In Op de schouders van reuzen presenteert de Duitse bestsellerauteur Michael Schmidt-Salomon met veel enthousiasme tien grote denkers die onmisbaar zijn om de wereld van nu te begrijpen. Hij voert de lezer mee langs de belangrijkste ideeën van Charles Darwin, Albert Einstein, Marie Curie, Karl Marx, Friedrich Nietzsche en andere belangrijke denkers. Volgens de auteur zijn zij de influencers aan wie we ons moderne wereldbeeld te danken hebben. Schmidt-Salomon wijst de lezer op dwarsverbanden in hun denkbeelden en geeft en passant met veel schwung en gevoel voor anekdotiek hun belangrijkste levensfeiten. Dat maakt Op de schouders van reuzen een feest om te lezen en een ideaal boek voor iedereen die zijn geest wil scherpen.
“Hier liegt das große Paradoxon unserer Zeit: Noch nie haben Menschen so viel über die Evolution der Materie, des Lebens und des Bewusstseins gewusst – zugleich hat es jedoch noch nie so viele Menschen gegeben, die nicht einmal ansatzweise wissen, was wir bereits wissen.”
Ob das Buch wirklich uns zumindest zum Teil daran erinnert und es exemplarisch zeigt, werde ich versuchen, für mich herauszuarbeiten. Ich schreibe mir die interessantesten Fakten aus jedem Kapitel heraus.
Charles Darwin:
Interessant zu sehen, wie Charles Darwin jahrelang Angst hatte, seine Evolutionstheorie vorzustellen, aus Angst vor starkem Gegenwind seitens der Kirchen. Man soll sich heute die Frage stellen, ob der Trend, der heute ebenfalls beobachtet, wenn bestimmte biologische Fakten von progressiver Seite und evolutionäre Fkaten von reaktionäre Seite abgelehnt werden, weil sie den eigene Ideale widersprechen.
Albert Einstein:
Das erste Mal, wo ich mich mit seinem Werdegang beschäftige und seiner Kritik an die intellektuellen Kreise, die zu den Taten der Nazis geschwiegen haben. Nach wie vor aktuell und unterstreicht die gesellschaftliche Rolle von Bürgertum und gebildeten Menschen, die manchmal abweicht von ihrem Spezialgebiet.
»Die Verbrechen der Deutschen sind wirklich das Abscheulichste, was die Geschichte der sogenannten zivilisierten Nationen aufzuweisen hat. Die Haltung der deutschen Intellektuellen – als Klasse betrachtet – war nicht besser als die des Pöbels. […] Unter diesen Umständen fühle ich eine unwiderstehliche Aversion dagegen, an irgendeiner Sache beteiligt zu sein, die ein Stück des deutschen öffentlichen Lebens verkörpert, einfach aus Reinlichkeitsbedürfnis.«
Marie Curie:
Der Einsatz Curies für Frieden und Humanismus ist bemerkenswert, sowie ihre berechtigte Angst über die Zweckentfremdung der Wissenschaft im Dienst von Autokraten und auch von Menschen und Institutionen, die nur die Gewinnmaximierung verfolgen, ohne Rücksicht auf Folgen für Natur und Menschen. Man sehe nur die Diskussionen rund um die KI, die höchstwahrscheinlich eine der größten gesellschaftlichen Verwerfungen in der Geschichte der Menschheit mit sich bringen würde,
Im März 2023 veröffentlichte das Future of Life Institute einen offenen Brief, in dem prominente KI-Forscher:innen und Tech-Persönlichkeiten, darunter Elon Musk und Steve Wozniak, forderten, die Entwicklung von KI-Systemen, die leistungsfähiger als GPT-4 sind, für mindestens sechs Monate auszusetzen. Ziel war es, Zeit zu gewinnen, um ethische Grundsätze und Sicherheitsrichtlinien für die KI-Entwicklung zu formulieren.
Tech-Start-ups wie Palantir sind dabei, Technologien und Systeme zu entwickeln, die weitaus die Vorstellungskraft von George Orwell beim Verfassen von 1984 übertroffen hätten. Die Frage bleibt, ob der Nutzen für das Wohl aller bestehen bleibt oder ob unser selbstzerstörerisches Potenzial damit nur wächst.
Alfred Wegener:
meine erste Berührung jemals mit dem Fachgebiet der Geologie: Ganz passend habe ich meine Fehlannahme korrigiert, die vor knappen 100 Jahren Konsens waren. Die Plattentheorie unterstreicht die Absurdität des Reinheitsgedankens und den Ultranationalismus, die heute noch weit verbriet sind.
Carl Sagan:
ein schöner Absatz aus seinem Buch, den ich zitieren möchte, indem er über das von ihm veranlasste Bild “Pale Blue Dot”, welches im Jahr 1990 aus der Voyager I aus 6 Milliarden Kilometern geschossen wurde:
“»Schauen Sie sich diesen Punkt noch einmal an. Hier leben wir, hier sind wir zu Hause und mit uns alle Menschen, die wir kennen und lieben. Hier durchleben wir unsere Freuden und Leiden. Alles an Religionen, Ideologien und Wirtschaftsformen ist hier versammelt, alle Jäger und Sammler, Schöpfer und Zerstörer, Könige und Bauern, Eltern und Kinder, Erfinder und Entdecker, Heilige und Sünder in der Geschichte der Menschheit lebten hier – auf diesem Staubkörnchen, das im Sonnenlicht tanzt.« Für Sagan gibt es »keinen besseren Beweis für die Aberwitzigkeit menschlicher Vorstellungen als dieses aus großer Entfernung aufgenommene Bild von unserer winzigen Erde«. Er erinnert dabei an die »Ströme von Blut, die von Generälen und Feldherren vergossen werden, um für einen winzigen Moment zu Herrschern über einen Bruchteil dieses Punktes aufzusteigen«. Unsere »eingebildete Wichtigkeit« sei, so Sagan, völlig absurd angesichts der Tatsache, dass die Erde nur ein »einsames Körnchen im großen Dunkel des Weltalls« ist.
Statt uns weiterhin etwas im Hinblick auf unsere Bedeutung im Weltall vorzumachen, sollten wir die kosmischen Realitäten anerkennen und die richtigen Schlüsse daraus ziehen: Da wir nicht damit rechnen könnten, »dass von draußen jemand kommt, um uns vor uns selbst zu schützen«, sollten wir »freundlicher miteinander umgehen« und »den kleinen blauen Punkt bewahren«, der »unser einziges Zuhause« ist. »
Und weiter:
Betrachten Sie den Punkt, und versuchen Sie sich dann vorzustellen, dass Gott das gesamte Universum nur für eine einzige von ungefähr zehn Millionen Arten von Lebewesen, die diesen blauen Punkt bevölkern, erschaffen hat. Gehen Sie dann einen Schritt weiter: Stellen Sie sich vor, dass alles nur für eine bestimmte Gruppe dieser Art, für ein Geschlecht, Volk oder eine Religionsgemeinschaft erschaffen wurde.« Dass es in der Realität zu einem solchen Erstkontakt nicht gekommen ist, stellt für Sagan anfangs eine herbe Enttäuschung dar. Später jedoch begreift er es eher als einen kosmischen Glücksfall, dass die wenigen zeitgleich miteinander existierenden Zivilisationen der Milchstraße höchstwahrscheinlich zu weit voneinander entfernt sind, um auf unkompliziertem Wege aufeinanderzutreffen. Denn eine planetare Zivilisation müsste zunächst ihre »Teenager-Zeit« überstehen, sprich: die Fähigkeit entwickeln, verantwortungsvoll mit den eigenen Kräften umzugehen, bevor ihr die nötigen Mittel zur Verfügung stehen, um die Reise in ein entferntes Sonnensystem anzutreten. In Sagans Buch Blauer Punkt im All heißt es dazu: »Die großen Abstände zwischen den Sternen haben ihr Gutes. Lebewesen und Welten leben gewissermaßen in Quarantäne. Und dieser Zustand kann nur von denjenigen überwunden werden, die so viel Selbsterkenntnis und Urteilsvermögen besitzen, dass sie sicher von einem Stern zum anderen reisen können.«
Epikur:
Die Ursprünge des Individualismus liegen in Epikurs Lehre schon im alten Griechenland. Die Grundlage für die "westlichen" Lebensphilosophie, die oft (zumindest in dem Aspekt) als überlegen beschrieben wird, wurde schon in der Antike erarbeitet, dennoch leistete die Kirche ihren Beitrag dazu, dass diese Erkenntnisse vergessen worden sind.
Nietzsche sagte selbst, dass »die modernen Wissenschaften Punkt um Punkt an Epikurs Philosophie angeknüpft [haben], das Christentum aber Punkt um Punkt zurückgewiesen haben«.
Epikur stellte vor 2300 Jahren die These, dass »die Welt aus leerem Raum und winzigen, für das Auge nicht wahrnehmbaren Atomen besteht, aus denen Verbindungen aller erdenklichen Formen der Materie hervorgehen«.
Ein Zitat von Epikur steht nicht ohne Grund auf der ersten Seite des Buches, denn seine Biografie zeigt das, was man aus diesem Buch mitnehmen sollte. Wir sehen den Wald vor lauter Bäumen nicht: Wir haben millionenschwere menschliche Erfahrung in Schriftform, die wir als Grundlage für die heutige Problemlösung benutzen können. Die Probleme von früher waren im Kern die gleichen wie heute, wobei sie vielleicht eine andere Form eingenommen haben. Wir Menschen sind zwar besonders, aber gleichzeitig so einfach und berechenbar, dass all unsere Erfahrungen eine Reproduktion ewiger Probleme sind, die wir (wenn wir schlau sind) nicht noch einmal durchmachen müssen.
Nietzsche:
« Man dürfe die Wahrheit nicht abstreiten, bloß weil sie uns »unbehaglich« oder »moralisch anstößig« erscheine. Nietzsche erkennt in der »schändlich vermoralisierten Sprechweise […], mit der nachgerade alles moderne Urteilen über Mensch und Ding angeschleimt ist«, geradezu das Grundübel der christlich geprägten Kultur. Moralismus führt in seinen Augen nämlich unweigerlich zur Verlogenheit: »Alles, was sich heute als ›guter Mensch‹ fühlt, ist vollkommen unfähig, zu irgendeiner Sache anders zu stehen als unehrlich-verlogen, abgründlich-verlogen, aber unschuldig-verlogen, treuherzig-verlogen, blauäugig-verlogen, tugendhaft-verlogen. Diese ›guten Menschen‹ – sie sind allesamt jetzt in Grund und Boden vermoralisiert und in Hinsicht auf Ehrlichkeit zuschanden gemacht und verhunzt für alle Ewigkeit: Wer von ihnen hielte noch eine Wahrheit ›über den Menschen‹ aus! […]
Was also tun, um der moralistischen Bewusstseinstrübung zu entgehen?
Nietzsche empfiehlt das konsequente »Jasagen zur Realität« – und zwar gerade dort, wo sie uns schmerzt, wo wir in Abgründe schauen müssen, die Schwindelgefühle in uns erregen. Allerdings verlangt das »Jasagen zur Realität« uns »Stärke und Selbstbeherrschung« sowie eine besondere Form der »philosophischen Askese« ab, nämlich das »Entbehren-können heilender, tröstlicher Illusionswelten« – eine intellektuelle Basiskompetenz, die wir uns gerade heute (im »Zeitalter des Empörialismus«, in dem sich viele im »moralisch richtigen Lager« wähnen wollen) erst mühsam wieder antrainieren müssen.
Karl Marx:
Die folgende These des Autors fand ich spannend: “Apropos Brecht: Wohl kein anderer Autor hat sich so intensiv mit Marx’ Schriften auseinandergesetzt und daraus so viel für das eigene Werk ziehen können. Ohnehin ist die Wirkung, die Marx im kulturellen Bereich entfalten konnte, möglicherweise zukunftsweisender als seine Wirkung auf die Politik (zumal die Regime, die sich nicht nur in Europa, sondern auch in Asien, Afrika oder Lateinamerika auf ihn beriefen, oft das glatte Gegenteil von dem vertraten, was ihm selbst vorschwebte).”
Karl Popper:
Mit Abstand die interessanteste Biografie aus dem Buch. Viele Zitate klangen so unfassbar aktuell, dass Marx dadrin eine Bestätigung für seine These fände, die besagt, dass "Die Geschichte wiederholt sich, zuerst als Tragödie, dann als Farce."
Ein Zitat was bis heute leider aktuell ist:
“Dennoch fasziniert ihn die Vorstellung, in die Rolle des Arbeiters oder Handwerkers zu schlüpfen, zumal er eine große Abneigung gegen die Haltung einiger seiner sozialistischen Kameraden verspürt, die sich als »Anführer der Arbeiterschaft« gerieren, ohne jemals selbst körperlich gearbeitet zu haben.”
Die Entstehung seines Buches, die Logik der Forschung und die Formulierung der Thesen über detektiven Weg und das Falsifikationsprinzip hatten die folgende Situation als Anlass:
“Dies erfährt der junge Popper, als er [Alfred] Adler [der Erfinder des Minderwertigkeitskomplexes] von seinen Erfahrungen mit einem Kind berichtet, die der individualpsychologischen Theorie zu widersprechen scheinen. Dem Tiefenpsychologen gelingt es jedoch mühelos, den Bericht in die eigene Theorie einzuordnen, obwohl er das betroffene Kind gar nicht gesehen hat. Auf Poppers Nachfrage, woher er das alles denn so genau wisse, antwortet Adler: »Aus vieltausendfältiger Erfahrung«, worauf Popper frech retourniert: »Und mit diesem Fall ist Ihre Erfahrung jetzt eine vieltausend-und-einfältige!« Der jugendliche Erziehungsberatungsassistent erkennt in diesem Moment, was der erfahrene Individualpsychologe verdrängt, nämlich, dass die Unwiderlegbarkeit der Adlerschen Theorie keine Stärke, sondern eine Schwäche ist.”
Interessant fand ich die differenzierte Haltung zu Marx, die nach wie vor hochaktuell ist, wobei sie vielen heutigen Zeitgenossen dennoch (leider) fremd erscheint:
“»Marx […] öffnete unsere Augen und er schärfte unseren Blick für viele neue Fragen. Eine Rückkehr zur vormarxistischen Sozialwissenschaft ist undenkbar. Alle modernen Schriftsteller sind Marx verpflichtet, auch wenn sie es nicht wissen.« Er preist Marx’ »Wirklichkeitssinn, sein Misstrauen vor leerem Wortschwall und insbesondere vor moralisierendem Wortschwall«, der ihn zu »einem der größten und einflussreichsten Kämpfer gegen Heuchelei und Pharisäertum« gemacht habe. Vor allem lobt Popper Marx’ »brennendes Verlangen, den Unterdrückten zu helfen«, sowie seine Einsicht, dass es darauf ankomme, »sich in Taten und nicht nur in Worten zu bewähren«.
Was Popper jedoch scharf kritisiert, ist der Marxsche Geschichtsdeterminismus. Dass Marx diesem Geschichtsdeterminismus beziehungsweise Historizismus verfällt, führt Popper wesentlich auf die »intelligenzzerstörende« Atmosphäre der Hegelschen »Dialektik« zurück, die in logischen Widersprüchen keine Probleme sieht, welche gelöst werden müssen, sondern vielmehr Gütesiegel einer »ganzheitlichen« Theorie, was nach Ansicht Poppers »das Ende nicht nur aller Wissenschaft, sondern auch aller rationalen Argumentation bedeutet«. Hart attackiert Popper Marx immer dann, wenn der Hegelianismus in seinen Argumenten aufscheint, vor allem wenn sich Marx auf dem Boden der »dialektischen Methode« anmaßt, einen quasi naturgesetzlichen Verlauf der künftigen menschlichen Geschichte vorherzusagen. Dabei setzt Popper dem Marxschen Modell eines revolutionären Übergangs ins »Reich der Freiheit« eine evolutionäre »Stückwerk-Technik« entgegen, nämlich »eine Methode des schrittweisen Umbaus sozialer Institutionen«, die darauf abzielt, »Maßnahmen zur Bekämpfung konkreter Übel zu planen, statt ein ideales Gutes zu errichten«.”
Popper beschrieb sich lange nicht mehr als Marxist, nachdem er 1918 erlebte, wie die überstürzte Revolution auf den Straßen Wiens vielen Männern das Leben kostete für eine Illusion, die kaum zu realisieren war.
Der Anlass seines bekannten Werkes "Die offene Gesellschaft und ihre Feinde" war der Anschluss Österreichs an Deutschland, der Popper dazu brachte, seinen Beitrag gegen den Marxismus aber auch gegen den Nationalsozialismus zu leisten.
“Es gab damals aber auch eine reaktionäre Gegenseite, die dazu aufrief, fremden kulturellen Einflüssen mit aller Macht entgegenzutreten, »das Volk« vor Eindringlingen zu schützen und wieder zu den »guten alten Werten« zurückzukehren. Das zentrale Schlagwort dieser Bewegung lautete »Zurück zum Staat der Vorväter« beziehungsweise »Zurück zum Vaterstaat!«, woraus der Begriff »Patriot« abgeleitet wurde. Popper charakterisiert dieser »patriotische Bewegung« des 5. vorchristlichen Jahrhunderts mit folgenden Worten: »Obgleich die ›patriotische Bewegung‹ teilweise der Ausdruck des Verlangens war, zu stabileren Lebensformen, zu Religion, Anstand, Gesetz und Ordnung zurückzukehren, war sie doch selbst moralisch angefault. Ihr alter Glaube war verloren; er wurde größtenteils durch eine heuchlerische und sogar zynische Ausbeutung religiöser Gefühle ersetzt.«”
Das folgende Zitat ist ein sehr schönes, welches ich in der Zukunft oft zurückgreifen werde:
“»Jeder Intellektuelle hat eine ganz besondere Verantwortung. Er hatte das Privileg und die Gelegenheit, zu studieren; dafür schuldet er es seinen Mitmenschen (oder ›der Gesellschaft‹), die Ergebnisse seiner Studien in der einfachsten und klarsten und verständlichsten Form darzustellen. […] Wer’s nicht einfach und klar sagen kann, der soll schweigen und weiterarbeiten, bis er’s klar sagen kann.«” Habe mir auf jeden Fall vorgenommen, mehr Popper zu lesen.
Julian Huxley:
der erste Vorsitzende der UNESCO.
“Die biologischen Unterschiede zwischen Menschen unterschiedlicher Herkunft sind, wie Huxley darlegt, zu klein, um von verschiedenen »Menschenrassen« sprechen zu können. Aus diesem Grund schlägt er 1935 vor, den Begriff »Rasse« mit Blick auf Homo sapiens zu streichen und stattdessen den Begriff der »ethnischen Gruppe« zu verwenden. Auf seine Anregung hin wird die UNESCO 15 Jahre später (1950) ein entsprechendes Statement verabschieden. Zwar dauert es seine Zeit, schließlich aber setzt sich Huxleys Vorschlag durch: Wer heute von »Menschen verschiedener ethnischer Herkunft« spricht, verwendet Huxleys Worte (in der Regel freilich, ohne es zu wissen).”
_______________________
Man wird beim Lesen oft daran erinnert, wie alt die großen Debatten unserer Zeit sind, dennoch fühlt es sich für uns an, als würden wir sie das erste Mal führen. Das Buch ist ein Plädoyer an die Vernunft. Auf Kurdisch gibt es ein Sprichwort, das ungefähr so viel auf Deutsch bedeutet wie: “Wer aus der Fehlertüte der anderen nicht lernt, wird damit seine Fehlertüte vollmachen”, und damit lässt sich das Buch gut zusammenfassen.
,,Das grosse Paradox unserer Zeit: Noch nie haben Menschen so viel über die Evolution der Materie, des Lebens und des Bewusstseins gewusst - zugleich hat es noch nie so viele Menschen gegeben, die nicht einmal ansatzweise wissen, was wir bereits wissen.‘‘
This entire review has been hidden because of spoilers.
Anhand der Biographien bekannter Philosophen und Naturwissenschaftler*innen erläutert Michael Schmidt-Salomon die Evolution des Denkens unserer Menschheit. Ein höchst interessantes Buch, das dem Leser nicht nur aufzeigt, wie die moderne Erkenntnistheorie aussieht und dass es durch sie eigentlich keine wirkliche Wahrheit in den Wissenschaften mehr gibt, sondern auch wie wir dorthin gelangt sind. Die Gliederung dieses Werkes ist super gewählt. Sie ist nicht nur rein chronologisch nach Geburtsdatum der einzelnen Personen aufgebaut, sondern auch nach Erkenntnissen gegliedert. Daraus folgt, dass Epikur, ein Philosoph der griechischen Antike, nicht zu Beginn des Buches thematisiert wird, sondern erst nach Einstein und Darwin, da Epikur damals bereits viele Erkenntnisse hatte (Selbstverständlich ohne wissenschaftlichen Beweis), die wir erst im 19. oder 20. Jahrhundert wirklich anerkannt bzw neu gedacht haben. Und auch dass die christliche Kirche unsere Evolution als Menschheit über mehrere Jahrhunderte pausiert hat (Durch Verbot des unchristlichen Denkens und Verbot von Werken, die nicht in das christliche Weltbild hineingepasst haben), was besonders Friedrich Nietzsche thematisiert hatte, weshalb wir im 20. Jahrhundert noch auf demselben philosophischen Stand waren wie Epikur vor über 2000 Jahren. Ein faszinierendes Werk, das dem Leser zum Ende eine Vision der Zukunft vor Augen führt, in der wir Menschen nicht durch Klimaneutralität, sondern durch Klimaeffektivität überleben können. Zudem stehe unsere Gesellschaft so widersprüchlich zu dem kollektiven Wissensstand wie noch nie zuvor: Wir haben Teleskope, die weit entfernte Schwarze Löcher beobachten können, halten uns aber dennoch weiterhin an banalen Dingen wie Nationen und Religionen fest. Des Weiteren haben wir immer größeren Einfluss auf die Natur, das Bewusstsein für diese Verantwortung scheint jedoch nicht im gleichen Maße zu wachsen, sondern scheint eher festgefahren zu sein.
Heel goed boek over wetenschap en wetenschappers die invloedrijk zijn op de huidige pure wetenschap. Wetenschap als tegenwicht tegen niet te bewijzen religies en bekrompen nationalisme en bubbels. Sterke samenvattingen van de theorieën van iedere wetenschapper en hele goede duiding waar hun ideeën vandaan komen en welke invloed zij nu nog hebben. Geeft goed aan dat revolutionaire ideeën niet zomaar uit de lucht komen vallen.
Das Buch gibt einen Überblick darüber, wie wir zu unserem heutigen Wissenstand gekommen sind. Das wird anhand historisch wichtiger Persönlichkeiten erzählt, deren Forschungen und Gedanken die Menschheit insgesamt besonders beeinflusst haben. Das Buch ist wirklich interessant, auch wenn ich Neues immer interessanter als eine historische Abarbeitung finde. Insofern ist meine Bewertung vermutlich etwas unfair und entspringt eher meinen generellen Vorlieben. Von daher könnte man mir auch vorwerfen, mich verkauft zu haben, da man den Inhalt schon anhand des Deckblattes und Klappentextes hätte erkennen können
Das Buch ist super geschrieben und die Persönlichkeiten super gewählt. Es liest sich einfach sehr gut weg. Das einzige was man kritisieren könnte, ist das "die *Evolution* des Denkens" etwas zu kurz kommt. Es wird zwar beschrieben wie die einzelnen Lebenswerke unser Denken beeinflusst haben, aber irgendwie fehlte mir etwas der evolutionäre Teil.
Everybody should read this book, especially the last chapter. Too many of us have their smartphone in their hands while their thinking is way behind, somewhere in the Middle Ages as written in the book.
Lang geleden dat ik nog zo'n degelijk werk gelezen heb. Wat mij betreft zou dit verplichte lectuur moeten zijn in alle scholen en als basis of als eindproef moeten dienen voor het curriculum van om het even welke opleiding.