»Die Party ist noch lange nicht vorbei. Aber ich geh trotzdem schon mal nach Hause.«
Sie ist endlich alt genug. Alt genug für bequeme Unterwäsche und für unbequeme Wahrheiten. Sie lacht nicht mehr über jeden blöden Witz. Sie weiß, wohin sie nicht gehört und ist so frei wie nie. Frei, zu bleiben. Frei, zu gehen. Manchmal wünscht sie sich , sie wäre schon früher so alt und so mutig gewesen wie jetzt. Aber es hilft ja nichts. Reifen kann man nur mit der Zeit. Auch für dieses Buch musste sie erst alt genug Ildikó von Kürthy hat sich in innere und äußere Ausnahmezustände begeben, hat eine Menge Mut aufgebracht, ist immer wieder gescheitert, hat sich als Topmodel beworben, sich vom Grab ihrer Eltern verabschiedet und ist nachts in New York sich selbst begegnet. In diesem Buch feiert Ildikó von Kürthy die Kraft der Lebensmitte, das Wunder des Mittagsschläfchens und das kostbare Gefühl, dass wir mit all unseren Ängsten, Ideen, Zweifeln, den schmerzhaften Abschieden und der wuchtigen Gleichzeitigkeit von Licht und Schatten nicht alleine sind.
Alt genug ist ein Buch voller Erkenntnisse und Bekenntnisse. Es ist eine mutige und ehrliche Begleitung für alle, die jenseits der Lebensmitte unterwegs und noch lange nicht angekommen sind.
Erst jetzt, Dekaden und unzählige Flaschen Wein und Kopfschmerztabletten später, bin ich endlich so geworden, wie ich nie werden wollte.
Seit ein paar Jahren fühle ich mich zunehmend auch endlich alt genug. Allein der Titel hat mich deshalb direkt angesprochen. Trotz dieses Gefühls und einer überzeugenden Leseprobe bleibe ich bei Romanen dieser Art zunächst skeptisch. Zu schnell werden sie zu kalkulierten Wohlfühlgeschichten, charmant, versöhnlich, mit diesem gewissen Humor, ohne dass viel gesagt oder gewagt wird.
'Alt genug' besitzt durchaus viel Wärme und eine optimistische Grundhaltung, besticht im Kern jedoch durch eine Ehrlichkeit, die der Erzählung eine angenehme Rohheit verleiht, etwas, was ich in dem Genre oft vermisse. Es ist eine Ode an das Leben mit all seinen Ecken und Kanten, mit Momenten der Selbstentblößung (im besten Sinne), und schafft es gerade dadurch, das Älterwerden nicht nur zu thematisieren, sondern zu feiern.
Die Autorin formuliert an einer Stelle sinngemäß den Wunsch, mit diesem Roman ernster genommen zu werden und sich aus der Zuschreibung reiner „Frauenliteratur“ zu lösen. Nachvollziehbar, da die Branche entsprechende Themen tendenziell vorschnell abwertet. Was unglücklicherweise genau jene Skepsis nährt, mit der ich solchen Büchern zunächst begegne. Gleichzeitig sehe ich hier weniger einen Bruch mit dem Genre als vielmehr den Beweis dafür, wieviel Tiefe, Authentizität und Reibung innerhalb dieses Rahmens möglich sind. Gerne mehr davon.
Das Hörbuch wird von der Autorin selbst gesprochen, was nicht nur ausgesprochen angenehm zu hören ist, sondern der Erzählung eine persönliche Note gibt, fast wie im Gespräch mit einer Freundin. Umso beeindruckender ist das, weil sie im Buch davon berichtet, wie sehr sie aus Angst lange Zeit vermieden hat laut vorzulesen. "Aber ich singe doch nur, weil ich Angst habe zu lesen."
Vielen Dank an vorablesen, netgalley und dem Verlag für ein Rezensionsexemplar. Alle Meinungen sind meine eigenen.
Ildikó von Kürthy ist seit Mondscheintarif eine meiner allerliebsten Autorinnen. Ich habe fast jedes ihrer Bücher gelesen und geliebt (das mit dem Hund habe ich ausgelassen...) und besitze ein Foto von der FBM mit ihr und habe eine ihrer Shows zum Buch erlebt. Daher war klar, dass ich das neue Buch natürlich unbedingt lesen muss. Und wie immer ist das Buch einfach nur perfekt. Der Humor, den ich aus allen ihren Werken so sehr liebe, ist wie immer überaus präsent und bringt mich immer wieder dazu laut aufzulachen. Aber wie immer ist die Lektüre nicht seicht und oberflächlich, sondern strotzt nur so vor Gedanken und Zitaten, die mich mitten ins Herz treffen. Alt genug ist keine Fiktion, Alt genug ist ein Memoir, was es nochmal faszinierender macht, da der Mensch hinter der Autorin noch stärker in den Fokus tritt, wenn auch - wie sie sympathischerweise mehrmals betont - nur das, was sie zeigen möchte und sagen möchte, gesagt wird. Ich denke, es ist dennoch sehr, sehr persönlich, was Ildikó hier mit uns teilt und als langjährige treue Leserin fühle ich mich davon angesprochen, wenn sie uns auf Instagram mit "liebe Freundinnen" anspricht. Der Text verzichtet anders als ihre Frühwerke auf spielerische Zeichnungen und mädchenhafte Farben. Das Cover ist stark und auffällig und passt zu der Frau, die Ildikó geworden ist - und die ich bewundere! Das Buch - und die Stimme der Autorin - haben mich so sehr erreicht. Und so schreibe ich noch mit Tränen in den Augen, nachdem ich den letzten Satz gelesen und das Buch zugeklappt habe - lest es! Eine 100%ige Leseempfehlung und für mich auf jeden Fall wie jedes ihrer Bücher ein Highlight meines Lesejahres....
„Alt genug“ ist wieder ein lesenswerter Roman der in Hamburg lebenden Autorin und Journalistin Ildikó von Kürthy.
1999 habe ich das erste Buch der Autorin gelesen und fühlte mich damit direkt abgeholt. Seitdem habe ich keines ihrer Werke ausgelassen und festgestellt, dass ich im gleichen Tempo altere wie Ildikó von Kürthy. Sie trifft immer wieder meine Situation und ich erkenne mich wieder.
Hier erzählt sie aus ihrem Leben. Erlebnisse, Gefühle, Gedanken, Erinnerungen, Momente der Unsicherheit, Peinlichkeiten, Glücksgefühlen, alles, was das Leben sonst noch bereit hält und worüber man nicht immer gerne spricht oder sich Gedanken macht.
Der Schreibstil ist locker, witzig, warmherzig und lässt sich leicht lesen. Dabei stecken die Sätze voller Emotionen, manchmal auch voller Ironie und Humor. Es ist ein sehr mutiges und ehrliches Buch, das dazu auffordert sein Leben mit seinen Veränderungen anzunehmen und sich selbst zu akzeptieren.
Mich hat dieses lebenskluge Buch gut unterhalten und gleichzeitig hat es mir Stoff zum Nachdenken geliefert. Ich denke, dass sich hier viele Leser*innen wiederfinden können, auch wenn sie kein so öffentliches Leben wie Ildikó von Kürthy führen und in viele ihrer Situationen nicht hineinkommen. Es bleiben dennoch eine Menge Parallelen.
Wir müssen die Veränderungen, die das Leben mit sich bringt mit seinen Abschieden, Neuanfängen, Erkenntnissen, Möglichkeiten und Chancen annehmen und das Altern einfach akzeptieren.
Was ein unfassbar tolles, bewegendes und inspirirendes (Hör-)Buch von Ildikó von Kürthy! Ildikó von Kürthy spricht viele Themen an, die in der Gesellschaft noch häufig zu Tabuthemen gehören. Sie spricht über Ängste (ihre Angststörung), die Wechseljahre, die Wahrnehmung von Frauen - vor allem alten Frauen und über Freundinnenschaft. Schon innerhalb der ersten Minuten hat mich die Wortwahl von Ildikó abgeholt und mich fühlen lassen als würde ich mich mit jemandem über einen Kaffee oder eine Limo unterhalten, den ich ewig kenne. Als es in der Mitte dann um die Krebserkrankung ihrer Freundin geht, liefen mir die Tränen nur die Wange runter. Hier werden viele Ansätze zum Reflektieren gegeben, ohne das es scheint als wäre dies das primäre Ziel dieses Memoir gewesen. Ildikó von Kürthy nutzt dieses Buch als Tagebuch ihrer Mutproben und der Dinge, die sie im Alltag als Frau über 50 beschäftigen. Ich kann dieses Buch absolut jeder Frau, in jedem Alter, empfehlen!
Vielen Dank für das Rezensionsexemplar in Form des Hörbuches, gesprochen von Ildikó von Kürthy selbst. Was es vemrutlich noch nahbarer gemacht hat!
"Alt genug" ist ein sehr persönliches und offenes Buch von Ildikó von Kürthy. Es geht ums Älterwerden, um Lebensmitte-Momente, Wechseljahre, Rollenbilder und Erwartungen an Frauen, ums Zweifeln und darum, sich selbst besser zu verstehen – ohne Drama, dafür mit viel Herz. Der Ton ist wie immer bei der Autorin humorvoll, direkt und herrlich selbstironisch. Ich habe mich in vielen Gedanken wiedererkannt und musste mehrfach schmunzeln. Auf der anderen Seite werden auch Themen wie Altersdiskriminierung oder Social-Media-Inszenierungen kritisch reflektiert. Das Buch wirkt leicht, ehrlich und unaufgeregt. Ich konnte zwischendurch gar nicht aufhören zu lesen. Beim Cover wäre meiner Meinung nach noch Luft nach oben gewesen. Das hat aber keinen Einfluss darauf, dass mich das Buch großartig unterhalten und auch persönlich berührt hat.
Ildikó von Kürthy schreibt witzig und mit Selbstironie. Ich habe schon ein paar ihrer Bücher genossen. In ihrem Buch Alt genug schildert sie ihr persönliches älterweden. Rigoros zeichnet sie ihre Falten und andere Macken, die sich einstellen und mit denen man sich abfinden muss. Das ist gerade für uns ältere Leser gut zu lesen. Man sieht, das es allen Frauen nach der Menopause ähnlich geht. Da fühlt man sich doch gleich besser. Ich erkannte viel von mir wieder in dem Buch. Manchmal dachte ich auch, das ist doch nicht so schlimm, da muss man eben durch.
Es ist ja ganz gut, wenn man nicht mehr so aufbrezeln muss, Aber auch im Alter macht es Spaß, sich adrett zu kleiden. Das hebt das Selbstbewusstsein.
Das Buch ist lebendig, humorvoll und flüssig geschrieben. Es hat mir ungemein gefallen das Buch zu lesen. Es ist hauptsächlich ein Buch für Frauen.
War das jetzt schon alles? Die Frage, die sich durch das Buch zieht und mit der sich auch die Protagonistin beschäftigt. Jedoch ist das Buch mehr wie ein Roman über das Erreichen einer Altesmarke. Die Protagonistin reflektiert ihr Leben, ihre unerfüllten Träume, verpassten Chancen und die Angst vor dem Älterwerden. Es geht um Freundschaft, Liebe, und gesellschaftliche Erwartungen an Frauen - große Themen, die behandelt werden. Der Schreibstil ist typisch für Ildikó von Kürthy: humorvoll mit etwas Selbstironie. Auch Emotionen kommen nicht zurück - generell eine tolle Atmosphäre wurde in diesem Buch gesfchaffen. Alles sehr sehr offen und ehrlich geschrieben.
Ein ehrlicher, warmherziger Roman über das Älterwerden, mit Tiefgang der somit auch nachdenklich macht - sehr lebensnah geschrieben. Von mir gibt es eine Empfehlung.
Ein Buch über das Dazwischen. Über Körper, Kinder, Ehe, Müdigkeit, Hoffnung. Über dieses Alter, in dem man nicht mehr werden muss, aber auch noch nicht fertig ist.
Ildikó von Kürthy streift viele Themen, fast im Vorbeigehen. Man erkennt sich wieder. Man nickt. Und dann ist man schon beim nächsten Gedanken.
Ich hätte mir gewünscht, sie wäre öfter geblieben. Hätte eine Tür nicht nur geöffnet, sondern den Raum betreten.