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384 pages, Hardcover
First published January 24, 2011
Die Beziehung zwischen uns war stets von Sympathie getragen, aber sicherlich keine persönliche, weil das mit ihm prinzipiell nicht möglich war. Er konnte Gespräche von Mensch zu Mensch einfach nicht führen, was ich aus meinen Beobachtungen schließen konnte. Ich erinnere mich zwar an ein klares Bild von Thomas Bernhard, aber er war immer gleich, daher die Schwierigkeit beim Erinnern. Er hat sich nur in einem unernsten Sprachgestus mit Mitmenschen aufhalten können, stetiges Monologisieren und ständige Sprachwitze. Die Lacheffekte hatten keine schwerwiegende Bedeutung, sondern bestanden in banalsten Dingen, die auftauchten und aufgegriffen wurden. Den einfachsten Dingen wurde Situationskomik in brillanter Technik abgerungen und daher konnte er ganze Runden von Menschen unterhalten. (...) Einen problematischeren Menschen kann man sich gar nicht vorstellen. (...) Er war nicht nur beziehungsunfähig, sondern er war nicht einmal zu einem Dialog fähig.