Zwielicht Classic Jedes Jahr erscheinen über 200 Horrorkurzgeschichten. Zumeist leider nur in kleinen Auflagen. Zwielicht Classic hat es sich zur Aufgabe gemacht, diesen mit den Jahren umfangreichen Schatz an unterhaltsamer, gruseliger und spannender Literatur nach und nach zu heben und in Form einer zweimonatlichen ebook Reihe einem interessierten Publikum zur Verfügung zu stellen. Dabei liegt der Schwerpunkt durchaus bei aktuellen Geschichten, die in den letzten Jahren erschienen sind. Abgerundet werden die einzelnen Ausgaben mit Artikel und Interviews aus dem Bereich Horror und Unheimliche Literatur, wobei der Schwerpunkt von Zwielicht Classic allerdings bei den Geschichten liegen soll. Über Feedback freuen wir uns. Senden Sie einfach eine E-Mail an zwielicht@defms.de. Mehr Infos zur Reihe unter www.defms.de. Ausgabe 1 Das Titelbild stammt aus der Feder von Lothar Bauer Torsten Scheib -Besessen (2010) Malte S. Sembten - Blind Date (1997) Christian Weis - Der erste Tag der Ewigkeit (2010) Tobias Bachmann - Die fehlende Stunde (2005) Andreas Schumacher - Der neue Nachbar (2010) Andreas Gruber - Tor nach Cloon (1999) Christian Endres - Kein Abschied hält ewig (2010) Nina Horvath - Hell dunkel, dunkel hell (2004) Michael Schmidt - Die phantastischen Ermittler der Heftromanszene (2011) Martin Strasser - Mr. Psycho mit Robert Bloch (2007) Elmar Huber - Interview mit Nina Horvath (2012) Michael Schmidt - das deutsche Horrormagazin (2012) Vincent Preis - Die bisherigen Preisträger Die Geschichte von Malte S. Sembten gewann den Kurd Laßwitz Preis 1998.
Mit dem Horrormagazin Zwielicht Classic bringt der Herausgeber eine Auswahl von bisher verstreut erschienenen und nun nicht mehr greifbaren Erzählungen neu heraus. „Besessen“ von Thorsten Scheib erzählt vom Horror in einer Familie, die einer streng religiösen Gemeinschaft angehört. Der Sohn lehnt sich auf, als seine Schwester, die von Dämonen besessen sein soll, sterben soll. Er glaubt es nicht, und er beweist es, auf eine nicht minder schaurige Weise. Gut vor allem durch die psychologische Spannung „Blind Date“ ist die älteste Geschichte, zuerst erschienen bereits als deutsche Zugabe in einem Auswahlband des Isaac Asimov Science Fiction Magazins bei Heyne. Eine Zeitreiseagentin hat einen ganz speziellen Auftrag, ein Kunde möchte das Sperma von Jack the Ripper. Keine Kleinigkeit für die Temponautin, und auch diese Geschichte nimmt (fast erwartungsgemäß) eine schlimme Wende. Eine originelle und kurzweilige Geschichte. „Der erste Tag der Ewigkeit“ von Christian Weis vermag den Leser stark anzurühren, weil sie eine besondere Atmosphäre der Verlorenheit und Tragik ausstrahlt. Erzählt wird die Recherche eines Detektivs, der herausfinden soll, wer hinter dem plötzlichen Auftauchen der totgeglaubten Ehefrau des Klienten steht. Der Detektiv folgt der Spur nach Sardinien, wo die Frau bei einem Tauchunfall umgekommen sein soll. Nun, sie ist tatsächlich nicht gestorben... Sehr spannend und durch den Lokalkolorit auch atmosphärisch. Eher surreal geht es in "Die fehlende Stunde" von Tobias Bachmann zu. Am Beginn befindet sich ein Mann in einer Warteschleife, einer Schlange in einem namenlosen Gebäude einer Institution. Dann kommt ihm eine Stunde seines Lebens abhanden. Und er wird sich seiner Erinnerungen nicht mehr sicher. Eine kafkaeske Geschichte, die auch ein wenig an Philip K. Dick erinnert. Eindringlich und auch ein weinig verstörend. Verkehrte Welt in „Der neue Nachbar“ von Andreas Schumacher, in der ein auf Diät gesetzter Mann die Kochkünste und die Damenbesuche der Nachbarn beobachtet. Aber wie verkehrt, das wird erst im Laufe der Erzählung klar. Raffiniert gestrickt und auch von grotesker Komik. Die Tendenz dieser Anthologie zur SF verstärkt auch noch Andreas Gruber mit „Tor nach Gloon“. Ein Gaststätten-Inspektor nimmt ein asiatisches Restaurant näher in Augenschein, nachdem einem Gast ein seltsamer Knochensplitter zwischen die Zähne geraten ist. Die pragmatischen Betreiber des Restaurants haben eine ganz ungewöhnliche Quelle für ihren Fleischbedarf. Schauderhaft, eine SF-Idee wird zum Clou einer unheimlichen Erzählung. Das behagt dem Rezensenten nicht, in zweifacher Hinsicht. Christian Endres spielt in „Kein Abschied hält ewig“ mit den Figuren aus „Der Zauberer von Oz" ein böses Spiel. Bei ihrer Rückkehr nach Kansas findet Dorothy tot und begraben vor, aber damit will sich nicht abfinden, zumal auch sie sich verändert hat. Kurzweilige Geschichte über die dunkle Seite heiterer Stoffe. Nina Horvath „Hell dunkel, dunkel hell“ schildert die Psychose eine Raumfahrerin auf einer Weltraumexpedition. Hat die sympathische Figur einen Mord begangen? Ein interessantes Kammerspiel, das aber auch auf der Erde hätte stattfinden können. Die Grenzen zwischen Horror und Science Fiction sind fließend, und das kann zu interessanten Geschichten führen. Das Grauen kann verschiedene Ursachen haben, und sie liegen nicht immer nur im Menschen selbst, sondern auch in der Gesellschaft, in den Abgründen einer deformierten Realität.
Wie in allen Zwielicht-Ausgaben gibt es auch Artikel zur Unheimlichen Phantastik. Der Herausgeber macht den Anfang. Er stellt die „Phantastischen Ermittler der Heftromanszene“ vor. Und das sind einige, und sie sind recht unter unterschiedlich. Vom PSA-Agenten Larry Brent also einem Beamten bis hin zur sexuell aktiven Halbvampirin Lilith Eden, die in „Vampira“ die Blutsauger jagt. Dem Rezensenten wurde dabei klar, dass es noch viele Bereiche der phantastischen Literatur gibt, mit denen sich noch kein Autor oder Literaturwissenschaftler ernsthaft befasst hat. Robert Strasser stellt Robert Bloch. Etwas fannisch angehaucht, gibt der Artikel einen informativen Überblick über das Leben und Werk Blochs, der mit einer Bibliographie abgeschlossen wird. Elmar Huber interviewt die sehr rührige Nina Horvath. Sie hat für verschiedene Verlage Anthologien herausgebracht, besonders für den Blitz-Verlag. Allerdings scheint dieses Arbeitsverhältnis beendet worden zu sein, wie man der Homepage des Verlages entnehmen konnte, und auch die zweite Sammlung von Geschichten in der Nachfolge Edgar Allan Poes, von deren Arbeit sie ausführlich Auskunft gibt, wird wohl nicht mehr erscheinen. Zwielicht das Horrormagazin gehört zum festen Bestand der Szene, Michael Schmidt hat für es inzwischen mit dem Verlag Saphir und Stahl eine neue Verlagsheimat gefunden und stellt es kurz vor. Auch der Vincent-Preis für die besten unheimlichen Werke deutschsprachiger Autoren ist inzwischen eine Institution. Die Auflistung der prämierten Werke kann man durchaus als Empfehlung für weitere Lektüre ansehen.
Zwielicht Classics 1 ist eine Sammlung von Horror und Fantasy Kurzgeschichten.
Einigen von diesen Geschichten beleuchten die möglichen Fortsetzungen von Klassikern, andere betrachten sehr spezielle Ernährungsweisen. Nicht jede Geschichte konnte mich begeistern, einige haben mich einfach nur verwirrt. Die Art wie sie geschrieben waren, der Wechsel der Szenerie, der Zeit oder des Blickwinkels haben mich verwirrt und ich konnte aus ihnen keine Bedeutung herraus ziehen. Jedoch war es auf jeden Fall mal etwas anderes.