Lou ist wütend, sehr wütend, denn die Familie zieht von Hamburg nach Mannheim. Doch where the hell is Mannheim? Ohnmächtig taumelt Lou in ein neues Leben, ohne ihre beste Freundin Nel und ohne Damian, mit dem so viel möglich schien … Lou will zurück in ihr altes Leben, und das mit aller Macht. Sie provoziert ihre Eltern, die neue Nachbarschaft, alle. Doch dann sitzt da diese Alte im Nachbargarten unter einem riesigen Mammutbaum vor einem wunderlichen Haus aus Scherben und nimmt Lou an, so wie sie ist – bedingungslos. Und Sari aus ihrer neuen Klasse lässt einfach nicht locker und zerrt Lou ins pralle Leben, in dem ihr auch der geheimnisvolle Tikey begegnet, der etwas in ihr berührt, dessen Tiefe sie nicht ahnte. Ob Lou will oder nicht: Langsam setzt sich aus den Scherben ihres Lebens Stück für Stück etwas Neues zusammen, das wunderbar ist.
Lous Eltern hatten sie vor vollendete Tatsachen gestellt: Ihre Mutter Miriam würde ihrem Intendanten folgen und ein Engagement am Mannheimer Nationaltheater annehmen. Für Lou bedeutet der Umzug das Ende ihrer geliebten Theater-AG, der Freundschaft zur Allerbesten Nel und der Schwärmerei für Damian. Lous Redestreik soll zeigen, dass sie in Mannheim alles blöd finden und sich nicht für die neue Stadt interessieren wird. Der neue Kiez und besonders die Theaterszene für Jugendliche zeigen sich jedoch so liebenswürdig, dass Lou ihr Gemaule zunehmend schwerer fällt. Freya, die betagte Lady, die auf dem Nachbargrundstück an einem begehbaren Mosaik aus Scherben, Muscheln u. a. Fundstücken frickelt, hat Lous Interesse bereits geweckt – und sie hat immer Zeit für Lou. Als Lou durch ihre Klassenkameradin „Sari“ erfährt, dass sie in der Gruppe jugendlicher Statisten am Mannheimer Theater für ihre Leidenschaft sogar bezahlt wird, nimmt sie zum ersten Mal etwas außerhalb ihres eigenen Grolls wahr. In der leicht übertriebenen Problemdichte, die sie umgibt, wird Lou klar, dass auch andere Menschen um Verlorenes trauern. Ihre Mutter hat sie jedoch derart verunsichert, dass die überlegt, in Mannheim zu kündigen und nach Hamburg zurückzuziehen. Mit der Geschichte der riesigen Sequoia in Freyas Garten öffnet sich für Lou eine Tür zur Aktivistin Julia Butterfly (Die Botschaft der Baumfrau) und zu der Erkenntnis, dass die Schauspielerei nicht ihr einziges Talent ist.
Fazit Mit Ausnahme der mir zu aufdringlichen Botschaft an Lou, dass „jeder sein Päckchen zu tragen hat“ zeigt sich „Der Scherbenpalast“ mit Lous liebenswürdigem neuen Kiez als Sympathie-Botschafter der Stadt Mannheim. Der Roman unterhält jugendliche und erwachsene Leser:innen mit differenziert gezeichneten Figuren und schlagfertig-ironischen Dialogen.
Eine wütende Lou, die sich wiederfinden muss. Eine neue Stadt, neue Freunde finden und dabei wollte sie doch eigentlich einfach nur ihr Ding machen und sich vielleicht verlieben. Nun steht sie vor dem Chaos, dass sie ihr Leben schreit. Doch vielleicht ist es doch mehr als sie ahnt. Wir begleiten Lou und ihre Familie von Hamburg nach Mannheim, da wo sie nie hinwollte. Doch ihre Mutter hat eine neue Anstellung am Theater und die Familie muss mit. Lou ist so wütend, dass sie erstmal mit allem um sich wirft. Ob es lautstarke Musik ist, mit der sie zeigt, was Sache ist, das neue Haus, was viel zu schön ist, um es wirklich zu hassen oder die schrullige Nachbarin, die sie nur belächelt bei ihrem Ausbruch. Aber vielleicht braucht es einfach auch jemanden, der sie so nimmt, wie sie ist und ihr zeigt, was alles sein könnte. Dabei lernt sie auch noch Sari kennen, die selbst ernannte Fettnäpfchen-Queen, Tikey, der geheimnisvolle Musiker und Freya, die schrullige Nachbarin, die vielleicht die einzige ist, die richtig an Lou drankommt. Oder ist es vielleicht doch eher Little Luna oder der Scherbenpalast? Annette Mierswa beschreibt eindrücklich, wie die Welt von Lou in einem Moment zusammengebrochen ist und wie sie sich neu findet, obwohl sie sich damit gar nicht erst auseinandersetzen wollte. Durch Freya lernt Lou das Leben auf besondere Art und Weise kennen und vielleicht schlägt sie doch neue Wurzeln in einer Stadt, in der sie eigentlich gar nicht sein wollte. Die innere Zerrissenheit von Lou konnte ich in jedem Satz spüren und wie bewegend Annette Mierswa auch die wahre Geschichte von der Umweltaktivistin Julia Butterfly Hill einwebt, hat mich erreicht und tief bewegt. Diese Jugendbuch sollten alle lesen, egal welchen Alters und die Geschichte für sich entdecken Leseempfehlung
Das Cover gefällt mir sehr gut. Ich mag die Illustration in Kombination mit den Farben. Der Titel und auch der Klappentext haben mich neugierig auf das Buch gemacht.
Lou ist die Hauptperson der Geschichte, sie ist wütend, auf ihre Eltern und die Welt. Sie muss von Hamburg nach Mannheim ziehen und ist überhaupt nicht begeistert. Ihre Welt gerät ins wanken, sie muss ihre beste Freundin Nel zurücklassen und ihren Schwarm Damian. In Mannheim fühlt sie sich leer und kaputt. Lauter Scherben, doch kann man wieder von vorne beginnen? Ganz langsam merkt Lou, dass das Leben weitergeht. Durch einen Alten im Nachbargarten. Darf man trotz Wut im Bauch doch vielleicht wieder glücklich sein?
Das Buch hat mir sehr gut gefallen. Ich konnte mich gut in Lou hineinversetzen. Der Schreibstil war detailliert und spannend. Die Handlung konnte mich fesseln. Ein wunderschönes Buch über Neuanfänge und Hoffnung. Ich empfehle es auf jeden Fall weiter.