk wächst im Umfeld des Wiener Kreises auf, der Vater und vor allem die Mutter verschreiben sich dem Logischen Empirismus und die Erziehung (wenn man sie denn so nennen kann) der Tochter ist entsprechend geprägt.

Nun kommt das große Aber: Die einzelnen Episoden an sich zu lesen, macht unheimlich viel Spaß. Den großen Zusammenhang jedes Mal wieder mühsam zu rekonstruieren hingegen nicht. So ist die Lust, nach einem abgeschlossenen Kapitel wieder in den Text einzusteigen, eher gering. Dazu kommt, dass ein breites Vorwissen in Philosophie, Sprachwissenschaften und Mathematik von Nöten ist, um Anspielungen und Humor verstehen zu können. Damit ist "Schleifen" definitiv eher ein Intellektuellen-Roman, der ein weniger akademisches Publikum außen vor lässt. Das ist schade, steckt doch viel Potential in den literarischen Spielereien.
Profile Image for JoBerlin.
360 reviews40 followers
February 1, 2026
Eine ganz seltsame Geschichte ist das.Franziska wächst im Umfeld des Wiener Kreises auf und leidet als Kind an einer seltsamen Krankheit: Jedes Symptom, von dem sie hört oder liest, bekommt sie sofort.
Der Roman ist gleich so interessant, denn Elias Hirsch hat ein ausgesprochen illustres Personal angesammelt, große Namen des Wiener Kreises aus Mathematik und Philosophie wie Gödel, Schlick, Wittgenstein, Russell, Einstein werden zumindest genannt .
Hauptsächlich jedoch geht es um die Familie Denk . Eid lernen das Kind Franziska kennen, ihr Wohlbefinden wird durch sprachliche Reize bestimmt, so fühlt sie sich bei Ansprache eines kranken Menschen, selbst gleich ganz krank und schwach. Nun so etwas gibt es durchaus, das hat man schon gehört . Mutter und Vater bemühen sich , das Kind zu schützen, doch sie wissen “wenn der Mensch versucht, künstlich die Ordnung der Dinge zu erhöhen, müsse Gott das Ungleichgewicht ausgleichen und im Gegenzug etwas ins Chaos stürzen.”
Und durchaus chaotisch wirkt der Vater, eine Art philosophischer Sprachwissenschaftler,neben Fachbüchern zu “Die Sprachen der Welt”, erstellt er Grammatik und Vokabelsammlungen. Franziska lernt diese Fremdsprachen, je entfernter und seltener sich die Sprache präsentiert, desto besser, sie wird nun nicht mehr von einfach nur genannten Krankheitssymptomen erfasst.
Elias Hirschs Roman zeigt Macht und Einfluss von Sprache auf unser Leben, die Lektüre ist interessant und amüsant. Allen Literatur- und natürlich Sprachinteressierten möchte ich ihn empfehlen.

2,299 reviews13 followers
January 27, 2026
Zum Inhalt:
Franziska Denk leidet als Kind an einer seltsamen Krankheit: Jedes Symptom, dass sie mitbekommt, ereilt sie sofort. In dem Mathematiker Otto Mandl findet Franziska einen Seelenpartner und sie lernt sich mit Wörtern aus toten Sprachen zu immunisieren. Die beiden sind absolut sprach besessen und forschen nach der perfekten Sprache.
Meine Meinung:
Eigentlich kann man zu diesem Buch keine Inhaltsbeschreibung machen, denn wenn man das wirklich versuchen würde, wäre wahrscheinlich diese Beschreibung schon seitenlang und würde vermutlich immer noch nicht einfangen, worum es in diesem Buch eigentlich geht. Und im Grunde geht mir das jetzt bei meiner Meinung zu dem Buch genauso, denn eigentlich weiß ich gar nicht so recht, was meine Meinung dazu ist. Irgendwie hatte ich immer mal wieder das Gefühl die Personen Googlen zu müssen, um dann wieder festzustellen, dass es kein Ergebnis gibt. Dann habe ich mich immer wieder gefragt, was das Buch mir eigentlich sagen will, allerdings auch ohne Ergebnis. Aber irgendwie hat mich das Buch fasziniert, so dass ich immer weiterlesen musste. Der Schreibstil hat etwas fesselndes, was mich immer wieder lesen lies, aber am Ende lässt mich das Buch auch ein wenig ratlos zurück.
Fazit:
Sehr ungewöhnlich
Profile Image for Franziska Dreßler.
141 reviews1 follower
January 31, 2026
Elias Hirschls Schleifen ist eines dieser Bücher, bei denen man sich ziemlich schnell fragt, ob man selbst das eigentliche Problem ist. Der Roman ist hochintelligent, theoretisch aufgeladen und so ambitioniert, dass man sich beim Lesen fühlt, als würde man geistig barfuß durch ein CERN-Labor laufen – beeindruckend, aber schmerzhaft und maximal überfordernd.

Dabei ist die Grundidee eigentlich großartig: Franziska leidet an einer seltenen Erkrankung, durch die sie jede Krankheit körperlich spürt, sobald sie davon hört oder liest. Sprache wird für sie zur Gefahr. Gemeinsam mit dem Mathematiker Otto versucht sie deshalb, eine perfekte, eindeutige Sprache zu entwickeln – ein faszinierender Ansatz zwischen Wissenschaft, Philosophie und Literatur. Leider verliert sich der Roman immer wieder in sehr verworrenen Nebenhandlungen, die das ohnehin anspruchsvolle Gedankengebäude zusätzlich vernebeln.

So klug Schleifen auch ist, emotional hat es mich kaum erreicht. Schmerz, Nähe und Verzweiflung bleiben überraschend kühl, fast steril. Am Ende bleibt mein Eindruck eines extrem schlauen Buches, das viel weiß und viel denkt – und mich dabei konstant ein bisschen dumm fühlen lässt. Bewundernswert, ja. Verstanden? Leider eher nicht.
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