Der dritte Band der Eine junge Frau zwischen Schtetl und Kurfürstendamm, zwischen Jazzklängen und jiddischen Gebeten
Berlin, November 1923: Die Inflation ist überstanden, doch die junge Republik wankt zwischen Hoffnung und Abgrund. In den Villen Charlottenburgs träumt man von einer glänzenden Zukunft, während im Scheunenviertel ostjüdische Flüchtlinge um das Überleben kämpfen.
Anne Rosenbach zählt neunzehn Jahre. Als Tochter eines Staatsanwalts soll sie auf ihren Verlobten Otto warten – drei lange Jahre, bis er sein Referendariat beendet hat. Doch Anne will mehr sein als eine wartende Braut. Heimlich beginnt sie, jüdischen Frauen in Rechtsfragen beizustehen.
Als die einzige Zeugin in einem Mordprozess tot aus den trüben Fluten der Spree geborgen wird, gerät Anne tief in die Schattenwelt der Metropole. Gertrude, ihre Freundin aus bestem Hause, folgt ihr in das nächtliche Berlin – jene zwielichtige Welt, in der die Grenzen zwischen Gut und Böse, zwischen Deutsch und Jüdisch, zwischen Mann und Frau in der Dunkelheit zerfließen.