Café Finito – wo sich Trauernde und Liebende, Tragik und Komik begegnen. Eine Hymne an die Kraft der menschlichen Gemeinschaft. Ein Roman, der das Leben feiert.
»Auf dem Dorotheenstädtischen Friedhof in Berlin, in Gesellschaft von Deutschlands talentiertesten Toten, stand das Café Finito. Hier versorgte Kristof seine Gäste mit Kaffee, Tee und Torte, und wer es wünschte, bekam eine Portion Sahne und Trost obendrauf. Kristof riss ein Blatt vom Kalender, sein Blick fiel auf das Schild an der Wand, Lost & Found. Er war gespannt auf die Menschen seiner neuen Abschiedsgruppe, die sich heute zum ersten Mal trafen – und auf ihre gemeinsame Reise durch das kommende Jahr. Es war ein Anfang für alle - nach einem Ende, das für sie alles verändert hatte.«Kristof ist die Seele des Cafés. Seit vielen Jahren geleitet er die Abschiedsgruppen mit sanfter Autorität durch das Tal der Trauer. Nur über seine eigene weiß niemand etwas. Iris, die Schriftstellerin, hat ihre Mutter verloren, Matthias, Versicherungsmakler, seine Geliebte, Lizzie nach siebzig Jahren ihren Mann, und Mira, die junge Ärztin, trauert um ihre beste Freundin. Sie lassen sich ein auf ein Angebot, das ihnen völlig neue Perspektiven eröffnet.Ein hinreißend erzählter, lebenskluger Roman über all das, was Menschen verbindet und das Leben einzigartig macht. Ein wenig Magie kommt ins Spiel. Und wie es sich beim Tod gehört, sitzen Tragik und Komik im selben Boot.Für von Mariana Leky, Alena Schröder und Elisabeth Strout – und für all jene, die sich auf kluge Weise mit den großen Fragen des Lebens auseinandersetzen möchten.
Sybil Volks lebt in Berlin als freie Autorin und Lektorin. 2015 erscheint ihr dritter Roman "Wintergäste" um drei Generationen in einem eingeschneiten Inselhaus. Der vorherige Roman "Torstraße 1" erzählte von zwei Familien und einem geschichtsträchtigen Gebäude im Herzen Berlins. Das Hörbuch zu "Torstraße 1" war für den Deutschen Hörbuchpreis nominiert, der Berlin-Krimi "Café Größenwahn", ihr erster Roman, für den Glauser-Preis als bestes Krimidebüt.
Etwas melancholisch, etwas Charme und auch etwas Witz. Ein Roman mit ernsten Hintergründen und dennoch gut zum Verarbeiten. Eine Triggerwarnung ist meines Erachtens nicht nötig - es sollte klar sein, dass es um Tod und Trauer geht.
Das Café Finito wird geleitet von Kristof, der jedes Jahr eine Trauergruppe zusammenstellt. Er wohnt und arbeitet auf dem Dorotheenstädtischen Friedhof in Berlin. Die Trauergruppe, die im Buch zusammenkommt, ist bunt zusammengewürfelt in Bezug auf Alter und Art der Trauer, also in welchem Bezug der Trauernde zum Verstorbenen stand.
Da gibt es Iris, die ihre krebskranke Mutter bis zum Tod begleitet hat, Mira, deren Freundin an Brustkrebs verstorben ist, Leonie, die ihr ungeborenes Kind verloren hat, Matthias, der um seine Geliebte trauert, Lizzie, deren Mann, wie sie im hohen Alter, im Schlaf gestorben ist und Jonas, dessen Vater verstorben ist. Sie alle treffen sich einmal im Monat und reden miteinander und helfen sich dabei, ihre Trauer zu überstehen.
An und für sich ist die Idee sehr gut gewesen, die Umsetzung hat mich allerdings leider nicht so überzeugt. Erstmal sind es viel zu viele Personen und damit werden manche Geschichten erst detailliert angefangen, um dann plötzlich los gelassen zu werden. Auch gibt es zu viele Neben-Aspekte, die ebenfalls noch unbedingt Raum brauchten und eher ablenken. Die Geschichten der Trauernden haben mich zwar oft berüht und ich musste auch mehrmals schlucken, aber einiges war mir dann auch zu heftig. Dass 2mal der Krebs den Tod gebracht hat, war für mich aktuell auch schwierig, da mein Vater seit einem Jahr gegen Krebs kämpft. Da es keine Trigger Warnung gibt - wer damit gerade zu schaffen hat, sollte das Buch vielleicht lieber nicht lesen.
Der Umgang mit dem Tod- eine Trauerrunde bei Kaffee und Kuchen
Das Cafe Finito liegt auf dem Dorotheenstädtischem Friedhof in Berlin. Der Friedhofsverwalter Kristof Fährer ist die gute Seele des Friedhofs und leitet das Cafe Finito samt Trauergruppen. Frauen und Männer unterschiedlichen Alters, Lebenssituation und Glaubens treffen sich bei diesen Runden, um ihre Trauer zu überwinden.
Ruhig und tiefgründig und auch mit etwas Witz, führt uns die Autorin einerseits durch ein Jahr am Friedhof und der Trauergruppe und andererseits an die unterschiedlichen Geschichten der Trauernden heran. Die Geschichten könnten nicht unterschiedlicher sein und sind natürlich auch tragisch. Doch der Autorin gelingt es dennoch dies mit einer gewissen Ruhe und Leichtigkeit zu vermitteln.
Die Charaktere fand ich sehr gelungen und aus dem Leben gegriffen und sie sind so divers, dass anschaulich gezeigt wird, dass trotz verschiedener Lebenssituationen, Alters und Glaubens, die Trauer doch ähnlich ist. Umso schöner ist, dass die Trauergruppe als solches zusammenwächst und eine kleine Familie wird.
Nebenbei schafft es die Autorin auch noch so manches Detail über berühmte Verstorbene, die auf besagtem Friedhof bestattet sind, zu vermitteln.
Für mich definitiv ein Buch das Nachwirkt und Trost spendet, denn der Tod gehört nun einem zum Leben dazu.
Was für ein Roman! Klug, einfühlsam und sprachlich gewandt steht hier eine Trauergruppe im Mittelpunkt, die im Café Finito auf dem Doro in Berlin gemeinsam trauert. Um die beste Freundin, um den Mann, um die Geliebte, um das eigene Kind und um den Vater. Alle Verluste sind unterschiedlich, alle Trauer zeigt sich unterschiedlich, aber stets wird eines klar: Wer liebt, der wird irgendwann trauern. Und wie so vieles geht das am besten gemeinsam, ohne Rücksicht auf Weltanschauung oder Herkunft.
Der Roman ist reich an Antithesen, die mitunter so witzig sind, dass man einfach lachen muss, sprachlich fein und sorgfältig erzählt.
So gehört der Tod zum Leben einfach dazu, die Trauer zur Liebe. Das zu begreifen lernt man am besten mit diesem wunderschönen, mal melancholischen, mal hoffnungsvollen Roman.
Ein sehr durchwachsenes Buch mit vielen Längen, einigen guten Passagen und einem irgendwie komischen Ende.
Im Mittelpunkt steht der Doro, also der Dorotheenstädtische Friedhof in Berlin. Dort sind viele Künstler, Politiker, Schauspieler und Schriftsteller beerdigt, und in diesem Roman auch Menschen, die Trauernde zurück lassen. So finden sich unter anderem Jonas, Matthias, Iris, Lizzie und Mira dort zu einer Art Stammtisch für Hinterbliebene zusammen. Jeder hat seine eigene Geschichte, seine Trauer und eigene Methoden, damit umzugehen. Soweit, so gut. Trotz guter Erzähltechnik bleiben die Protagonisten irgendwie eindimensional und das Friede-Freude-Eierkuchen-Ende hat mich persönlich nicht wirklich überzeugt. Wer auf diese Art von Literatur steht, sollte sich lieber "Das Café am Rande der Welt" oder "Die Mitternachtsbibliothek" zulegen.
Die Autorin beschäftigt sich in ihrem Roman 'Café Finito' mit sehr unterschiedlichen Schicksalen die alle in einer sehr individuellen Weise mit Trauer und deren Bewältigung zusammen hängen.
Subtil und feinfühlig webt sie sowohl Deutsch-deutsche Geschichte, wie auch Fremdenhass und andere gesellschaftliche Themen wie Verlustängste, Zugehörigkeit oder Verlassenssein in ihre Erzählstränge hinein und lässt sie mit den authentischen Charakteren und dem ein oder anderen humorvollen Augenzwinkern nah und real werden.