Ein kleiner Ärger ruiniert den Tag, Selbstzweifel führen zu endlosem Grübeln. Statt diese Gefühle ziehen zu lassen, analysieren und bearbeiten wir sie in der Hoffnung, dass es uns dann besser geht. Psychotherapeutin Gitta Jacob warnt Damit erreichen wir oft das Gegenteil. Zu viel Nachdenken über Gefühle wie Wut, Angst oder Zweifel kann sie verstärken oder sogar erst erzeugen. Dieses Buch zeigt, wie wir unsere Emotionen gut regulieren kö Neue wissenschaftliche Erkenntnisse, alltagstaugliche Übungen und Reflexionen helfen dabei, wieder die Hoheit über unsere Gefühle zu gewinnen und gelassener mit unserem Innenleben umzugehen.
Dr. Gitta Jacob hat eine klar negative Einstellung gegenüber Selbstfürsorge. Dabie kritisiert sie vor allem immer wieder die Generation Z, die sich immer mehr mit den eigenen Bedürfnissen und Emotionen auseinandersetzt. Da sie dies aber immer wieder als "Trend" bezeichnet, degradiert sie diese, meiner Meinung nach wichtige, Entwicklung zu einem scheinbar kurzfristigen Phänomen, dass aus einer Laune heraus entsteht statt aus einer Notwendigkeit, wie das vielleicht bei der Nachkriegsgeneration der Fall gewesen wäre. Dabei vernachlässigt sie absolut, dass es eine mutige und wichtige Aufgabe es ist, als "circle breaker" innerhalb der Familie zu fungieren und sich mit eben solchen Dingen auseinandersetzt, die lange verschwiegen worden sind.
Insgesamt hat man während des Lesens immer wieder das Gefühl, dass die Message lautet: "Jetzt stellt euch nicht so an", oder "Kein Wunder, dass es euch nicht gut geht, wenn ihr euch nur auf eure negativen Gefühle fokussiert". Dabei ist wichtig zu erwähnen, dass Dr. Gitta Jacob selbst einen psychotherapeutischen Hintergrund hat und unter anderem Schematherapeutin ist. Mit dieser Expertise, die sie ja offenkundig zu haben scheint, erhoffe ich mir mehr Empathie und Einfühlungsvermögen. Es hilft beispielsweise einer depressiven Person überhaupt nicht, wenn man ihr doch vorschlägt, dass sie sich doch nur auf die positiven Gefühle konzentrieren solle. Dies erinnert stark an die Sätze: "Geh doch mal in die Sonne" und "Du brauchst bestimmt nur mal wieder frische Luft und Bewegung.", die veraltet und beinahe schon beleidigend wirken, weil sie psychische Erkrankungen trivialisieren und den betroffenen Personen das Gefühl geben, dass sie ja selbst Schuld an ihrer Situation seien.
Ich vergebe tatsächlich nur zwei Sterne, da es ein paar nette Gedankenspiele gibt. Dazu zählen beispielsweise Achtsamkeitsübungen. Von ihren politischen und gesellschaftlichen Überzeugungen will ich mich aber ganz klar distanzieren.