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Mutter-Tochter-Geschichten #3

Mein ganzes Leben, Öl auf Leinwand, ohne Titel (Mutter-Tochter-Geschichten, #3)

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Was, wenn dein Leben eine Leinwand wäre? Und die Schichten von Farbe Schmerz und Glück?

Güstrow, Mai 1945: Die 14-jährige Marlen liegt zusammengekauert in der Schublade einer Bauernkommode in einem verlassenen Forsthaus. Als sie sich endlich befreit, entdeckt sie dort eine alte, etwas unscheinbare Leinwand. Wilma, die Marlen geholfen hat sich rechtzeitig vor den russischen Soldaten zu verstecken, nimmt die junge Waise bei sich auf. Denn Wilma hat ein Geheimnis, das sie zu zerstören droht. 

Auf zwei Zeitebenen wird die bewegende Geschichte zweier Frauen erzählt, deren Leben durch eine unscheinbar wirkende Leinwand für immer verbunden ist. 

Berlin, 2023: Hannah Borowski ist 34 Jahre alt und alles wäre gut, wenn nicht ihre beste Freundin Rubi plötzlich ausziehen würde. Und wenn nicht plötzlich Hannahs Vater wieder aufgetaucht wäre. Und was wurde aus der wertvollen Leinwand, die einst Hannahs Großmutter gehörte und die sich wie ein roter Faden durch ihr bisheriges Leben zieht?

Emotional, warmherzig, tiefgrü Alena Schröder spürt in ihrem Roman der Frage nach, was wir unseren Eltern schulden und welches Erbe sie uns mitgeben.

»Es hat mich mit Macht hineingezogen in eine Mutter-Tochter-Frauen-und-Familien-Geschichte, aus der man nach 318 Seiten mit dem verträumten Gefühl wieder zu sich kommt, man habe eine Zeitreise gemacht.« Christine Westermann, Der Stern (über Alena Schröders SPIEGEL-Bestseller ›Bei euch ist es immer so unheimlich still‹)

Von Alena Schröder sind außerdem erschienen  
›Junge Frau, am Fenster stehend, Abendlicht, blaues Kleid‹
›Bei euch ist es immer so unheimlich still‹

325 pages, Kindle Edition

Expected publication January 19, 2026

3 people are currently reading
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About the author

Alena Schröder

8 books53 followers
also writes under the pen name of Benni-Mama

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Displaying 1 - 22 of 22 reviews
Profile Image for Till Raether.
415 reviews226 followers
October 25, 2025
Der perfekte Abschluss für Alenas Trilogie, mit Belohnungen bis tief in den Epilog.

[Disclaimer: habe die Druckfahnen gelesen weil ich mit der Autorin befreundet bin]
Profile Image for Geli.
246 reviews12 followers
January 15, 2026
Ich mochte die Vorgängerbände "Junge Frau, am Fenster stehen, Abendlicht, blaues Kleid", in dem die Geschichte von Evelyn Borowski erzählt wird, und den Nachfolger "Bei euch ist es immer so unheimlich still", in der wir Evelyns Tochter Silvia näher kennenlernen, sehr gerne.


Nun also Hannah, Evelyns Enkeltochter, die schon in den Vorgängerbänden erwähnt wurde.


Hannah ist 34 Jahre alt, allein auf der Welt, denn Mutter und Großmutter sind bereits verstorben. Nun zieht auch noch ihre Freundin Rubi aus der WG aus, die die beiden in Berlin in der ererbten Wohnung führten, stattdessen belegt der Neffe einer Kollegin von Hannah nicht nur Rubis Zimmer, sondern auch Wohnzimmer, Kühlschrank und Küchentisch. Als dann auch noch Hannahs Vater auftaucht, der sich jahrzehntelang nicht um Hannah gekümmert hat, ist das Gefühlschaos perfekt.


In einer zweiten Zeitebene erfahren wir, was mit dem Bild, dass im ersten Band der Reihe eine große Rolle gespielt hat, passiert ist und wir lernen die vierzehnjährige Marlen kennen. In den letzten Kriegstagen in Güstrow auf der Flucht, nachdem ihre Mutter und ihr Bruder in den Fluß gegangen sind, zeigt sich ihr Überlebenswille. Sie wird von der Malerin Wilma aufgenommen und lebt mit ihr und der Haushälterin Burgel zurückgezogen außerhalb der Stadt.


Mich hat die Geschichte sofort wieder in den Bann gezogen. Ich mag Alena Schröders Schreibstil und ihre Art, Lebensschicksale miteinander zu verweben. Sowohl die Gegenwart, in der Hannah, die eigentlich ganz zufrieden mit ihrem Leben war, nun durch das Auftauchen ihres Vaters und einer neuen Familie durchgerüttelt wird, aber auch die Vergangenheit mit Marlen, die sich von ihrer Retterin Wilma lösen und selbst malen möchte und beinahe sogar in den Westen geflüchtet wäre, konnten mich fesseln.


Umrahmt von Prolog, in dem 1989 Evelyn als Ärztin in dem Durchgangslager Marienfelde arbeitet und Marlen kennenlernt, die den Weg in den Westen gefunden hat und dem Epilog, als Evelyn und Marlen erneut aufeinander treffen, war das für mich wieder ein runder Familienroman, die anschaulich die Lebensgeschichten der Frauen beschrieben werden.
Profile Image for Inge H..
447 reviews7 followers
January 19, 2026
Es geht weiter

Mein ganzes Leben, Öl auf Leinwand, ohne Titel, ist der dritte Roman, den ich von der Schriftstellerin Alena Schröder gelesen habe.
Der Titel bezieht sich wohl auf das verschwundene Bild.
Hannah, Silvia und Evelin spielen in allen drei Romanen mit.
Die Autorin versteht es gut, die verschiedenen Emotionen und Ansichten der Personen zu schildern.
Es gibt zwei Zeitebenen.
In diesem Roman kommen neue Personen dazu, mit dene er auch 1945 in Güstrow beginnt.
Die vierzehnjährig Marlen muss dich in einer Schublade vor den Russen verstecken. Da findet sie ein Portrait, das sie mitnimmt.
Sie hatte in dem Forsthaus Wilma getroffen. Die nimmt sie mit zu sich nach Hause. Wilma ist Malerin und nimmt sich der Waise an.
Die Autorin lässt Marlen und die Ärztin Evelin sich 1990 treffen.
In der zweiten Ebene geht es 2023 in Berlin mit Hannah weiter.
Die beiden Zeiten wechseln öfter. Das ist ganz gut.
Der Schreibstil der Autorin ist gut lesbar und ich denke es gibt noch mindestens ein Buch, auf das ich dann warte.


Profile Image for Franzi.
182 reviews1 follower
Review of advance copy
December 31, 2025
Es scheint offenbar im Trend zu liegen, eine gut erzählte Geschichte aus allen möglichen Perspektiven zu ergänzen. Und ich merke nach diesem Buch, dass ich kein Fan davon werde.
Hannah Borowski kennt man als Leser schon aus Schröders Buch "Junge Frau, am Fenster stehend, Abendlicht, blaues Kleid". Jetzt meldet sich überraschend Hannahs Vaters Martin bei ihr. Dieser war all die Jahre abwesend in ihrem Leben. Verständlicherweise ist Hannah skeptisch gegenüber dieser Kontaktaufnahme und dem Eingliederungsversuch in Martins Familie.
Parallel dazu wird die Geschichte von Marlen erzählt. Diese entkommt als junges Mädchen dem Demminer Massenselbstmord und findet im Haus von Wilma Engels eine neue Familie. Wilma ist Künstlerin, ihr Mann Jon Engels ein bekannter Maler in Güstrow, von dem es nach dem 2. Weltkrieg zunächst keine Information über seinen Verbleibt gibt. Zusammen mit Jons altem Kindermädchen Burgel meistern die drei Frauen nicht nur die Nachkriegsjahre, sondern richten sich in der aufstrebenden DDR ein Leben ein. Doch mit den Jahren wird das von Wilma auferlegte Leben für Marlen zu einengend, sie möchte ein eigenständigeres und selbstbestimmteres Leben führen. Aus Pflichtgefühl stellt sie aber ihre Wünsche und Sehnsüchte hinten an.

Die Geschichte hat den für Alena Schröder typischen, schönen Stil. Sehr klar erzählt, ohne überlangen Sätze, gefühlvoll erzählt. Die Gefühle ihrer Figuren beschreibt sie sehr nachvollziehbar, die positiven wie die negativen.
Ich finde den historischen Part gelungener als den Gegenwartspart. Die Handlung dort ist in sich stimmiger, der Bezug zum Titel toll beschrieben.
Die Gegenwart bleibt da für mich leider deutlich zurück. Da ist mir die Handlung zu dünn. Wo auch immer die Idee herkam, jetzt auch noch dem bisher anonymen Vater eine Geschichte zu widmen - in dieser Form wäre es aus meiner Sicht nicht notwendig gewesen. Zumal diese "neue" Familie nur so vor Klischees strotzt. Der erfolgreiche Martin mit der absoluten Vorzeigefamilie. Schon bei den ersten Sätzen der Familienbeschreibung musste ich mit den Augen rollen. Auch Hannahs WG-Mitbewohner Justus ist ein wandelndes Berlin Kreuzberg Klischee. Er sollte vermutlich als witziger Gegenpart konstruiert sein, bei mir kam der Humor leider nicht an, obwohl her absichtlich überzogen dargestellt wird.
Die Berührungspunkte dieser beiden Handlungsstränge sind leider oblatendünn. An der Stelle war ich wirklich überrascht, denn ich konnte mir bis zum Schluss nicht recht vorstellen, wie beide miteinander zusammenhängen sollen. Die Auflösung bezieht sich dann wieder auf den Titel (den ich im Übrigen unheimlich schön finde!), hat mich aber auch etwas enttäuscht zurückgelassen.

Gelungen finde ich dagegen die Darstellung der recht orientierungslosen Hannah, die gar nicht so richtig weiß, was sie jetzt glauben, denken oder fühlen soll. Die mit der ganzen Situation überfordert ist. Die erst über Umwege zu einer persönlichen Erkenntnis, mit der sie eine für sich finale Entscheidung trifft, findet. Man wünscht ihr automatisch ganz viel inneren Frieden.

Man muss die anderen Bücher nicht gelesen haben, die Geschichte funktioniert grundsätzlich auch alleine. Was aus meiner Sicht auch eine Stärke der Autorin ist. Das Buch lässt sich angenehm lesen. Aber ich wünsche mir von der Autorin so langsam eine ganz neue Geschichte, die nichts mit den Borowskis und ihrer Familiengeschichte zu tun hat. Denn die ist aus meiner Sicht jetzt endgültig auserzählt.
1,409 reviews7 followers
January 19, 2026
Eine Familiengeschichte authentisch und tiefgründig erzählt

Klappentext:
Güstrow, Mai 1945: Die 14-jährige Marlen liegt zusammengekauert in der Schublade einer Bauernkommode in einem verlassenen Forsthaus. Als sie sich endlich befreit, entdeckt sie dort eine alte, etwas unscheinbare Leinwand. Wilma, die Marlen geholfen hat sich rechtzeitig vor den russischen Soldaten zu verstecken, nimmt die junge Waise bei sich auf. Denn Wilma hat ein Geheimnis, das sie zu zerstören droht.
Berlin, 2023: Hannah Borowski ist 34 Jahre alt und alles wäre gut, wenn nicht ihre beste Freundin Rubi plötzlich ausziehen würde. Und wenn nicht plötzlich Hannahs Vater wieder aufgetaucht wäre. Und was wurde aus der wertvollen Leinwand, die einst Hannahs Großmutter gehörte und die sich wie ein roter Faden durch ihr bisheriges Leben zieht?

„Mein ganzes Leben, Öl auf Leinwand, ohne Titel“ Alena Schröder, ist der 3. Roman, der sich mehr oder weniger mit der Familie Borowski beschäftigt.
Im 1. Band „Junge Frau, am Fenster stehend, Abendlicht, blaues Kleid“ hat man Hannah und ihre Großmutter Evelyn kennengelernt. Hier bekommt Evelyn einen Brief aus Israel, in dem sie als Erbin eines im Krieg geraubten Gemäldes genannt wird. Hannah macht sich daran, Nachforschungen anzustellen.
Im 2. Band „Bei euch ist es immer so unheimlich still“ lernt man Silvia, die Tochter von Evelyn kennen, die im 1. Und 3. Band schon verstorben ist. Hier wird das Leben von Dr. Evelyn Borowski erzählt und von Silvia, die sich immer ungeliebt fühlte.
Im 3. Band „Mein ganzes Leben, Öl auf Leinwand, ohne Titel“ ist nun auch Evelyn verstorben und Hannah bekommt plötzlich Besuch von ihrem Vater, den sie nicht kennt. Des Weiteren geht es zurück in die Vergangenheit und es wird die Geschichte von Marlene erzählt, die als 14-järiges Mädchen von einer Malerin adoptiert wird.

Auch dieses Buch hat wieder einen außergewöhnlichen Titel, ich musste das Buch einfach wieder in die Hand nehmen. Dazu kommt nach, dass mir die beiden anderen Bände von Alena Schröder sehr gut gefallen haben.

Es ist wieder eine Familiengeschichte, eigentlich sind es zwei Familiengeschichten, die in zwei Handlungssträngen erzählt werden. Ich weiß nicht welcher Handlungsstrang mir besser gefallen hat. In der Gegenwart habe ich mich gefreut mehr über Hannah zu erfahren und mitzuerleben, wie sie damit umgeht, plötzlich ihrem Vater gegenüberzustehen.
In der Vergangenheit hat mich die Geschichte von Marlen gefesselt. Wie sie auf Wilma trifft die sie adoptiert hat und im Malen ausgebildet hat.

Alena Schröder hat mit dieser Geschichte eine sehr schöne Fortsetzung ihrer Romanreihe veröffentlicht. Eigentlich steht jeder Roman für sich und kann auch unabhängig gelesen werden. Ich habe es aber genossen, die drei Roman nacheinander zu lesen.

Die Protagonisten sind gut in Szene gesetzt, wirkten sehr lebendig und waren mir auch schnell sympathisch.
Der Schreibstil von Alena Schröder ist unkompliziert und flüssig.
Die Sprache ist vielschichtig, je nach Charakter, Situation und Zeit wandelt sie sich von flippig bis situiert.
„Mein ganzes Leben, Öl auf Leinwand, ohne Titel““ ist wieder ein ganz besonderer Roman von Alena Schröder. Eine Familiengeschichte so authentisch, tiefgründig und unterhaltsam erzählt.
On man in einem weiteren Roman noch einmal auf Hannah trifft? Ich lasse mich überraschen.
Profile Image for Sue Wid.
24 reviews
January 19, 2026
Titel: Zwei Zeiten und ein Nachhall.

Kurzmeinung: Ein leise erzählter, emotionaler Roman über Herkunft, Verlust und das Ankommen bei sich selbst.

Als ich den Klappentext von „Mein ganzes Leben, Öl auf Leinwand, ohne Titel“ las, wusste ich sofort: Ich werde wieder tief in die Welt von Hannah und ihrer Familiengeschichte eintauchen. Nach „Junge Frau, am Fenster stehend, Abendlicht, blaues Kleid“ und „Bei euch ist es immer so unheimlich still“ hat Alena Schröder erneut ein Buch geschrieben, das mich emotional abgeholt hat.
Der neue Roman knüpft thematisch an die beiden Vorgänger an, lässt sich aber – was ich sehr schätze – auch als eigenständige Geschichte lesen.
Was mich direkt beeindruckt hat, ist nicht nur die erzählerische Tiefe, sondern auch das Cover. Auf den ersten Blick wirkt es vielleicht schlicht, doch die zarten und zugleich kräftigen Farben strahlen für mich etwas Positives und Lebendiges aus – fast so, als würde das Cover bereits andeuten, was einen im Inneren des Romans erwartet.

Zum Inhalt:
In dieser Geschichte treffen Vergangenheit und Gegenwart aufeinander.
Zwei Zeitebenen, die kunstvoll miteinander verwoben sind und eine Geschichte über Herkunft, Verlust und die Suche nach dem eigenen Platz im Leben erzählen.
Im Jahr 2023, in Berlin, verfolgen wir Hannah und ihren Lebensweg. Beruflich hat sie ihren Platz gefunden und fühlt sich angekommen. Doch als ihre beste Freundin auszieht und ihr entfremdeter Vater – den sie nie wirklich kennengelernt hat – plötzlich versucht, eine Beziehung zu ihr aufzubauen, gerät ihr Leben zunehmend aus dem Gleichgewicht.
Die zweite Zeitebene führt uns ins Jahr 1945, kurz nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs, in die ostdeutsche Stadt Güstrow. Die junge Waise Marlen ist auf der Flucht vor Soldaten und muss sich verstecken. In ihrer Not begegnet sie der Künstlerin Wilma Engel, die sie bei sich aufnimmt und zu ihrem Mündel macht. Doch Wilma scheint mehr zu verbergen, als sie anfangs zeigt – und verfolgt offenbar ihre ganz eigenen Ziele.

Alena Schröder beweist erneut ihr feines Gespür für emotionale Tiefe und authentisches Erzählen. Mit einem zugänglichen, nie ins Kitschige abgleitenden Stil schafft sie ein Leseerlebnis, das ebenso berührt wie fesselt.
Jede der beiden Zeitebenen funktioniert als eigenständige, spannende Geschichte – doch in ihrem Zusammenspiel entsteht ein berührendes Gesamtbild, das lange nachhallt. Ich mochte das eher ruhige Erzähltempo, es entschleunigt und passt zum Ton, ohne dass sich die Geschichte dabei dehnt.

Besonders haben mir außerdem die vielschichtigen weiblichen Protagonistinnen gefallen. Sie verleihen dem Roman eine besondere Stärke: sympathisch, eigensinnig und zugleich verletzlich Charaktere.

Das Lesen des Romans war für mich fast wie ein Heimkommen – voller vertrauter Charaktere, aber auch neuer Figuren, die der Geschichte frischen Wind und neue Perspektiven gegeben haben.

„Mein ganzes Leben, Öl auf Leinwand, ohne Titel“ ist für alle eine Leseempfehlung, die ruhige, fein erzählte Geschichten mit einem roten Faden und liebevoll beschriebenen Charakteren mögen. Ein Buch, das man mit einem guten Gefühl aus der Hand legt.
Profile Image for Magnolia .
577 reviews3 followers
January 19, 2026
Familie und mehr...

Zwei Frauen, zwei Zeitebenen und die Frage, ob wir unseren Eltern etwas schulden und wenn ja, wie wir uns daraus befreien können. Alina Schröder erzählt davon.

Von Marlen, die als 14jährige in einer Schublade kauert, die ihr als Versteck vor den Russen dient. Als sie endlich herauskriechen kann, bemerkt sie unter einer Lage alter Zeitungen ein kleines Bild, an dem sie in ihrem finsteren Unterschlupf mit einem Fingernagel die Farbschicht zerkratzt hatte. Von da an hütet sie dieses Porträt einer jungen Frau wie ihren Schatz.

Der 34jährigen Hannah begegnen wir 2023 in Berlin. Sie weiß von einem verschollenen Bild, das einst ihrer Großmutter Evelyn gehört hat. Die Spur führt nach Güstrow zu einem Haus, das es nicht mehr gibt. Momentan jedoch hat Hannah andere Sorgen. Ihr Vater, den sie nicht kennt, hat sich gemeldet. Warum so plötzlich? Nachdem ihre Mutter und auch ihre Großmutter tot sind?

Von 1945 bis 2023 spinnt Alena Schröder den Faden, der Prolog führt ins Jahr 1989 in das Notaufnahmelager Marienfelde in Westberlin. Davor (ab 1945) sind wir mit Marlen in Güstrow und danach, im Jahre 2023, mit Hannah in Berlin.

Beide Zeitebenen berichten von Verlust, vom Suchen nach der eigenen Identität, vom Abschied nehmen und von Neuem, das man nicht immer zulassen kann. Von Freundschaft und Zusammenhalt lese ich und auch von dem Gefühl, den anderen ohne Worte zu verstehen. Entscheidungen, die nicht nur das eigene Leben betreffen, hinterlassen oftmals ein schales Gefühl. Ein Gefühl, dem man sich nicht entziehen kann, auch wenn der Weg, für den man sich entscheidet, viel Schmerz beinhaltet.

Beide Erzählstränge sind sehr intensiv. Bei Marlen ist es Wilma, die ihr einst als 14jährige ein Zuhause gegeben hat. Sie leben im Osten, Güstrow liegt in der ehemaligen DDR. Marlen wollte Kunst studieren – warum es nicht dazu gekommen ist, wird erst spät sichtbar. Die alte Burgel lebt schon immer hier, sie hat Jon großgezogen, der im Krieg als verschollen gilt. Die drei Frauen müssen miteinander klarkommen, was nicht immer einfach ist und doch ist es die beste aller Möglichkeiten. Und Hannahs Sorgen haben viel mit „Martin Klammer auf Papa Klammer zu“ zu tun und einer Lüge, die sie irgendwann durchschaut.

Dieses Buch ist das dritte einer Reihe, die beiden Vorgängerbücher habe ich jedoch nicht gelesen, habe aber nicht das Gefühl, dass mir Relevantes fehlt. In beide Erzählebenen bin ich gut gestartet, sowohl die Hauptakteure als auch die Nebenfiguren sind gut skizziert, ich hatte für jeden einzelnen ein Bild vor Augen. Der heimliche Star, das kleine Bild in Öl gemalt, ist aber eher bei Marlen verortet, denn bei Hannah ist es die Geschichte um ihren seit jeher abwesenden Vater, der sich urplötzlich in ihr Leben drängt. Überhaupt haben beide Geschichten nur marginal miteinander zu tun und doch finde ich sie beide stimmig, was auch dem einnehmenden Erzählstil geschuldet ist.
Profile Image for Christiane Fischer.
516 reviews6 followers
Review of advance copy received from Netgalley
January 14, 2026
MEIN GANZES LEBEN, ÖL AUF LEINWAND, OHNE TITEL
Alena Schröder
ET: 19.01.2026

Das neueste Buch von Alena Schröder spielt – wie gewohnt – auf zwei Zeitebenen.
Im Mittelpunkt des Romans stehen zwei Frauen.

Güstrow, 1945:
Die 14-jährige Marlen versteckt sich vor den russischen Soldaten, die auf dem Vormarsch Richtung Deutschland sind und Zerstörung und Gewalt hinterlassen. Zuflucht findet sie in einem alten, verlassenen Forsthaus. Ihre Mutter und ihr jüngerer Bruder haben sich im Fluss bei Demmin ertränkt – nur Marlen konnte sich in letzter Sekunde aus dem festen Griff ihrer Mutter befreien.

In ihrem Versteck entdeckt sie nicht nur ein kleines, auf Leinwand gemaltes Bild, sondern begegnet auch Wilma, die Marlen mitnimmt und ihr zunächst für ein paar Tage Unterschlupf bietet. Doch aus Tagen werden Jahre. Wilma ist mit dem Maler Jon verheiratet, der nach dem Ende des Krieges nicht von der Ostfront zurückkehrt. Sie beginnt, seine Leinwände zu übernehmen und zu übermalen. Endlich kann sie ihre eigene Kunst ausleben, die ihr in der Ehe mit ihrem Mann verwehrt blieb. Wilma brennt für den Sozialismus und malt heroische Bilder. Auch Marlen lernt ihre Techniken, entwickelt jedoch bald eigene Vorstellungen, die nicht zu Wilmas Idealen passen.

Berlin, 2023:
Die 34-jährige Hannah lebt allein in ihrer Wohnung in Berlin, als plötzlich ihr Vater auftaucht – ein Mann, den sie nie kennengelernt hat. Angeblich wollten ihre verstorbene Mutter und Großmutter nie, dass er Kontakt zu ihr aufnimmt. Doch Hannah will diese Erklärung nicht glauben. Sie ahnt, dass ihr Vater andere Gründe hat, sich ausgerechnet jetzt bei ihr zu melden.

Welches Geheimnis dahintersteckt und was all das mit der kleinen Leinwand zu tun hat, die einst Marlen fand, müsst ihr selbst herausfinden.

Der Schreibstil von Alena Schröder ist wie gewohnt leicht und von der ersten Seite an wunderbar zu lesen. Federleicht verwebt sie die Frauen in ihren jeweiligen Lebenszeiten und schafft damit ein bildliches, vielschichtiges Porträt. Die Seiten flogen nur so dahin, und ich fühlte mich den Protagonistinnen schnell verbunden.

Allerdings fehlte mir die Verbindung zwischen den beiden Frauen. Außerdem wird an einer Stelle erwähnt, dass Marlen schwanger ist, dieser Handlungsfaden wird jedoch nicht weitergeführt. Trotz dieser kleinen Kritikpunkte war das Buch für mich ein echter Lesegenuss, weshalb ich es euch insgesamt uneingeschränkt empfehlen kann.
4/5
2 reviews
January 19, 2026
Eher belanglos
Es gibt Bücher, von denen ich wünschte, dass die Handlung noch weitergingen. Es gibt aber auch Bücher, bei denen ich froh bin, dass sie endlich ausgelesen sind. "Mein ganzes Leben, Öl auf Leinwand, ohne Titel, gehört leider zu der zweiten Kategorie.
Ich habe die beiden Vorgängerbücher um die Geschichte von Evelyn und Hannah Borowski gerne gelesen und war deshalb umso mehr enttäuscht. Das, was die beiden Vorgängerbücher kennzeichnete, war die geschickte Verbindung von Familiengeschichte und Zeitgeschichte. Gerade dieser Aspekt spielt in dem neuen Buch von Alena Schröder kaum eine Rolle.
Die Handlung spielt auf zwei zeitlichen Ebenen mit unterschiedlichen Figurenkreisen, die zunächst überhaupt nichts miteinander zu tun haben. Doch auch die sehr lockere Verbindung, die in den letzten Kapiteln dem Leser entdeckt werden, vermag nicht zu überzeugen.
Die erste Handlungsebene spielt zwischen den 40-60er Jahren in Güstrow und dreht sich in erster Linie um künstlerische Prozesse, genauer um die Differenz zwischen abstrakter Malerei und den Vorstellungen des sozialistischen Realismus. Die Differenz allerdings wird kaum thematisiert, ich glaube, der Begriff "sozialistischer Realismus" fällt nicht einmal. Zeitumstände wir der Nationalsozialismus und der Aufbau der DDR spielen kaum eine Rolle. In diesen Zusammenhang gehört auch der Titel des Romans. Das Bild, das gemeint ist, spielt im zweiten teil keine Rolle mehr.
Erwähnt wird das Aufhängen der Skulptur "Der Schwebende" von Ernst Barlach im Güstrower Dom 1955. Die Auseinandersetzungen darum aber spielen wieder keine Rolle. Für mich sind das verpasste Chancen.
Die zweite Handlungsebene spielt im Berlin der 2020er Jahre und thematisiert die Persönlichkeitskrise von Hannah Borowski, dein den LeserInnen bereits aus den vorangegangen Büchern bekannt ist. Zum einen geht es um die Enttäuschung über ihren leiblichen Vater. Diese Enttäuschung hat mich allerdings nur wenig berührt, weil der Vater von Anfang an negativ dargestellt wird, sodass statt "Das hätte ich nicht gedacht" nur ein "Das hat man sich ja von Anfang an denken können." Die zweite Auseinandersetzung findet mit Justus, dem unfreiwilligen Mitbewohner von Hannah statt. Justus wiederum ist so albern dargestellt, dass auch dieser Konflikt mich kaum beschäftigt hat. Auch in dem zweiten Teil spielt Zeitgeschichte kaum ein Rolle.
Insgesamt ist der Roman enttäuschend, weil einfach überflüssig.
Profile Image for Chem Angel.
28 reviews
Review of advance copy
January 12, 2026
Ein Roman, der bleibt

Ich habe mich sehr auf diesen Roman gefreut, da ich die beiden vorherigen Bücher der Autorin sehr geliebt habe, und auch dieses Buch hat mich vollkommen überzeugt. Wie schon zuvor erzählt die Geschichte auf zwei Zeitebenen von Frauen, deren Leben von Umbrüchen, Verlusten und der Suche nach Zugehörigkeit geprägt sind.
In der Nachkriegszeit begleitet man Marlen, die als junges Mädchen nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs plötzlich auf sich allein gestellt ist. Sie findet Schutz bei einer Frau, zu der sich im Laufe der Jahre ein kompliziertes, enges und zunehmend belastendes Verhältnis entwickelt. Diese Geschichte ist still, eindringlich und von einer unterschwelligen Spannung getragen. Vieles wird nicht ausgesprochen, wirkt aber umso stärker nach. Marlens Weg ist geprägt von Anpassung, Durchhaltewillen und einer leisen Stärke, die mich sehr berührt hat.
In der Gegenwart folgt man Hannah, Mitte dreißig, deren Leben nach außen eigentlich geordnet scheint. Doch als sich Freundschaften verändern, ihre beste Freundin einen ganz anderen Lebensentwurf wählt und familiäre Fragen plötzlich Raum einnehmen, gerät sie ins Wanken. Besonders eindrucksvoll fand ich, wie ehrlich dieses Gefühl beschrieben wird, stehen zu bleiben, während alle anderen scheinbar mühelos vorankommen. Hannahs Zweifel, ihre Unsicherheit und ihr Ringen um Selbstverständnis wirken sehr nah und authentisch.
Beide Erzählstränge greifen ruhig ineinander und spiegeln sich thematisch, ohne sich aufzudrängen. Die Figuren, auch die Nebenfiguren, sind fein gezeichnet und entwickeln Tiefe. Der Schreibstil ist warm, bildhaft und sehr flüssig zu lesen. Schwere Themen werden behutsam erzählt und lassen Raum für eigene Gedanken.

Als ich das Buch beendet hatte, war ich traurig, mich von diesen Figuren verabschieden zu müssen. Für mich ist dieser Roman eine klare Fünf-Sterne-Lektüre und eine große Empfehlung, besonders für alle, die die vorherigen Bände bereits ins Herz geschlossen haben.
Profile Image for Buchverliebt und leselustig.
83 reviews1 follower
January 19, 2026
Ein Buch, das man nicht mehr weglegen kann

Mein ganzes Leben, Öl auf Leinwand, ohne Titel ist genau das, was man von Alena Schröder erwartet – und trotzdem jedes Mal aufs Neue überrascht. Kaum angefangen, zieht einen die Geschichte hinein und lässt einen nicht mehr los. Es ist eines dieser Bücher, bei denen man „nur noch ein Kapitel“ lesen will und plötzlich Stunden vergangen sind.

Auf zwei Zeitebenen erzählt Schröder die Geschichte von Marlen und Hannah, zwei Frauen, deren Leben durch ein unscheinbares Porträt untrennbar miteinander verbunden sind. Die Szenen kurz nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs sind intensiv, bedrückend und gleichzeitig voller leiser Menschlichkeit. Besonders Marlens Perspektive als junges Mädchen, das sich in einer Welt voller Angst und Verlust zurechtfinden muss, geht sehr nahe.

Was den Roman so stark macht, ist das feinfühlige Zusammenspiel der unterschiedlichen Zeiten und Blickwinkel. Die Perspektiven greifen ineinander, ergänzen sich, werfen neues Licht auf Vergangenes – nichts wirkt zufällig oder konstruiert. Die Leinwand wird dabei zum stillen Zeugnis von Schmerz, Hoffnung und Erinnerung.

Schön ist auch das Wiedersehen mit Hannah und Evelyn aus „Junge Frau, am Fenster stehend, Abendlicht, blaues Kleid“. Wer den Roman kennt, freut sich über die vertrauten Figuren, wer ihn nicht gelesen hat, kann diese Geschichte trotzdem völlig unabhängig genießen.

Fazit: Ein berührender, klug erzählter Roman über Frauenleben, Erinnerung und das, was uns prägt. Alena Schröder beweist einmal mehr, wie mühelos sie historische Tiefe und emotionale Nähe verbindet. Ein Buch, das lange nachhallt – und unbedingt gelesen werden sollte.

Lieben Dank an dtv für die Bereitstellung des Leseexemplars über Netgalley.
24 reviews
Review of advance copy received from Netgalley
January 4, 2026
Mein ganzes Leben, Öl auf Leinwand, ohne Titel heißt der neue Familienroman von Alena Schröder.
Güstrow, Mai 1945: Die vierzehnjährige Marlen versteckt sich in der Schublade einer Kommode vor den plündernden russischen Soldaten. Als sie sich schließlich heraustraut, entdeckt sie am Boden der Schublade, das Porträt einer jungen Frau. Wilma, die von den Russen verprügelt und missbraucht wurde, nimmt Marlen zu sich. Mit den Jahren wird Marlen Wilmas größte Stütze und Vertraute, denn Wilma hat ein großes Geheimnis.
Berlin, 2023: Hannah Borowski ist 34 Jahre alt und nach dem Tod der Großmutter inzwischen ganz allein. Da meldet sich plötzlich ihr leiblicher Vater bei ihr und möchte mit ihr Kontakt. Hannah ist misstrauisch, da er sich jahrelang nicht um sie gekümmert hat. Kann es wirklich sein, dass ihre Mutter und Großmutter den Kontakt verhindert hatten? Und erfahren wir doch noch, was aus dem wertvollen Gemälde wurde, welches Hannahs Urgroßmutter gehörte und das inzwischen verschollen ist?
Im neuen Buch von Alena Schröder treffen wir wieder auf Hannah, deren Großmutter Evelyn inzwischen verstorben ist. Diesmal erfahren wir in Rückblicken mehr vom Verbleib des geheimnisvollen Gemäldes, welches schon im vorherigen Buch Thema war. Auch das neue Buch kann ohne vorherige Kenntnisse gelesen werden, aber wer einmal ein Buch von der Autorin gelesen hat, wird wohl jedes Buch von ihr lesen wollen. Ich habe den neuen Roman in knapp einem Tag verschlungen. Die Geschichte ist unglaublich spannend zu lesen und unglaublich berührend.
Absolut empfehlenswert für Fans grandioser Frauenromane!
1,049 reviews9 followers
January 10, 2026
Die Autorin erzählt weiter über Hannah, Silvia und Evelin Borowski. Neu dazu kommt Marlen. Gemeinsam haben sie den Ort Güstrow in der ehemaligen DDR und ein unbekanntes Gemälde. Ein Bild das die Frauen Borowski suchen und das Marlen zufällig am Ende des Krieges gefunden hat. Sie weiß nichts über das Bild nur das es ihr gefällt und auf eine eigene Art und Weise ihr Halt gibt. Das Buch wird über mehrere Zeitebenen und aus den verschiedenen Sichten der Frauen erzählt. Etwas anstrengend wenn man dieses Buch als Erstes liest, durch die beiden vorherigen Bände bin ich an dien Schreibsti der Autorin gewöhnt.
1945 trifft Marlen auf Wilma einer Künstlerin die sie unter ihre Fittiche nimmt, gemeinsam bauen sie sich in der entstehenden Republik ein Leben auf, obwohl es Marlen zu eng wird, nimmt sie sich Wilma zuliebe zurück. 1989 trifft Evelin auf Marlen sie nähern sich an. 2023 ist es Hannah die mit ihrem Leben nicht zurecht kommt, weil auf einmal der unbekannte Vater ihre Nähe sucht. Alles was bisher richtig und gut war wird über den Haufen geschmissen.
Die Zerrissenheit zwischen den Wünschen, Lebensentwürfen und den Verwerfungen durch das Zeitgeschehen und die äußeren Umstände stellt die Autorin sehr detailliert, verständig und mit einem passenden Maß an Emotionen dar. Ich konnte mich in die Frauen hinein fühlen. Verständnis für ihr Verhalten aufbringen. Vor allem weil ich die Ereignisse immer nur von außen betrachtet habe und nie erleben musste.
Die Titel sind sperrig, nicht gefällig, genau wie das Leben. Spannend erzählt, ich bin gespannt was der Autorin als Nächtes einfällt, nach dem die Geschichte der Borowski Frauen aus erzählt ist.

Profile Image for Karolin Senftleben.
74 reviews
Review of advance copy received from Unabhängige Rezensentinnen und Rezensenten
January 12, 2026
In diesem warmherzigen, vielschichtigen Roman verknüpft die Autorin zwei Zeitebenen und die Schicksale mehrerer Frauen durch ein scheinbar unscheinbares Objekt: eine Leinwand, die über Jahre hinweg Erinnerungen, Geheimnisse und Lebenswege miteinander verbindet.

Die Handlung spielt in unterschiedlichen Zeiten und Rollen, wobei das Bild einer Leinwand zum zentrale Metapher wird. Wie Schichten aus Farbe auf einem Gemälde ist auch das Leben voller Erinnerungen, Glücksmomente, Traumata und Verluste. Die Autorin nutzt diese Metapher, um sehr feinfühlig Themen wie Herkunft, familiäres Erbe, Identität und persönliche Verantwortung zu erkunden.

Die Figuren sind stark verwoben mit ihren jeweiligen Lebenszeiten, die Geschichten wechseln zwischen Gegenwart und Vergangenheit und schaffen so ein vielschichtiges Porträt von Menschen, die versuchen, ihr Leben zu verstehen und zu ordnen. Besonders die Frage, was wir unseren Eltern schulden und welches Erbe sie uns mitgeben, steht im Zentrum der Erzählung.
Schröders Schreibstil ist dabei klar, warmherzig und sensibel, ohne dabei oberflächlich zu werden. Die ruhige Sprache und die feinen Nuancen der Darstellung laden den Leser ein, innezuhalten und über die eigenen Schichten des Lebens nachzudenken.

Fazit:
Mein ganzes Leben, Öl auf Leinwand, ohne Tite ist ein nachdenklicher, atmosphärisch dichter Familienroman, der durch seine Bildsprache und die verwobenen Lebensgeschichten berührt. Ein Buch, das sowohl die Schönheit als auch die Komplexität des Lebens in den Blick nimmt und zum Nachdenken anregt. Ideal für Leserinnen und Leser, die gerne in Generationenromane mit Tiefgang eintauchen.
88 reviews
Review of advance copy
December 30, 2025
Mein ganzes Leben, Öl auf Leinwand, ohne Titel, von Alena Schröder

Cover:
Passt zur Geschichte.

Inhalt und meine Meinung:
Ich muss sagen ich bin etwas irritiert.
Ich habe das erste Buch: Junge Frau, am Fenster stehend, Abendlicht, blaues Kleid, gelesen, das zweite Buch: Bei euch ist es immer so unheimlich still, habe ich nicht gelesen. Jetzt bei diesem Buch bin ich mir nicht sicher, ist es eine Fortsetzung oder ist es eine andere Geschichte mit nur den Gleichen Protagonisten.
Nur im Prolog und Epilog sind direkte Berührungspunkt von der Geschichte vom 1.Buch zu der Geschichte jetzt von dem 3. Buch.
Das erste Buch hat mir auch super gefallen, dieses hier hat mich nicht gepackt. Die Emotionen sind nicht bei mir angekommen und es war auch kein Spannungsbogen für mich zu erkennen. Ich habe immer darauf gewartet, dass die beiden Geschichten, die der Vergangenheit und die der Gegenwart verknüpft werden, aber das war nicht der Fall. Für mich war jede Geschichte eine eigene, mit problematischen Familienbeziehungen, aber nicht besonders herausragend.
OK, wir wissen jetzt was mit diesem “berühmten“ Bild passiert ist, aber irgendwie „gibt“ mir das nichts.

Autorin:
Alena Schröder, geboren 1979, arbeitet als freie Journalistin und Autorin in Berlin. Sie hat Geschichte, Politikwissenschaft und Lateinamerikanistik in Berlin und San Diego studiert und die Henri-Nannen-Schule besucht.

Mein Fazit:
Ein Roman der mich nicht berührt und den ich nicht richtig einschätzen kann.
Von mir 3 Sterne.
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Review of advance copy
January 7, 2026
Ich hatte bereits den Vorgängerband "Bei euch ist es immer so unheimlich still" gelesen, daher waren mir einige Personen bekannt, wenn auch in anderem Alter. Das Buch erzählt auf zwei Zeitebenen - eigentlich drei, aber die eine wird nur kurz als Rahmenhandlung eingebracht - und wie immer gefällt mir die Vergangenheitsgeschichte besser als die Gegenwart. Wobei es diesmal knapp war, denn auch Hannahs Geschichte hat es in sich: nach dem Auszug der besten Freundin aus der WG steht Hannah allein da, was aber nicht lange anhält, da sie wider besseres Wissen den Neffen einer Kollegin bei sich einquartiert. Was im Nachhinein vielleicht doch keine so schlechte Entscheidung sein sollte. Zudem taucht Hannahs Vater wie aus dem Nichts auf, um sie nach vielen Jahren kennenzulernen - natürlich ist Hannah misstrauisch, welches Motiv der Vater hat. Zwischendrin immer wieder die Kapitel, die die Geschichte von Marlen, die gegen Kriegsende von der Malerin Wilma aufgenommen und ausgebildet wird. Während Wilma Marlen ihr künstlerisches Wissen vermittelt, um Marlen als Hilfe einzusetzen, entwickelt Marlen eigene Wünsche und Ziele, kämpft aber gleichzeitig mit Schuldgefühlen gegenüber Wilma, die sie aufgenommen hat. In beiden Zeitebenen geht es also um familiäre Beziehungen, die Frage ob und wieviel man Eltern schuldig ist, aber auch was Eltern ihren Kindern schulden. Dankbarkeit, Vertrauen, Unterstützung, Respekt, Toleranz, Schuld - alle diese Themen werden mehr oder weniger angesprochen und am Ende muss doch jede(r) für sich selbst entscheiden, welche Familie man um sich haben will. Auch wenn ich das Buch sehr gerne gelesen habe, denn es war spannend, unterhaltsam und bot viele interessante Momente, komme ich nicht wirklich mit einem klaren Fazit, einer Auflösung oder einem eindeutigen Happy End heraus - aber das ist vielleicht auch gar nicht gewollt. Auf jeden Fall habe ich jetzt wieder einen Anstoss bekommen, endlich den ersten Band dieser Familiensaga, in dem Hannah auf Bildsuche geht, zu lesen.
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Review of advance copy received from Netgalley
December 28, 2025
Nicht meine Autorin
„Mein ganzes Leben, Öl auf Leinwand, ohne Titel“ war für mich bereits der zweite Versuch mit dieser Autorin und erneut bin ich nicht wirklich überzeugt. Der Roman liest sich zwar zunächst sehr gut an, kann dieses Versprechen aber nicht bis zum Ende einlösen.

Überzeugt hat mich vor allem die Zeitebene in der Nachkriegszeit. Die Geschichte um Marlen, die 1945 nur knapp überlebt, von Wilma aufgenommen wird und in dieser Zeit ihre Begabung für die Malerei entdeckt. Diese Passagen wirken durchdacht, stimmig und emotional greifbar.

Deutlich schwächer empfand ich dagegen die Handlung in der Gegenwart. Hannahs Leben im Berlin des Jahres 2023 blieb für mich erstaunlich blass. Ich habe diese Kapitel weniger aus Interesse als aus Pflichtgefühl gelesen, in der Hoffnung, dass sich am Ende ein überzeugender Zusammenhang zur Vergangenheit ergibt. Genau dieser bleibt jedoch enttäuschend dünn. Die Verbindung der beiden Zeitebenen wirkt konstruiert und unausgereift, eine echte Nähe zwischen den Figuren entsteht nicht. Insgesamt konnte mich das Buch emotional nicht erreichen. Trotz großer Themen blieb vieles auf Distanz.


Stark ist hingegen die Auseinandersetzung mit der Frage, was von einem Leben bleibt und welche Verantwortung oder Schuld wir unseren Eltern gegenüber empfinden. 2,5/5 Sterne

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Review of advance copy received from Netgalley
January 11, 2026
In *Mein ganzes Leben, Öl auf Leinwand, ohne Titel* erzählt Alena Schröder eine Geschichte über Herkunft, Verantwortung und die Frage, was man seinen Eltern, ob leiblich oder adoptiert, schuldet.

Der Roman entfaltet sich auf zwei Zeitebenen: Die 14-jährige Marlen versteckt sich 1945 in Güstrow in einem verlassenen Forsthaus und trifft auf Malerin Wilma, die Marlen vor den russischen Soldaten schützt und für die nächsten Jahrzehnte bei sich aufnimmt. Hannah Borowski, 34, steht an einem Wendepunkt: Ihr leiblicher Vater taucht plötzlich wieder auf, und sie stellt ihr bisheriges Leben infrage.

Der Erzählstil ist flüssig und sehr gut lesbar, der Roman liest sich angenehm schnell und unterhaltsam. Manches bleibt zwar etwas klischeehaft, z.B. der typische Berliner Hipster Justus mit Manbun und Podcast oder die Freundin im alternativen Wohnprojekt mit anstrengenden Plenumstreffen, aber ich fand diese Ideen dennoch lustig. Die Erzählung um Marlen und Wilma war für mich stellenweise etwas zäh, auch wenn sie inhaltlich wichtige emotionale Grundlagen für die Gegenwartsebene schafft. Trotzdem habe ich die Gegenwartsebene lieber gelesen.

Insgesamt tragen beide Geschichten, berühren und bleiben im Kopf. Auch ohne Kenntnis der ersten beiden Bände der Trilogie konnte ich dem Roman problemlos folgen und habe nun große Lust, die Vorgänger ebenfalls zu lesen.
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January 3, 2026
Fesselnde Familiengeschichte

Wie auch schon die beiden vorhergehenden Romane kann auch „Mein ganzes Leben, Öl auf Leinwand, ohne Titel“ von Alena Schröder alleinstehend gelesen werden. Der volle Zauber entfaltet sich meiner Meinung aber nach erst, wenn man alle Bücher der Trilogie kennt. Und so bildet „Mein ganzes Leben, Öl auf Leinwand, ohne Titel“ einen würdigen Abschluss dieser eindrücklichen Familienerzählung in deren Mittelpunkt die Frauen stehen. Auch diesmal überzeugen die authentischen Figuren und in besonderer Weise fängt die Autorin aktuelle und auch generationsübergreifende Themen ein. Der Schreibstil liest sich wunderbar leichtgängig und zieht durch die lebendige Schilderungen, mitten ins Geschehen. Sehr kurzweilig fliegen die gut 350 Seiten deshalb nur so dahin und ich war schon etwas traurig, mich nun endgültig von den liebgewonnenen Charakteren verabschieden zu müssen. Wer vielschichtige und Charakter-fokussierte Bücher, mit ruhigem aber prägnanten Erzählton mag, ist hier genau richtig. Gerne vergebe ich für dieses überzeugende Leseerlebnis 5 Sterne und eine große Leseempfehlung!
2,281 reviews13 followers
January 19, 2026
Zum Inhalt:
Im Mai 1945 wird die vierzehnjährige Waise Marlen von Wilma aufgenommen. In dem Forsthaus, in dem Marlen sich versteckt hat, entdeckt sie ein Portrait einer jungen Frau, dass Wilma dort versteckt hatte. Wilma hat ein Geheimnis, dass sie zu zerstören droht.
Auf einer zweiten Zeitebene geht es im Jahr 2023 um Hannah, die mit diversen Problemen zu kämpfen hat.
Meine Meinung:
Mir hat der Erzählstrang um Marlen und Wilma, mitsamt der übrigen Protagonisten am besten gefallen, gerade das Verhältnis zwischen den beiden Frauen hat schon etwas besonderes. Marlen kennt Wilmas Geheimnis und unterstützt sie, auch wenn sie sicherlich auch gerne ein anderen Weg genommen hätte. Die Geschichte von Hannah hat mich nicht ganz so erreicht, war aber trotzdem nicht uninteressant. Ich konnte Hannah gut verstehen, dass sie zwar ihrem Vater geholfen hat, aber dann auch wieder Abstand nimmt. Der Schreibstil war gut, der Wechsel zwischen den Zeiten machte das Buch abwechslungsreich.
Fazit:
Interessant
Profile Image for nachtbibliothekar.
69 reviews31 followers
Review of advance copy
January 17, 2026
Gelungener Abschluss von Alena Schröders Trilogie über Evelyn, Silvia und Hannah (Großmutter, Mutter, Tochter). Alena Schröder hat ein feines Gespür für ihre Romanfiguren, die sie glaubhaft und realistisch zeichnet. Als roter Faden zieht sich ein geraubtes und verschollenes Gemälde durch alle drei Romane, die insgesamt eine sehr lesenswerte Familiengeschichte der besonderen Art ergeben.
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