33 Millionen Deutsche pendeln zur Arbeit. Jeder Einzelne schreibt dabei eine eigene Pendlerbiografie, doch alle erzählen von den gleichen Pendeln kostet Zeit, Nerven und Geld; nicht selten geht die Fahrerei auf Kosten von Gesundheit, Familie und Beziehung.
Alle Partner und Kinder der Tages- und Wochenendpendler mitgezählt, ist so gut wie jeder mit dem Nomadendasein in Berührung. Das ewige Hin und Her macht eine Wesensart unserer Gesellschaft aus, die nicht nur Pendler betrifft, sondern Wirtschaftsfaktor und Politikum ist – und eine große Unbekannte in unserer Mitte.
Claas Tatje geht dem Prinzip Pendeln auf den Macht es uns krank? Ist es überflüssig im Netzzeitalter? Wer profitiert? Und wie sieht die Zukunft des Pendelns aus? Seine detaillierte Inventur des Themas beantwortet die Frage, ob es in puncto Pendeln Zeit ist, die Notbremse zu ziehen – und ist nicht zuletzt ein Survival-Guide für alle Pendler.
Ein unterhaltsames und solides Buch über den Wahnsinn des täglichen Pendelns, gelesen in Zügen der Linien RE7 und RB48 im täglichen Pendelwahnsinn. Eine sich selbst zerstörende Freiheit der Gedanken im Schweißgeruch der Arbeitsgetriebenen.
Besonders interessant fand ich die Selbstbeobachtung, dass obwohl ich die im Buch zitierten Studien kannte, wonach jede Verlängerung der Pendelzeit die damit erkauften anderen Vorteile mehr als neutralisiert und man gleichzeitig bei der Planung des neuen Lebens diesen Effekt unterschätzt, und bei der Planung meines neuen Lebens also versuchte, dieses Wissen einzubeziehen, ich trotzdem in dieselbe Falle getappt bin.
Erinnerte mich ein wenig an Hofstadter's Law, wonach alles immer länger dauert als man vorher dachte, selbst wenn man Hofstadter's Law berücksichtigt.