In der Hafenstadt Nohedam wandeln finstere Naturgötter, auf deren Reich die Stadt einst gebaut wurde. Bald soll die große Flut kommen, die die Götter in das ersehnte Ewigreich bringt. Damit sie mitkommen darf, muss die Halbgöttin Nor für ihren Ziehvater und Herrscher des Götterclans Aufträge erledigen. Doch dann verliebt sie sich in einen Menschen und beginnt, sich an ihre leiblichen Eltern zu erinnern, deren Tod ein dunkles Geheimnis umgibt. Als Tochter beider Welten muss sie ihre eigene Macht entdecken – und für ihre Unabhängigkeit, das Wohlergehen ihres Clans und ihre Liebe kämpfen.
»Schrullige Charaktere in einem düsteren Hafenviertel aus brackigen Kanälen, finsteren Gassen und Hinterhöfen – hochatmosphärisch, voller wunderbarer Details und originell bis auf die Knochen. Sarah Scheumer gelingt etwas, an dem viele Ihr Schauplatz ist so lebendig wie ihre liebenswerten Figuren.« Kai Meyer, SPIEGEL-Bestsellerautor
Das war so düster, das war so melancholisch, das war zauberhaft! Atmosphäre: absolut over the top gigantisch getroffen. Wenn ich versuche, mich an meine letzten Bücher zu erinnern und was ich gefühlt habe, an was ich mich erinnere, sticht "Herz aus Moos und Schatten" mit dem Setting und der Atmosphäre einfach heraus. Es ist ein wenig neblig, ein wenig feucht, ein wenig düster, und über allem steckt Noors Wunsch, irgendwo dazu zu gehören und zu verstehen, wer sie zwischen Menschen und Göttern eigentlich ist.
Dies ist kein Mythologie-Götter Buch wie irgendwas griechisches oder Canavans Reihe. Dies hier erinnert mich an Silver in the Woods von Emily Tesh, was das Gefühl angeht, halt irgendwie ... Moos. Grün. Den alten Götter haftet etwas Paganisches und Wildes an sich und die Stadt selbst, so modern sie auch gezeichnet ist, bleibt dadurch seltsam historisch.
Herz aus Moos und Schatten von Sarah Scheumer entführt seine Leser in die düstere und zugleich faszinierende Hafenstadt Nohedam. Dort herrschen uralte Naturgötter, deren Schicksal eng mit der bevorstehenden großen Flut verbunden ist. Im Zentrum steht die Halbgöttin Nor, die ihrem Ziehvater dienen muss und gefährliche Aufträge erfüllt, um sich ihren Platz im Ewigreich zu sichern. Doch die Begegnung mit einem Menschen und die Erinnerung an ihre leiblichen Eltern stellen alles in Frage.
Nor ist eine vielschichtige Protagonistin, sie ist verletzlich und stark zugleich, hin- und hergerissen zwischen der Loyalität zu ihrem Clan und dem Wunsch nach Selbstbestimmung. Gerade diese Zerrissenheit macht sie sehr schön nahbar und authentisch. Auch die Nebenfiguren sind facettenreich gestaltet, von schrullig bis geheimnisvoll, und verleihen der Geschichte zusätzliche Tiefe. Das Setting in Nohedam mit seinen Kanälen, Gassen und Hinterhöfen wirkt lebendig, atmosphärisch und beinahe filmisch. Die Vergleiche mit Studio-Ghibli-Filmen sind absolut passend, die Mischung aus Magie, Melancholie und skurrilen Details erzeugt eine einzigartige Stimmung, die lange nachhallt. Dabei hilft auch die Sprache, die poetisch, detailreich und voller Bilder ist, ohne den Lesefluss zu hemmen. Die Handlung verbindet Urban Fantasy mit Märchenelementen und einer romantischen Note, die nie kitschig wirkt, sondern feinfühlig eingeflochten ist.
Ein atmosphärischer, origineller und berührender Roman, der in eine geheimnisvolle Welt zieht, die voller Schatten, Geheimnisse und Hoffnung schimmert.
Lange hat mich ein Buch nicht mehr so berührt, wie die Geschichte von Nor! Ein so atmosphärisches Buch, mit so viel Liebe für die Charaktere und ihre Geschichte. Einfach großartig!