Christian Hubers bewegender Roman über Schuld und Vergebung, über Liebe und Flucht. Und über die Kraft eines einzigen Moments, der so viel erzählen kann wie ein einziges Leben.
Bohm lebt seit fünf Jahren auf der Straße. Wie er mit Mitte dreißig aus seinem früheren Leben gerutscht ist, darüber schweigt er. Mit seinem Hund Fox schlägt er sich gerade so durch.
Alina, eine ehemals aufstrebende Journalistin, scheint in ihrer Laufbahn an einem toten Punkt angekommen zu sein. Ihre letzte Chance auf eine Karriere ist der Auftrag für eine Dokumentation über Obdachlosigkeit, die sie für ihren TV-Sender drehen soll.
Zufällig trifft sie auf Bohm, der sich widerstrebend auf das Projekt einlässt. Zu seinem Entsetzen erkennt er, dass er dabei ist, sich in die zielstrebige Frau zu verlieben. Doch er ist überzeugt, dass diese Liebe niemals eine Chance haben wird. Aber das Leben geht seine eigenen Wege …
»Ein Buch, das so besonders ist … eine leise Melancholie durchzieht diesen Roman.« Christine Westermann über Christian Hubers ersten Roman ›Man vergisst nicht, wie man schwimmt‹
Leider kann ich nur 5 Sterne geben. Eigentlich sind es 7 Ein wunderschönes modernes Märchen zwischen Alltag und Abgrund, Medien Wahnsinn und Traum vom einfachen Glück. Zwei Suchende , Irrende und doch liebenswerte Menschen und die Idee eines guten, besseren Lebens Hubert Worte ziehen uns ab der ersten Seite, der ersten Zeile in den Bann und lassen uns nicht los, bei allen Höhen und Tiefen die das Schicksal für Alina und Bohm bereit hält. Traumhaft schön und ein buch zum wohlfühlen ohne Schmalz nur ein wahnsinnig gutes gefühl
Ich hatte so hohe Erwartungen an dieses Buch, weil ich die Thematik - das Aufeinandertreffen und die Annäherung zwischen einer jungen Fernsehjournalistin und einem Obdachlosen - so interessant fand. Leider konnte es keine dieser Erwartungen erfüllen, es ist so voller künstlich konstruierter und kaum nachvollziehbarer Momente und Klischees, das ich fast schon froh war, als es vorbei war 🫣🙃
Christian Hubers Roman „Solange ein Streichholz brennt“ ist ein tief bewegendes Buch, das mit einfachen, aber eindringlichen Worten eine Geschichte erzählt, die uns alle angehen könnte. Im Mittelpunkt stehen zwei Menschen aus völlig unterschiedlichen Welten, deren Leben jedoch gleichermaßen an einem Wendepunkt stehen.
Da ist zum einen Bohm, ein Mann 36 Jahre alt, der seit fünf Jahren auf der Straße lebt. Er ist ein „netter Bohm“, ein eher stiller Charakter, der zusammen mit seinem Hund Fox ( einem kleinen Streuner mit verletzlichem Wesen) versucht, sich in der harten Realität der Obdachlosigkeit durchzuschlagen. Auf der anderen Seite lernen wir Alina kennen, eine einsame Journalistin, deren einst glanzvolle Karriere ins Stocken geraten ist. Ihr letzter Strohhalm ist ein Dokumentarfilm über Obdachlosigkeit, bei dem sie sich der Frage widmet: „Wie entgleitet ein Leben?“.
Das Thema des Buches ist universell und beklemmend zugleich: Wie schnell kann ein Mensch abstürzen? Christian Huber spielt dabei geschickt mit der Empathie der Leser und hält uns einen Spiegel vor, indem er zeigt, mit welchen Vorurteilen wir insbesondere obdachlosen Menschen begegnen. Die Geschichte macht deutlich, dass ein solcher Schicksalsschlag im Grunde jedem von uns passieren kann.
Inmitten dieser harten Realität entwickelt sich zwischen Alina und Bohm eine Verbindung, die eigentlich keine Chance haben dürfte. Man beginnt als Leser sofort, mit den beiden Hauptfiguren mitzufiebern und mitzuleiden, was das Buch zu einem echten Pageturner macht. Man wünscht ihnen so sehr ein Happy End, während sie gemeinsam versuchen, der Frage nachzugehen, ob man vor seinem eigenen Leben davonlaufen kann. Dabei wird klar: Ein Neuanfang ist nur dann möglich, wenn man mit der Vergangenheit abschließt und innerlich aufräumt.
Ein interessanter, wenn auch weniger facettenreich gezeichneter Charakter ist Jakob, ein skrupelloser Journalist im Umfeld von Alina. Er wirkt fast wie ein Klischee des karrierefixierten Medienmenschen. Doch auch bei ihm zeigt sich eine tragische Note: Während er krampfhaft versucht, alles in seinem Leben festzuhalten, scheint ihm genau dieses gerade selbst zu entgleiten.
Nicht unerwähnt bleiben sollte die hochwertige Gestaltung des Buches. Das Hardcover überzeugt durch eine exzellente Qualität und liegt sehr angenehm in der Hand. Auch die Seiten fühlen sich beim Umblättern wertig an, was das Leseerlebnis zusätzlich verschönert.
Insgesamt ist „Solange ein Streichholz brennt“ ein Roman, der lange nachhallt. Er erinnert uns daran, dass das Leben oft seine eigenen, unvorhersehbaren Wege geht und dass hinter jedem Menschen auf der Straße eine Geschichte steckt, die es wert ist, gehört zu werden.
Wie oft geht man gedankenverloren an einem obdachlosen Menschen vorbei, ohne ihn wirklich zu sehen. Man nimmt dieses menschliche Schicksal kaum noch wahr, stört sich – wenn überhaupt – eher an dem Geruch oder den herumliegenden Sachen. Doch dort liegen echte Menschen. Menschen mit Schicksalsschlägen, mit Krankheiten und mit falschen Abzweigungen im Leben. Genau diesen Menschen gibt Christian Huber in seinem Buch „Solange ein Streichholz brennt“ eine Stimme.
Die Geschichte lebt vor allem von dem starken Kontrast zwischen zwei völlig unterschiedlichen Leben, die nebeneinander gestellt werden: auf der einen Seite eine Reporterin, die versucht, ihre Karriere in Gang zu bringen, auf der anderen Seite ein obdachloser Mann, dessen einziges Ziel es ist, den nächsten Tag zu überleben. Dieser Gegensatz zwischen den beiden Protagonisten bringt die Kernaussagen des Buches besonders eindringlich auf den Punkt. Während die eine um beruflichen Erfolg kämpft, kämpft der andere schlicht um Würde, Wärme und eine Chance auf einen weiteren Morgen.
Dabei zeigt das Buch auch die weniger sichtbaren Seiten dieses Lebens: Gefühle von Scham, Angst und ständiger Ungewissheit begleiten den obdachlosen Protagonisten und machen deutlich, wie belastend der Alltag auf der Straße sein kann. Gerade diese leisen, inneren Momente verleihen der Geschichte ihre emotionale Tiefe.
Natürlich ist der Werdegang der Geschichte nicht unbedingt die Realität, die viele wohnungslose Menschen tatsächlich erleben oder die auch nur annähernd denkbar wäre. Das Elend vieler Betroffener ist oft noch viel schlimmer und schwerer zu ertragen. Dennoch gelingt es dem Buch, eine berührende und sehr emotionale Geschichte zu erzählen. Es schafft es, das Ungesehene ein Stück sichtbarer zu machen und den Blick auf Menschen zu lenken, an denen man im Alltag vielleicht viel zu oft achtlos vorbeigeht.
„Solange ein Streichholz brennt“ ist damit nicht nur eine bewegende Erzählung, sondern auch eine Erinnerung daran, dass hinter jedem Menschen auf der Straße ein individuelles Schicksal steht – und dass ein kurzer Moment des Hinsehens manchmal schon viel verändern kann.
SOLANGE DER STREICHHOLZ BRENNT Christian Huber ET: 26.03.26
"Wie entgleitet ein Leben?" (S.61) Bohm lebt auf der Straße – mit kaum mehr als einem Rucksack, seinem Schnitzmesser, einem ungeöffneten Brief und Fox, einem zugelaufenen Hund, der sich entschieden hat, zu bleiben. Sein Alltag ist rau: Misstrauen, Kälte und der ständige Kampf ums Nötigste prägen sein Leben. Selbst der Schlafsack ist ihm inzwischen verloren gegangen. Die überfüllten Notunterkünfte meidet er, nur die Ausgabestellen, an denen es Essen gibt, sucht er regelmäßig auf.
Alina Alev ist Journalistin. Zumindest auf dem Papier. Warum sie diesen Weg eingeschlagen hat, kann sie selbst kaum beantworten. Vielleicht war da die Hoffnung, an frühere Erfolge anzuknüpfen – doch ihre letzten Recherchen für die RTI verhallten ohne Echo. Statt der erwarteten Kündigung erhält sie jedoch einen neuen Auftrag: Gemeinsam mit dem gefeierten Nachwuchsreporter Jakob soll sie das Leben auf der Straße dokumentieren. Eine Spurensuche – und die Frage, wie ein Leben aus der Bahn geraten kann.
Mehr möchte ich an dieser Stelle nicht vorwegnehmen. Nur so viel: Diese Geschichte entfaltet eine ungeheure Sogwirkung und geht unter die Haut.
Christian Hubers Sprache ist eindringlich und klar zugleich, und in der Hörbuchfassung tragen die Stimmen von Maria Wördemann und Robert Stadlober die Erzählung mit großer Intensität. Besonders gelungen ist der Perspektivwechsel: Beide Protagonisten erzählen als Ich-Erzähler, wodurch ihre Gedanken und Gefühle unmittelbar erfahrbar werden. Der Epilog hat mich schließlich tief berührt – wenn die beiden Stimmen aufeinandertreffen und in einen direkten Dialog treten, entsteht ein Moment, der lange nachhallt.
Fazit: Ein eindringliches, bewegendes Werk, das nachwirkt. Unbedingt lesen oder hören. 5/5
Zum Nachdenken! In vier Kapiteln geht es nicht nur um eine Liebesgeschichte zwischen zwei sehr konträren, ungleichen Charakteren, zwischen dem Obdachlosen Daniel Bohm, 35 und der zuletzt wenig erfolgreichen Fernsehjournalistin Alina Alev. Anfangs platziert in typisch kölsches, traditionelles Milieu am Karnevalsdienstag mit Nubbel-Verbrennung werden beide Einzelgänger in ihrem kontrastierenden Außenseiter-Milieu vorgestellt: hier bildhaft vorgestellte Obdachlosigkeit mit Kälte, Nässe, ohne Schlafsack – dort Karriere bei RTI immer nahe am Abgrund. Spannungsaufbauende Details wie Bohms Geheimnis um einen ungeöffneten Brief, wie die Flohmarkt-Szene um die „Million-Dollar-Maus“ und den kleinen Hund Fox zeichnen ihn menschlich, nicht verroht, eher mit schmerzhafter Vergangenheit. Die anfangs spielerische Allianz Alinas bei dem neuen TV-Projekt mit Jakob und seiner Geste „Peng, peng, peng!“ unterliegt ebenso einem dramatischen Spannungsbogen mit gewaltsamem Konfliktpotential. In dieses atmosphärische Setting in Köln mit krasser sozialer Schere zwischen der harten Realität deutscher Obdachlosigkeit und unethischer, scheinheiliger Medienwelt tritt mehrfach das Motiv des brennenden Streichholzes auf als Symbol für glimmende Hoffnung, für kurze Momente des Lichts in ansonsten dunkler, schmerzhafter Umgebung. Für beide gegensätzlichen Hauptfiguren entwickeln sich neue, berührende Lebenswege nach sensiblem Abtasten moralischer Grenzen. Wie sich beide langsam aufeinander zu bewegen, ist einfühlsam beschrieben.
Ein sehr emotionaler Roman über Menschenwürde, zweite Chancen im Leben und darüber, dass das Leben manchmal unerwartete Wege nehmen kann.
Ein Buch, das bleibt Als ich dieses Buch beendet habe, saß ich danach noch lange einfach nur da und habe die Wand angestarrt. Nicht, weil das Ende besonders schockierend gewesen wäre. Sondern weil ich dieses Gefühl nicht loslassen wollte, das die Geschichte in mir ausgelöst hat. Es ist eines dieser Bücher, die nachhallen.
Am besten lässt es sich vielleicht als eine Art modernes Märchen beschreiben: ruhig, eindringlich und dabei nie kitschig. Gleichzeitig steckt unglaublich viel gesellschaftliche Relevanz darin.
Besonders hervorheben möchte ich die Darstellung von Obdachlosigkeit. Dieses Thema findet in Büchern viel zu selten Raum, und hier wird es nicht nur am Rande behandelt. Einer der beiden Hauptcharaktere ist selbst obdachlos. Man merkt deutlich, dass sich der Autor intensiv damit auseinandergesetzt hat. Nichts wird beschönigt, und genau das macht die Geschichte so authentisch und berührend.
Aber nicht nur inhaltlich überzeugt das Buch, auch sprachlich ist es einfach wunderschön geschrieben. Der Schreibstil sorgt dafür, dass man komplett eintaucht. Ich habe mitgefiebert, gelacht und geweint.
Ein Detail, das sich für mich total verändert hat, ist das Cover. Als ich das Buch zum ersten Mal gesehen habe, hat es mich überhaupt nicht angesprochen. Nach dem Lesen liebe ich es aber richtig. Ich mag es total, wenn die Covergestaltung plötzlich Sinn ergibt und man denkt: Das ist einfach richtig gut umgesetzt.
Für mich ist das eine klare Leseempfehlung: ein berührendes, besonderes Buch, das noch lange im Kopf und im Herzen bleibt.
In "Solange ein Streichholz brennt" begleiten wir Bohm und Alina. Bohm lebt seit einiger Zeit auf der Straße und lernt Alina kennen, als sie auf der Suche nach einem Protagonisten für ihre Dokumentation über Obdachlosigkeit ist. Alina darf ihn ein paar Tage begleiten und versucht herauszufinden, wie ein Leben entgleiten kann. Christian Hubers Schreibstil hat mir sehr gut gefallen, er erzählt sehr bildhaft, emotional und gleichzeitig poetisch. Die Kontraste zwischen den beiden Leben von Alina & Bohm sind sehr groß. Alina ist eine Journalistin, die das Gefühl hat, dass ihre Karriere stagniert, ihr Job durch Einsparungen bei ihrem Sender bedroht ist und somit darauf hofft, dass ihre nächste Dokumentation erfolgreich wird. Und Bohm kämpft gleichzeitig auf der Straße um's Überleben, einen trockenen Schlafplatz und Nahrung. Und beide sind doch auf ähnliche Art und Weise zerrissen und auf der Suche nach Sinn. Beide Hauptprotagonisten wurden sehr glaubwürdig und authentisch gezeichnet, sodass man sich gut in sie einfühlen konnte. "Solange ein Streichholz brennt" hat mich berührt, zum Nachdenken angeregt und mich erfahren lassen, wie wenig und gleichzeitig viel es manchmal braucht, bis ein Leben entgleist.