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Das Flüstern der Marsch

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Drei Generationen und das Geheimnis einer FamilieAls Mona in der Marsch eintrifft, um den 80. Geburtstag ihres Opas Karl zu feiern, ist Oma Annemie spurlos verschwunden. Karl macht sich wenig Sorgen, Mona dafür umso mehr. Sie zieht zu ihrem Opa in das reetgedeckte Haus am Rand des kleinen Dorfs in den Weiten der Marsch, wo Monas Mutter Sabine gemeinsam mit den Zwillingsbrüdern Stefan und Sven aufgewachsen ist. Dass Annemie ein schmerzvolles Geheimnis birgt, das das Leben der ganzen Familie schon lange beeinflusst, ahnt niemand. Gemeinsam mit einem alten Freund aus Kindheitstagen macht Mona sich auf die Suche nach ihrer Oma. Im Laufe eines langen Sommers taucht sie tief ein in die Familiengeschichte und stößt auf falsche Erinnerungen und erschreckende Geschehnisse, von denen kaum jemand weiß. Denn Annemie hat alles dafür gegeben, das Schweigen aufrechtzuerhalten - damit niemand redet, in diesem kleinen Dorf, in dem jeder jeden kennt.

384 pages, Hardcover

First published September 5, 2025

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Katja Keweritsch

5 books1 follower

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Community Reviews

5 stars
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Displaying 1 - 11 of 11 reviews
Profile Image for Geli.
247 reviews10 followers
October 5, 2025
Ich kannte von der Autorin bereits das Buch "Agnes geht", was mir gut gefallen hat, also griff ich gerne zu "Das Flüstern der Marsch", zumal mir auch die Romane von Romy Fölck gefielen, die ebenfalls in dieser Region angesiedelt sind.


Das Buch wird abwechselnd aus dre Sicht von Mona, ihrer Großmutter Annemie, ihrer Tante Janne und einer weiteren Frau, Freya, geschildert, deren Beziehung zu den anderen Frauen zunächst unklar ist. Wir springen von der Gegenwart des Jahres 2024 zurück in die Vergangenheit bis in die 60er Jahre, als wir Annemie als junge Frau kennenlernen, frisch verliebt und tief enttäuscht, und arbeiten uns dann in Zeitsprüngen wieder in die Gegenwart, bis alle Erzählstränge dort ankommen.


Mona, die in die Marsch angereist ist, um ihre Großeltern kurz vor der Feier zum 80. Geburtstag des Großvater Karls zu besuchen, findet ihren Großvater allein vor, ihre Großmutter ist verschwunden. Auch eine großangelegte Suche mittels Polizei und Befragung der Dorfbewohner und Freunde ihrer Oma Annemie bleibt erfolglos. Das scheint den Großvater kaum zu berühren.


Ihre Tante Janne, die kaum alter als Mona ist, versucht dagegen alles, um die Feier perfekt zu machen in Vertretung von Annemie. Sie kümmert sich um ihre drei Kinder, während ihr Mann sich zwischen Beruf und Feuerwehr aufteilt und eher genervt ist, wenn es mal darum geht, väterliche Pflichten zu übernehmen.


Und dann ist da noch Freya, deren Bruder sich das Leben genommen hat, deren Mutter an Krebs gestorben ist und deren Vater schweigt.


Mir war lange unklar, was die einzelnen Erzählstränge miteinander zu tun haben. Und so recht konnte ich mit keiner der Frauen warm werden, mich störten die Sprünge der Erzählerinnen und vielleicht lag es auch daran, dass ich Mühe hatte, Janne und Freya zu unterscheiden. Zudem sind alle Perspektiven außer Monas in der dritten Person geschrieben.


Irgendwann sprang jedoch der Funke über und ich ahnte, was gewesen sein könnte und worauf der Roman hinaus wollte. Doch am Ende muss ich leider sagen, dass dieser Nervfaktor überwog, in die Irre geführt zu werden und mit keiner der Frauen so recht Kontakt zu bekommen. Einer der Erzählstränge war für mich sogar überflüssig, ohne ihn hätte mir nichts gefehlt.


Die Autorin bringt einige Themen hoch, sei es, die Abhängigkeit der Frauen von ihren Ehemännern in den 60er Jahren, was sich oftmals bis in die Gegenwart zieht. Die Hilflosigkeit schwangerer Frauen, ob es in den 60er Jahren vor der Volljährigkeit war oder aber auch in der Gegenwart, wenn der Partner vielleicht nicht der richtige ist. Der Umgang mit Abtreibung wird geschildert, ebenso wie Erziehung der Kinder. Vor allem aber der mangelnde Familienzusammenhalt, wenn die Chemie nicht stimmt und wenn man nicht miteinander reden kann.


Zwischendurch lesen wir von der Fauna und Flora der Marsch, was anschaulich war, es am Ende aber nicht rausreißt.
213 reviews
October 17, 2025
Familientraumata


"Das Flüstern der Marsch " von Katja Keweritsch erzählt die Geschichte von Frauen einer Familie und die Auswirkungen eines traumatischen Erlebnisses über drei Generationen hinweg.

Monas Opa feiert seinen 80. Geburtstag und zu diesem Ereignis kommt sie von Hamburg in die Elbmarsch um das Ereignis mit der Familie zu feiern. Als sie ankommt ist ihre Großmutter nicht da und auch ihr Großvater weiss nicht, wo sie ist.
Sie taucht auch im Laufe der nächsten Tage nicht auf und so begibt sich Mona auf die Suche nach ihr und deckt dabei ein altes Familiengeheimnis auf, was weitreichende Folgen auf weitere Generationen hatte.

Die Geschichte wird aus der Sicht verschiedener Frauen erzählt. Mona ist die Enkelin von Annemie der Großmutter, Janne ist die Schwiegertochter von Annemie und mit ihrem Sohn Stefan verheiratet und Mutter dreier Kinder und auch Annemies älteste Tochter spielt eine Rolle und dann ist da noch Freya, von der der Leser zu Anfang nicht weiß, in welchem Zusammenhang zur Geschichte sie steht.

Die Leser erfährt nach und nach , was es mit dem Verschwinden von Annemie auf sich hat, aber auch von schwierigen Familienverhältnissen und deren Ursprung.

Geschichten über die Marsch und ihre wunderschöne Landschaft haben im Moment Hochkonjunktur. In diesem Buch spielt sie allerdings keine große Rolle, außer dass sie im Buchtitel erscheint. Die Geschichte als solches fand ich sehr angenehm zu lesen, obwohl sie einige Längen in der Mitte aufweist.
Das Familiengeheimnis , was am Ende der Geschichte gelüftet wird, was der Leser teilweise aber schon vorher erfährt, hat mich sehr berührt und dass Traumata innerhalb einer Familie weitergetragen werden und das Leben einzelner Familienmitglieder maßgeblich beeinflussen , haben auch anderre Bücher schon zum Thema gemacht, aber es immer wieder erschütternd darüber zu lesen und ich denke immer wieder, warum redet man nicht beizeiten , um Schlimmeres zu verhindern, es könnte soviel Schmerz verhindern.

Die Geschichte von Janne fand ich nicht ganz so gelungen in dieser Geschichte, ich fand sie passte nicht so gut, außer wenn man das Fazit zieht, dass Frauen in der Kindererziehung oft den gößerer Part übernehmen und oft über ihre Belastungsgrenzen hinausgehen.

Alles in allem fand ich die Geschichte nicht immer ganz stimmig, manchmal etwas langatmig , aber am Ende mit einer Aussage, die berührt und zum Nachdenken anregt und zeigt, welche Sünden in den sechziger und siebziger Jahren an Frauen begangen wurden und Männer und Frauen in ihrem Handeln sehr unterschiedlich beurteilt wurden.
300 reviews10 followers
October 21, 2025
„Geheimnisse sind wie ungebetene Gäste. Sie tauchen immer dann auf, wenn man es am wenigsten erwartet.“

Mona will ihre Großeltern besuchen, doch ihr Großvater erzählt ihr, dass ihre Großmutter verschwunden ist. Schon seit Tagen – und er scheint mehr darüber zu wissen, doch er schweigt beharrlich.

Merkwürdigerweise geht das Leben trotzdem weiter. Die große Feier zum achtzigsten Geburtstag des Großvaters kann nicht mehr abgesagt werden. Mona forscht aber beharrlich weiter. Sie spürt, dass es im Leben ihrer Verwandten bedeutende Geheimnisse geben muss.

Obwohl Janne schon genug mit ihren drei kleinen Kindern zu tun hat, fühlt sie sich überverantwortlich, wenn es etwas zu tun gibt. Auch die Schwiegertochter der Verschwundenen weiß so manches Unstimmige über ihre Schwiegermutter.

Freya leidet darunter, dass es in ihrer Familie keine Liebe und gesunde Bindungen gibt. Was sie mit Monas Großeltern zu tun hat, wird erst gegen Ende des Buches klar.

Und dann ist da noch die Verschwundene: Annemie. Von 1964 bis in die Gegenwart beleuchtet die Autorin auch ihre Sicht auf die Geschehnisse.

In diesem Buch geht es um Familiengeheimnisse, um unerlaubte Liebe, um die Last einer Mutter und ihr Verhältnis zu ihrem ungeborenen Kind. Dazwischen brillieren Beschreibungen des Marschs, eines beliebten Rückzugsortes, wenn das Leben zu schwer wird.

Das Cover unter dem Einband ist eine wunderschöne Überraschung, es zeigt eine ruhige Landschaft und mehrere fliegende Zugvögel. Die Erzählung wird aus der Perspektive der vier Frauen erzählt, dabei ist es vor allem Monas Geschichte, da sie die einzige Ich-Erzählerin ist. Die Geschichte ist fesselnd, und viele Erlebnisse der Figuren wirken authentisch und lebendig – dennoch bleibt eine gewisse Distanz, die es schwer macht, sich wirklich mit den Frauen zu identifizieren. Interessant sind die Zitate aus einem Erziehungsratgeber der 60er Jahre und das immer wiederkehrende Thema Mutterschaft.

Fazit: „Ich will, dass es mit uns endet.“ - Dieses Buch über die Aufarbeitung von Familiengeheimnissen und das Bemühen, eine gute Mutter zu sein ist spannend und enthält wunderschöne Naturbeschreibungen, doch die Charaktere bleiben bis zum Schluss unnahbar. Empfehlenswert!
Profile Image for Christiane Fischer.
520 reviews7 followers
October 28, 2025
DAS FLÜSTERN DER MARSCH
Katja Keweritsch
ET: 5.9.2025

Mona fährt von Hamburg zu ihren Großeltern in die Marsch – und findet dort nur ihren Großvater Karl vor. Wo ihre Großmutter Annemie geblieben ist, weiß er nicht. Er scheint darüber auch nicht besonders beunruhigt zu sein. Wann er sie zuletzt gesehen hat, kann er ebenfalls nicht genau sagen – nur daran, dass er seit zwei Tagen nichts mehr gegessen hat, weil niemand das Essen zubereitet hat, daran erinnert er sich. Auch die Zwillingssöhne Stefan und Sven wissen nicht, wo ihre Mutter ist, haben aber keine Zeit, sich zu kümmern. Lediglich Janne, Stefans Frau, die mit drei kleinen Kindern und den Vorbereitungen für Schwiegervater Karls 80. Geburtstag ohnehin völlig überlastet ist, hört sich Monas Sorgen wenigstens an.

Als Annemie auch nach einigen Tagen nicht wieder auftaucht, wird schließlich die Polizei informiert. Doch noch immer ist sich die Familie sicher, dass Annemie einfach eine Freundin besucht – völlig außer Acht lassend, dass sie gar keine Freundin hat und so etwas noch nie zuvor getan hat.

Katja Keweritsch erzählt ihren Roman auf mehreren Zeitebenen.
Neben Mona in der Gegenwart kommt auch Annemie selbst zu Wort – ein junges Mädchen, das eigentlich gerade ihr Abitur machen wollte, als sie sich in ihren Lehrer verliebt und eine folgenreiche Affäre beginnt.
Janne erhält einen eigenen Erzählstrang, in dem wir erfahren, was sie alles auf sich nimmt, um ihre Familie glücklich zu machen.
Und schließlich ist da noch Freya, deren Bruder sich das Leben genommen hat und die bald auf Geheimnisse stößt, die alles miteinander verbinden.

Wie diese Erzählstränge am Ende ineinandergreifen, müsst ihr natürlich selbst herausfinden.
Was ich aber verraten kann: Das Flüstern der Marsch fängt die besondere Atmosphäre dieser Landschaft wunderbar ein – das weite, flache Land, die Stille, den Wind, das Licht. Zugleich porträtiert Katja Keweritsch eindrucksvoll das Leben in einem kleinen Dorf bei Hamburg, mit all seinen heimlichen Geschichten, ungesagten Wahrheiten und über Generationen hinweg weitergetragenen Verletzungen.

Ein stiller, atmosphärisch dichter Roman, den man nicht mehr aus der Hand legen möchte, weil man unbedingt hinter das Geheimnis kommen will.
4½/ 5
Profile Image for Verena.
380 reviews
October 5, 2025
Den Kreislauf des Schweigens durchbrechen

Wer mich kennt, weiß, dass dieses Cover mich sofort gecatcht hat – es ist ein kleines Träumchen. Und weil ich die Romane von Katja Keweritsch ohnehin gerne lese, war „Das Flüstern der Marsch“ ein Must-Read.
Die Geschichte beginnt mit Monas Ankunft in der Marsch. Der 80. Geburtstag ihres Opas Karl steht bevor – doch ihre Oma Annemie ist verschwunden. Während Karl stoisch so tut, als wäre nichts, spürt Mona, dass etwas nicht stimmt. Sie zieht bei ihrem Opa ein und versucht gemeinsam mit ihrer Tante Janne, die Familiengeschichte zu entschlüsseln. Falsche Erinnerungen, verdrängte Erfahrungen, Schweigen über Generationen hinweg – es geht um die Macht von Strukturen, die das Leben aller prägen.
Keweritsch erzählt von Frauen, die unter gesellschaftlichen Erwartungen und familiären Zwängen leiden, und von Männern, die sich in ihrer Bequemlichkeit eingerichtet haben. Sie zeigt diese Dynamiken eindrücklich, ohne große Fachbegriffe. Stattdessen entfaltet sich im Alltag der Figuren, was diese Strukturen anrichten: Annemies Schweigen, Jannes Überlastung, Sabines Enttäuschungen, Freyas Verlorenheit, Monas Suche. So entsteht ein dichtes Bild einer Familie, die im Kleinen ein Spiegel des Großen ist.
Dabei prägt das Schweigen einer Generation die nächste. Besonders Mona, ihre Mutter Sabine und Oma Annemie spiegeln sich in ihren Geschichten auf gewisse Weise wieder, teilweise sehr ähnlich und dennoch leicht verschoben. In dieser Wiederholung liegt Traurigkeit, aber auch die leise Hoffnung, dass der Kreislauf eines Tages durchbrochen wird.
Kritisieren muss ich trotzdem. Nach all den Verwicklungen wirkt das Ende zu abrupt. Zudem ist das Figurenensemble sehr groß, und gegen Ende reiht sich Schicksalsschlag an Schicksalsschlag, sodass der Roman ein Stück der stillen Kraft verliert, die ihn zuvor ausgezeichnet hat. Weniger wäre hier mehr gewesen.
Trotzdem bleibt „Das Flüstern der Marsch“ für mich eine klare Empfehlung.
6 reviews
October 30, 2025
„Das Flüstern der Marsch” ist ein ruhige und emotionale Familiengeschichte. Geschildert werden Geschehnisse von 1964 bis 2024. Wir verfolgen prägende Ereignisse von vier Frauen, wobei Annemie die älteste ist und mit ihrem Verschwinden beginnt auch der Roman. Annemies Enkelin Mona versucht, mehr über ihre Oma zu erfahren und stößt dabei auf viele Geheimnisse.

Der Roman zeigt eindringlich, wie gewisse Zeiten und Erwartungen die Frauen prägen. Es gibt nicht nur gesellschaftliche Einschränkungen, sondern auch mangelnde Unterstützung innerhalb der Familie. So kommt es im Laufe mehrerer Generationen zu immer mehr Geheimnissen und Lügen - überwiegend verursacht durch Schweigen. Selbstbestimmung ist ein großes Thema, das immer wieder auftaucht.

Die Erzählweise ist ruhig, poetisch und emotional. Die Beschreibungen der Natur geben dem Roman sowohl Leichtigkeit als auch Tiefe, da die Landschaft zum einen wunderschön ist und wunderbar bildhaft geschildert wird und zum anderen jedoch ebendiese Umgebung der Schauplatz einiger Tragödien ist.

Besonders interessant, fand ich den Aspekt bzw. Denkansatz, Familienmitglieder nicht nur in ihrer Rolle als Mutter oder Opa zu betrachten. Vielmehr geht es darum, auch die Individuen dahinter und deren Geschichte und Bedürfnisse zu erkennen und zu respektieren.

Für meinen Geschmack war die Geschichte manchmal etwas zu ruhig und ich konnte es kaum erwarten, die Zusammenhänge zu erkennen. Das Zusammenführen der verschiedenen Erzählstränge ist dann sehr gelungen.

Wer Familiengeschichten liebt und sich insbesondere für Frauenbilder in verschiedenen Generationen interessiert, dürfte „Das Flüstern der Marsch” sehr mögen. Von mir gibt es noch einen extra Pluspunkt für die traumhafte Marschlandschaft.
Profile Image for Martina Meyen.
151 reviews2 followers
December 2, 2025
Familiendrama in der Marsch

Ich wollte das Buch so gerne mögen, aber leider habe ich es zuklappt mit dem Gedanken: Was für eine Geschichte und das meine ich leider nicht nur positiv.

Katja Keweritsch entführt mich in eine Familiengeschichte, die sich über drei Generationen erstreckt und deren zentrales Geheimnis lange im Verborgenen bleibt. Die Handlung beginnt vielversprechend mit Monas Ankunft zum 80. Geburtstag ihres Opas Karl, doch schnell wird klar, dass hinter der Fassade der Familie mehr steckt als zunächst angenommen. Und nicht nur, weil Großmutter verschwunden ist und niemand sie finden kann.

Die Perspektivwechsel zwischen den drei Frauenfiguren – Annemie, ihrer Enkelin Mona und ihrer Schwiegertochter Janna – sind grundsätzlich interessant, jedoch werden die verschiedenen Handlungsstränge nur oberflächlich behandelt. Besonders Annemies Geschichte hätte ich mir ausführlicher gewünscht, da sie mich emotional am meisten berührt hat. Monas Erzählung in der Ich-Form bleibt dagegen überraschend distanziert und ihre Handlungen sind für mich oft schwer nachvollziehbar. Jannas Abschnitte wirken wie ein Nebenschauplatz, der vom eigentlichen Kern der Familiengeschichte ablenkt.

Die Marsch als Schauplatz ist sehr atmosphärisch beschrieben und gibt dem Roman eine besondere Stimmung. Leider werden viele Themen nur angerissen, und am Ende bleiben einige Fragen offen, was das Leseerlebnis für mich etwas unbefriedigend macht. Die Auflösung des Familiengeheimnisses und das Ende konnten mich nicht überzeugen.

Insgesamt vergebe ich für „Das Flüstern der Marsch“ daher 3 von 5 Sternen. Die Grundidee und die Landschaftsbeschreibungen haben mir gut gefallen, aber die Figuren blieben mir zu fern und die Thematik wurde nicht ausreichend vertieft.
Profile Image for Sabrina _lesewesen.
280 reviews9 followers
December 27, 2025
Die Erzählerin Mona macht sich von Hamburg auf den Weg in die Marsch, wo die Großeltern leben. Doch dort angekommen, ist Oma Annemie verschwunden und ihr Opa äußerst wortkarg.

Eine Suche nach der Großmutter wird eingeleitet und durch verschiedene, zeitversetzte Erzählstränge wird die Familiengeschichte neu zusammengesetzt.

Es sind ausschließlich Frauenstimmen, die die Geschichte erzählen: Mona, Oma Annemie, Monas Tante Janne und Freya, die auch in der Marsch verwurzelt ist.

Wohlgefühlt habe ich mich vor allen Dingen im Setting, die Weite des Marschlandes, die herrliche Natur - man hat direkt mal kräftig durchgeatmet und den Wind um die Ohren gespürt. Die Liebe der Autorin zu dieser Gegend zeigt sich deutlich und man kann es nachvollziehen.

Die Familiengeschichte selbst zeigt auf, wie wenig man als Frau in der Nachkriegszeit bestimmen konnte und generell, was das Frausein zu verschiedenen Zeiten mit sich bringen kann. Ein Roman der noch einmal auf wunde Punkte drückt, während er Familiengeheimnisse und -Traumata offenbart und dabei so einige Spannungsmomente parat hält.

⭐️⭐️⭐️⭐️/5, da ich einfach unheimlich gern mit der Familie Hansen in die Marsch abgetaucht bin. Wie schön, dass man die Landschaft auch so prominent auf dem Cover abgelichtet hat. Ich habe auf jeden Fall schon gegoogelt, in welchen Orten ich Marschland vorfinden kann.
Profile Image for Johanna.
2 reviews
October 14, 2025
Ein wunderbares feministisches Buch, welches eine Familiengeschichte über mehrere Generationen hinweg erzählt und dabei die Frauen in den Fokus nimmt.
Ich konnte "Das Flüstern der Marsch" kaum aus der Hand legen und hoffe, dass es noch viele weitere Lesende findet und begeistert.
Und: Das Ende errät niemand!
Profile Image for Claudia Magnus .
74 reviews2 followers
October 31, 2025
Eines meiner Liebslingsbücher des Jahres! Die Handlung ist wunderschön geschrieben, die Frauen sind so stark, die Männer (bis auf ein, zwei Ausnahmen) nutzlos, Spannung ist in kleinsten Details erzeugt und alles in allem ist die Stimmung einfach ganz nah bei mir.
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