Von Grace Slick bis Bikini Kill, von Tina Turner bis Billie Eilish, von Patti Smith bis Taylor In mehr als vierzig originellen Porträts erzählen Kersty Grether und Sandra Grether so einfühlsam wie mitreißend von starken Sängerinnen und Rockgöttinnen, die das Genre sprengten und Grenzen überschritten. Was verbindet die großen Musikerinnen über die Jahrzehnte hinweg, wogegen kämpften sie an? Wäre etwa Phoebe Bridgers ohne Joni Mitchell denkbar? Wieso konnten die 70er Jahre weder Yoko Ono noch Karen Carpenter verkraften? Und hat PJ Harvey den Feminismus verraten? Eine spannende Geschichte über Herausforderungen und Glücks-Highs!
Mit großer Playlist zum Mithören und zahlreichen Interviews und Abbildungen.
»Kersty und Sandra Grether sind die berühmtesten Pop-Feministinnen Deutschlands.« Birgit Fuß, Rolling Stone
beginnt richtig großartig, wird leider gegen Ende hin etwas sehr feministisch-plakativ Gerade gegen Ende hin hätte ich mir mehr Biografien gewünscht, da wird erwartet, dass man über Billie Elish, Taylor Swift, M.I.A etc Bescheid weiß
Was für ein Trip durch die Lautsprecher meiner Jugend — und der meiner Eltern. Rebel Queens ist kein trockenes Lexikon, sondern ein Schwall aus Anekdoten, Wut, Glamour und Herzkram, der genau dort zündet, wo Rockmusik ihren Sinn verliert, wenn man sie nur in Fakten pressen will. Kersty und Sandra Grether packen mehr als vierzig Porträts in ein Buch, das zugleich Fanbrief, Streitschrift und Biografiesammlung ist. Hier trifft man Grace Slick, die mit spöttischem Blick Türen eintritt, und Billie Eilish, die ganz andere Fenster aufreißt — und zwischen den Zeilen liest man immer wieder den gleichen Kampf: um Sichtbarkeit, um Deutungshoheit, um das Recht, laut zu sein.
Was mir gefällt: Die Autorinnen haben ein Händchen für Bildsprache und kleine Schlenker, die aus Fakten lebendige Geschichten machen. Kein dröges Aufzählen von Karrierepfaden, sondern Momentaufnahmen — ein Konzert, ein Skandal, ein zerbrochenes Mikrofon — die am Ende ein großes Ganzes ergeben. Playlist und Interviews sind das Sahnehäubchen, weil sie den Leser direkt an den Soundtrack koppeln. Kritisch denkt das Buch aber auch: Es hinterfragt, welche Narrative wir heldinnenhaft romantisieren und welche Figuren einfach zu früh abgelegt wurden. Nur manchmal wünschte ich mir an manchen Stellen mehr Tiefgang statt Speed-Lektüre — ein paar Porträts hätten eine längere Story vertragen.
Fazit: Wer Rockmusik nicht nur hören, sondern verstehen will — und wer Bock auf eine Stimme hat, die frech und leidenschaftlich ist — liegt mit Rebel Queens richtig. Kein Heavy-Metal-Manifest, aber ein warmes, kluges Buch, das nachdrücklich beweist: Rock hat immer eine Königin gebraucht.